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Börsentrend 20:15 Uhr

Richtungsloser Handel im Dax

Politische Börse am Rosenmontag

An der Börse hat die Euro-Politik zum Wochenauftakt noch für die meiste Aufmerksamkeit gesorgt. Ansonsten tat sich bei ruhigem Geschäft am Rosenmontag nicht allzu viel. Der Dax rutsche trotzdem leicht ins Minus.

Damit konnte der deutsche Leitindex nicht an den freundlichen Wochenausklang vom Freitag anknüpfen, sondern folgte mangels anderer Impulse der Wall Street, die ebenfalls mit leichten Verlusten in den Tag startete.

Der deutsche Leitindex verlor bei weitgehend richtungslosem Handel 0,24 Prozent auf 7.633 Punkte. Im Tagesverlauf pendelte der Index dabei zwischen 7.597 und 7.676 Punkten. Nachbörslich tat sich nicht viel, der L/E-Dax schloss auf ebenfalls bei 7.633 Zählern.

Politik vermehrt im Blick

Insgesamt befindet sich der Aktienmarkt in einer politisch bedingten Konsolidierungsphase. Anleger gäben Obacht und warteten auf neue Impulse in puncto Euroschuldenkrise, kommentierte Analystin Katrin Ehling von X-Trade Brokers die Lage.

Vor allem auf die Wahlen in Italien Ende Februar blicken die Börsianer mit Argusaugen, denn Ex-Premier Silvio Berlusconi hat zuletzt bei den Umfragen Boden gut gemacht. Ihm trauen die Märkte allerdings nicht zu, die Haushaltskonsolidierung Italiens glaubwürdig voran zu treiben.

Am späten Nachmittag kamen auch die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammen, um über Hilfen für den angeschlagenen Insel-Staat Zypern zu diskutieren. Der neue Euro-Gruppen-Chef, der Niederländer Jeroen Dijsselbloem, bestätigte am Abend Gespräche der Europäer über den Euro-Kurs. Das Thema Wechselkurse soll auf dem G20-Treffen in dieser Woche zum Thema gemacht werden.

Irland-Rating erhöht

Nachbörslich gab es noch eine gute Nachricht für Europa. Die Ratingagentur Standard & Poor's hat den Ausblick auf das Rating Irlands von "Negativ" auf "Stabil" angehoben. Irland wird derzeit mit BBB+ bewertet. Gleichzeitig wollen die EU-Finanzminister im März darüber beraten, wie die Rückkehr von Irland und Portugal an die Kapitalmärkte am besten unterstützt werden könne.

Euro steigt wieder über 1,34 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die Gemeinschaftswährung liegt wieder knapp über der Marke von 1,34 Dollar, bleibt damit aber immer noch deutlich unter dem jüngsten Höchststand bei Niveaus über 1,37 Dollar.

Die jüngste Euro-Stärke ist aber vor allem Frankreich ein Dorn im Auge. Finanzminister Pierre Moscovici sprach sich für eine engere Kooperation der Euro-Partner aus. Er sprach darüber hinaus von "aggressiven Praktiken einiger unserer Partner", ohne aber Namen zu nennen. Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann sprach sich gegen einen Abwertungswettlauf aus, der am Ende dann nur Verlierer kennen würde. Insgesamt blieb aber auch der Devisenhandel dünn.

Spanische Renditen steigen

Am Rentenmarkt gerieten spanische und italienische Staatsanleihen unter Abgabedruck. Zehnjährige spanische Laufzeiten rentieren bei 5,44 nach 5,38 Prozent am Freitag, italienische Papiere gleicher Laufzeit lagen bei einer Rendite von 4,62 nach zuvor 4,57 Prozent.

Erst wenn der Ausgang der Wahlen in Italien klar sei und sich die politische Situation in Spanien beruhigt habe, dürfte es für die Anleihen dieser Länder wieder bergauf gehen, sagte Piet Lammens, Stratege bei KBC.

Versorger gesucht, Autos verlieren

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Dax gehörten die Versorger Eon und RWE zu den Tagesgewinnern. Pharmahersteller Merck profitierte von einem positiven Analystenkommentar der Deutschen Bank. Auch die Aktien von K+S stiegen. Ein Händler verwies auf die jüngsten Kalidünger-Lieferverträge einiger K+S-Konkurrenten mit Indien. Die vereinbarten Preise waren insgesamt etwas höher als prognostiziert ausgefallen.

Auf der Verliererspur fanden sich Autoaktien, BMW verloren als Dax-Schlusslicht knapp zwei Prozent. Auch Chiphersteller Infineon gab gut ein Prozent nach und gehörte damit zu den größten Tagesverlierern.

ThyssenKrupp-Fantasie lässt nach

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Aktien von ThyssenKrupp schwächten sich im Verlauf immer weiter ab und lagen am Ende nur noch ganz leicht im Plus. Das Papier hatte zunächst von Meldungen profitiert, dass die Chancen für den Verkauf des US-Stahlwerks gestiegen seinen. Der japanische Stahlkocher JFE Steel und der Konkurrent US Steel wollten eine gemeinsame Offerte vorlegen, heißt es in Medienberichten. Börsianer rechnen mit einem zügigen Abschluss des Deals, da das Fristende für das Gebot am 28. Februar liegt. ThyssenKrupp legt morgen seine Jahreszahlen vor.

Zulassung für Bayer-Lungenmittel beantragt

Bayer hat in den USA und der EU die Zulassung für das Mittel Riociguat gegen Lungenhochdruck beantragt. Riociguat ist der erste Wirkstoff einer neuartigen Medikamentenklasse. Analysten trauen dem Mittel großes Potenzial zu. Der Bayer-Aktie nütze es nichts, das Papier verlor 1,1 Prozent.

Bilfinger überzeugt

Zahlen kamen am Montag nur aus der zweiten Reihe. Der Baukonzern Bilfinger hat dabei positiv überrascht. Den Aktionären winkt überdies eine unerwartet hohe Dividende von drei Euro. Auch der Ausblick klingt vielversprechend. Bilfinger prophezeit für 2013 in allen Geschäftsfeldern eine positive Entwicklung. Die Aktie gewann 2,2 Prozent.

Symrise im Aufwind

Symrise schlossen im MDax unter Tageshoch 0,4 Prozent höher, in der spitze hatte die Aktie über zwei Prozent zugelegt. Finanzchef Bernd Hirsch bestätigte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", dass das angestrebte Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent 2012 "auf jeden Fall erreicht" wurde. Für das laufende Jahr werde "wieder mit deutlichem Wachstum" gerechnet.

Gute Stimmung bei Wacker Chemie

Spitzenreiter im Index für mittelgroße Werte war jedoch der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie mit einem dicken Plus von über acht Prozent auf 60,48 Euro. Die Anleger reagierten euphorisch auf die Nachricht, dass Wacker die erst im Oktober 2012 beschlossene Kurzarbeit in der Polysiliciumproduktion am Standort Burghausen wieder aufhebt. Der Konzern reagiert damit auf die steigende Nachfrage seiner Kunden aus der Solarbranche.

Auftragsschwund bei SMT Scharf

Dagegen hat SMT Scharf mit seiner Bilanz nicht überzeugen können. Der Auftragsbestand brach um über 50 Prozent ein. Da half es auch nicht, dass der Bergbauausrüster den Umsatz um 28 Prozent auf 105,2 Millionen Euro und den Überschuss um zehn Prozent auf 11,7 Millionen Euro steigerte. Die im SDax notierte SMT-Scharf-Aktie hat sich aber im Handelsverlauf von ihren Tiefständen gelöst und lag mit 0,2 Prozent nur noch leicht im Minus.

Kontron rutscht in die Verlustzone

Größter TecDax-Verlierer blieben die Aktien von Kontron, die über Prozent abgaben. Der Minicomputer-Hersteller Kontron ist im vergangenen Jahr wegen Firmenwertabschreibungen und anhaltendem Margendruck tief in die Verlustzone gerutscht.

KWS Saat erhöht die Umsatzprognose

Im SDax fielen KWS Saat nachbörslich positiv auf. Das Unternehmen aus Einbeck in Niedersachsen gab nach Börsenschluss in einer Adhoc-Mitteilung eine Erhöhung der Umsatzprognose bekannt. Die Aktie legt im Späthandel kräftig zu auf und schloss bei 272,50 Euro. im Xetra-Handel hatte das Papier noch gut zwei Prozent verloren.

Porsche-Ermittlungen ausgeweitet

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt nach Klagen gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und den Ex-Finanzvorstand Holger Härter dem "Spiegel" zufolge nun auch gegen Aufsichtsräte des Sportwagenbauers. Sie stünden im Verdacht, gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen zu haben.

Dem Aufsichtsrat gehören neben dem VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und dem Chefkontrolleur von Porsche, Wolfgang Porsche, unter anderem auch die Familienmitglieder Hans-Michel Piech, Ferdinand Oliver Porsche sowie der ehemalige Henkel-Chef Ulrich Lehner an. Hintergrund ist der spektakuläre und gescheiterte Versuch von Porsche, die Macht beim wesentlich größeren VW-Konzern zu übernehmen.

Ahold verkauft Beteiligung in Schweden

Die Aktie des niederländischen Nahrungsmittelhändlers stieg an der Amsterdamer Börse fast vier Prozent nachdem bekannt wurde, dass Ahold für 21,2 Milliarden schwedische Kronen (2,5 Milliarden Euro) seine 60-prozentige Beteiligung an der skandinavischen Lebensmittelkette ICA verkauft. ICA ist der führende Lebensmittelhändler in Schweden und hat 2.200 Filialen, unter anderem auch in Norwegen und den baltischen Staaten.

Rückschlag für Novo Nordisk...

Die Aktien von Novo Nordisk sind am Montag hingegen kräftig um über 13 Prozent eingebrochen. Grund: Die US-Gesundheitshörde FDA hat weitere Informationen zu möglichen Nebenwirkungen der Insulin-Präparate Tresiba und Ryzodec angefordert. Novo wolle noch in dieser Woche mit der FDA über neue Tests sprechen. Allerdings sei es nicht wahrscheinlich, dass irgendwelche Daten dieses Jahr oder 2014 vorgelegt werden, sagte Medizinchef Mads Thomsen. Nordisk hält es nun für schwieriger, seine langfristigen Ergebnis-Ziele zu erreichen.

... hilft Sanofi

Profiteur ist Sanofi. Ohne die Konkurrenz der Mittel von Novo Nordisk könne das Sanofi-Präparat Lantus 2015 einen jährlichen Umsatz von acht Milliarden Euro schaffen, meinten Börsianer. Die Sanofi-Aktie stiegt in Paris um über vier Prozent.

Widerstand gegen Dell-Übernahme

In den USA stößt der Plan, den Computerbauer Dell von der Börse zu nehmen, auf massiven Widerstand eines einflussreichen Großaktionärs. Der US-Vermögensverwalter Southeastern Asset Management, der 8,5 Prozent an Dell hält, findet den Preis zu niedrig. Mit 13,65 Dollar je Aktie werde Dell "deutlich unterbewertet", kritisierte Southeastern. Die Dell-Aktie tendiert in New York aktuell nahezu unverändert.

Stand: 11.02.2013, 20:15 Uhr

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Anleihen für alle Fälle

Banken bauen mit Coco-Bonds vor

Coco-Bonds haben nichts mit Schokolade zu tun. Kurz gesagt bieten sie Banken eine elegante Möglichkeit, ihr Kapital zu vergrößern, sobald es darauf ankommt. Der Geldgeber übernimmt dabei ein besonders hohes Risiko. Bisher nutzten deutsche Banken dieses Instrument kaum, das ändert sich jetzt. Was ist davon zu halten? [ARD-Börsenstudio]

Tagestermine am Dienstag, 22. April

Unternehmen:
Villeroy & Boch: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Philips: Q1-Zahlen, 7 Uhr
McDonald's: Q1-Zahlen, 14:00 Uhr
Amgen: Q1-Zahlen
Comcast: Q1-Zahlen
Harley-Davidson: Q1-Zahlen
Lockheed Martin: Q1-Zahlen
United Technologies: Q1-Zahlen
AK Steel Holding: Q1-Zahlen
Juniper Networks: Q1-Zahlen
AT&T: Q1-Zahlen, 22 Uhr

Konjunkturdaten:
USA: Verkauf bestehender Häuser im März, 16:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen April, 16:00 Uhr

Sonstiges:
New York: International Auto-Show, bis 27.4.2014

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