Seitenueberschrift

Börsentrend 11:55 Uhr

Stagnation auf hohem Niveau

Rally-Pause an den Börsen

Ein heftiges Erdbeben in Tokio und ernüchternde Nachrichten von der Deutschen Telekom haben den Börsenaufschwung vorerst gestoppt. Der Dax pendelt am Mittag auf seinem Vortagesniveau. Nun richten sich die Blicke gen USA

Am frühen Nachmittag werden die US-Arbeitsmarktdaten vom November veröffentlicht. Volkswirte rechnen mit 86.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Unklar ist aber, welche Spuren der Wirbelsturm "Sandy" hinterlassen hat. Mit den Jobdaten aus Amerika dürfte sich entscheiden, ob die erste Dezember-Börsenwoche ähnlich gut endet wie sie angefangen hat. Seit Montag hat der Dax fast zwei Prozent zugelegt und den höchsten Stand seit Januar 2008 erreicht.

Anleger nehmen Gewinne mit

Vor den mit Spannung erwarteten US-Daten halten sich die Anleger spürbar zurück. Der Dax schwankt zwischen der Gewinn- und Verlustzone. Am Mittag notiert der deutsche Leitindex 0,1 Prozent tiefer bei 7.529 Punkten. Anleger streichen erst mal Gewinne ein. In den letzten drei Wochen hat der Dax fast neun Prozent zugelegt.

Erdbeben erschüttert Japan

Für etwas Unsicherheit sorgte am Morgen ein Erdbeben der Stärke 7,3 vor der Nordost-Küste Japans. Es erschütterte auch die Hauptstadt Tokio. Ein Tsunami von einem Meter Höhe traf auf Japans Küste. Die Betreiber der Atomkraftwerke in der Region meldeten keine besonderen Vorkommnisse. Inzwischen ist die Tsunami-Warnung wieder aufgehoben worden.

Letzter Tag für Rückkauf der Griechen-Bonds

Im Blickpunkt der Anleger steht am Freitag auch Griechenland. Am Abend läuft die Frist für den Rückkauf der griechischen Staatsanleihen aus. Bis 18 Uhr müssen die privaten Gläubiger erklären, ob sie bei der Auktion mitmachen und einen Preis nennen. Am Vormittag dementierte das griechische Finanzministerium eine Verlängerung der Frist für den Bond-Rückkauf.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.2611
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-0.21%

Der Euro notiert am Mittag bei rund 1,2930 Dollar. Nach dem trüben Konjunkturausblick der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag hat die Bundesbank am Freitag auch die Wachstumsprognose für Deutschland nach unten geschraubt. Sie rechnet für 2012 nur noch mit einem Wachstum von 0,7 Prozent.

JP Morgan treibt Linde an

Linde: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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150.90
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-2.83%

Im Dax sind am Freitag besonders defensive Titel und robuste Aktien wie Beiersdorf und BASF gefragt, die zuletzt gut gelaufen sind. Spitzenreiter ist die Aktie der Deutschen Post mit einem Plus von 1,5 Prozent, gefolgt von Linde. JP Morgan hat Linde mit "Overweight" aufgenommen.

ICE-Chaos lastet auf Siemens

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Zahlen zu den Belastungen des ICE-Desasters bei Siemens schaden der Aktie nicht. Sie legt 0,1 Prozent nicht. Die "Financial Times Deutschland" hat in ihrer letzten Ausgabe berechnet, dass wegen der Lieferverzögerungen bei ICE-Zügen  alleine im laufenden Quartal 60 bis 100 Millionen Euro Belastungen auf Siemens zukommen.

Telekom kürzt Dividende

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Schlechte Nachrichten gibt es für die Telekom-Aktionäre: Der Konzern kürzt die Dividende in den kommenden beiden Jahren - um 20 Cent auf 50 Cent je Aktie. Analysten zeigten sich enttäuscht, sie hatten mit einer geringeren Kürzung gerechnet. Die T-Aktien sacken um über drei Prozent ab und sind Schlusslicht im Dax. Auf ihrem Investorentag erwägte die Telekom einen Börsengang für das Großbritannien-Mobilfunkgeschäft. Ein IPO des Joint-Ventures mit France Telecom sei eine der Optionen, die derzeit im Rahmen der Portfolio-Politik geprüft werden, sagte Finanzchef Tim Höttges am Freitag. An dem Gemeinschaftsunternehmen "Everything Everywhere" halten die Telekom und die Franzosen jeweils die Hälfte.

ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef unter Beschuss

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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18.78
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Unter den größten Dax-Verlierern befindet sich auch die Aktie von ThyssenKrupp mit einem Minus von knapp einem Prozent. Die jüngste Aufräumaktion im Vorstand kommt den ThyssenKrupp-Konzern teuer zu stehen. Wie das "Handelsblatt" herausfand, muss der Stahlkonzern gut elf bis zwölf Millionen Euro an Abfindungen für die drei geschassten Vorstände Olaf Berlien (Technik), Jürgen Claassen (Compliance) und Edwin Eichler (Stahl) zahlen. Inzwischen werden im Aufsichtsrat auch Stimmen laut, die einen Rückzug von Gerhard Cromme an der Spitze des Gremiums fordern, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

BMW ruft Tausende X5 zurück

Versorger-, Banken- und Autotitel befinden sich ebenfalls im Rückwärtsgang. Die Papiere von BMW und Daimler büßen gut 0,2 Prozent ein. BMW muss in den USA fast 30.000 Fahrzeuge des Modells X5, die in den letzten vier Jahren produziert wurden, zurückrufen. Bei den mit Diesel betriebenen Autos müsse ein Motorteil ausgetauscht werden, teilten die US-Sicherheitsbehörden mit. Laut BMW könnte sich das Motorteil lockern und später brechen. Dies wiederum könnte die Servolenkung beeinträchtigen und das Unfallrisiko erhöhen.

Wincor auf Achtmonats-Hoch

Wincor Nixdorf: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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35.66
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Im MDax stehen die Aktien von Wincor Nixdorf ganz oben. Sie steigen um fast fünf Prozent und setzen ihren Höhenflug fort. Mit rund 35 Euro sind sie so teuer wie zuletzt Mitte April. Die vorgelegten endgültigen Gesamtjahreszahlen des Geldautomaten-Herstellers deckten sich mit den im November veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen. Positiv hoben Analysten wie Torben Teichler von Hauck & Aufhäuser den starken Cash Flow von 29 Millionen Euro hervor.

Loewe warnt vor Verlustjahr

Loewe: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Eine Gewinnwarnung gab am Morgen der Fernsehhersteller Loewe. Das Unternehmen rechnet nun mit einem operativen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von rund 20 Millionen Euro. Der Umsatz dürfte schrumpfen. Der Konzern kündigte ein Sparprogramm an. Loewe war bereits im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Die Aktie bricht um rund sechs Prozent ein. Anfang des Monats hatte der Titel noch mehr als 50 Prozent zugelegt - wegen der Verpflichtung des erfahrenen Sanierers Rolf Rickmeyer als Finanzvorstand.

Kartellwächter bremsen Kabel Deutschland

Die Aktie von Kabel Deutschland hält sich gegen Mittag knapp im Plus. Dabei hat das Bundeskartellamt Bedenken gegen eine Übernahme des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus durch Kabel Deutschland angemeldet. Das MDax-Unternehmen prüft Schritte, um die Vorbehalte der Wettbewerbshüter auszuräumen. Kabel Deutschland hatte die Übernahme von Tele Columbus im Mao angekündigt. Mit dem Zukauf wollen die Münchner den Rivalen Unity Media Kabel BW in dessen Verbreitungsgebiet angreifen.

Kaufempfehlung für Zooplus

Zooplus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im SDax sind am Freitag die Aktien von Zooplus gefragt. Sie legen fast sieben Prozent zu und sind größter Gewinner. Grund ist eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Das Geldinstitut hat die Aktie erstmals aufgenommen.

Solon verspricht für 2013 schwarze Zahlen

Derweil hat der im vergangenen Jahr in die Insolvenz gerutschte Modulhersteller Solon für nächstes Jahr die Wende in Aussicht gestellt. "Wir haben gute Chancen, 2013 wieder schwarze Zahlen zu erreichen", sagte Geschäftsführer Lars Podlowski dem "Handelsblatt". Ziel sei, den Umsatz um über 50 Prozent zu steigern. In diesem Jahr werde das operative Ergebnis aber noch "leicht unter Null" liegen. Die Solon-Aktie springt auf niedrigem Niveau um neun Prozent nach oben.

Club Med in der Buchungsflaute

Aus dem Ausland meldete der französische Reiseanbieter Club Med Zahlen. Im Geschäftsjahr 2011/12 konnte der Konzern mit seinen Feriendörfern den Gewinn nur knapp um ein Prozent auf 62 Millionen Euro steigern. Inzwischen setzt aber die Wirtschaftsflaute Club Med immer mehr zu. Für die Winter- und Sommersaison seien die Buchungen rückläufig, warnte der Reiseanbieter. Deshalb sollen die Kapazitäten gekürzt werden. Die Aktie büßt vier Prozent ein.

Stand: 07.12.2012, 11:55 Uhr

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Tagestermine am Freitag, 31. Oktober

Unternehmen:
Fuchs Petrolub: 9-Monatszahlen, 07:00 Uhr
InBev: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
BNP Paribas: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Sony: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Royal Bank of Scotland: Q3-Trading-Update, 08:00 Uhr
International Airlines Group (IAG): Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Exxon Mobil: Q3-Zahlen, 13:00 Uhr
Chevron: Q3-Zahlen, 13:30 Uhr
Endesa: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Einzelhandelsumsatz September, 08:00 Uhr
Frankreich: Konsumausgaben und Erzeugerpreise September, 08:45 Uhr;
EU: Verbraucherpreise Oktober (vorab), 11:00 Uhr;
Arbeitslosenzahlen September, 11:00 Uhr
USA: Arbeitskosten im 3. Quartal, 13:30 Uhr;
Persönliche Einkommen und Ausgaben, 13:30 Uhr;
Chicagoer Einkaufsmanagerindex, 14:45 Uhr;
Uni Michigan Verbrauchervertrauen Oktober, 14:45 Uhr

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