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Marktbericht 20:11 Uhr

Sekgläser vor der Daxkurve

Beste Börsenwoche des Jahres

Notenbanken lösen Kursfeuerwerk aus

Das Börsenjahr könnte doch noch gut enden. Der Dax setzte am Freitag mit einer fulminanten Rally seinen Höhenflug fort und schaffte das größte Wochenplus seit Juli 2013. Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi und eine Zinssenkung in China versetzten die Anleger in einen Kaufrausch.

"Super-Mario" entwickelt sich immer mehr zum Börsen-Liebling. Mit seinen Aussagen am Vormittag gab er den Aktienmärkten am Freitag reichlich Treibstoff. Der Dax schnellte um 2,6 Prozent auf 9.732 Punkte nach oben und schloss den siebten Tag hintereinander im Plus. Das ist der höchste Stand seit zwei Monaten. Auf Wochensicht hat damit der deutsche Leitindex 5,2 Prozent zugelegt - so viel wie seit Mitte 2013 nicht mehr.

Neue Rekorde an der Wall Street

Auch an den anderen Börsenplätzen ging es kräftig nach oben. Der EuroStoxx50 katapultierte sich um fast drei Prozent auf knapp 3.200 Punkte in die Höhe. An der Wall Street setzte sich die Rekordjagd fort. Der Dow kletterte um über ein Prozent auf ein neues Allzeithoch von 17.894 Punkten. Der marktbreite S&P 500 erreichte bei 2071 Punkten ebenfalls einen Höchststand.

Der "Draghi-Effekt"

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Börse 20.15 Uhr

Die Notenbanken verteilten zum Wochenschluss vorgezogene Weihnachtsgeschenke.  Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, bekräftigte auf dem Bankenkongress zum Abschluss der "Euro Finance Week" in Frankfurt seine Bereitschaft, bei Bedarf noch stärker an den Finanzmärkten zu intervenieren und über Wertpapierkäufe mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Damit schürte er Spekulationen auf breit angelegte Staatsanleihenkäufe der EZB. "Die Sitzung im Dezember verspricht spannend zu werden", meinte ein  Händler. Anfang des Monats entscheidet der EZB-Rat über den weiteren geldpolitischen Kurs.

Überraschende Zinssenkung in China

Kurz nach Draghi sorgte die chinesische Notenbank für die nächste vorweihnachtliche Bescherung. Überraschend senkte die People's Bank of China den Leitzins von sechs auf 5,6 Prozent. "Bislang hatte sie aus Angst vor einer Kreditblase vor Zinssenkungen zurückgescheut", sagte Finanzmarkt-Expertin Andrea Tueni von der Saxo Bank. Der heutige Schritt deute darauf hin, dass ihr die Konjunkturaussichten zunehmend Sorgen bereite.

Ölpreis zieht an

Die Hoffnung auf eine anziehende chinesische Konjunktur trieb den Öl- und Kupferpreis an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich auf 80,75 US-Dollar - 1,41 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI erhöhte sich um 93 Cent auf 76,81 Dollar. Der Kupfer-Preis stieg um 1,3 Prozent auf 6753 Dollar je Tonne. Selbst der Goldpreis zog leicht an auf über 1.200 Dollar.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Euro rutscht ab

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Verlierer des Tages war der Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung sackte auf unter 1,24 Dollar ab. Die Renditen der südeuropäischen Peripherie-Länder fielen weiter. Die zehnjährigen italienischen Staatsanleihen (2,195 Prozent) und spanischen Titel (2,014 Prozent) markierten ein Rekordtief.

Nur Gewinner im Dax

Alle Dax-Werte schlossen am Freitag im Plus. Am stärksten nach oben ging es mit den Aktien von HeidelbergCement, die um 4,5 Prozent zulegten und den höchsten Stand seit Anfang September erreichten. Die Berenberg Bank hat das Kursziel für HeidelbergCement von 65 auf 69 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Es sei positiv, dass man sich anstatt auf teure Zukäufe auf den Schuldenabbau konzentriere.

Versorger erholen sich

Zu den stärksten Dax-Aktien gehörten auch Eon und RWE. Die UBS hat ihre Verkaufsempfehlungen für beide Werte zurückgenommen und stuft beide Aktien nun mit "Neutral" ein. Die Kapazitätsmärkte, bei denen Versorger schon für die Bereitstellung von Stromreserven bezahlt werden, sorgten für Potenzial, hieß es. Zudem erscheinen die Bewertungen auch nicht mehr zu hoch.

Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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VW investiert und spart mehr

Autoaktien befanden sich ebenfalls ganz vorne auf der Siegerspur. VW hat am Freitag ein ehrgeiziges Investitionsprogramm angekündigt. In den nächsten fünf Jahren sollen 64 Milliarden Euro für Sachinvestitionen ausgegeben werden. Gleichzeitig will VW seine Kosten konzernweit offenbar um zehn Milliarden Euro senken, sagten Insider. Zu dem bereits bekannten Sparprogramm bei der Hauptmarke VW von fünf Milliarden Euro dürfte demnach nochmals die gleiche Summe bei den Marken Audi, Porsche, Skoda, Seat und den VW-Nutzfahrzeugen hinzukommen.

