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Marktbericht 20:10 Uhr

Dow hievt Dax ins Plus

Sechster Gewinntag in Folge

Unerwartet starke Konjunkturdaten aus den USA haben am Donnerstag die Sorgen der Anleger vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft vertrieben. Die Wall Street drehte ins Plus - und zog den Dax mit nach oben. Viel Applaus gab's für ThyssenKrupp.

Da sage noch einer, der Dax habe kein Eigenleben. Während die meisten Börsen in Europa im Minus schlossen, beendete der Dax den Tag mit einem Mini-Kursgewinn von 0,1 Prozent auf knapp 9.484 Punkten. Damit setzte der deutsche Leitindex seine nunmehr sechstägige Erholungsrally fort. Seit Donnerstag vergangener Woche hat der Dax gut drei Prozent zugelegt.

Dabei sah es am heutigen Donnerstag lange Zeit nach einem Ende der Gewinnserie aus. Bis zum Nachmittag lag das deutsche Börsenbarometer klar im Minus. Dann aber kam Schützenhilfe von der Wall Street. Kurz nach dem Handelsstart drehte der Dow leicht ins Plus - und sprang auf über 17.700 Punkte.

US-Konjunktur signalisiert "panischen Optimismus"

Für die Wende sorgten überraschend gute Konjunktursignale aus den USA. So zogen die Frühindikatoren im Oktober um 0,9 Prozent an. Volkswirte hatten lediglich einen Anstieg von 0,6 Prozent erwartet. Für einen noch größeren Knalleffekt sorgte der Philly Fed Index, der sich auf 40,8 Punkte verdoppelte und den höchsten Stand seit 1993 erreichte. Experten hatten einen Rückgang vorausgesagt. Analyst Tobias Basse von der NordLB sprach von einem "fast panischen Optimismus bei den befragten Firmen". Der Philly-Fed-Index misst die wirtschaftliche Aktivität in der Region Philadelphia, die als Gradmesser für andere Regionen gilt. In das gute Konjunkturbild passten auch die um 1,5 Prozent gestiegenen Häuserverkäufe im Oktober. Volkswirte hatten einen Rückgang prognostiziert.

US-Inflationsrate weiter konstant

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Börse 20.15 Uhr

Die Inflationsrate verharrte derweil den dritten Monat in Folge bei 1,7 Prozent Im Monatsvergleich stagnierten. die Verbraucherpreise. Einen kleinen Dämpfer gab's vom Arbeitsmarktmarkt: die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 2.000 auf 291.000. Volkswirte hatten noch einen stärkeren Rückgang auf 285.000 Erstanträge vorhergesagt.

In Europa schwächelt die Wirtschaft

Während die Konjunktur in den USA weiter Fahrt aufnimmt, hinkt die Euro-Zone hinterher. Der dortige Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister fiel im November um 0,7 Punkte auf 51,4 Zähler. Das ist der tiefste Stand seit über einem Jahr. "Die Konjunktursorgen in Europa werden wieder größer", meinte Helaba-Analyst Johannes Jander.

Alarmsignal aus China

Auch in China trübt sich die Stimmung trübt ein. Der chinesische Einkaufsmanager-Index für November sank auf 50,0 Zähler. Erst ein Wert darüber signalisiert Wachstum. Der Kupferpreis kam daraufhin etwas unter Druck und büßte 0,3 Prozent ein. Dagegen zog der Ölpreis leicht an. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 67 Cent auf 78,77 Dollar je Barrel. Der Preis für ein Fas der amerikanischen Sortze WTI stieg auf fast 75 Dollar. Die nächste Sitzung der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) in einer Woche rückt zunehmend in den Fokus. Eine umfangreiche Produktionskürzung durch das Kartell werde immer unwahrscheinlicher, schätzt die Commerzbank ein.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
Kurs
78.20
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Euro behauptet sich

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro pendelte sich am Abend bei knapp 1,2550 Dollar wieder ein. Zeitweise war er auf bis 1,2505 Dollar abgerutscht. Anlagestrategen wie Asoka Wöhrmann von der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank hält den aktuellen Kurs für immer noch zu hoch. Mittelfristig werde der Euro auf rund 1,17 Dollar und damit auf das Niveau von 1999 zurückfallen, prophezeite Wöhrmann am Donnerstag.

ThyssenKrupp kriegt die Kurve

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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21.34
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Unter den Dax-Werten stand am Donnerstag ThyssenKrupp im Blickpunkt. Der Mischkonzern beendete mit glänzenden Zahlen die Berichtssaison deutscher Großunternehmen. Der Mischkonzern hat erstmals seit Jahren wieder einen Nettogewinn erzielt und will auch eine Dividende von elf Cent je Aktie zahlen. Vorstandschef Heinrich Hiesinger sprach von einem Signal an die Aktionäre, dass der Konzern die Wende geschafft habe. Nach drei Verlustjahren in Folge fuhr der Konzern einen Nettogewinn von 210 Millionen Euro ein. Die Aktie legte um fast drei Prozent zu und führte mit Adidas die Gewinnerliste im Dax an.

SAP kurz vor dem Ziel

SAP
SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
56.90
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0.34
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+0.60%

Knapp im Plus schloss auch die SAP-Aktie. Der Softwarekonzern kommt bei der größten Übernahme seiner Geschichte voran. Die Aktionäre von Concur Technologies stimmten dem Vorhaben zu. Der Dax-Konzern will den Anbieter von Software zur Buchung und Abrechnung von Dienstreisen für 8,3 Milliarden Dollar kaufen und damit sein Cloud-Geschäft ausbauen. Die Walldorfer rechnen mit einem Abschluss der Transaktion um den 4. Dezember.

BMW spürt Konkurrenz in China

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
90.35
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Knapp behauptet zeigten sich die Autowerte. Dabei drückt der scharfe Wettbewerb in China bei BMW auf die Gewinne. Die Margen dort würden schrumpfen, warnte der für China zuständige BMW-Manager Karsten Engel. Für Oberklassen-Fahrzeuge sagte Engel ein Marktwachstum in China von jeweils rund zehn Prozent in den kommenden Jahren voraus. Derweil machten Gerüchte die Runde, dass BMW-Chef Norbert Reithofer in den Aufsichtsrat von Siemens einziehen werde. Auf der nächsten Hauptversammlung Anfang 2015 werde er sich zur Wahl, berichtete das "Manager Magazin".

Chemiewerte im Minus

Auf der Verliererseite standen hingegen die Chemiewerte, allen voran Lanxess. Die Aktie hielt mit einem Minus von fast zwei Prozent die rote Laterne im Dax. Die Investmentbank Kepler Cheuvreux riet in einer Studie, die Lanxess-Aktie zu meiden, und senkte sie auf "Reduce". Auch für die Gesamtbranche ist Kepler skeptisch - und. korrigiertedie die Einstufungen für BASF und Linde nach unten.

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
74.72
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0.30
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Kaufempfehlung treibt Wirecard

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
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0.14
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+0.40%

Im TecDax waren die Aktien von Wirecard mit einem Plus von knapp sechs Prozent Star des Tages. Die britische Investmentbank Barclays hat den TecDax-Konzern Wirecard von "Equal Weight" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 30 auf 40 Euro angehoben. Barclays rechnet in den Jahren 2015/16 mit einem beschleunigten Wachstum beim operativen Ergebnis (Ebitda).

Dürr im Höhenrausch

Im MDax waren mit einem Plus von rund zwei Prozent die Dürr-Titel gefragt. Die Papiere des Autozulieferers sind in den letzten sechs Wochen über 30 Prozent emporgeklettert - und liegen nur noch knapp unter ihrem Rekordhoch. Neue Nachrichten gebe es nicht, sagte ein Händler. Für frischen Schub hatte Ende der Vorwoche allerdings ein Investorentreffen gesorgt. Dabei zeigte sich der Finanzvorstand zuversichtlich für die Umsatzentwicklung 2015.

Keine süßen Zahlen von Halloren

Aus der dritten Reihe meldete Halloren Schokoladenfabrik Neunmonatszahlen. Vor allem die Übernahme des belgischen Pralineherstellers Bouchard sorgte für einen Verlust von 2,5 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte es nur ein kleines Minus von 265.000 Euro gegeben. Der Umsatz stieg um elf Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet Halloren mit einem Wachstum von sechs Prozent und einem positiven Ergebnis von rund zwei Millionen Euro. Die Aktie legte knapp zwei Prozent zu.

Schaltbau legt den Schalter um

Der Verkehrstechnikkonzern Schaltbau künmdigte am Abend an, bis zu fünf Prozent seiner Aktien zurückzukaufen. Ab der kommenden Woche bis JHuni 2015 sollen bis zu 307.609 eigene Aktien zurückerworben werden. Diese könnten für Übernahmen verwendet werden, hieß es. Die Aktie zog im späten Handel an.

Gewinnschwund bei Mobotix

Für den Anbieter von hochauflösenden Video-Sicherheitssystemen lief es im Geschäftsjahr 2013/14 nicht ganz rund. Der Umsatz reduzierte sich um neun Prozent auf 78,5 Millionen Euro. Der Nettogewinn brach auf 1,1 Millionen Euro ein. Dennoch zeigten sich die Anleger erleichtert, die Aktie legte zu.

Jetzt hat Raiffeisen auch noch in Asien Probleme

Aus dem Ausland kamen schlechte Nachrichten von der österreichischen Raiffeisen Bank International (RBI). Wegen sinkender Gewinne in Russland, Belastungen durch ein neues Kreditgesetz in Ungarn sowie drohender Verluste durch ein mißglücktes Kreditgeschäft in Indonesien erwartet die Bank höhere Vorsorgen für faule Kredite. Sie sollen auf 1,8 Milliarden Euro steigen. Im dritten Quartal rutschte RBI in die Verlustzone. Unter dem Strich stand ein Minus von 119 Millionen Euro. Für das laufende Jahr geht die Bank unverändert von einem Verlust von bis zu einer halben Milliarden Euro aus. 2015 soll wieder ein Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe fließen. Die Raiffeisen-Aktien gaben deutlich nach.

Bewegung in der Öldienstleister-Branche

Dagegen waren Aktien von Öl-Dienstleistern am Donnerstag heiß begehrt. Die Titel von CGG zogen zweistellig um über 20 Prozent an, die italienische Saipem gewannen knapp vier Prozent, die norwegische TGS-Nopec gut sechs Prozent. Als Grund nannten Händler die wiedererwachte Fusionsfasie, nachdem die französische CGG das milliardenschwere Übernahmeangebot des Rivalen Technik abgewiesen hatte. Die Technip-Aktien sackten um acht Prozent ab.

GoPro-Kurs unter Druck

GoPro: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
58.90
Differenz absolut
0.95
Differenz relativ
+1.64%

Der Verkauf eines größeren Aktienpakets schickte am Donnerstag die Aktien von GoPro auf Talfahrt. Die Titel des Helm-Kameras-Hersteller brachen zweistellig ein. Gut zehn Millionen Papiere wurden zum Preis von je 75 Dollar abgestoßen. Fast die Hälfte davon (40 Prozent) stammt aus dem Besitz des Firmengründers Nick Woodmann. Ein schlechtes Omen?

Gute Nachrichten von Best Buy und Intel

Dagegen waren die Aktien von Best Buy mit einem Kursplus von fast sechs Prozent besonders gefragt. Der Gewinn des Einzelhändlers stieg stärker als erwartet. Außerdem legte erstmals seit sieben Quartalen der Umsatz wieder zu. Intel erfreute die Anleger mit einem überraschend optimistischen Ausblick für das kommende Jahr sowie einer höheren Dividende. Die Aktien stiegen um rund drei Prozent.

nb

Stand: 20.11.2014, 20:10 Uhr

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Tagestermine am Mittwoch, 26. November

Unternehmen:
KWS Saat: Q1-Zahlen, 07:30 Uhr
Zalando: Q3-Zahlen
CTS Eventim: Q3-Zahlen
Thomas Cook (Neckermann Reisen): Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Conwert: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: DIW-Konjunkturbarometer
USA: Auftragseingang Langlebige Güter im Oktober, 14:30 Uhr
USA: Persönliche Einkommen und Konsum im Oktober, 14:30 Uhr
USA: wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Einkaufsmanagerindex Chicago im November, 15:45 Uhr
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen im November, 15:55 Uhr
USA: Eigenheimabsatz im Oktober, 16:00 Uhr

Sonstiges:
Deutsches Eigenkapitalforum: Abschlusstag
Deutsche Bank: PK zum Kapitalmarktausblick 2015 mit Chef-Anlagestratege Ulrich Stephan, 10:00 Uhr
Julius Bär: Pk zum Ausblick auf die globalen Finanzmärkte 2015, 10:00 Uhr
Helaba: PK zu Märkte und Trends 2015 mit Chefvolkswirtin Getrud Traud, 11:00 Uhr

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