Marktbericht 20:14 Uhr

Marktbericht neutral

Korea-Krise verliert an Schrecken Richtungslose Wall Street bremst Dax

Stand: 15.08.2017, 20:14 Uhr

Die Freude über eine Entspannung im Nordkorea-Konflikt währte nur kurz. Nach dem starken Wochenauftakt sind die Anleger wieder etwas vorsichtiger geworden. Der Dax schloss nur knapp im Plus, weil die Wall Street kaum vorankam.

Am Vormittag hatte es noch nach einem freundlichen Börsentag ausgesehen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte erste Signale für eine Entspannung im Streit mit den USA gesorgt. Er kündigte an, mit seiner Entscheidung über einen Raketenstart in Richtung der US-Pazifikinsel Guam abzuwarten. Kim Jong Un werde die Taten der USA etwas länger beobachten. Amerika sollte zeigen, ob sie die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verringern und einen gefährlichen militärischen Zusammenstoß verhindern wollte, erklärte Nordkoreas Diktator bei einem Besuch der Armeeführung.

Dax gibt Großteil der Gewinne wieder ab

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.600,03
Differenz relativ
+0,25%

Der Dax legte zeitweise um 0,6 Prozent zu und überwand die Marke von 12.200 Punkten. Doch im Laufe des Nachmittags schmolzen die Kursgewinne dahin. Der deutsche Leitindex rettete sich mit einem hauchdünnen Plus von 0,1 Prozent in den Feierabend. Gestern hatte der Dax noch deutlich zugelegt.

Stärkerer Dollar macht Dow zu schaffen

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
22.359,23
Differenz relativ
-0,24%

Von der Wall Street fehlten die nötigen Impulse. Der Dow kam in den ersten Handelsstunden nicht vom Fleck. Der stärkere Dollar verstimmte die Anleger. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um 0,4 Prozent. Er profitiere zusätzlich von den Signalen eines einflussreichen US-Notenbankers zugunsten einer weiteren Zinserhöhung vor dem Jahresende.

Starke Konjunkturdaten bringen Fed unter Druck

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1956
Differenz relativ
+0,13%

Zusätzlich geschürt wurden diese Spekulationen von den überraschend starken US-Einzelhandelsumsätzen. Sie zogen um 0,6 Prozent an. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Zudem kletterte der Empire State Index unerwartet stark auf 25,2 Punkte, den höchsten Stand seit September 2014. Ökonomen hatten nur einen leichten Zuwachs auf 10,0 Punkte erwartet. Der Euro rutschte daraufhin zeitweise unter die 1,17er Marke. Am Abend notierte er wieder bei 1,1714 Dollar.

Keine Flucht mehr in Gold

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.296,66
Differenz relativ
+0,46%

Anleger zogen sich aus der "Antikrisen-Währung" Gold zurück. Das gelbe Edelmetall verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 1.272 Dollar je Feinunze. Zuletzt war wegen der Nordkorea-Krise Gold auf bis 1.292 Dollar gestiegen. Ebenso warfen Investoren die als sicher geltenden Bundesanleihen aus ihren Depots.

Nordkorea-Krise könnte rasch wieder eskalieren

Von einer Entwarnung im Nordkorea-Konflikt kann aber noch keine Rede sein. Anleger sollten wachsam, bleiben. Die Krise könne rasch wieder eskalieren, wenn US-Präsident Trump Pjöngjang erneut provoziert. Oder umgekehrt. "Nordkorea ist und bleibt unberechenbar", sagte ein Marktbeobachter.

Ölpreise setzen Talfahrt fort

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
56,39
Differenz relativ
+0,02%

Die Ölpreise sind am Dienstag weiter gefallen.  Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 50,28 US-Dollar- 45 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 34 Cent auf 47,25 Dollar. Die Aussicht auf eine robuste Schieferöl-Produktion in den USA habe die Stimmung am Ölmarkt weiter belastet, sagte Rohstoffexperte Harry Tchilinguirian von der Bank BNP Paribas. Gestern hatte die gesunkene Ölnachfrage in China die Preise deutlich gedrückt.

Air Berlin ist pleite

ARD-Börsenstudio Radio Hörfunk Frankfurter Börse Dorothee Holz

Börse 17.00 Uhr: Air Berlin sorgt für Wirbel - die Konkurrenz profitiert

Thema des Tages am Frankfurter Parkett war die Pleite von Air Berlin. Nachdem Hauptaktionär Etihad Airways den Geldhahn zugedreht hat, musste der Billigflieger Insolvenz anmelden. Beim zuständigen Amtsgericht wurde ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung gestellt. Der Bund sichert mit einem Kredit den Flugbetrieb bis etwa Ende November, erklärte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Die Air-Berlin-Aktien, die zeitweise vom Handel ausgesetzt waren, brachen um 34 Prozent ein und waren am Abend nur noch 51 Cents wert.

Wird die Fluglinie filetiert?

Dagegen zogen die Aktien der Lufthansa um 4,7 Prozent an und eroberten die Dax-Spitze. Die Lufthansa könnte Betriebsteile der Air Berlin bekommen. Da aber eine Komplettübernahme von Air Berlin durch die Lufthansa kartellrechtlich nicht möglich ist, soll der "Welt" zufolge auch der britische Billigflieger Easyjet Teile der insolventen Fluglinie übernehmen. Im Kern soll es zu einer Zerschlagung von Air Berlin kommen, meinte ein Insider. Ryanair geht gegen die Staatshilfen für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin vor und legt Beschwerde bei den Kartellbehörden ein.

Linde-Aktionäre können ab jetzt tauschen

Der Münchener Gasekonzern Linde kommt seiner geplanten Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair einen Schritt näher. Die Aktionäre der Linde AG könnten ab sofort ihre Aktien bei der neuen Holdinggesellschaft Linde plc einreichen. Anteilseigner sollen für eine eingereichte Linde-Aktie 1,54 Papiere der neuen Holding erhalten. Die Annahmefrist für das Umtauschangebot läuft bis zum 24. Oktober. Bei einer Annahmequote unter 75 Prozent könnte die Fusion noch platzen.

Deutsche Bank wechselt USA-Chef aus

ARD-Börsenstudio Radio Hörfunk Frankfurter Börse Dorothee Holz

Börse 19.00 Uhr. Deutsche Bank wechselt US-Chef

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13,94
Differenz relativ
+2,69%

Zu den größten Dax-Verlierern gehörte die Deutsche Bank mit einem Minus von 0,6 Prozent. Gestern war sie noch zweitgrößter Gewinner gewesen. Die australische Bank Macquarie stufte die Aktien von "Neutral" auf "Underperform". Am Abend meldete der deutsche Branchenprimus noch eine Personalie. Tom Patrick wird neuer USA-Chef der Bank. Er löst Bill Woodley ab, der den Posten erst Mitte vergangenen Jahres übernommen hatte. Nach 19 Jahren verlässt Woodley das Geldinstitut.

Deutsche Börse wird Fußball-Sponsor

Börsenbulle mit Eintracht-Schal und einem angeketteten Adler

Fußball trifft Börse

Zur Abwechslung stand für den Chef der Deutschen Börse, Carsten Kengeter, der unter Insiderhandel-Verdacht steht, mal ein positives Ereignis ins Haus. Er durfte mit der Mannschaft von Eintracht Frankfurt symbolisch die Börsenglocke läuten und die neue Partnerschaft mit dem Fußballclub feiern. Die Deutsche Börse wird zum neuen Sponsor des Fußball-Bundesligisten. Ob das hilft, das angeschlagene Image aufzupolieren? Die Aktien des Börsenbetreibers schlossen rund 0,4 Prozent im Abseits.

K+S enttäuscht

Zahlen waren am Dienstag Mangelware. Zu den wenigen Nachzüglern der Berichtssaison gehörte K+S. Die Zahlen des Düngemittel- und Salzproduzenten kamen aber gar nicht gut an. Die Aktien sackten um über fünf Prozent ab und waren MDax-Schlusslicht. Das Ergebnis verdoppelte sich zwar im zweiten Quartal. Doch die Schätzungen der Börse wurden verfehlt. Anleger reagieren auch verschnupft darauf, das K+S sein Ergebnisziel für 2020 kippte.

Euroshop profitiert von neuen Shopping-Centern

Nach Xetra-Schluss veröffentlichte die Deutsche Euroshop ihre Quartalszahlen. Diese konnte sich sehen lassen. Dank zwei neuer Einkaufszentren steigerte der Immobilien-Investor den Konzerngewinn um 15,5 Prozent auf 56,2 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (FFO) aus dem Vermietgeschäft legte binnen Jahresfrist um fast 13 Prozent auf 70,9 Millionen Euro zu. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen weiterhin einen Umsatz zwischen 216 und 220 Millionen Euro sowie einen Anstieg des FFO auf 140 bis 143 Millionen Euro. Die Euroshop-Aktien zogen im späten Handel an.

Kion auf Höhenflug

Im MDax profitierten Kion-Aktien von einer Empfehlung des Investmenthauses Mainfirst. Die Aktie kletterte bis auf 75,30 Euro, womit das bisherige Allzeithoch von 75,45 Euro noch nicht geknackt ist. Nach Ansicht der Analysten dürfte der Konzern weiter von langfristigen Trends wie der Elektrifizierung im Nutzfahrzeugebereich sowie der Lagerautomatisierung profitieren. Das dürfte Umsätze und Gewinnmargen treiben.

Neue Fantasie um Talanx

Talanx: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
34,19
Differenz relativ
-0,22%

Einen Tag nach der Erhöhung der Unternehmensprognose haben Anleger bei den Aktien des Versicherers Talanx doch noch zugegriffen. Sie erklommen einen Rekord bei 35,90 Euro. Vielleicht auch wegen der Fürsprache der Analysten. Frank Kopfinger von der Deutschen Bank hob in einer Studie hervor, dass der neue Ausblick für den Nettogewinn immer noch konservativ erscheine. Er stufte die Aktien bei einem Kursziel von 38 Euro weiterhin mit "Buy" ein.

UBS drückt HHLA

Eine Herabstufung durch die UBS machte den Aktien des Hafenbetreibers HHLA im SDax zu schaffen. Die Schweizer Bank rät, die Titel nach der jüngsten Kursrally nun zu verkaufen. Das Kursziel wurde zwar von 16,40 auf 19,30 Euro angehoben. Doch sehen die Analysten weiterhin reichlich Kursrisiken. Vor allem durch die Überkapazitäten, unter anderem haben Rotterdam und Antwerpen ihre Häfen ausgebaut.

Lampe stuft Patrizia ab

Eine Abstufung auf "Hold" durch das Bankhaus Lampe hat Aktien von Patrizia Immobilien belastet. Analyst Georg Kanders lobte zwar die Gebühreneinnahmen der Gesellschaft und hob sein Kursziel auf 18 Euro an, sieht aber nicht mehr ausreichend Spielraum für seine bisherige Kaufempfehlung.

Gelingt der Stada-Deal im zweiten Anlauf?

Im Übernahmekampf um das MDax-Unternehmen Stada bleibt es spannend. Die Aktionäre zögern, wollen ihre Aktien nicht abgeben. Kurz vor dem morgigen Ablauf der Angebotsfrist wandte sich zum ersten Mal der Beirat des Pharmaherstellers an die Aktionäre. Man habe sich "in einem offenen Dialog mit Vorstand, Bain Capital und Cinven persönlich davon überzeugen" können, "dass es sich bei den Bietern um finanzstarke und verlässliche Partner mit umfangreicher Erfahrung im Gesundheits- und Pharmasektor handelt", schrieb er in einem Brief an die Aktionäre.

LPKF macht wieder rote Zahlen

Das einstige TecDax-Mitglied hat nach ersten Eckdaten im Juli nun ein genaueres Zahlenwerk nachgeliefert. Demnach schreibt der lange schwächelnde Maschinenbauer wieder rote Zahlen. Im zweiten Quartal lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei minus 2,8 Millionen Euro. Die Umsätze gingen zurück. Die Aktien verloren rund drei Prozent.

Apple auf Rekordhoch

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
129,17
Differenz relativ
-0,61%

Im Dow lagen die Aktien von Apple am Abend vorn. Mit 162,19 Dollar erreichten die Titel ein weiteres Rekordhoch. Der Technologiekonzern ist damit an der Börse rund 837 Milliarden Dollar schwer und somit das wertvollste Unternehmen der Welt. Die Aussicht auf die baldige Einführung eines neuen iPhone-Modells trieb die Aktien an. Mittlerweile scheint es beim iPhone 8 auf einen Verkaufsbeginn im September hinauszulaufen. Zuletzt war spekuliert worden, das nächste iPhone könnte später kommen.

Hobby-Handwerker bescheren Home Depot Rekordquartal

Dagegen fielen die Aktien von Home Depot um drei Prozent, obwohl anhaltende Investitionen von Bauherren der US-Baumarktkette die Kassen füllen. Die Erlöse im zweiten Quartal legten um rund sechs Prozent auf 28,11 Milliarden Dollar zu, während der Überschuss um mehr als neun Prozent auf 2,67 Milliarden Dollar kletterte. Dies war mehr als von Analysten erwartet. Daraufhin schraubte der Konzern seine Erwartungen ans Gesamtjahr nach oben.

Danone heiß begehrt

Um rund ein Prozent stiegen die Aktien von Danone. Ein aktivistischer Hedgefonds ist beim französischen Joghurt-Hersteller eingestiegen. Im Klartext heißt das, er will Danone Dampf machen. Anleger setzen darauf, dass das in Kursgewinnen mündet, und kaufen die Aktie. Vielleicht auch wegen der kursierenden Übernahmegerüchte. Kraft Heinz und Coca-Cola sollen Interesse an dem Lebensmittelriesen haben.

Die Branche wird heiß umworben. Jüngst stieg der amerikanische Hedgefonds-Lenker Dan Loeb mit seiner Firma Third Point bei Nestlé ein. Auch Investmentguru Warren Buffett hat ein Faible für die Branche. Anfang des Jahres hatte er gemeinsam mit dem Investor 3G versucht, Unilever zu übernehmen. Der Deal scheiterte allerdings

Die neuen Deals des Warren Buffett

Dafür hat der Star-Investor Buffett eine ganze Reihe anderer Aktien eingekauft. Er weiß ja auch nicht, wohin mit dem vielen Geld. Wie seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway am Montag mitteilte, setzt sie stärker auf die Kreditkartenbranche. Sie kaufte Anteile von Synchrony Financial. An American Express gehört Berkshire bereits ein Sechstel.

Weitere Zukäufe im zweiten Quartal: Berkshire baute Beteiligungen an der US-Depotbank BNY Mellon sowie an General Motors aus. Dagegen verkaufte sie ihre Anteile an den Fluggesellschaften American Airlines Group, Delta Air Lines und United Continental Holdings und zog sich aus der Beteiligung von General Electric zurück.

nb

Solche Sorgen möchte man haben

Warren Buffett hat zu viel Cash. Besser gesagt seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Sie sitzt auf fast 100 Milliarden Dollar Barreserven. Was soll Buffett damit tun?

1/25

Warren Buffetts Geldprobleme Wohin nur mit den Milliarden?

Warren Buffett-Konterfei auf chinesischer Cherry-Coko-Dose

Darauf eine Coke!

Bekanntermaßen ist Warren Buffett knausrig. Seine Holding Berkshire zahlt keine Dividende, kauft auch keine eigenen Aktien zurück. Was also tun mit dem vielen Geld? Vielleicht in Cherry Coke investieren?

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Freitag, 22. September

Unternehmen:
Keine Termine absehbar

Konjunktur:
Frankreich: BIP Q2 detailliert
Deutschland: Markit Einkaufsmanagerindex September, 09:30 Uhr

Darstellung: