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Marktbericht 9:15 Uhr

Marktbericht positiv

Frankreich-Wahl gibt Auftrieb

Schafft der Dax ein neues Hoch?

Stand: 19.06.2017, 09:15 Uhr

Was für ein Wochenstart! Der Dax startet mit einem ansehnlichen Plus - das Rekordhoch ist wieder greifbar nah. Der Ausgang der französischen Parlamentswahlen beflügelt.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.671,02
Differenz relativ
-0,78%

Der Deutsche Aktienindex springt gleich in den ersten Handelsminuten bis zu 0,9 Prozent in die Höhe bis auf 12.874 Punkte. Das Börsenbarometer knüpft damit an seine Gewinne vom Freitag an und nimmt Kurs auf sein erst am Mittwoch erreichtes Rekordhoch von 12.921 Punkten, das er nicht hatte verteidigen können.

Frankreich-Wahl beflügelt

Marktbericht neutral

Börse 07.00 Uhr Nach der Frankreich-Wahl und Pariser Luftfahrtmesse

Unterstützung erfahren die Börsen durch die französische Parlamentswahl am Sonntag: Das Parteibündnis des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat die absolute Mehrheit erlangt. Das gibt ihm eine komfortable Machtbasis für seine Reformen, mit denen er unter anderem Frankreichs Wirtschaft international wieder konkurrenzfähig machen will. "Diese Aussicht könnte der Eurozone den Status einer glaubwürdigen Alternative zu den USA als sichere und wachsende Wirtschaftsregion verleihen", sagt Didier Saint-Georges, Geschäftsführer beim Vermögensverwalter Carmignac.

Kraftvolle Signale aus Asien

Der Kursgewinne in Asien geben zusätzlich Kraft. Japans Exporte waren im Mai dank des schwachen Yen und der guten Verfassung der Weltwirtschaft zum sechsten Mal in Folge gestiegen. Der Nikkei kletterte daraufhin wieder deutlich über 20.000 Punkte, auch wenn Experten mit einem noch etwas stärkeren Exportwachstum gerechnet hatten. "Grundsätzlich bleibt das Umfeld für den Risikoappetit der Anleger ziemlich günstig", sagte Experte Khoon Goh von der Australia and New Zealand Banking Group. Die Anleger setzten unter anderem darauf, dass es an der Wall Street auch wieder aufwärtsgehen werde, ergänzte Analyst Yutaka Miura vom Broker Mizuho Securities.

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
20.199,96
Differenz relativ
-0,12%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
21.310,66
Differenz relativ
-0,46%

An Chinas Börsen ging es ebenfalls kräftig bergauf. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,7 Prozent auf 3145 Punkte. Der Indexanbieter MSCI will laut Börsianern in dieser Woche über die Aufnahme chinesischer Werte in seine weltweiten Indizes entscheiden.

Der Dow Jones hatte am Freitagabend mit einem kleinen Plus von 0,1 Prozent bei 21.384 Punkten geschlossen.

Tag 1 der Brexit-Verhandlungen

Kopfschmerzen bereitet europäischen Anlegern aber weiterhin die Lage in Großbritannien. Heute beginnen in Brüssel die Verhandlungen über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU. Die konservative Partei von Premierministerin Theresa May hat es nach ihrem Wahldebakel schwer. "Das Ergebnis schwächt die Position Großbritanniens bei den wichtigen Brexit-Verhandlungen", sagt Christophe Bernard, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Vontobel. Außerdem bedeutet es nichts Gutes für die Zukunft von Theresa May an der Spitze der Konservativen - und des Landes." May hat sich noch nicht mit der nordirischen DUP zur Tolerierung einer Minderheitsregierung geeinigt, obwohl das neue Parlament am Mittwoch zur ersten formellen Sitzung zusammenkommen soll.

Das britische Pfund notierte vor Beginn der Gespräche mit 1,2773 Dollar unverändert. Der Euro klettert zeitweise bis auf 1,1207 Dollar. Ins Rampenlicht rückte London zudem wegen eines möglichen Anschlags vor einer Moschee. Dort starb in der Nacht ein Mann, als ein Kleintransporter in eine Menschenmenge gerast war.

Ölpreise weiter auf Talfahrt

Die Ölpreise sind am Montag gesunken. Ein erneuter Anstieg der Bohrlöcher in den USA habe die Preise belastet, hieß es von Marktbeobachtern. Am frühen Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 47,21 US-Dollar. Das waren 16 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls um 16 Cent auf 44,58 Dollar.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
46,57
Differenz relativ
+1,88%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
44,15
Differenz relativ
+1,87%

Großauftrag für Airbus

Am deutschen Aktienmarkt stehen Airbus im Fokus. Der Flugzeugbauer aus dem MDax kann auf einen milliardenschweren Auftrag aus Peru hoffen. Der Billigflieger Viva Air Peru wolle rund 30 Maschinen vom Typ A320neo bestellen und 15 Jets vom Typ A320ceo, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die rund fünf Milliarden Dollar schwere Order könnte bei der Pariser Flugshow bekanntgegeben werden, die heute startet. Die Aktie legt gut anderthalb Prozent zu.

SLM profitiert von Kooperation

Im TecDax sind Aktien von SLM Solutions gefragt. Das Unternehmen meldete eine langfristige Kooperationsvereinbarung mit der italienischen BeamIT - einem Auftragsfertiger der Automobilindustrie, Biomedizintechnik, Luft- und Raumfahrtindustrie. Das Auftragsvolumen schätzt Commerzbank-Analyst Adrian Pehl auf insgesamt 13 Millionen Euro über drei Jahre. Es sei damit das höchste, das SLM bislang erzielt habe.

Ansonsten sorgten hauptsächlich Analystenkommentare für Kursbewegungen. So verteueren sich die Aktien des Versorgers Eon, nachdem die US-Bank Morgan Stanley eine neue Kaufempfehlung ausgegeben hatte. Die Aktie schießt an die Dax-Spitze. Im MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen legten die Titel des Immobilienunternehmens Alstria Office nach einer Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies zu.

Trumps Schulden bei der Deutschen Bank

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,52
Differenz relativ
+3,19%

US-Präsident Trump hat etwas mehr Einblick in seine Finanzen und dabei auch in seine Schulden bei der Deutschen Bank und anderen Kreditinstituten gewährt. Die lagen zur Jahresmitte bei mindestens rund 316 Millionen Dollar, der Großteil davon bei dem Frankfurter Geldhaus: mindestens 130 Millionen Dollar.

Merck bleibt auf Pharma-Kurs

Merck-Chef Stefan Oschmann berichtet im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" über die Aufspaltungspläne des Konzerns. Zwar wird Merck in drei rechtlich selbständige Töchter aufgespalten. Aber Oschmann schloss einen Ausstieg aus dem Pharmageschäft aus. "Merck ohne Pharma kann ich mir nicht vorstellen", betonte er.

Novartis erhält EU-Zulassung für Roche-Umsatzrenner

Die Konkurrenz aus der Schweiz ist derweil höchst aktiv. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat von der EU grünes Licht für eine biotechnologisch erzeugte Nachahmer-Version von Roches Umsatzrenner Rituxan bekommen. Roche nimmt damit über sieben Milliarden Franken jährlich ein.

China verwirrt mit E-Auto-Quote

Schlecht für die deutschen Autobauer: Entgegen einer Absprache mit Deutschland erwägt China laut "Handelsblatt" und "SZ" doch, strenge Zwangsquoten für Elektroautos bereits im kommenden Jahr einzuführen. Einen entsprechenden Entwurf habe der Staatsrat in Peking veröffentlicht.

Drillisch mit gutem Feedback

Drillisch-Finanzchef Driesen erhält aus dem Investorenkreis positives Feedback für den geplanten Zusammenschluss mit United Internet, wie er der "Börsen-Zeitung" sagte. Dies gelte sowohl für deutsche Institutionelle als auch für solche aus dem angelsächsischen Raum.

Grammer wirbt um Vertrauen

SDax-Mitglied Grammer wirbt nach dem Konflikt mit der bosnischen Hastor-Familie um Vertrauen bei seinen Kunden, darunter BMW, Mercedes und Volkswagen. "In den Gesprächen möchte ich klar machen, dass der amtierende Vorstand in der Hauptversammlung das Optimale erreicht hat, und neues Vertrauen wecken", sagte Hartmut Müller der "FAZ".

SDax: Zeal geht, Grand City kommt

Index-Wechsel: Das Immobilienunternehmen Grand City Properties übernimmt ab heute den Platz der Online-Lotterie Zeal Network im SDax. Bei Dax, MDax und TecDax bleibt es ebenfalls wie vor zwei Woche beschlossen bei der derzeitigen Zusammensetzung.

Delivery Hero und Noratis auf dem Weg zur Börse

Neuigkeiten vom Börsenaspiranten Delivery Hero: Der Essens-Lieferdienst bietet rund 39 Millionen Aktien für einen Preis zwischen 22 und 25,50 Euro an. Am Dienstag startet die Zeichnung. Der Börsengang ist fast eine Milliarde Euro schwer. Das meiste Geld geht an die Altaktionäre wie Rocket Internet. Dessen Aktien legen heute mehr als drei Prozent zu.

Delivery Hero-Logo

Börse 08.00 Uhr Stimmung gut, Börsengang Delivery Hero wird konkreter

Und noch ein Unternehmen zieht es an die Börse: Noratis, ein Immobilienanbieter. Er bietet seine Aktien ab Mittwoch, 21. Juni, bis zum 27. Juni in einer Preisspanne von 18,75 bis 22,75 Euro zur Zeichnung an. Die Erstnotiz ist für den 30. Juni geplant.

Paragon mit neuer Anleihe

Paragon holt dagegen frisches Geld über eine neue Anleihe rein. Es geht um 40 Millionen Euro.

bs

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Wen lockt das Börsenparkett 2017?

IPO-Pipeline

Delivery Hero Comic-Werbefigur

Delivery Hero

Delivery Hero, das in Deutschland unter Marken wie Lieferheld, Pizza.de und Foodora bekannt ist, will mit seinem Börsengang bis zu eine Milliarde Euro einsammeln. Der größte Teil des Erlöses soll gar nicht dem Unternehmen, sondern den Alteigentümern zufließen, allen voran dem Startup-Investor Rocket Internet. Es wäre der größte Börsengang eines deutschen Digitalunternehmens seit dem IPO von Rocket Internet im Herbst 2014. Rocket ist der wichtigste Investor von Delivery Hero.

Delivery will insgesamt bis zu rund 39 Millionen Aktien für einen Preis zwischen 23,75 und 25,50 Euro platzieren. Die Papiere können bis zum 28. Juni gezeichnet werden. Am 30. Juni sollen sie erstmals an der Börse gehandelt werden.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 28. Juni

Unternehmen:
Deutsche Euroshop: Hauptversammlung (Hamburg), 10 Uhr
BASF: 'Forschungstag' (R&D table), 12 Uhr
General Mills: Q4-Zahlen, 13 Uhr
Monsanto: Q3-Zahlen, 14 Uhr
Axel Springer: Kapitamarkttag in New York
Konjunktur:
Deutschland: Außenhandelspreise (Index) 05/17, 8 Uhr
USA: Ansprache des Fed-Chefs von San Francisco, Williams, in Canberra, 9:30 Uhr
EU: Geldmenge M3, 10 Uhr
USA: Schwebende Hausverkäufe 05/17, 16 Uhr
USA: Energieminsterium Ölbericht (wöchentl.), 165:30 Uhr

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