Seitenueberschrift

Marktbericht 20:15 Uhr

Marktbericht positiv

Durchatmen nach dem China-Schock

Schnäppchenjäger treiben den Dax

Stand: 27.08.2015, 20:15 Uhr

Sie haben lange gefehlt, die Schnäppchenjäger. Jetzt sind sie wieder da und greifen auf ermäßigtem Niveau zu. Dem Dax beschert dies einen freundlichen Handelstag und den gebeutelten Anlegern endlich wieder bessere Laune.

Der Dax hat sich am Donnerstag deutlich oberhalb der Marke von 10.000 Punkten etabliert. Mit einem Tagesgewinn von 3,18 Prozent oder 318 Punkten hat er zumindest einen Teil seiner heftigen Verluste vom Wochenanfang wieder aufgeholt. Vom untersten Punkt der China-Schockwelle bei 9.338 Punkten am Montag sind dies mittlerweile gut 1.000 Punkte.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10317.84
Differenz absolut
269.79
Differenz relativ
+2.68%

"Nach Tagen der Depression herrscht bei den Anlegern wieder gute Laune - Schnäppchenjäger greifen beherzt zu", sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG Markets. Auch im Späthandel ging es weiter nach oben, der L/E-Dax schloss bei 10.361 Punkten.

China-Sorgen hatte zuletzt weltweit für Panik an den Märkten gesorgt. Offensichtlich beurteilen die Anleger die Lage in China mittlerweile realistischer, denn von einem Einbruch der chinesischen Wirtschaft kann trotz schwächerer Wachstumsraten keine Rede sein. Viele Investoren schoben einem Händler zufolge die Furcht vor einem deutlichen Einbruch der chinesischen Konjunktur erst einmal beiseite.

Audio allgemein - Startbild

Börse 20.15 Uhr

Trotzdem bleibt die Lage im Reich der Mitte auf der Agenda der Märkte weiter ganz oben - Rückschläge sind nicht auszuschließen. Beim Blick auf die Exportmärkte der deutschen Wirtschaft zeigt sich indes, dass es in anderen Weltregionen gar nicht so schlecht läuft.

Rückenwind aus Amerika

Zu diesen Märkten gehören vor allem die USA. Von dort gab es heute ausgesprochen gute Konjunkturnachrichten. Die zweite Schätzung des BIP für das zweite Quartal fiel mit Plus 3,7 Prozent jedenfalls deutlich besser aus als erwartet und auch die neuesten Daten vom Arbeitsmarkt waren sehr robust.

"Die Zahlen machen deutlich, dass das Wachstumsszenario in den USA intakt ist. Zinserhöhungserwartungen bezüglich der Fed werden somit unterstützt", kommentierte Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Die Wall Street reagierte mit Aufschlägen. Der Leitindex Dow liegt aktuell gut 1,6 Prozent im Plus. Mit den besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten rücken auch die Zinsüberlegungen der Marktteilnehmer wieder in den Blick und drängen damit das China-Thema zurück.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
16455.04
Differenz absolut
103.66
Differenz relativ
+0.63%

Denn noch immer warten die Märkte darauf, wann die Fed ihre erste Zinserhöhung seit neun Jahren auch wirklich durchführt. Führende Mitglieder des Zinsausschusses der Notenbank sorgen mit ihren Kommentaren in schöner Regelmäßigkeit immer wieder Aufregung, ohne dass sich dadurch an der Verunsicherung der Investoren irgendetwas geändert hätte.

Euro auf Talfahrt

Aufregung gab es am Devisenmarkt. Nachdem der Euro in dieser Woche schon einmal über der Marke von 1,17 Dollar notiert hatte, ging es heute nach den Konjunkturdaten kräftig rückwärts. Diese sorgten für einen Fall in Richtung 1,12 Dollar, aktuell steht der Kurs mit 1,1234 Dollar leicht darüber. Die EZB setzte den Referenzkurs bei 1,1284 Dollar fest nach 1,1402 am Vortag. Experten werten den Höhenflug des Euro zum Wochenauftakt als eine Übertreibung des Marktes und sehen in den jüngsten Kursverlusten eine Normalisierung. Träfe dies zu, wäre ein wichtiger Belastungsfaktor für den Aktienmarkt erst einmal vom Tisch.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.1117
Differenz absolut
-0.01
Differenz relativ
-0.95%

Auch die zuletzt ins Spiel gebrachte Aussicht auf eine mögliche Erweiterung der Anleihekäufe durch die EZB lastet auf der Gemeinschaftswährung. Die Europäische Zentralbank ist nach Einschätzung ihres Chefvolkswirts bereit, bei Bedarf die Feuerkraft des Anleihe-Kaufprogramms noch zu erhöhen. Laut Peter Praet hat sich zuletzt die Gefahr erhöht, dass die Bank ihr mittelfristiges Inflationsziel von knapp 2,00 Prozent verfehlen könnte.

Neuer Großaktionär bei Daimler

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
72.08
Differenz absolut
2.40
Differenz relativ
+3.44%

Daimler-Aktien waren gefragt und legten 3,66 Prozent zu, etwas mehr als der Markt. Die Stuttgarter sind mit dem chinesischen Staatskonzern BAIC in Verhandlungen über einen Einstieg. Ein Daimler-Sprecher erklärte, der Konzern freue sich immer über Interesse am Unternehmen. "Dabei sind uns auch Investoren aus China willkommen", hieß es weiter. BAIC ist bereits Joint-Venture-Partner der Chinesen.

Fresenius hebt Dividende an

Größter Gewinner im Dax aber waren Fresenius, die deutlich um 6,18 Prozent zulegten. Denn der Gesundheitskonzern aus dem hessischen Bad Homburg lässt sich von den Turbulenzen in China und anderen Schwellenländern nicht aus dem Tritt bringen. Das Unternehmen bekräftigte seine Ziele für das laufende Jahr und kündigte - auch wegen positiver Währungseffekte - einen Anstieg der Dividende "um deutlich mehr als 20 Prozent" an.

Merck begibt Anleihen

Der Darmstädter Konzern aus dem Dax hat am Donnerstag Anleihen im Volumen von 2,1 Milliarden Euro bei Investoren platziert. Das Geld soll zum Kauf des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich beitragen. Insgesamt zahlt Merck 17 Milliarden Dollar, die Anliehen sind ein wichtiger Finanzierungsbaustein. Der Kauf, der größte in der 350-jährigen Firmengeschichte, soll im dritten Quartal abgeschlossen werden.

Analysten heben den Daumen für Infineon

Aktien des Chipproduzenten aus München stiegen nach positiven Analystenkommentaren mit dem Markt. "Angesichts des sehr attraktiven langfristigen Ausblicks für das Unternehmen sollten Investoren die aktuelle Kursschwäche nutzen, um Positionen aufzubauen", schrieb Analyst Janardan Menon vom Investmenthaus Liberum in einer Studie. Menon bezeichnet Infineon als eines der attraktiveren Investments, da das Unternehmen von der Entwicklung einiger der am schnellsten wachsenden Endmärkte für Halbleiter profitiere. Er errechnete ein Kursziel von 13 Euro.

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9.83
Differenz absolut
0.30
Differenz relativ
+3.19%

Analyst Veysel Taze von der Investmentbank Oddo Seydler sieht Infineon schon als künftigen "Gorilla" im Markt für Leistungshalbleiter. Der Wandel des Geschäftsmodells mit seinen Wachstums- und Profitabilitätsaussichten verdiene eine höhere Bewertung. Ein startete die Bewertung der Papiere in einer aktuellen Studie mit "Kaufen" und errechnete ein Kursziel von 11,50 Euro.

Ein "Overweight" für ThyssenKrupp

Auch für ThyssenKrupp gab es Lob von Analystenseite. JPMorgan hat ThyssenKrupp mit "Overweight" und einem Kursziel von 23,60 Euro wieder in die Bewertung aufgenommen. Mittelfristig sehe er die Stahlpreisentwicklung vorsichtig optimistisch, schrieb Analyst Roger Bell. Aus fundamentaler Sicht stehe der europäische Stahlsektor aber langfristig vor Herausforderungen.

Fielmann präsentiert endgültige Zahlen

Die Optikerkette Fielmann hat ihren Wachstumskurs im zweiten Quartal fortgesetzt und den Gewinn kräftig gesteigert. Vor allem die zunehmende Nachfrage nach vergleichsweise teuren Gleitsichtgläsern zahlte sich für das MDax-Unternehmen aus, das in Deutschland in etwa jede zweite Brille verkauft. Der Gewinn stieg um 9,4 Prozent auf 38 Millionen Euro. Einige Kennzahlen hatte Fielmann bereits Anfang Juli veröffentlicht.

RTL wächst wieder

Nach einem mauen Jahresbeginn kommt der im MDax notierte Medienkonzern RTL Group wieder in die Spur. Der Umsatz legte im zweiten Quartal um 7,7 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro zu. Im ersten Quartal war der Konzernumsatz im Jahresvergleich noch leicht geschrumpft.

Sattes Gewinnplus bei CTS Eventim

Europas größter Tickethändler, die Bremer CTS Eventim, legte solide Geschäftszahlen vor, die aber am Markt verhalten aufgenommen wurden. Die Aktie, die zuvor gut gelaufen war, schaffte gerade noch ein kleines Plus und war damit schwächster MDax-Wert.

VTG profitiert von Übernahme

Der Waggonvermieter VTG hat im ersten Halbjahr von der Übernahme des Schweizer Rivalen AAE profitiert. Das Betriebsergebnis (Ebitda) kletterte um 86 Prozent auf 168,0 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um gut ein Viertel auf 512,3 Millionen Euro. Der SDax-Konzern hatte vor einem Jahr für gut 1,2 Milliarden Euro die Ahaus Alstätter Eisenbahn Holding (AAE) aus der Schweiz übernommen und damit das Geschäft mit Container-Transporten ausgebaut. Die Anleger waren begeistert, VTG gewannen über acht Prozent und gehörten im SDax damit zu den größten Tagesgewinnern.

TLG erhöht Prognose

Die im SDax notierten Aktien von TLG Immobilien waren gefragt. Ein Marktteilnehmer sah vor allem ein überraschend deutlich aufgestocktes operatives Gewinnziel als Triebfeder. Der Spezialist für Gewerbeimmobilien will die für die Branche wichtige Ergebniskenngröße FFO auf 63 Millionen Euro steigern. Bislang seien 58 Millionen Euro angepeilt worden. Die Aktie sei attraktiv bewertet. Die Halbjahresergebnisse hätten die Erwartungen erfüllt.

CRH mit weiterer Milliardenfusion

Der irische Baustoff-Hersteller CRH stemmt die zweite Milliarden-Übernahme innerhalb weniger Monate. Für 1,3 Milliarden Dollar übernehme der Konzern in den USA den Glasprodukt-Produzenten CR Laurence, wie der Branchenriese am Donnerstag mitteilte. CRH hat in diesem Jahr bereits für 6,5 Milliarden Euro Geschäftsbereiche zugekauft, die die Konkurrenten Lafarge und Holcim im Zuge ihrer Fusion aus kartellrechtlichen Gründen abgeben mussten.

Neues von Apple ante portas

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
100.00
Differenz absolut
1.16
Differenz relativ
+1.17%

Der Kultkonzern hat Journalisten für den 9. September eingeladen. Erwartet werden insbesondere neue iPhones, das Flaggschiffprodukt des Konzerns. Apple setzte von den jüngsten Modellen iPhone 6 und 6 Plus im abgelaufenen Quartal 47, 5 Millionen Stück ab, 35 Prozent mehr als vor einem Jahr. Experten spekulieren auch, dass ein neues Modell der Fernsehbox Apple TV vorgestellt wird und dies dann mit einem eigenen Online-Dienst verbunden ist. Veranstaltungen dieser Art sind stets ein vielbeachtetes Ereignis. Die Aktie liegt in einem freundlichen Gesamtmarkt an der Nasdaq derzeit 2,7 Prozent im Plus.

Google wehrt sich

Google C: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
555.40
Differenz absolut
21.51
Differenz relativ
+4.03%

Google hat Anschuldigungen der EU-Kommission zur Marktmacht des US-Internetkonzerns zurückgewiesen. Der Vorwurf, dass es zu Nachteilen für Wettbewerber durch Googles eigene Shoppingseiten komme, sei sachlich, rechtlich und wirtschaftlich falsch, teilte das Unternehmen am Donnerstag in einem Blog mit. Die Brüsseler Behörde hatte im April die Gangart gegenüber dem Konzern verschärft, dem in dem Verfahren eine Milliardenstrafe droht. Im vorliegenden Fall vermutet die Kommission, dass Google auf seiner Suchmaschinenseite systematisch den eigenen Preisvergleichsdienst bevorzugt.

Tiffany leidet unter starkem Dollar

Der Edeljuwelier erwartet wegen des starken Dollar für das laufenden Geschäftsjahr einen Gewinnrückgang zwischen zwei und fünf Prozent. "Der ungünstige Effekt des starken Dollar hat stärker zu Buche geschlagen als ursprünglich erwartet", sagte Konzernchef Frederic Cumenal. Der Gewinn im zweiten Quartal (per Ende Juli) sank binnen Jahresfrist um gut 15 Prozent auf knapp 105 Millionen Dollar. Der Umsatz fiel um 0,2 Prozent auf rund 991 Millionen Dollar, allein in den USA allerdings gingen die Erlöse um zwei Prozent zurück. Vor allem das Geschäft mit den Touristen, einer wichtigen Käufergruppe, lief nicht mehr so gut. Tiffany-Aktien geben in New York gegen den Markt nach.

Walmart: Herbstprogramm ohne Sturmgewehre

Der US-Einzelhändler Walmart verkauft keine Sturmgewehre mehr. Waffen wie die halbautomatische AR-15 würden nicht ins Herbstprogramm aufgenommen, sagte ein Sprecher. Grund sei eine schwache Nachfrage, eine Verbindung zu den jüngsten Amokläufen in den USA bestehe nicht. "Wir konzentrieren uns stattdessen auf Jagd- und Sportgewehre." Walmart ist der größte Verkäufer von Schusswaffen und Munition in den USA.

rm

Dax-Chart realtime

Aktuelle Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Tagestermine am Donnerstag, 3. September

Konjunktur:
EZB: Zinsentscheid nach Ratssitzung, 13:45 Uhr, und PK von Präsident Draghi, 14:30 Uhr
EU: Markit Service Index und Markit Composite Einkaufsmanagerindex Euro-Zone für August, 10:00 Uhr
EU: Einzelhandelsumsatz Euro-Zone im Juli, 11:00 Uhr
USA: Handelsbilanz im Juli, 14:30 Uhr
USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen für August, 16:00 Uhr

Sonstiges:
Deutsche Börse: Neuzusammensetzung der Aktienindizes
Ifa: 2. Pressetag (mit PKs von Samsung, Philips und Electrolux) und Eröffnung der Messe (4. bis 9. September)
China/ Hongkong: Börsen wegen Feiertags geschlossen

Darstellung: