Seitenueberschrift

Marktbericht 20:20 Uhr

Marktbericht positiv

Dax wieder über 12.000 Punkte

Neue Kraft am Aktienmarkt

Stand: 20.03.2015, 20:20 Uhr

Der Dax beendet die zehnte Gewinnwoche in Folge. Eine beeindruckende Serie, auch wenn einigen Beteiligten das Ganze langsam unheimlich wird. Im deutschen Leitindex gab es fast nur Gewinner.

Lediglich Sportausrüster Adidas und der Industriekonzern Siemens gaben heute nach, ansonsten lagen alle anderen 28 Aktien des Index im Plus. Die Gewinne gingen dabei quer durch alle Branchen. Tagessieger waren BASF mit einem Plus von 2,67 Prozent. Auch die beiden Versicherungsaktien waren gefragt, Münchener Rück kletterten über 200 Euro und markierten ein neues Jahreshoch.

Der Dax stieg 1,18 Prozent und schloss bei 12.039 Punkten. Sein Tageshoch lag bei 12.069 Punkten, das Tief bei 11.926 Punkten. Damit endet für den Index eine turbulente Woche mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent. Im Späthandel tat sich nicht mehr viel, der L/E-Dax schloss bei 12.044 Punkten wenig verändert zum Xetra-Schluss.

Unterstützung erhielt der Markt heute auch von der Wall Street, die freundlich tendiert. Der Dow-Jones-Leitindex legt aktuell 1,3 Prozent zu und steht deutlich über der Marke von 18.000 Punkten. Konjunkturdaten stehen heute in Amerika keine auf der Agenda.

Immer so weiter?

Der Satz über die 12.000er Marke an diesem Tag ließ Börsianer aber auf neue Rekorde hoffen. "Dass sich der Markt heute oben hält, trotz eines festeren Euro, das ist schon ein sehr optimistisches Signal", sagte ein Händler. Aber es gibt auch warnende Stimmen. Zwar mache auf dem Aktienmarkt weiterhin die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank die Musik, doch "der Schwachpunkt ist und bleibt die mangelnde Untermauerung des jüngsten Kursanstiegs durch eine entsprechende Verbesserung der Unternehmensgewinne", schreibt Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Hexensabbat im Blick

Allerdings könnte der Sprung über die 12.000er-Marke auch Operationen am Terminmarkt geschuldet sein. Heute mussten die Börsen nämlich den dreifachen "Hexensabbat" verkraften. An diesem Termin verfallen an der Eurex Terminkontrakte wie Futures und Optionen.

Traditionell gibt es an solchen Handelstagen starke Kursschwankungen, die losgelöst von der eigentlichen Börsenstimmung zu sehen sind. Profi-Anleger versuchen dabei durch ihre Dispositionen, die Kurse für sich günstig zu beeinflussen.

Euro steigt über 1,08 Dollar

Die Gemeinschaftwährung hat Boden gutgemacht und notiert aktuell bei 1,0842 Dollar. Der Kurs profitierte von einer Annäherung der Geldgeber mit Griechenland. Zuvor hatte der Kurs nach dem Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank stark geschwankt. Fed-Chefin Janet Yellen hält wie erwartet an Zinserhöhungen fest, allerdings nicht so stark, wie am Markt befürchtet.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.0889
Differenz absolut
0.00
Differenz relativ
+0.09%

Ein steigender Euro ist für die exportlastige deutsche Wirtschaft eigentlich eine Belastung. Allerding bleibt der Euro trotz der heutigen Erholung wegen der Zinsdifferenzen zwischen den USA und Euroland weiter unter Abwertungsdruck.

Griechenland und EU einigen sich - vorläufig

Eine zumindest vorläufige Entwarnung gibt es im Dauerstreit um Griechenland. Die Euro-Partner des angeschlagenen Landes geben Athen eine weitere Chance, einen Reformplan vorzulegen. Ministerpräsident Alexis Tsipras kündigte an, in den nächsten Tagen eine vollständige Liste vorzulegen, die Voraussetzung für weitere Milliardenhilfen ist.

Am Rentenmarkt tendierten deutsche Staatsanleihen fest. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf 0,18 Prozent. Zum Vergleich: Zehnjährige griechische Staatspapiere rentierten mit 11,13 Prozent - die Rendite fiel heute um ein halbes Prozent. Auch Anleihen anderer südeuropäischer Staaten profitierten von den Vereinbarungen mit Griechenland.

SAP profitiert von der Euro-Schwäche

Der Walldorfer Softwarekonzern revidierte wegen des schwachen Euro seine Gewinnerwartung nach oben. Auf das operative Ergebnis werde sich die Entwicklung voraussichtlich um 11 bis 14 Prozentpunkte positiv niederschlagen, hieß es am Freitag in einer Erklärung. Bisher hatte SAP nur mit einem Prozentpunkt kalkuliert. Das Ganze bezieht sich auf eine Gewinnspanne zwischen 5,6 bis 5,9 Milliarden Euro. Die Aktie legte nach der Erklärung zu.

Lufthansa: Streik und kein Ende

Die Lufthansa muss die nächste schlechte Nachricht verkraften. Die Piloten von der Vereinigung Cockpit (VC) haben erneut ihren Arbeitskampf verlängert und wollen nun auch am Samstag streiken. Dieses Mal sind Langstreckenverbindungen und Frachtflüge betroffen.

Gleichzeitig erklärte der Reiseveanstalter Tui, dass es eine größere Kooperation mit der Lufthansa-Billigfliegertochter Eurowings geben wird. Eurowings soll Passagiere dabei ab Herbst zu touristischen Langstreckenzielen wie in die Karibik oder nach Thailand bringen. Lufthansa-Aktien, die nach den Streikmeldungen zunächst ins Minus drehten, erholten sich mit dem Gesamtmarkt und legten 0,94 Prozent zu.

Deutsche-Bank-Chefs bekommen weniger

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
31.63
Differenz absolut
-0.13
Differenz relativ
-0.41%

Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die Doppelspitze der größten deutschen Privatbank, müssen sich mit geringeren Bezügen begnügen. Für 2014 erhalten sie eine Vergütung von 6,66 Millionen Euro, das sind elf Prozent weniger als im Vorjahr. Dies teilte die Bank in ihrem Geschäftsbericht mit, der Abend vorgelegt wurde. Die beiden Mananger gehören trotzdem zu den Top-Verdienern im Dax. Die Bank diskutiert wegen der Ertragsschwäche derzeit nach Kritik von Großaktionären, wie zukünftig das Geschäftsmodell aussehen soll. Im Gespräch ist unter anderem ein Rückzug aus dem nicht so lukrativen Geschäft mit privaten Kunden. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang die Postbank ins Spiel gebracht.

Oschmann bald Merck-Chef?

Merck: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
103.40
Differenz absolut
1.00
Differenz relativ
+0.98%

Vizechef Stefan Oschmann wird nach einem Bericht des "Manager-Magazin" im kommenden Jahr die Nachfolge von Firmenchef Karl-Ludwig Kley antreten. Der Übergang werde entweder zur Hauptversammlung 2016 oder bei Ablauf von Kleys Vertrag im September geregelt. Kley führt das Unternehmen seit dem Jahr 2007. Eine Konzernsprecherin erklärte, es gebe keine Entscheidung zu dem Thema.

MAN findet neuen Lastwagen-Chef

Die VW-Tochter MAN hat derweil einen neuen Chef für die Lastwagensparte Trucks & Bus gefunden. Von April an werde das Geschäft von Joachim Drees geleitet, hieß es heute. Sein Vorgänger, Anders Nielsen, wechselt zur Konzernmutter VW und soll sich dort für den neuen VW-Nutzfahrzeug-Vorstand Andreas Renschler um die Entwicklung dieses Geschäfts kümmern, wie das Unternehmen am Freitag in München mitteilte.

Evotec schließt großen Deal ab

Evotec: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.73
Differenz absolut
0.01
Differenz relativ
+0.22%

Die Evotec-Aktie sprang im TecDax nach oben und war größter Indexgewinner. Das Biotech-Unternehmen hat die im Dezember angekündigte Zusammenarbeit mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi nun endgültig besiegelt. Dem TecDax-Mitglied winken aus der Vereinbarung garantierten Zahlungen in Höhe von insgesamt 250 Millionen Euro, davon 40 Millionen Euro sofort.

Drillisch hat große Pläne

Indexkollege Drillisch, ein Netzvermarkter, will zukünftig die Nummer vier unter den Mobilfunkern werden. Nach einer Vereinbarung mit Telefonica (E-Plus und O2, Telefonica Deutschland) übernimmt Drillisch für einen symbolischen Preis 300 Läden, die O2 nach der Fusion mit E-Plus zu viel an Bord hatte.

Bisher ist Drillisch, das keine eigenen Netze betreibt, lediglich mit einigen Billigmarken am Markt, für die Netzkapazitäten gekauft und dann vermarktet werden. Zukünftig kann die Firma aus dem hessischen Maintal Teile des O2-Netzes nutzen, dass die Spanier abgeben mussten, um von der EU-Kommission grünes Licht für die Fusion mit E-Plus zu erhalten. Die Anleger sind zufrieden, die Drillisch-Aktie rückte 3,2 Prozent vor und war einer der größten Gewinner im Technologienindex.

Südzucker: Das könnte teuer werden

Die Aktie von Südzucker stand deutlich unter Druck und war größter Verlierer im MDax. Wie das "Handelsblatt" berichtet, prüfen Firmen der Süßwarenindustrie und Einzelhändler derzeit Schadenersatzforderungen wegen illegaler Preisabsprachen. Das Bundeskartellamt hatte die großen deutschen Zuckerhersteller um Branchenprimus Südzucker im vergangenen Jahr wegen jahrelanger Preisabsprachen zu Strafen von insgesamt rund 280 Millionen Euro verurteilt.

Tomorrow Focus verkauft Medienaktivitäten

Der Internetportalbetreiber will sich zukünftig auf das Reisegeschäft konzentrieren und gibt daher die Medienaktivitäten ab. Für 30,2 Millionen Euro geht die Tochtergesellschaft Tomorrow Fokus Publishing an die Burda Digital GmbH. Dies wurde am Freitag bekannt. Betroffen sind die Nachrichtenseite "Focus Online" und die deutschsprachige Ausgabe von "The Huffington Post". Die Aktie legt nach der Meldung zu.

Optimismus bei Takkt

Der auf Büro- und Betriebsausstattungen spezialisierte Versandhändler hat 2014 Umsatz und Gewinn gesteigert. Die Erlöse stiegen vor allem wegen eines guten Nordamerika-Geschäfts um 2,9 Prozent auf 980,4 Millionen Euro. Der Gewinn erhöhte sich deutlich um ein Viertel auf 65,7 Millionen Euro. Das Management des im SDax notierten Unternehmens schließt Zukäufe nicht aus und zeigt sich für 2015 zuversichtlich. Die Aktie gab leicht nach, war aber zuvor stark gestiegen.

Zement-Hochzeit fest vereinbart

Der Schweizer Zementhersteller Holcim und sein französischer Konkurrent Lafarge schließen sich nun doch zusammen. Nach langen Verhandlungen wurde das Tauschverhältnis der Aktien verändert: Statt eins zu eins gilt nun das Verhältnis neun Holcim-Aktien zu zehn Lafarge-Papieren. Zudem wird Lafarge-Chef Bruno Lafont nicht wie zunächst vorgesehen Vorstandsvorsitzender des neuen Konzerns. Vielmehr soll er zusammen mit dem Holcim-Verwaltungsratsvorsitzenden und ehemaligen Linde-Chef Wolfgang Reitzle zum Co-Verwaltungsratsvorsitzenden ernannt werden. Ein neuer Konzernchef soll in Kürze bekanntgegeben werden.

Tiffany verfehlt die Erwartungen

Der amerikanische Edeljuwelier hat im vierten Quartal unter dem starken Dollar gelitten. Im vierten Geschäftsquartal (per 31.1.) sank der Umsatz im Jahresvergleich um ein Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem Wachstum von 1,5 Prozent gerechnet.

Kurzfristig bleibt der Ausblick negativ, erst ab dem dritten Quartal soll es wieder bergauf gehen. Im gesamten Geschäftsjahr stieg der Umsatz um fünf Prozent auf 4,25 Milliarden Dollar, der Gewinn legte deutlich von 181 auf 484 Millionen Dollar zu. Das Ganze kommt nicht gut an, die Tiffany-Aktie verliert in New York aktuell 3,4 Prozent.

rm

Aktuelle Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Tagestermine am Montag, 30. März

Unternehmen:
HHLA: Q4-Zahlen und Telefonkonferenz, 7:30 Uhr
Grammer: Analysten- und Bilanz-Pk
Ludwig Beck: Bilanz-Pk

Konjunktur:
Brüssel: Geschäftsklima Eurozone im März, 11 Uhr
Deutschland: Vorläufige Verbraucherpreise im März, 14 Uhr
USA: Persönliche Einkommen und Konsum, Februar, 14:30 Uhr

Darstellung: