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Börsentrend 14:30 Uhr

Dax beschließt letzten Handelstag im Minus

Schwaches Ende eines bullenstarken Börsenjahres

Das Hickhack um den US-Haushalt hat den Börsianern am letzten Handelstag des Jahres die Laune verdorben. Der Dax verlor knapp 0,6 Prozent. Dies kann freilich die beeindruckende Jahres-Bilanz nicht trüben. 2012 war aus deutscher Sicht das beste Börsenjahr seit 2003.

Rund 29 Prozent legte der Dax in diesem Jahr zu, der Schlussstand liegt bei 7.612,39 Punkten. Mit knapp 7.683 Punkten erreichte der deutsche Leitindex seinen höchsten Stand seit fast fünf Jahren. Noch besser lief es in der zweiten deutschen Börsenliga. Der MDax kletterte um gut 34 Prozent nach oben und eilte von Rekordhoch zu Rekordhoch.

Die eigentliche Kursrally fand erst in der zweiten Jahreshälfte statt, nachdem der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, die Märkte beruhigt hatte. Alleine in den letzten sechs Wochen hat der Dax fast zehn Prozent zugelegt.

Früherer Dax-Feierabend

Am Freitag ging dem Dax jedoch die Puste aus. Er beendete den letzten Handelstag des Jahres 0,57 Prozent tiefer bei 7.612 Punkten. Damit die Banken und Händler ihre Bücher rechtzeitig schließen und ihre Konten bereinigen können, schloss die Deutsche Börse den Xetra-Handel bereits um 14 Uhr. An den meisten europäischen Börsen wird dagegen wie an anderen Tagen auch gehandelt. Am Montag sind die Börsen wegen Silvester in Frankfurt, Madrid, Mailand, Prag, Rom, Tokio, Wien, Moskau und Zürich geschlossen. In London und Paris findet ein verkürzter Handel statt. Die Wall Street ist regulär geöffnet.

US-Haushaltsverhandlungen in der Sackgasse

Der immer noch ungelöste US-Haushaltsstreit lähmte kurz vor Jahresende die Anleger. Zwar macht US-Präsident Barack Obama Druck und hat die Fraktionsführer im Repräsentantenhaus am Freitag zu einem Treffen eingeladen. Erst am Sonntag kommen die Parlamentarier zu einer letzten Sitzung zusammen. Dann soll in letzter Minute doch noch eine Einigung erzielt werden. Nur noch vier Tage Zeit bleibt, um den Absturz der USA über die "Fiskalklippe" zu verhindern. Sollte es bis Jahresende im Kongress keinen Kompromiss geben, greifen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, die die weltgrößte Volkswirtschaft in eine Rezession stürzen könnten.

Euro unter 1,32 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Die anhaltenden Sorgen um die Fiskalklippe belasteten den Euro. Er rutschte auf unter 1,32 Dollar. Der Dollar war als sicherer Hafen gefragt. Immerhin: 2012 hat der Euro, der schon von manchen Kassandra-Rufern voreilig tot gesagt wurde, leicht gegenüber dem Dollar zugelegt.

Defensive Aktien gefragt

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Dax waren vor allem defensive Werte am letzten Handelstag auf der Gewinnerseite. Die Aktien von Henkel legten 1,25 Prozent zu, die Papiere von Beiersdorf knapp ein Prozent. Dagegen fielen Finanzaktien, die gestern noch ganz oben standen, in Ungnade. Die Commerzbank-Aktie war mit einem Minus von 1,5 Prozent Dax-Schlusslicht.

Gerichtsurteil gibt Porsche Auftrieb

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Vergleich zu den anderen Autoaktien konnten sich die VW-Titel knapp behaupten, nachdem die Konzerntochter Porsche in New York vor Gericht einen Teilerfolg errungen hat. Porsche sieht sich in den USA Schadenersatzforderungen von 1,4 Milliarden Dollar gegenüber. Die Porsche-Aktie sauste um sechs Prozent nach oben.

Bsirske fordert Kurswechsel von Deutscher Bank

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Weiter unter Druck steht die Deutsche Bank. Verdi-Chef Frank Bsirske mahnte von der Bank nach den jüngsten Negativschlagzeilen einen Kurswechsel an. Zwar seien die Probleme erkannt, es müssten nun aber Taten folgen, sagte der Chef der größten deutschen Einzelgewerkschaft. Vor allem im Risikomanagement der Bank habe es Probleme gegeben und es müsse gegengesteuert werden. Neuer Ärger droht der Bank aus New York, wo die LBBW vor Gericht gezogen ist. Dabei geht es um den Verkauf von mit Hypotheken besicherten Wertpapieren im Volumen von 173 Millionen Dollar. Die LBBW fühlt sich von der Deutschen Bank über die Risiken der Papiere falsch aufgeklärt und will zumindest einen Teil wieder zurück haben. Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe zurück. Die Aktie büßte rund ein Prozent ein.

Deutsche Post erhöht Porto

Ab dem 1. Januar erhöht die Post das Porto für den Standardbrief bis 20 Gramm von 55 auf 58 Cents. Es ist die erste Erhöhung seit 15 Jahren, im Jahr 2003 war das Porto sogar um einen Cent gesenkt worden. Die Post begründete die Erhöhung mit gestiegenen Kosten bei gleichzeitig rückläufigem Volumen im klassischen Briefgeschäft. Die Entscheidung war bereits im Herbst angekündigt worden. Die Post-Aktie schloss nahezu unverändert, nachdem sie gestern durch Aussagen von Wirtschaftsminister Rösler unter Druck geraten war. Der FDP-Politiker hatte sich für den Verkauf von Staatsbeteiligungen ausgesprochen.

Fraport geht in Portugal leer aus

Im MDax legten die Fraport-Aktie gegen den Trend 0,3 Prozent zu und zählten zu den wenigen Gewinnern. Die Börse reagierte positiv darauf, dass der Flughafenbetreiber nicht den Zuschlag für die wichtigsten Flughäfen in Portugal erhalten hat. Offenbar hatten Beobachter hohe Investitionskosten bei der Übernahme des Staatsbetriebs befürchtet. Den Zuschlag erhielt die französische Vinci-Gruppe.

Australien-Auftrag für Hochtief-Tochter

Hochtief-Aktien schlossen dagegen 0,7 Prozent im Minus. Der Baukonzern konnte nicht von Nachrichten profitieren, wonach die australische Tochter Leighton neue Aufträge im Volumen von einer Milliarde Euro erhalten habe. Dabei geht es um ein Erdgasprojekt in Nordaustralien. Die Leighton-Aktie legte an der Börse in Sydney knapp 0,3 Prozent zu.

Strafe für ProSiebenSat.1

0,6 Prozent abwärts ging es im MDax auch mit der ProSiebenSat.1-Aktie. Grund: Die beiden Fernsehsender ProSiebenSat1 und RTL müssen eine Kartellstrafe von 55 Millionen Euro zahlen. Die Sender hatten sich in den Jahren 2005 und 2006 abgesprochen, ihr digitales, frei empfangbares Programm künftig nur noch verschlüsselt und gegen Gebühr zu senden. Indes gab der TV-Konzern den Ausstieg des Großaktionärs Telegraaf Media International bekannt.

Apple-Chef verdient weniger

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
70.96
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Apple-Firmenchef Tim Cook hat im abgelaufenen Jahr "nur" 4,17 Millionen Dollar verdient, eine Gehaltseinbuße von immerhin 99 Prozent. Im Vorjahr hatte Cook noch 378 Millionen Dollar bekommen. Grund für die "Gehaltskürzung": Cook bekommt keine Aktienpakete wie im Vorjahr. Die Apple-Aktie stieg um 0,4 Prozent.

Stand: 28.12.2012, 14:30 Uhr

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Tagestermine am Freitag, 1. August

Unternehmen:
Postbank: Q2-Zahlen
Fuchs Petrolub: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr und Halbjahres-PK, 10:00 Uhr
Wacker Chemie: Q2-Zahlen, 07:15 Uhr
Immofinanz: Zahlen 2013/14, nach Börsenschluss
Axa: Halbjahres-Zahlen, 07:00 Uhr
Société Générale: Halbjahres-Zahlen, 07:00 Uhr
Royal Bank of Scotland (RBS): Halbjahres-Zahlen, 08:00 Uhr
Intesa Sanpaolo: Q2-Zahlen
ArcelorMittal: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Suzuki Motor: Q1-Zahlen, 08:00 Uhr
Sharp: Q1-Zahlen, 08:00 Uhr
Fiat: HV
Hilton: Q2-Zahlen
Procter&Gamble a: Q4-Zahlen, 13:00 Uhr
Chevron: Q2-Zahlen, 14:30 Uhr

Konjunktur:
China: HSBC PMI Industrie für China im Juli, 02:45 Uhr
EU: Markit Einkaufsmanagerindex Industrie für die Euro-Zone im Juli, 10:00 Uhr
USA: Persönliche Einkommen und Konsum im Juni, 14:30 Uhr, +0,4%, e +0,4%
USA: Arbeitsmarktbericht für Juli, 14:30 Uhr, +209.000 neue Stellen, erwartet: 233.000
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen im Juli, 15:55 Uhr
USA: Bauausgaben im Juni, 16:00 Uhr
USA: Einkaufsmanagerindex Industrie im Juli, 16:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Autoabsatz für Juli (am Nachmittag)
Schweiz: Börse geschlossen wegen Feiertags

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