Commerzbank-Chef prophezeit Fusionen

Europaweit waren besonders Bankenwerte begehrt - dank der Draghi-Äußerungen. Der Index für die Banken der Euro-Zone stieg um 3,7 Prozent. Die Titel der Deutschen Bank legten 3,2 Prozent, die Papiere der Commerzbank 2,3 Prozent zu. Auf dem Banken-Kongress in Frankfurt meinte Commerzbank-Chef Martin Blessing, dass die steigenden Kosten für die neue EZB-Aufsicht die Geldinstitute verstärkt in Fusionen treiben. Derzeit seien ohnehin die europäischen Banken viel weniger profitabel als ihre US-Konkurrenten. Derweil schloss der Finanzvorstand der Deutschen Bank Negativ-Zinsen nicht mehr aus. Die Gebühren der EZB setzten die Geldhäuser immer stärker unter Druck.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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RBS gibt Fehler bei EZB-Stresstest zu

Aus dem Rahmen fiel am Freitag die Royal Bank of Scotland (RBS). Die Aktie verlor 1,5 Prozent. Die RBS gestand, beim EU-Stresstest einen Fehler gemacht und die Kernkapitalquote zu hoch ausgewiesen zu haben. Sie liege nur bei 5,7 Prozent statt 6,7 Prozent. Das neue Ergebnis schürt Zweifel, ob das zu 80 Prozent dem britischen Staat gehörende Institut den härteren Test der Bank of England besteht.

Wirecard in Musterdepot von Platow

Im TecDax setzte Wirecard seinen Höhenflug fort und näherte sich seinem Rekordhoch. Die Titel stiegen um zwei Prozent auf 33,63 Euro. Die Platow Börse nahm die Papiere des Zahlungsabwicklers in ihr Musterdepot auf. Mit guten Zahlen und der Kooperation mit Visa habe es zuletzt mehrere positive Neuigkeiten gegeben, erklärten die Marktbeobachter des Börsenbriefs.

Streit um Catoil geht weiter

Derweil sorgen Übernahmeschlachten für Kursbewegung in der zweiten und dritten Börsenreihe. Zum Beispiel bei Catoil. Großaktionärin Anna Brinkmann stemmt sich gegen die geplante Übernahme durch die Firma Joma aus den Cayman-Inseln. Der Streit wird über die Cat GmbH in Zypern ausgetragen, an der Joma die Mehrheit und Brinkmann 49,75 Prozent Anteile hält. Brinkmann hat von Catoil verlangt, den Aktien des Mehrheitsaktionärs Cat Holding ihre Aktionärsrechte zu verweigern. Klar ist nur: Joma, hinter der der französische Ölmanager Maurice Dijols steckt, hat die Anteile vom früheren Mehrheitseigentümer Walter Höft über eine Option übernommen. Höft will keine rechtlichen Schritte gegen den Transfer einleiten. Die Catoil-Aktie legte knapp zwei Prozent zu.

Hawesko-Vorstand hält Übernahmeofferte für zu niedrig

Auch der größte deutsche Weinhändler Hawesko will sich nicht widerstandslos schlucken lassen. Der Vorstand erklärte am Freitag, das Übernahmeangebot des Großaktionärs Detlev Meyer sei zu niedrig. Der Investor bietet 40 Euro je Aktie. Die Aktionäre haben bis zum 22. Dezember Zeit, die Offerte anzunehmen oder nicht. Die Hawesko-Aktie liegt momentan über dem gebotenen Preis.

Schaltbau kauft Aktien zurück

Der Verkehrstechnikkonzern Schaltbau will ein Aktienrückkaufprogramm starten. Dabei sollen bis zu gut 300.000 eigene Aktien an der Börse zurückerworben werden. Die gekauften Anteile könnten unter anderem für Übernahmen verwendet werden, hieß es. Die Schaltbau-Aktie zog um knapp drei Prozent an.

BVB wird schuldenfrei

Der börsennotierte Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund (BVB) ist laut seinem Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke schuldenfrei. "Wir müssen keine Zinsen mehr zahlen, keine Tilgungen mehr leisten. Nullkommanull! Das wird dazu führen, dass wir den Etat anheben können", sagte Watzke den "Ruhr Nachrichten". Selbst eine Saison ohne Einnahmen aus dem Europapokal könne der Revierclub ohne Probleme verschmerzen. Der Verein sei wirtschaftlich so stark wie nie zuvor.

SLM wächst rasant und verdient weniger

Der Hersteller von 3D-Druckern SLM Solutions hat im dritten Quartal 2014 seinen Umsatz auf fast acht Millionen Euro verdoppelt. Zugleich schrumpfte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung wegen der Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang und eines höheren Personalaufwands um fast zwei Drittel auf 160.000 Euro. Der Auftragseingang stieg kräftig. Die Aktie zog leicht an.

Magforce holt Geld rein

Das Medizintechnikunternehmen Magforce hat erfolgreich sein Kapital erhöht. Das im Entry Standard gelistete Unternehmen hat 1,7 Millionen neue Aktie zu je 6,00 Euro je Papier im Rahmen einer Privatplatzierung ausgegeben. Das Bezugsrecht der bestehenden Aktionäre war ausgeschlossen. Die Aktie gab 2,5 Prozent nach.

GameStop bricht ein

An der Wall Street brachen die Aktien von GameStop um zehn Prozent ein. Weil sich das Videospiel "Assassin's Creed Unity" verzögerte, schrumpfte der Umsatz im dritten Quartal auf 2,09 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet. Dagegen konnte FootLocker die Erwartungen übertreffen. Dennoch verloren die Titel der Sportschuhkette über zwei Prozent. Unverändert notierten die Aktien von Nike. Der Sportartikelhersteller hat die Quartalsdividende von 24 auf 28 US-Cent angehoben.

nb

Stand: 21.11.2014, 20:11 Uhr

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USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen im November, 15:55 Uhr
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Julius Bär: Pk zum Ausblick auf die globalen Finanzmärkte 2015, 10:00 Uhr
Helaba: PK zu Märkte und Trends 2015 mit Chefvolkswirtin Getrud Traud, 11:00 Uhr

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