Marktbericht 20:05 Uhr

Marktbericht negativ

Dax rutscht weiter ab Missglückter Start in die Börsenwoche

Stand: 21.08.2017, 20:05 Uhr

US-Präsident Donald Trump wird zunehmend zum Störenfried an der Börse. Die Personalquerelen in seiner Regierung und die neuen Provokationen in Korea verunsicherten die Anleger zu Wochenbeginn. Der Dax ging erneut in Deckung.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.174,30
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-0,45%

Der deutsche Leitindex setzte seine Talfahrt fort und fiel bis auf 12.021 Punkte. Zum Xetra-Schluss blieb noch ein Minus von 0,8 Prozent. Es war der dritte Verlusttag in Folge. Seit Donnerstag hat der Dax 1,6 Prozent nachgegeben.  

Dow stabilisiert sich

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
21.812,09
Differenz relativ
-0,40%

Die Impulse von der Wall Street waren zu schwach. Zwar konnte sich der Dow nach seinen jüngsten Kursverlusten etwas stabilisieren, doch so richtig von der Stelle kam er nicht. Der breiter aufgestellte S&P 500 stagnierte ebenfalls bei 2.427 Punkten. Vor der mit Spannung erwarteten Notenbank-Konferenz in Jackson Hole vom 24. bis 26. August hielten sich die Anleger zurück.

Verzögern sich Trumps Wirtschaftspläne weiter?

Auch das Chaos in der Trump-Regierung hallte an den Börsen nach. Nachdem sich zahlreiche Wirtschaftsbosse und andere Politiker von US-Präsident Donald Trump abgewandt hatten, "werden die Zweifel immer größer, ob Trump seine Wahlversprechen umsetzen kann. Die angekündigten Steuersenkungen und das gigantische Infrastruktur-Programm werden zunehmend unwahrscheinlicher.

Nordkorea-Konflikt könnte wieder aufflammen

Hinzu kommen Sorgen um ein Wiederaufflammen des Nordkorea-Konflikts. Ein gemeinsames Militärmanöver der USA mit Südkorea hat die Furcht vor einem bewaffneten Konflikt mit Nordkorea geschürt. Möglicherweise könnte Nordkoreas Machthaber Kim Jon Un dies zum Anlass nehmen, die ausgesetzten Waffentests im Laufe der Woche wieder aufzunehmen, warnte Analyst Dirk Gojny von der National Bank. In der Nacht zum Dienstag (3 Uhr MEZ) hält Trump seine Rede zur Nation. Darin wird er sich zur Politik in Afghanistan und Südasien äußern.

Börsianer bleiben nervös

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
21.812,09
Differenz relativ
-0,40%

Laut Analyst Jens Klatt von JFD Brokers bewegt sich der US-Volatilitätsindex Vix, auch "Angstbarometer" genannt, noch immer auf der Höhe des Jahreshochs. Das spiegele eine anhaltende Nervosität am US-Markt wider, "die alles andere als Sicherheit versprüht und zeigt, dass auch der Dax noch lange nicht über den Berg ist", folgerte der Experte. Ein Rückfall des Dax unter 12.000 Punkte sei möglich, warnte Klatt.

Euro über 1,18 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1812
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+0,02%

Als zusätzliche Belastung für die europäischen Aktienmärkte erwies sich der wieder etwas stärkere Euro. Die Gemeinschaftswährung zog im Laufe des Tages an und kletterte über die Marke von 1,18 Dollar. Devisenhändler nannten als Grund das Polit-Chaos in der US-Regierung, das mit dem Abgang des umstrittenen Chefstrategen von Trump, Stephen Bannon, einen neuen Höhepunkt erreicht hatte.

Gold teurer, Öl billiger

Angesichts der neugeschürten Furcht vor einem Nordkorea-Krieg suchen Anleger vermeintlich "sichere Häfen" wie Gold. Der Preis für das gelbe Edelmetall kann sich am Montag von seinem jüngst gescheiterten Ausbruchsversuch über die Marke von 1.300 Dollar etwas erholen und liegt mit aktuell 1.291 Dollar je Feinunze 0,5 Prozent im Plus.

Die Ölpreise rutschten nach den starken Kursgewinnen vom Freitag wieder ab. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich um fast zwei Prozent auf 51,66 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 62 Cent auf 47,89 Dollar. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
48,45
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+1,85%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
52,61
Differenz relativ
+1,55%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.290,93
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+0,02%

Zink auf Zehnjahres-Hoch

Bei den Industriemetallen ging derweil die Rally weiter. Spekulationen auf einen Bauboom beim weltgrößten Abnehmer China trieb den Kupferpreis auf ein Drei-Jahres-Hoch von 6623 Dollar je Tonne. Das zur Stahl-Herstellung benötigte Zink war mit 3180,50 Dollar zeitweise so teuer wie zuletzt vor zehn Jahren. Die Metallpreis-Rally sei aber spekulativ getrieben und das Preisniveau nicht gerechtfertigt, warnte Commerzbank-Expertin Barbara Lambrecht.

Lufthansa im Aufwind

ARD-Börsenstudio: Ulla Hermann

Börse 17.00 Uhr: Lufthansa einziger Gewinner im Dax

Im Dax war neben Vonovia die Lufthansa der einzige Gewinner. Die Titel der Lufthansa stiegen um 0,6 Prozent. Die größte deutsche Fluggesellschaft hat angeblich gute Chancen, sich einige "Filetstücke" von Air Berlin zu angeln. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries plädiert dafür, dass größere Teile der insolventen Air Berlin an die Lufthansa gehen. "Ich würde es begrüßen, wenn die Lufthansa größere Anteile von Air Berlin übernimmt", sagte die Ministerin dem "Handelsblatt". Füpr Air Berlin gibt es zehn Kaufinteressenten.

Linde-Spitze wirbt für Aktientausch

Linde: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
166,55
Differenz relativ
-0,66%

Die Aktien von Linde büßten dagegen 1,3 Prozent ein. Vorstand und Aufsichtsrat des Münchner Gasekonzerns haben den Aktionären die Annahme des Aktientauschangebots mit Praxair empfohlen. Der Zusammenschluss sei im besten Interesse von Linde, seinen Aktionären und weiteren Beteiligten, hieß es in der gemeinsamen Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat. Bis zum 24. Oktober können die Linde-Aktionäre ihre Aktien bei der neuen Holdingsgesellschaft Linde plc einreichen.

Für die Post ist schon Weihnachten

Die Deutsche Post peilt im wichtigen Weihnachtsgeschäft in Deutschland einen neuen Rekord in ihrem boomenden Paket-Geschäft an. Post-Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes rechnet mit einer Menge von "signifikant über acht Millionen", an Spitzentagen sogar mit 8,7 Millionen Paketen. An normalen Tagen liefert der Konzern in Deutschland rund 4,3 Millionen Pakete aus. Die "Aktie Gelb" verlor 0,5 Prozent.

VW lässt sich Zeit

ARD-Börsenstudio: Ulla Hermann

Börse 18.00 Uhr: VW-Aktie unter Druck

VW sieht sich trotz der hohen Strafen im Abgas-Skandal nicht unter Druck, Beteiligungen wie die Motorradmarke Ducati oder den Getriebehersteller Renk rasch zu verkaufen. Die Trennung von Randbereichen sei nicht zeitkritisch, sagte Strategiechef Thomas Sedran in einem Interview mit dpa.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
126,60
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-0,55%

Derweil entwickelt der Autobauer seinen E-Bulli ID Buzz für die Serienproduktion weiter. Das Fahrzeug, das zuletzt als Studie auf verschiedenen Automessen vorgestellt worden war, soll ab 2022 zu kaufen sein. Die VW-Aktien verloren rund ein Prozent.

Stada treibt Umbau voran

Markus Gürne

Stada-Aktie im Höhenflug

Im MDax waren die Aktien von Stada gefragt. Sie gewannen 3,8 Prozent. Nach der im zweiten Anlauf geglückten Übernahme des Arzneimittelherstellers durch Bain und Cinven soll der Umbau forciert werden. Stada werde die bereits eingeläuteten Effizienz- und Wachstumsprojekte mit Hochdruck vorantreiben, versprach am Montag Vorstandschef Engelbert Willink.

Stada: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
78,00
Differenz relativ
+1,68%

Den Bietern Bain und Cinven wurden bis zum Ende der Annahmefrist am Mittwoch 63,85 Prozent der Anteile angedient. Die Beteiligungsgesellschaften hatten sich in ihrem zweiten Anlauf mindestens 63 Prozent zum Ziel gesetzt. Ein erster Übernahmeversuch war nur knapp an der Mindestannahmeschwelle gescheitert.

BVB stürmt nach oben

Weit oben in der SDax-Tabelle rangierten die Aktien von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund. Sie gewannen rund zwei Prozent. Der starke Start in die neue Saison mit dem 3:0-Auswärtserfolg in Wolfsburg und dem Sprung an die Tabellenspitze stimmten die Anleger zuversichtlich. Unklar bleibt, ob der suspendierte BVB-Star Ousmane Dembelé zum FC Barcelona wechselt. Beide Seiten sind sich uneinig über die Transfersumme.

Datagroup überzeugt

Jenseits der großen Indizes machte der Cloud-Spezialist Datagroup mit guten Zahlen auf sich aufmerksam: Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 5,2 Millionen Euro um 170 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Unter dem Strich erzielte Datagroup einen Gewinn von 3,5 Millionen Euro nach einem Verlust von 0,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Aktien stiegen um über vier Prozent.

Israelis kontrollieren ADO

Der israelische Baukonzern Shikun & Binui will den Berliner Immobilien-Investor ADO Properties künftig in seiner Bilanz voll konsolidieren. Shikun & Binui will seine Beteiligung an der Muttergesellschaft von ADO Properties, der israelischen ADO Group, mit einem Übernahmeangebot auf mehr als 50 von 40,15 Prozent aufstocken. Die in Tel Aviv börsennotierte ADO Group hält zwar nur 38,2 Prozent an ADO Properties, gilt aber als beherrschender Aktionär.

Kontron verschwindet von der Börse

Im TecDax zählten die Aktien von S&T zu den Gewinnern. Die Österreicher gaben am Nachmittag die Verschmelzung des deutschen Kleincomputerherstellers Kontron auf die S&T-Tochter S&T Deutschland Holding bekannt. Mit dem Vollzug erlischt die Börsennotierung von Kontron. Die S&T Deutschland Holding AG soll künftig unter dem Namen Kontron S&T AG mit Hauptsitz in Augsburg firmieren. S&T wird den neuen Aktionären anbieten, deren neue Aktien in die S&T AG einzubringen.

Sempra sticht Buffett aus

Star-Investor Warren Buffett gibt sich im Bieterrennen um den insolventen US-Netzbetreiber Oncor geschlagen. Der 86-Jährige verzichtete darauf, ein höheres Gebot des Energiekonzerns Sempra Energy zu übertrumpfen und musste eine seiner wenigen Niederlagen einstecken. Am Montag kaufte Sempra Energy letztlich das in Dallas ansässige Unternehmen für 9,45 Milliarden Dollar.

Chinesen schielen auf FiatChrysler

ARD-Börsenstudio: Jan Plate

Börse 16.00 Uhr Geht Autobauer FiatChrysler an Chinesen?

Die Fiat-Aktie kletterte am Montag auf ein 19-Jahres-Hoch. Der chinesische Autobauer Great Wall Motor will die Marke Jeep des italienisch-amerikanischen Fahrzeugherstellers Fiat Chrysler kaufen. "Ja, wir sind interessiert", sagte Zhao Lijia, Sprecher der SUV-Sparte Haval von Great Wall, am Montag in Peking. "Wir erwägen gegenwärtig einen Kauf." Fiat jedoch erklärte, (noch) keinen Kontakt mit den Chinesen zu haben.

Milliarden-Übernahme von Total

Die weltgrößte Reederei Møller-Mærsk verkauft ihr Öl-Geschäft Maersk Oil für 7,45 Milliarden Dollar an Total. Der französische Energiekonzern will mit dem Deal seine Ergebnisse und seinen Cash Flow ausweiten und so seine Dividenden-Perspektiven verbessern. Die Synergien sollen sich auf 400 Millionen Dollar pro Jahr belaufen. Die Aktien von Mærsk machten einen kräftigen Sprung nach oben.

Muss Apple HMD fürchten?

Der finnische Handyhersteller HMD will den Namen Nokia zurück an die Smartphone-Weltspitze bringen und die Platzhirsche Apple und Samsung angreifen. "Unser Ziel ist es, innerhalb der kommenden drei bis fünf Jahre wieder zu den Top-3 Smartphone-Herstellern zu gehören", sagte der Chef des Namensrechte-Inhabers und Herstellers HMD Global, Florian Seiche, der "Welt am Sonntag".

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
135,10
Differenz relativ
-0,66%
Samsung GDR: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
892,61
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nb

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Für Samsung und Apple wird es enger Smartphone-Markt heiß umkämpft

Samsung Galaxy S8

Samsung

Die Marktführerschaft von Samsung ist auch 2017 ungebrochen. Die Marktanteils-Statistik von Gartner weist für das erste Quartal 20,7 Prozent Anteil aus. Doch im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das ein Rückgang um 2,6 Prozentpunkte. Der Imageschaden durch den Rückruf des Note 7 im vergangenen Jahr ist eine Erklärung.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 24. August

Unternehmen:
Schoeller-Bleckmann: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Abercrombie & Fitch: Q3-Zahlen, 13:00 Uhr
Tele Columbus: Q2-Zahlen
CTS Eventim: Q2-Zahlen
Broadcom: Q3-Zahlen
Schoeller-Bleckmann: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr

Konjunktur:
Japan; Nikkei PMI Verarbeitendes Gewerbe 08/17, 2:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Verkauf bestehender Häuser, 07/17, 16:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Fed Economic Policy Symposium, Jackson Hole (bis 26.8.) Gamescom: Computer- und Videospiele-Messe, Kölm (bis 26. August)

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