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Marktbericht 20:04 Uhr

Dax positiv im Artikel zum Marktbericht.

Dax steigt über 10.000 Punkte

Oberwasser für die Bullen

Stand: 14.07.2016, 20:04 Uhr

Kräftiger Rückenwind von der Wall Street und nachlassende Brexit-Ängste beflügeln den deutschen Aktienmarkt. Selbst eine zögerliche Bank of England ändert nichts an der guten Stimmung. Der Dax legt zu und schließt über 10.000 Punkten.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Bei 10.257 Punkten war der Dax am 23. Juni, dem Tag der EU-Abstimmung in Großbritannien, aus dem Handel gegangen. Seitdem hat er die Marke von 10.000 Punkten auf Basis der Schlusskurse nicht mehr erreicht. Das hat sich heute geändert. Der deutsche Leitindex beendete den Handel 1,4 Prozent höher bei 10.068 Punkten und damit auch über der charttechnisch bedeutsamen 200-Tage-Linie. Diese verläuft aktuell bei 10.058 Punkten. Bis zum Brexit-Niveau sind es also keine 200 Punkte mehr.

Rückenwind von der Wall Street

Unterstützung erhält der Dax derzeit aus Amerika, wo der Leitindex Dow Jones bisher bei 18.537 Punkten ebenso ein neues Rekordhoch markiert hat, wie der breiter gefasste S&P-500-Index bei bisher 2.168 Zählern. Damit steuert der US-Leitindex auf den fünften Gewinntag in Folge zu - lediglich zur Wochenmitte hatte er eine Verschnaufpause eingelegt und nur ein knappes Plus ins Ziel gerettet.

An der Wall Street steigt derzeit der Konjunkturoptimismus nach einer Reihe guter Wirtschaftsdaten. Gleichzeitig wird weiter eine lockere Geldpolitik der Fed erwartet. Zusätzlich beflügeln gute Zahlen der Großbank JPMorgan, die besser als erwartet ausfielen.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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18.228,30
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S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
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2.159,93
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JPMorgan Chase: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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59,00
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Bank of England belastet nur kurz

Nur kurz rutschte der Dax unter die fünfstellige Marke auf ein Tagestief bei 9.984 Punkten. Grund war die überraschenden Entscheidung der britischen Notenbank, der Bank of England, vorerst keine geldpolitischen Lockerungen zu verkünden. Der Leitzins blieb unverändert bei 0,5 Prozent.

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Börse 19.00 Uhr

Während die Anleger zumindest im ersten Moment enttäuscht reagierten, fand das Abwarten bei Ökonomen Anklang: "Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexit-Entscheids sind noch unklar", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Die Notenbank tue gut daran, den Leitzins vorerst unverändert zu belassen. Auch andere Experten äußerten sich überwiegend positiv.

Pfund und Euro im Aufwind

Das britische Pfund sprang nach der Zinsentscheidung an und erreichte in der Spitze Kurse über 1,34 Dollar. Mittlerweile liegt der Kurs bei 1,3339 Dollar gut 1,5 Prozent höher. Aufgeschoben ist aber wohl nicht aufgehoben. In ihrem Sitzungsprotokoll deutete die Bank eine Zinssenkung im August an, zudem zeichnete sie ein sich eintrübendes Bild für den gewerblichen Immobilienmarkt.

"Wir gehen davon aus, dass ein aggressiver geldpolitischer Stimulus im nächsten Monat sehr wahrscheinlich bleibt", erklärte Nick Kounis von ABN Amro. Auch andere Experten rechnen zukünftig mit einer laxeren Geldpolitik der Bank of England, die damit negative Folgen für die Wirtschaft nach dem Brexit dämpfen will.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Zuletzt hat der Devisenmarkt begrüßt, dass die Bildung der enuen britischen Regierung so schnell geht. Das Pfund konnte sich zuletzt Kursen unter 1,30 Dollar lösen. Der Euro legte derweil im Windschatten des Pfundes erst einmal zu, sackte dann aber wieder ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1157 (Mittwoch: 1,1072) US-Dollar fest. Grund für die Gewinnmitnahmen beim Euro waren besser als erwartet ausgefallene wöchentliche Daten vom US-Arbeitsmarkt sowie höhere Erzeugerpreise im Juni.

RWE: Wie gewonnen, so zerronnen

Standen RWE-Papiere gestern noch ganz oben auf der Gewinnerliste, gaben sie heute einen Teil der gestrigen Avancen ab und standen mit einem Tagesverlust von 1,25 Prozent am Dax-Ende. Trotzdem ist das Papier in diesem schwierigen Börsenjahr 2016 bisher gut gelaufen. Andere Verlierer waren meist defensive Titel wie Fresenius, Merck oder Henkel. Dies deutet auf einen gestiegenen Risikoappetit der Anleger hin.

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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14,53
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Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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70,89
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Bayer erhöht Monsanto-Angebot

Zu den größten Gewinnern zählte im Gegenzug die BASF-Aktie, die 3,6 Prozent zulegte. Das Papier profitierte von Insidergerüchten, dass der US-Agrarchemiekonzern Monsanto offenbar über einen Kauf der Agrarchemiesparte von BASF nachdenke. Analysten sprachen von ein er "Giftpille" für die geplante Übernahme des Unternehmens durch den Bayer-Konzern.

Nach Xetra-Schluss kam dann die Wendung. Bayer erhöhte das Angebot für Monsanto von 122 auf 125 Dollar je Aktie. Firmenchef Baumann zeigt sich fest entschlossen, die Übernahme zu stemmen. Monsanto kündigte eine Prüfung des Angebots an. Bayer-Aktien fielen im Späthandel zurück, in New York steigt das Monsanto-Papier.

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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88,78
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BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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72,36
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Infineon kauft zu

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Chipkonzern Infineon will dem US-Anbieter Cree die Sparte für Verbindungshalbleiter abkaufen. Der Kaufpreis belaufe sich auf 850 Millionen Dollar (rund 766 Millionen Euro), wie Infineon am Donnerstag in München mitteilte. Ende dieses Jahres soll das Geschäft abgeschlossen werden. Mit dem Zukauf der Geschäftseinheit namens Wolfspeed will Infineon seine Position in Wachstumsmärkten wie Elektromobilität, erneuerbare Energien und kommende Mobilfunkstandards ausbauen und von der Vernetzung der Wirtschaft profitieren. Der Zukauf kam bei Anlegern und Analysten gut an. Die Aktie stieg 2,37 Prozent und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Dax.

Steinmüller in den Deutsche Bank-Vorstand

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ein überraschendes Bild bot das Deutsche-Bank-Papier, dass im Dax 3,62 Prozent vorrückte und damit knapp als Tagessieger durchs Ziel ging. Bei der Deutschen Bank gibt es eine Neubesetzung im Vorstand. Werner Steinmüller, bislang für den Zahlungsverkehr und die Handelsfinanzierung zuständig, soll in das Gremium wechseln. Der 62-Jährige soll im Herbst nach Hongkong wechseln und dort als erstes Vorstandsmitglied seinen Sitz haben. Steinmüller arbeitet seit 1991 bei der Deutschen Bank. Bei der Neubesetzung des Vorstands im vergangenen Herbst war Steinmüller zunächst leer ausgegangen.

Midea hält schon mehr als 70 Prozent an Kuka

Kuka: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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86,29
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Die politisch umstrittene Übernahme des Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea kommt in großen Schritten voran. Zwei Tage vor Ablauf der Übernahmefrist sind schon 70,3 Prozent der Anteile angedient worden, erklärte Midea am Donnerstag. Selbst bei einem Überspringen der 75-Prozent-Marke soll kein Beherrschungsvertrag geschlossen werden. Kuka hatte weitreichende Garantien ausgehandelt, unter anderem die Zusicherung des Käufers, bis Ende 2023 den Standort Augsburg nicht anzutasten. Politiker wollen vor allem das technische Wissen in Deutschland halten.

Airbus mit weniger neuen Aufträgen

Der Flugzeugbauer Airbus hat auf der Luftfahrtmesse in Farnborough neue Bestellungen und Vorverträge für 279 Verkehrsflugzeuge eingesammelt. Laut Preisliste haben die Maschinen einen Gesamtwert von rund 35 Milliarden US-Dollar, wie Airbus-Verkaufschef John Leahy am Donnerstag auf der Messe bei London bekanntgab.

Damit bleibt der europäische Flugzeugbauer aber hinter dem Vorjahr zurück, als über 400 Airbus-Flieger verkauft wurden. Kleiner Trost: Airbus verkaufte mehr Flugzeuge als Erzrivale Boeing, der nur auf 140 Bestellungen im wert von 22,4 Milliarden Dollar kam. Die Airbus-Aktie wechselte im MDax des Öfteren das Vorzeichen, Boeing-Aktien folgen derzeit in New York der Rally des Gesamtmarktes.

Airbus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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52,16
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Boeing: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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116,51
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K+S und die Hoffnung auf höhere Preise

Im MDax führten K+S den Index an. Der Düngemittel-Hersteller K+S reagiert auf die Schließung einer Kali-Mine beim Konkurrenten Mosaic. Damit geht laut Analysten die Hoffnung einher, dass in der Branche über Produktionskürzungen Preiserhöhungen möglich sein könnten. Zudem meldete K+S einen kleineren Zukauf in China im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Fielmann-Zahlen kommen nicht recht an

Aktien des Brillen-Spezialisten Fielmann notierten hingegen am indexende und gaben 2,56 Prozent ab. Kurz vor der heutigen Hauptversammlung hatte das MDax-Unternehmen am Morgen vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal veröffentlicht. Danach ist das Vorsteuerergebnis bei Fielmann um 15 Prozent auf 62 Millionen Euro gestiegen. Der Umsatz nahm um fünf Prozent auf 343 Millionen Euro zu. Da hatten sich einige wohl noch mehr erwartet. Erst gestern hatte die Fielmann-Aktie nach einer positiven Analystenstudie bei 70,99 Euro ein neues Rekordhoch markiert.

Software AG schwer gefragt

Software AG: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Papiere des Softwarekonzerns Software AG legten rund sieben Prozent zu. Das Unternehmen aus Darmstadt hat nach guten Halbjahreszahlen seine Geschäftsprognose für das Gesamtjahr erhöht und rechnet nun mit einer operativen Marge von 30,5 bis 31,5 Prozent. In den ersten sechs Monaten hat der Konzern seinen Umsatz um fünf Prozent auf 409,6 Millionen Euro erhöht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um 42 Prozent auf 88,7 Millionen Euro.

Hella liefert gute Zahlen

Der Autozulieferer und Licht-Spezialist Hella hat nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2015/16 gute Ergebnisse vorgelegt. Wie das Unternehmen am Morgen mitteilte, stieg der Konzerumsatz um 8,9 Prozent auf 6,35 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte um 7,1 Prozent auf 476 Millionen Euro.

Erste Group erhöht die Prognose

Eine gute Meldung gab es aus dem Bankensektor, dieses Mal aus Österreich. Die Erste Group Bank, eine der führenden Geschäftsbanken des Landes, weist für das zweite Quartal einen Nettogewinn von 560 und im ersten Halbjahr von 830 Millionen Euro aus. Das Bankhaus erhöht den Ausblick für den Nettogewinn im laufenden Jahr auf eine Rate von zwölf Prozent nach zuvor zehn bis elf Prozent (bezogen auf die um immaterielle Vermögensgegenständ bereinigte Eigenkapitalrendite). Die Aktie legte deutlich zu.

Blackrock mit weniger Gewinn

Der weltgrößte Vermögensverwalter hat im zweiten Quartal 789 Millionen Dollar verdient, ein Rückgang von 3,7 Prozent. Viele Anleger hätten ihr Geld angesichts der weltweiten Unsicherheiten in festverzinslichen Papieren angelegt und Aktien gescheut. Dadurch seien die Provisionseinnahmen gesunken, erklärte das Unternehmen. Vor allem nach dem Brexit-Schock hätten viele institutionelle Investoren ihre Bestände neu geordnet, sagte Firmenchef Larry Fink. Die Aktie legt zur Eröffnung trotzdem leicht zu.

Google in Europa unter Beschuss

Die EU-Kommission weitet ihr Wettbewerbsverfahren gegen den US-Internetriesen Google aus. Konkrete Vorwürfe gibt es nun auch im Anzeigengeschäft, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag mitteilte. Das ist die zentrale Einnahmequelle von Google sowie des Mutterkonzerns Alphabet.

Alphabet C: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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697,25
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+1,26%

"Wir haben auch Bedenken geäußert, dass Google den Wettbewerb behindert, indem es die Möglichkeiten für Wettbewerber begrenzt, Suchmaschinenwerbung auf Websites Dritter zu platzieren", sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. Außerdem erneuerte die Kommission ihren Vorwurf gegenüber Google, seine Vormachtstellung bei der Suche nach Verkaufsdienstleistungen zu missbrauchen.

Nintendo-Aktie im Pokémon-Fieber

Weitere 16 Prozent hat am Morgen in Tokio die Aktie des japanischen Spiele- und Konsolen-Herstellers zugelegt. Der Erfolg von "Pokémon Go", eigentlich eine Erfindung der Nintendo-Tochter The Pokémon Company und der Firma Niantic, könnte auch Nintendo weiter nützen. Die eigentlich angeschlagene Aktie hat damit seit dem Start von Pokémon Go 76 Prozent zugelegt.

rm

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Tagestermine am Mittwoch, 28. September

Unternehmen:
Hella: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Sainsbury: Q2-Trading update, 08:00 Uhr
Tui: Trading update, 08:00 Uhr
Blackberry: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr
Lufthansa: Sitzung des Aufsichtstrats
Konjunktur:
Deutschland: Schulden der öffentlichen Haushalte, 08:00 Uhr
USA: Auftragseingang langlebiger Güter 08/16, 14:30 Uhr
USA: Energieministerium Ölbericht (wöchentl.), 16 Uhr
Sonstiges: Deutschland: Rede von EZB-Präsident Mario Draghi vor dem Europaausschuss des Bundestages, Berlin, 17:00 Uhr

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