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Marktbericht 20:01 Uhr

Marktbericht neutral

Wenig Bewegung am Aktienmarkt

Ruhe nach dem Sturm

Nach dem Super-Donnerstag haben die Aktienanleger am Freitag eine Pause eingelegt. Ein leer gefegter Terminkalender und die feiertagsbedingt geschlossenen US-Börsen sorgten für einen ungewöhnlich ruhigen Handel. Dennoch kann der Dax eine wichtige Marke behaupten.

Der deutsche Leitindex verteidigt die Schwelle von 10.000 Punkten, die er am Vortag dank guter US-Arbeitsmarktzahlen und der anhaltend expansiven Geldpolitik erneut erklommen hatte. Neue Kursgewinne gibt es am Freitag aber keine. Vielmehr pendelt der Dax zwischen 10.007 und 10.028 Punkten. Am Ende geht er mit einem leichten Minus von 0,2 Prozent aus dem Handel bei 10.009 Punkten. Damit schaffte er ein Wochenplus von fast zwei Prozent.

Die Luft ist raus

Allerdings sei nach dem starken Anstieg vom Donnerstag erst einmal die Luft raus, meint Kornelius Barczynski, Marktanalyst beim Brokerhaus GKFX. Dabei fehlten den Anlegern am Freitag vor allem neue Impulse. Der Terminkalender war weitgehend leer gefegt und wegen des Feiertages in den USA mangelte es dem Dax auch an Orientierung, denn die Wall Street blieb geschlossen.

Dass der Dax seine Zugewinne vom Vortag dennoch weitgehend verteidigen kann, findet Helaba-Marktanalyst Christian Schmidt bemerkenswert, seien doch die zuletzt belastenden Krisen im Irak und der Ukraine noch immer nicht beendet. Und wie geht es weiter?

Die auf beiden Atlantikseiten vorherrschende gute Marktstimmung, dürfte den Dax kurzfristig weiter stützen, meint Gregor Kuhn von IG Markets. Dabei erweist sich die nach wie vor billige Geldpolitik der weltweit wichtigsten Notenbanken als maßgeblicher Kurstreiber. Vor diesem Hintergrund könnten hierzulande neue Allzeithochs ins Visier genommen werden.

Euro unter 1,36 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Der Kurs des Euro hat sich am Freitag etwas abgeschwächt und ist unter die Schwelle von 1,36 Dollar gefallen. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Euro bei 1,3589 Dollar. Am Morgen stand die Gemeinschaftswährung noch wenig verändert zum Vorabend bei 1,3604 Dollar. Neue Impulse sind wegen des US-Feiertages auch am Devisenmarkt nicht zu erwarten. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3588 (Donnerstag: 1,3646) Dollar fest.

Allianz brechen nach oben aus

Bei den Einzelwerten im Dax kämpft sich die Allianz-Aktie bis zum Handelsende bis fast an die Index-Spitze. Das Papier hat nach positiven Analystenaussagen seine seit Monaten anhaltende Seitwärtsbewegung verlassen und ist über die aus charttechnischer Sicht wichtige Marke von 125 Euro geklettert. Dieser Ausbruch dürfte neue Kaufsignale generieren, meinen die Experten von JPMorgan. Die jüngste Reform der Lebensversicherungen in Deutschland falle für den Versicherer in etwa neutral aus. Zudem dürfte die Allianz im laufenden Jahr starke Margen im Schaden-Geschäft erzielen. Dadurch werde die eher schwächere Entwicklung bei der Anleihe-Tochter Pimco ausgeglichen.

Brasilien-Impuls für ThyssenKrupp

Einen Sprung um 1,4 Prozent schafft sogar die ThyssenKrupp-Aktie. Der "Platow Brief" berichtet, dass Konzernchef Heinrich Hiesinger damit rechne, dass das brasilianische Stahlwerk wohl im laufenden Jahr und damit früher als erwartet in die schwarzen Zahlen kommt. Der Bericht sei zwar unpräzise, wirke aber positiv auf die Stimmung, sagte ein Börsianer.

Lufthansa auf Höhenflug

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Gefragt war zudem die Lufthansa-Aktie. Händlern zufolge knüpfen die Papiere an ihre Aufwärtsreaktion vom Vortag an. Am Mittwoch war die Notierung bei 15,17 Euro noch auf den tiefsten Stand seit Januar gerutscht, bevor eine Erholung als technische Reaktion nach oben einsetzte.

RWE und Eon: Analysten skeptisch

Dagegen musste die RWE-Aktie ihren Vortagesgewinn wieder abgeben. Die Privatbank Berenberg hat zwar das Kursziel für den Essener Versorger von 25 auf 27 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Sell" belassen. In den Aktien des Versorgers habe es zuletzt einige Rallys gegeben - getrieben von aus seiner Sicht falschem Optimismus, schreibt Analyst Andrew Steele. Er hält die Aussichten aber weiter für schwach. Auch von Eon-Aktien sollte man sich seiner Meinung nach lieber trennen.

Bayer kommt in China zum Zug

Derweil haben die chinesischen Behörden Bayer grünes Licht für den Kauf von Dihon Pharmaceutical gegeben. Das chinesische Handelsministerium genehmigte am Freitag die Übernahme. Mit der Akquisition von Dihon steigt der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern in das Geschäft mit traditioneller chinesischer Medizin ein. Das 1997 gegründete Unternehmen aus Yunnan erzielte im vergangenen Jahr mit rund 2.400 Beschäftigten einen Umsatz von 123 Millionen Euro. Die Bayer-Aktie fällt dennoch.

LEG hoch gelobt

Im MDax ist LEG Immobilien der stärkste Wert. Die Deutsche Bank hat das Papier von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 50 auf 56 Euro angehoben. Das Wachstum des Immobilienunternehmens in der zweiten Jahreshälfte könnte für positive Überraschungen sorgen, schrieb Analyst Markus Scheufler.

Fielmann mit Dividendenabschlag

Das Papier von Fielmann wird am Freitag ex Dividende gehandelt. Die im MDax notierte Optikerkette schüttet 2,90 Euro je Aktie an seine Anteilseigner aus. Gestern hatte Fielmann die Quartalszahlen vorgestellt.

Zooplus: Burda reduziert

Im SDax gehört die Aktie des Tierfutterhändlers Zooplus zu den stärksten Werten, sie legt zweitweise mehr als fünf Prozent zu. Das Unternehmen gab am Nachmittag bekannt, dass der Stimmrechtsanteil des Hauptaktionärs, der Verleger Hubert Burda, von 50,0 Prozent auf 48,79 Prozent gesunken ist.

Erste Group stürzt ab

Die österreichische Erste Group Bank schockt den Markt mit einer Gewinnwarnung. Die Aktie verliert mehr als 14 Prozent. Das zieht auch den Sektorindex Stoxx 600 Banks ans Ende der Branchenübersicht. Einem Börsianer zufolge kommt die schwache Entwicklung bei der größten Bank Österreichs aber angesichts der Probleme in Ungarn und Rumänien auch nicht ganz überraschend. Andere Banken mit einem geringeren Engagement in Osteuropa sollten daher auch weniger leiden.

R. Stahl: Weidmüllers Attacke implodiert

Der Elektronikhersteller Weidmüller ist mit seinem Versuch gescheitert, den baden-württembergischen Explosionsschutz-Experten R. Stahl zu übernehmen. Bis zum Ende der Frist seien Weidmüller knapp 20 Prozent der Stimmrechte an R. Stahl angeboten worden, teilte das Detmolder Familienunternehmen mit. Weidmüller werde die Angebote nicht wahrnehmen und die Übernahme nicht weiter verfolgen.

HTC schreibt wieder schwarz

Der taiwanesische Smartphone-Hersteller HTC ist nach einer Verlustserie in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Im zweiten Quartal gab es einen Gewinn von 2,26 Milliarden Taiwan-Dollar (55,6 Millionen Euro). Im Vorjahresquartal hatte HTC noch 1,25 Milliarden Taiwan-Dollar verdient, danach folgten Verluste. Dem Unternehmen machen Absatzrückgänge zu schaffen.

lg

Stand: 04.07.2014, 20:01 Uhr

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USA: Verbrauchervertrauen 07/14, 15 Uhr

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