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Börsenbericht 14:50 Uhr

Solide Gewinne im Dax

Optimisten übernehmen das Ruder

Erstmals in dieser Woche agieren die Investoren recht risikofreudig und treiben den Dax weit über die Marke von 7.800 Punkten. Ob der Mut belohnt wird, hängt von wichtigen Konjunkturdaten aus den USA ab, die noch einmal alles durcheinanderwirbeln könnten.

Der Dax kletterte zeitweise bis auf 7.834,62 Punkte, aktuell liegt das Börsenbarometer etwa 0,6 Prozent im Plus. Der MDax notiert mehr als ein Prozent fester, der TecDax liegt knapp dahinter. Viele Anleger gingen zunehmend davon aus, dass das Schlimmste in Sachen Euro-Krise vorbei hinter uns liege, sagte ein Händler.

Wende in der Eurozone?

Für die positive Grundstimmung sorgte der Einkaufsmanagerindex für die Euroländer. Er kletterte im Januar auf 47,9 Punkte. Das ist der höchste Stand seit knapp einem Jahr. "Die konjunkturellen Wendesignale in der Eurozone verfestigen sich", hieß es in einer Analyse der Helaba. Das vierte Quartal 2012 könnte "das Quartal mit der schwächsten wirtschaftlichen Dynamik gewesen sein", kommentieren die Experten.

Ob die Investoren auch auf eine Wende in den USA hoffen? Schließlich garantiert die angespannte Konjunkturlage und die hohen Arbeitslosenzahlen dort, dass das die Fed die Märkte weiterhin mit billigem Geld flutet - ein wichtiger Faktor für die jüngste Kursrally am Aktienmarkt. Auf die Reaktion der Märkte auf den US-Arbeitsmarktbericht um 14:30 Uhr darf man also gespannt sein. Volkswirte rechnen mit 165.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft und einer unveränderten Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent. Aber das ist noch nicht alles. Auf der Agenda stehen auch die ebenfalls gewöhnlich vielbeachteten Daten zum Verbrauchervertrauen der Uni Michigan sowie der ISM-Index.

Der Höhenflug des Euro geht weiter - oder nicht

Der Euro ist derweil über die Marke von 1,36 Dollar gestiegen. "Für seinen Aufwärtsdrang scheint der Euro keiner neuen Impulse mehr zu bedürfen, aus der dünnen Nachrichtenlage der Nacht hat er jedenfalls keine neuen Gründe ziehen können", kommentierten die Fachleute der DZ Bank. Am Vormittag sorgten die guten Konjunkturdaten aus der Eurozone dann für weiteren Nachschlag. Die Gemeinschaftswährung erreicht bei 1,3674 den höchsten Stand seit 14 Monaten.

Was gute US-Arbeitsmarktdaten mit dem Euro anstellen werden, steht im Konjunktiv: "Heute könnte ein robuster US-Arbeitsmarkt dem US-Dollar zugutekommen. Daher dürfte es zu einer Konsolidierung kommen, auch wenn der übergeordnete Aufwärtstrendkanal und damit das grundsätzlich freundliche Bild weiterhin intakt sind", meinen die Fachleute der Helaba.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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"Es scheint, als könnten noch nicht einmal gute Konjunkturdaten aus den USA dem Dollar Rückenwind verschaffen", kommentierte Commerzbank-Devisenexperte Lutz Karpowitz. Selbst im Fall überraschend guter Arbeitsmarktdaten aus den USA könnte der Anstieg weitergehen, meint Karpowitz. Die Anleger sollten dabei aber nicht übersehen, "dass eine Kursrally ohne fundamentalen Unterbau früher oder später scheitern muss", unterstreicht der Fachmann.

Analyse hilft Infineon

Mit einem Aufschlag von fast drei Prozent etabliert sich Infineon an der Dax-Spitze. Händler verwiesen auf positive Analystenreaktionen nach der gestrigen Bilanzvorlage des Halbleiterunternehmens. Jefferies habe das Papier von "Hold" auf "Buy" und das Ziel auf 7,94 Euro angehoben. Barclays und UBS erhöhten das Kursziel auf 8,20 und 7,80 Euro.

Balda fällt zurück

Der Kunststoffteile-Hersteller Balda verkaufte seine restlichen Anteile an dem taiwanischen Touchscreen-Hersteller TPK - rund sieben Millionen Aktien - und erlöste damit etwa 87 Millionen Euro. Ob die Aktionäre erneut mit einer Sonderdividende beglückt werden, sei noch nicht entschieden, ergänzte ein Sprecher. Klar sei aber, dass durch den Aktien-Verkauf in dem seit Juli laufenden Bilanzjahr 2012/13 ein "deutlicher Konzerngewinn" zu erwarten sei. Trotzdem verliert die SDax-Aktie.

Goldmänner helfen Talanx

Talanx-Papiere haben im MDax nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs zeitweise mehr als drei Prozent zugelegt. Der Markt sei pessimistisch, was den Einfluss der schwächelnden deutschen Konjunktur auf den Industrieversicherungsbereich angehe, schrieb Analyst Vinit Malhotra in seiner Auftaktstudie. Die daraus resultierende Unterbewertung biete jedoch entsprechende Chancen.

Gewinnsprung bei Compugroup

Der Koblenzer Ärztesoftwarehersteller Compugroup hat Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr kräftig gesteigert. Nach vorläufigen Zahlen seien die Erlöse im Vorjahresvergleich um 13 Prozent auf 451 Millionen Euro gestiegen. Unter dem Strich stand ein Überschuss von rund 38,5 Millionen Euro nach 9,3 Millionen im Vorjahr.

Corona wird nicht geschluckt

US-Wettbewerbshüter haben die Übernahme des Herstellers der mexikanischen Biermarke Corona durch den weltgrößten Braukonzern Anheuser-Busch InBev untersagt. Wie das US-Justizministerium mitteilte, zielt das Veto gegen die Übernahme darauf, "das bestehende Kopf-an-Kopf-Rennen" im Wettbewerb der beiden Firmen auf dem US-Markt zu erhalten, das durch den Zusammenschluss beendet werden würde.

Milliardenabschreibungen bei Crédit Agricole

Crédit Agricole muss wegen der härteren Regeln für Banken und dem schwachen Marktumfeld 2,68 Milliarden Euro auf Firmenwerte abschreiben. Der Großteil davon geht auf härtere Regulierungsvorgaben und die schwache Lage der Wirtschaft zurück. Zudem müsse der Wert der Beteiligung an der portugiesischen Banco Espirito Santo in der Bilanz um 267 Millionen Euro gesenkt werden. Die Abschreibung werde sich auf das Ergebnis durchschlagen. Schließlich belastet die Neubewertung von Krediten die Erträge der Bank mit 850 Millionen Euro.

Gewinneinbruch bei BBVA

Die Krise auf dem heimischen Immobilienmarkt hat die Geschäfte der spanischen Bank BBVA im vergangenen Jahr belastet. Der Nettogewinn sank 2012 um 44 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro, wie das zweitgrößte Geldhaus des Landes am Freitag mitteilte. Hintergrund sei der Preisverfall von Immobilienwerten, die die Bank zum Ende des Jahres zu massiven Abschreibungen gezwungen hätten. Analysten hatten mit einem Nettogewinn in der nun ausgewiesenen Höhe gerechnet.

Klageverlegung freut Porsche-Anleger

Die Verlegung der milliardenschweren Klage von 26 Hedgefonds nach Deutschland hat Porsche am Freitag nach oben getrieben. Die Titel, die in keinem großen Index gelistet sind, verteuerten sich um bis zu 3,4 Prozent auf 66,25 Euro. "Die Entscheidung ist positiv für Porsche, da mögliche Entschädigungszahlungen in Deutschland weitaus geringer ausfallen könnten als in den USA", schrieb Equinet-Analyst Tim Schuldt in einem Kommentar.

Milliarden-IPO bei Pfizer

Der US-Pharmakonzern Pfizer nimmt mit dem Börsengang seiner Tiermedizinsparte 2,2 Milliarden Dollar ein. Die Aktien der unter dem Namen Zoetis auftretenden Sparte wurden zu 26 Dollar je Stück verkauft. Der Börsengang ist für Freitag in New York geplant.

BT Group mit Umsatzminus

Der britische Telekomkonzern BT Group hat im dritten Quartal dank starker Nachfrage für sein Breitbandnetz mehr verdient. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sonderposten (Ebitda) stieg um zwei Prozent auf 1,55 Milliarden Pfund. Der Umsatz sank dagegen um sechs Prozent auf 4,51 Milliarden Pfund. Die Nettoverschuldung lag zum Ende Dezember mit 8,14 Milliarden Pfund etwa 400 Millionen höher als zuvor.

Sharp verdoppelt Verlust

Der japanische Elektronik-Konzern Sharp steckt weiter tief in den roten Zahlen. Der Nettoverlust verdoppelte sich in den ersten neun Monaten des noch bis zum 31. März laufenden Geschäftsjahres auf 424 Milliarden Yen (3,4 Milliarden Euro). Für das Gesamtjahr rechnet Sharp weiter mit einem Rekordverlust von 450 Milliarden Yen. Der Konzern sieht jedoch Licht am Ende des Tunnels: Im Schlussquartal 2012 konnte erstmals seit fünf Quartalen ein positives operatives Ergebnis erwirtschaftet werden.

Panasonic bis zum Hals im Minus

Der Konkurrent Panasonic hält an seiner Prognose für das bis 31. März laufende Gesamtgeschäftsjahr fest: Der Nettofehlbetrag soll 765 Milliarden Yen (6,2 Milliarden Euro) tragen. Damit verharrt der Konzern nach einem Rekordminus im Vorjahr angesichts der Krise seiner TV-Sparte und gestiegener Umstrukturierungskosten tief in der Verlustzone. In den ersten neun Monaten verdoppelte sich der Nettoverlust, der Umsatz schrumpfte um 8,8 Prozent.

Stand: 01.02.2013, 11:50 Uhr

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Tagestermine am Freitag, 25. April

Unternehmen:
Continental: HV, 10:00 Uhr
Honda: Zahlen 2013, 8 Uhr
KPN: Q1-Zahlen, Umsatz 7:30 Uhr
SEB: Q1-Zahlen, 7 Uhr
Volvo: Q1-Zahlen, 7:20 Uhr, LKW-Absatz, 8:30 Uhr
Ford Motors: Q1-Zahlen, 13 Uhr
PSA (Peugeot-Citroen): Q1-Zahlen, 7:30 Uhr

Konjunkturdaten:
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen April, endgültig, 15:55 Uhr

Sonstiges:
New York: International Auto-Show, bis 27.4.2014

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