Marktbericht 9:20 Uhr

Marktbericht negativ

Trump keilt mit Kim Jong Un Nordkorea-Krise drückt den Dax

Stand: 09.08.2017, 09:20 Uhr

Die Investoren sind wegen des Konflikts zwischen Nordkorea und den USA verunsichert. Donald Trumps "Feuer-und-Wut"-Rede zeigt Wirkung am Aktienmarkt: Der Dax fällt zurück.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Dax verliert 0,7 Prozent auf rund 12.200 Punkte. Die wachsenden Spannungen im Nordkorea-Konflikt machen auch dem deutschen Aktienmarkt zu schaffen. "Die Krise dürfte heute vieles überschatten", kommentierte ein Händler. "Die verbale Eskalation in den Spannungen zwischen den USA und Nordkorea belaste die Stimmung an den Börsen", meint Milan Cutkovic, Marktanalyst bei AxiTrader.

US-Präsident Trump hatte erklärt, er werde mit "Feuer und Wut" reagieren, wenn Nordkorea eine Gefahr für die USA darstelle. So mancher Anleger dürfte sich an Shakespeares "Hamlet" erinnern und denken: "Wahnsinn bei Großen darf nicht ohne Wache gehen."

Schwache Vorgaben

Kim Jong-un

Kim Jong-un. | Quelle: picture-alliance/dpa

In den USA hatte Trumps Drohung die Rekordjagd an den US-Börsen zuvor beendet. Der Dow Jones schloss 0,2 Prozent tiefer bei 22.085 Punkten. Damit endete die längste Gewinnserie seit Februar. Der S&P 500 verlor 0,2 Prozent auf 2.475 Zähler, der Nasdaq gab ebenfalls 0,2 Prozent nach auf 6.370 Stellen.

An den asiatischen Börsen ging es ebenfalls abwärts. In Japan schloss der Nikkei um 1,3 Prozent tiefer auf 19.738,71 Punkte. In Südkorea fiel der Kospi um knapp ein Prozent.

Der Euro lässt nach

Immerhin wirkt der schwächere Euro vermutlich etwas stützend. Zeitweise war er bis in die Nähe der Marke von 1,17 Dollar gefallen. Auslöser war eine allgemeine Kurstärke des amerikanischen Dollar nach guten US-Konjunkturdaten. "Da heute weder dies- noch jenseits des Atlantiks devisenmarktrelevante Datenveröffentlichungen anstehen und auch von Seiten der Fed und der EZB keine Wortbeiträge zu erwarten sind, sollte sich das Währungspaar zur Wochenmitte im Bereich von 1,1750 Dollar stabilisieren", schreiben die Expertenn der DZ Bank.

Wie immer wenn das Wort Krise fällt, ist eine Blick auf den Goldpreis angezeigt. Tatsächlich lässt sich eine steigende Tendenz beim sogenannten sicheren Hafen beobachten. Der Preis pro Feinunze (31,1 Gramm) kletterte um rund fünf Dollar auf fast 1.266 Dollar.

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Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Gold in Euro: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Milderer Gewinnrückgang bei Munich Re

Geringe Katastrophenschäden haben beim weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück im zweiten Quartal den erwarteten Gewinnrückgang abgemildert. Unter dem Strich stand mit 729 Millionen Euro ein Viertel weniger Gewinn als ein Jahr zuvor. Das ist deutlich mehr als von Analysten erwartet.

Eon überzeugt

Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Energiekonzern Eon hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr erheblich gesteigert. Dank der Rückzahlung der Brennelementesteuer verdiente Eon unter dem Strich 3,8 Milliarden Euro. Bereinigt stieg der Konzernüberschuss um 46 Prozent auf 881 Millionen Euro. Hier profitierte Eon von niedrigeren Zins- und Steuerzahlungen. Analysten hatten mit weniger gerechnet.

USA-Geschäft stützt Brenntag

Eine deutlich bessere Nachfrage in Nordamerika hat dem Chemikalienhändler Brenntag im zweiten Quartal zu etwas mehr Gewinn verholfen. Der Überschuss stieg im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 106,7 Millionen Euro. Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) legte um 1,9 Prozent auf 219,8 Millionen Euro zu. Der Umsatz kletterte auf 3 Milliarden Euro, nach rund 2,7 Milliarden Euro im Vorjahr.

Sorgen bei Koenig & Bauer

Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer hat im zweiten Quartal trotz gestiegener Nachfrage im Verpackungs- und Digitaldruck Rückgänge verbucht. Der Umsatz sank um 5,5 Prozent auf 279,8 Millionen Euro, das operative Ergebnis (Ebit) um 39 Prozent auf 11,3 Millionen Euro. Vor Jahresfrist hatten die Würzburger ein größeres Wertpapierprojekt verbucht.

Grammer wächst

Grammer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die hohe Nachfrage nach Mittelkonsolen für Pkw hat dem Zulieferer Grammer Zuwächse beschert. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 3,5 Prozent auf 450 Millionen Euro, das operative Ergebnis um 13 Prozent auf 20,9 Millionen Euro. Allerdings sei der Auftragseingang in der Autosparte wegen des Machtkampfs mit dem Großaktionär Hastor zurückgegangen und habe sich - trotz abgeschmetterten Umsturzversuchs - auch im zweiten und laufenden dritten Quartal noch nicht ganz erholt.

Normas Geschäft belebt

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Der im MDax gelistete Autozulieferer und Verbindungstechnikhersteller Norma hat das zweite Quartal mit einem Umsatz- und Ergebnisplus abgeschlossen. Konzernchef Werner Deggim sprach von einer deutlichen Belebung des Geschäfts in allen drei Absatzregionen, aber auch die Zukäufe von Autoline, Lifial und Fengfan trugen zum Wachstum bei. Die Erlöse stiegen nach endgültigen Berechnungen um 11,8 Prozent auf 264,1 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) verbesserte sich von 43,8 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 46,6 Millionen Euro.

Patrizia steigert Gewinn

Der Immobilien-Investor Patrizia Immobilien hat seinen Gewinn kräftig gesteigert und will eigene Aktien zurückkaufen. Das Ergebnis des SDax-Unternehmens lag im ersten Halbjahr mit 35,1 Millionen Euro um elf Millionen über dem um die Einnahmen aus einem Portfolio-Verkauf bereinigten Vorjahreswert. Das betreute Immobilienvermögen stieg um 600 Millionen Euro auf 19,2 Milliarden Euro.

Symrise erhöht Prognose

Der Aromenhersteller Symrise hat trotz einer gedämpften Nachfrage im Duftstoffgeschäft im ersten Halbjahr die Ertrags-Prognose für das laufende Jahr erhöht. Die operative Marge (Ebitda-Marge) solle nun "über" 20 Prozent liegen. Bisher hatte Symrise rund 20 Prozent angepeilt. Der Umsatz erhöhte sich im Jahresvergleich insgesamt um 3,6 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) legte um gut drei Prozent auf 322,9 Millionen Euro zu.

Jenoptik stark in den USA

Zuwächse in Amerika haben den TecDax-Konzern Jenoptik im zweiten Quartal angeschoben. Der Umsatz kletterte binnen Jahresfrist um 9,5 Prozent auf 184,7 Millionen Euro, das operative Ergebnis (Ebit) um 3,9 Prozent auf 18,2 Millionen Euro. In der zweiten Jahreshälfte will Jenoptik noch zulegen, die Prognose für 2017 wurde bestätigt.

Scout24 legt zu

Die im SDax gelistete Kleinanzeigenbörse Scout24 hat im ersten Halbjahr den Umsatz um 8,1 Prozent auf 233,4 Millionen Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (Ebitda) kletterte um 12,3 Prozent auf 122,8 Millionen. Vor allem die Seite AutoScout24 habe zulegen können.

SGL verkauft Geschäftsteile an Finanzinvestor

Der angeschlagene Kohlefaserspezialist SGL Group schreitet bei seiner Umstrukturierung voran. Die Konzerntochter SGL Carbon Holdings BV verkaufe das Geschäfts mit Kathoden, Hochofenauskleidungen und Kohlenstoffelektroden an den Finanzinvestor Triton, erklärte das Unternehmen. Beide Parteien hätten sich auf einen Unternehmenswert von 250 Millionen Euro geeinigt. Nach Abzug etwa von Rückstellungen für Pensionslasten erwarte SGL einen Mittelzufluss von 230 Millionen Euro, hieß es weiter.

Voestalpine mit Rekordergebnis

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine hat im Auftaktquartal dank einer starken Nachfrage aus der Automobil- und Luftfahrtbranche ein Rekordergebnis erreicht. Das operative Ergebnis (Ebit) legte 96,2 Prozent auf 328,8 Millionen Euro zu. Die Erwartungen von Analysten wurden damit deutlich übertroffen, sie hatten im Schnitt mit 291 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz stieg um 17,3 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

Disney will selbst streamen

Der US-Medienkonzern Walt Disney rückt von Netflix ab und will seine Filme über einen eigenen Streaming-Dienst anbieten. Der Dienst solle 2019 auf den Weg gebracht werden. Der Sportsender ESPN werde ab dem kommenden Jahr über das Internet verfügbar sein. Dazu kauft Disney einen weiteren Anteil von 42 Prozent am Video-Streaming-Unternehmen Bamtech für 1,58 Milliarden Dollar. In den abgelaufenen drei Monaten machten rückläufige Abonnentenzahlen bei ESPN und höhere Produktionskosten dem Unternehmen zu schaffen. Der Gewinn fiel um knapp neun Prozent auf 2,37 Milliarden Dollar, der Umsatz verringerte sich leicht auf 14,24 Milliarden Dollar.

ts

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