Seitenueberschrift

Börsentrend 14:55 Uhr

US-Politzwist drückt den Dax

Mit Boehner wär's schöner

Aber John Boehner, der Verhandlungsführer der Republikaner im US-Kongress, hat in seiner eigenen Partei keine Mehrheit für seinen Kompromissvorschlag. Damit droht den USA die gefürchtete Fiskalklippe. Solche Nachrichten kommen an der Börse nicht gut an.

Denn am letzten Handelstag vor Weihnachten baut der Dax nach den jüngsten Wendungen aus Washington seine Verluste weiter aus und steht rund 0,9 Prozent im Minus bei knapp über 7.600 Punkten.

Im Tagestief hat das deutsche Börsenbarometer bisher bei 7.596, im Hoch bei 7.648 Punkten gelegen.

Boehner rudert zurück

Im innerparteilichen Streit der Republikaner lehnen vor allem die konservativen Kräfte in der Partei jegliche Steuererhöhungen, auch und gerade für die Reichen, kategorisch ab. Damit ist der Kompromissplan von Verhandlungsführer John Boehner gescheitert, der vorsah, dass ab einer Einkommensgrenze von 1.000.000 Dollar die Steuern erhöht werden. Ein Kompromiss zwischen den beiden großen Parteien der USA wird laut Händler Markus Huber vom Broker ETX Capital immer unwahrscheinlicher.

Nun wird die Zeit knapp, denn ohne Einigung drohen den USA im neuen Jahr gleichzeitig Steuererhöhungen und Abgaben im Volumen von 600 Milliarden Dollar. Diese "Fiskalklippe" könnte sich sogar zu einer Rezession ausweiten und damit die gesamte Weltwirtschaft belasten.

Die US-Futures liegen trotz besser als erwartet ausgefallener Daten zu den Auftragseingängen langlebiger Güter sowie den Kosumausgaben im November klar im Minus und signalisieren eine schwache Eröffnungstendenz an der Wall Street.

In Deutschland haben die Anleger sogar nur noch knapp zwei Handelstage Zeit zu reagieren, denn nach der Weihnachtspause werden die Bücher am Freitag, den 28.12. schon um 14:00 Uhr endgültig geschlossen.

"Hexensabbat kein Thema"

Auch der "große Hexensabbat", also der Verfall der Dezember-Optionen und Futures an den Terminbörsen, sowie die Daten zum deutschen Konsumklima können den Aktienmarkt nicht stimulieren. Nach den Marktforschern der GfK ist die Konsumlaune nämlich erneut um 0,2 Punkte auf 5,6 Zähler gefallen.

Im Blick behalten müssen die Anleger darüber hinaus die Lage im Euro-Staat Zypern, der vor dem Bankrott steht. Die Rating-Agentur S&P hat den Inselstaat in der Nacht um zwei Stufen auf "CCC+" herabgestuft.

Euro durch Zypern geschwächt

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
1.2391
Differenz absolut
0.00
Differenz relativ
0.00%

Diese Abstufung belastet neben dem US-Poltikzwist auch den Euro, der um gut einen halben Cent auf ein Niveau knapp über 1,32 Dollar gefallen ist. Zypern benötigt dringend finanzielle Unterstützung, insbesondere um seinen zu großen Bankensektor rekapitalisieren zu können.

Banken gedrückt

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.94
Differenz absolut
0.27
Differenz relativ
+2.31%

Wie stets, wenn vor allem die Euro-Sorgen der Marktteilnehmer zunehmen, werden Bankaktien verkauft. Die Aktien der beiden Dax-Vertreter Commerzbank und Deutsche Bank gehören zu den größten Tagesverlierern, ebenso wie HeidelbergCement. Die Zementaktie hatte allerdings zuletzt ein neues Jahreshoch erreicht. Infineon bleiben Tagessieger nach einem positiven Analystenkommentar von JP Morgan.

Nike hilft Adidas

Nike: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
78.49
Differenz absolut
0.73
Differenz relativ
+0.93%
Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
65.72
Differenz absolut
0.12
Differenz relativ
+0.18%

Gute Quartalszahlen des US-Konkurrenten Nike helfen auch der Adidas-Aktie leicht ins Plus. Nike hat mit einem Gewinn von 521 Millionen Dollar und einem Umsatzzuwachse um sieben Prozent auf knapp sechs Milliarden Dollar im fortgeführten Geschäft die Erwartungen übertroffen. Die Nike-Aktie legt auch im europäischen Handel mehr als drei Prozent zu.

RWE sammelt weiter Geld ein

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
27.40
Differenz absolut
0.94
Differenz relativ
+3.53%

Nur zeitweise ins Plus schafften es die Papiere von RWE, die mittlerweile wieder deutlich zurückgefallen sind. Der Energieversorger konnte zunächst punkten, denn die Essener haben erneut einen Beteiligungs-Verkauf perfekt gemacht. Für seine 57,5 Prozent an einem Koblenzer Versorger erhält RWE 220 Millionen Euro. RWE will mit Verkäufen in Milliardenhöhe seine Kapitalbasis stärken.

FMC handelt US-Problem ab

Der seit Jahren schwelende Rechtsstreit des Dialyse-Konzern FMC wegen der Erstattung von Dialysebehandlungen in den USA wird eingestellt. Bereits 2005 hatten die Behörden ihre Ermittlungen aufgenommen, die nun laut FMC-Chef Ben Lipps beendet sind. Die Aktie liegt leicht im Plus und hält sich besser als der Gesamtmarkt.

Merck setzt auf Erbitux

Im Dax können Merck-Aktien nicht von der Nachricht profitieren, dass der Darmstädter Konzern für sein wichtigstes Krebsmittel "Erbitux" von den japanischen Behörden eine erweiterte Zulassung in Japan erhalten hat. Erbitux darf nun auch für Kopf- und Halskrebs verwendet werden. Das Mittel ist in insgesamt 92 Ländern auf der Welt im Einsatz und brachte Merck 23011 Erlöse von 855 Millionen Euro.

SMA punktet in China

Wie der Wechselrichter-Hersteller am Donnerstag mitteilte, erwirbt SMA eine 72,5-Prozent-Beteiligung am chinesischen Konkurrenten Jiangsu Zeversolar New Energy. Damit will SMA sich auf dem wichtigen chinesischen Markt positionieren. Analysten wie Sven Kürten von der DZ Bank raten in einer ersten Stellungnahme dennoch zum Kauf. Die Aktie legt im TecDax rund 2,5 Prozent zu und gehört damit zu den größten Tagesgewinnern.

Hornbach leidet im Ausland

Vor allem das maue Geschäft in den Auslandsfilialen der Baumarkt-Kette hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 (bis November) die Muttergesellschaft Hornbach Holding belastet. Während die Umsätze noch um ein Prozent auf 2,6 Milliarden Euro kletterten, sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 9,5 Prozent auf 173 Millionen Euro. Die Aktie dümpelt 1,4 Prozent im Minus.

SKW vor Ergebnisrückgang

Ebenfalls im Minus notiert die Aktie des Stahlveredlers, ebenfalls SDax-Mitglied. Das Unternehmen hat kurz vor Jahresschluss seine Geschäftsprognosen konkretisiert. Der Konzernumsatz soll 2012 über 400 Millionen Euro liegen, beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) geht das Unternehmen von 22 bis 24 Millionen Euro aus, was einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert bedeutet.

Stand: 21.12.2012, 14:55 Uhr

Tagestermine am Montag, 24. November

Unternehmen:
Borussia Dortmund: Hauptversammlung
Telekom Austria: Bezugsfrist für Kapitalerhöhung endet

Konjunktur:
Deutschland:
Ifo-Geschäfsklimaindex im November, 10:00 Uhr
USA:
CFNAI-Index, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Commerzbank:
Corporate Finance Outlook 2015, 09:30 Uhr
LBBW: Kapitalmarktausblick mit Chefvolkswirt Burkert, 10:00 Uhr
Japan:
Börse wegen Feiertags geschlossen

Darstellung: