Seitenueberschrift

Marktbericht 20:00

Marktbericht negativ

Viele Fragen, keine Antworten

Krisenangst hält die Börse im Griff

Die Dax-Korrektur dauert an, genau wie die Krisen, die den Investoren derzeit den Mut zum Aktienkauf nehmen: Libyen, Irak, Ukraine, Naher Osten. Aber die Woche hat erst begonnen und viele Konjunktur- und Unternehmenszahlen werden noch publiziert.

Der Dax schloss mit einem Abschlag von 0,5 Prozent auf 9.598,17 Punkten und konnte seine zwischenzeitlich deutlicheren Verluste damit wenigstens begrenzen. Der tiefste Stand des Tages lag bei nur noch 9.527,59 Zählern. Auf niedrigerem Niveau hatte der deutsche Leitindex zuletzt am 8. Mai notiert.

Nachdem der Dax die meiste Zeit des Tages immerhin oberhalb der charttechnisch bedeutsamen Marke von 9.600 Punkten gelegen hatte, lösten schwache Daten vom US-Immobilienmarkt intensivere Verkäufe aus. Aus technischer Sicht spricht nun mehr für weiter sinkende Kurse. Der Late Dax schloss mit minus 0,5 Prozent bei 9.609,50 Punkten. Der Dow Jones lag am Abend allerdings leicht im Plus.

"Keine wirkliche Besserung der Lage"

Börse 19.00 Uhr

Es gibt derzeit einige Gründe, Risiken zu meiden: "Zu schwer lasten die Krise in der Ukraine ohne wirkliche Besserung der Lage und das Hin und Her um einen Waffenstillstand im Gazastreifen auf den Börsen", kommentiert Jens Klatt von DailyFX das Tagesgeschehen. Die Sanktionsspirale gegenüber Russland komme jetzt erst so richtig in Gang, auch die Europäische Union werde sich jetzt zu stärkeren und damit wirkungsvolleren Strafmaßnahmen durchringen, so der Experte. "Das bedeutet aber auch ein Mehr an Unsicherheit, welche wirtschaftlichen Spuren dieser Ost-West-Konflikt langfristig hinterlässt."

Und Anleger mögen keine Unsicherheit. Außerdem drückte eine negative Analyse von Goldman Sachs, die fallende Kurse im Aktienmarkt prognostiziert, auf die Stimmung. Die Meinung der Goldmänner hat in der Branche großes Gewicht.

Wichtige Konjunkturdaten

Im Wochenverlauf werden neben zahlreichen Unternehmenszahlen einige wichtige Konjunkturtermine anstehen, die den Aktienmarkt bewegen können. "Die anstehenden US-Daten, insbesondere der ISM-Industrieindex, die erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts und der Arbeitsmarktbericht am Freitag sind robust zu erwarten", schreibt Helaba-Analyst Ulrich Wortberg.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
9576.04
Differenz absolut
-22.13
Differenz relativ
-0.23%

Damit bleibe den Marktteilnehmern das Thema Zinswende in den USA erhalten, auch wenn die FOMC-Sitzung am Mittwoch noch keine Hinweise dazu liefern werde. "Der Aktienmarkt dürfte von forcierten Zinsspekulationen tendenziell belastet werden", so Wortberg.

Deutsche Bank: Schmuddel ohne Ende?

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.48
Differenz absolut
-0.20
Differenz relativ
-0.75%

Unter den Einzelwerten ragt das Dax-Schmuddelkind erneut negativ heraus. Die Deutsche Bank ist laut Bloomberg wegen angeblicher Manipulation des Silberpreises verklagt worden. Die Aktie zählt im vor der für morgen geplanten Vorlage des Quartalsberichts zu den Dax-Verlierern.

China belastet Auto-Sektor

Extrem schwach präsentierten sich die Autowerte im Dax. Daimler-Aktien rutschen ab, ein Test des März-Tiefs bei 58,78 Euro scheint sich anzubahnen. Auf dem weltgrößten Automarkt in China haben Wettbewerbshüter deutschen und anderen Herstellern zu hohe Preise vorgeworfen. Ermittler forderten von ausländischen Oberklasse-Herstellern Preisnachlässe für Reparaturen und Ersatzteile. Chinas Markt für Oberklasse-Autos wird von den deutschen Herstellern Audi, BMW und Daimler dominiert.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
62.35
Differenz absolut
-0.73
Differenz relativ
-1.16%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
173.80
Differenz absolut
-2.30
Differenz relativ
-1.31%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
91.43
Differenz absolut
-0.78
Differenz relativ
-0.85%

Deutsche Börse mit Analysten-Malus

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
54.24
Differenz absolut
0.40
Differenz relativ
+0.74%

Die Aktie der Deutschen Börse war bei den Anlegern ebenfalls nicht gut gelitten, denn negative Analystenstudien belasteten: Die Credit Suisse hat das Kursziel von 51 auf 49 Euro gesenkt und die Einstufung mit "Underperform" bestätigt. RBC Capital senkte die Einstufung auf "Underperform". Die Experten bewerten die Papiere mit einem Abschlag von zehn Prozent gegenüber dem Sektor. Das Wachstumsprofil der Deutschen sei geringer - die Wettbewerber wachsen während die Deutsche Börse zurückfällt.

Commerzbank sucht die Richtung

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.04
Differenz absolut
-0.14
Differenz relativ
-1.25%

Eine Berg- und Talfahrt unternahm die Aktie der Commerzbank, die im Minus schloss. Laut dem "Handelsblatt" will die das Institut sein Sparprogramm ausweiten und Teile des Bereichs Finanzen, in den unter anderem die Finanzbuchhaltung fällt, an externe Dienstleister auslagern.

Merck: Aktie schließt Zachert-Lücke

Merck: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
64.83
Differenz absolut
-0.38
Differenz relativ
-0.58%

Einer der größten Dax-Gewinner war die Merck-Aktie. Sie stieg bis auf 66,36 Euro und schloss damit das Ende Januar nach dem Wechsel des Finanzchefs Matthias Zachert an die Lanxess-Spitze gerissene Abwärts-Gap. Damit verbessert sich das charttechnische Bild maßgeblich. Der Pharmakonzern kündigte an, seinen China-Umsatz bis 2018 auf eine Milliarde Euro verdoppeln.

Wincor: Das hat gesessen!

Wincor Nixdorf: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
38.52
Differenz absolut
0.56
Differenz relativ
+1.49%

Im MDax brach die Aktie von Wincor Nixdorf zeitweise ein. Wincor hat seine Umsatzprognose für das seit Oktober laufende Bilanzjahr 2013/14 kassiert und rechnet beim operativen Ergebnis allein durch einen Verkaufserlös mit einer Punktlandung. Selbst die Aussicht auf eine höhere Dividende lockte die Anleger nicht.

Aareal Bank schindet Zeit

Aareal Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
31.57
Differenz absolut
0.09
Differenz relativ
+0.29%

Zu den MDax-Verlierern zählte auch die Aktie der Aareal Bank. Der Immobilienfinanzierer verschiebt angesichts der neuen Unsicherheiten auf den Finanzmärkten die lange geplante Ausgabe einer eigenkapitalähnlichen Hybridanleihe. Anleger zeigen sich enttäuscht, dass die Aareal Bank folglich die geplante Rückzahlung der Staatshilfe noch nicht stemmen kann.

Bei Gea läuft es rund

Gea
Gea: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
34.13
Differenz absolut
-0.30
Differenz relativ
-0.87%

Besonders mit Technik für die Landwirtschaft und Kühlsystemen punktete Gea im zweiten Quartal. Der Umsatz lag trotz des anhaltenden Gegenwinds durch negative Währungseffekte über den Konsensschätzungen. Auch der Auftragseingang kam besser rein als erwartet.

Citigroup kostet Freenet einige Prozente

Freenet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19.04
Differenz absolut
-0.16
Differenz relativ
-0.83%

Im TecDax ist eine US-Bank für die größten Kursverluste verantwortlich: Die Freenet-Aktie rutschte zeitweise um rund sieben Prozent ab. Die Citigroup hatte ihre Empfehlung von "Buy" auf "Neutral gesenkt und auch das Kursziel von 26,00 auf 20,50 Euro nach unten korrigiert.

Morphosys auf 13-Jahres-Hoch

Morphosys: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
71.84
Differenz absolut
-0.16
Differenz relativ
-0.22%

Dagegen waren Morphosys-Aktien trotz eines Verlusts von 0,5 Millionen Euro im zweiten Quartal zunächst gefragt, sackten dannn aber zurück ins Minus. Das Bio-Tech-Unternehmen hob die Jahresprognose leicht an: Der Betriebsverlust (Ebit) soll bei rund 11 Millionen Euro (zuvor: 11 bis 16 Millionen Euro) liegen. Aktien der Biotechfirma stiegen zeitweise bis auf 74,90 Euro – und waren damit so teuer wie zuletzt im September 2000.

Solarworld senkt Umsatzprognose

Solarworld: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14.66
Differenz absolut
-0.34
Differenz relativ
-2.23%

Solarworld kommt nur langsam wieder in Tritt. Das Umsatzziel für 2014 von mehr als 680 Millionen Euro werde wahrscheinlich nicht erreicht, hieß es. Im ersten Halbjahr wuchs der Konzernumsatz um 13 Prozent auf 228 Millionen Euro, blieb dabei aber leicht unter den Erwartungen des Unternehmens. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie bereinigt um Sondereffekte des internen Umbaus kam Solarworld auf einen Gewinn von einer Million Euro (Vorjahreshalbjahr: minus 37 Millionen Euro).

Ryanair zeigt Lufthansa, wie's geht

Bei Ryanair sorgt ein Gewinnsprung im abgelaufenen Quartal für neuen Optimismus: Die irische Billigfluggesellschaft steuert nun im Gesamtjahr auf einen Gewinn von mindestens 620 Millionen Euro zu, nachdem dieser Wert bisher die maximale Gewinnerwartung markiert hatte.

Mit ihrer höheren Prognose setzt sich Europas größte Billigfluggesellschaft deutlich von der Konkurrenz der Traditionsunternehmen ab: Lufthansa und Air France KLM hatten jüngst ihre Erwartungen heruntergeschraubt.

Ryanair: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
7.12
Differenz absolut
-0.04
Differenz relativ
-0.53%
Air France-KLM: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
8.59
Differenz absolut
-0.10
Differenz relativ
-1.14%
Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14.38
Differenz absolut
-0.03
Differenz relativ
-0.21%

TNT per Express gen Süden

TNT Express: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
6.10
Differenz absolut
0.02
Differenz relativ
+0.31%

Dagegen kommen die Zahlen von TNT Express an der Börse nicht gut an. Hohe Sanierungskosten haben den niederländischen Logistikkonzern im zweiten Quartal in den roten Zahlen gehalten, der Nettoverlust belief sich auf 4 Millionen Euro. Allein Kosten für den Konzernumbau belasteten das Ergebnis mit 74 Millionen Euro.

Lloyds zahlt Millionen für "Fehlverhalten einzelner"

Lloyds Banking Group: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 2 Jahre
Kurs
0.95
Differenz absolut
0.00
Differenz relativ
+0.32%

Im Libor-Skandal um die Manipulation von wichtigen Zinssätzen gibt es die nächste Einigung: Die britische Großbank Lloyds verständigte mit Behörden in Großbritannien und den USA auf eine Vergleichszahlung von 370 Millionen US-Dollar. Die US-Finanzaufsichtsbehörde CFTC erklärte, dass die Bank zwischen 2006 und 2009 mehrfach den Interbankenzinssatz manipuliert habe. Lloyds-Chairman Norman Blackwell sprach von einem Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter, das die Bank verurteile.

Reckitt Benckiser plant Pharma-IPO

Reckitt Benckiser: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
66.48
Differenz absolut
0.90
Differenz relativ
+1.37%

Unterdessen macht der britische Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser Nägel mit Köpfen: Das Pharma-Geschäft soll abgespalten und eigenständig in Großbritannien notiert werden, teilte der Konzern am Montag mit. Der Schritt soll innerhalb der nächsten 12 Monate erfolgen. Im zweiten Quartal hatte das Pharmageschäft einen zweistelligen Umsatzrückgang verbucht und dem Konzern so die Bilanz verhagelt.

Will Danone medizinische Spezialernährung loswerden?

Danone: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra EU Stars für den Zeitraum Intraday
Kurs
55.41
Differenz absolut
-0.05
Differenz relativ
-0.09%

Danone zählen zu den größten Gewinnern im Pariser CAC40. Die Franzosen verhandeln laut "Financial Times" über einen Verkauf ihres Geschäftes mit medizinischer Spezialernährung. Interessent sei das US-Unternehmen Hospira. Die Sparte, die etwa Sondennahrung für schwer kranke Patienten herstellt, werde mit 3,7 Milliarden Euro bewertet. "In der Vergangenheit wurde über ein Preis von nur 3 Milliarden Euro spekuliert, die nun genannten 3,7 Milliarden wären natürlich ein besseres Angebot", sagte ein Aktienhändler.

Der Kaffee-Preis steigt

Kaffee (Arabica): Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
181.50
Differenz absolut
0.10
Differenz relativ
+0.05%

Die Furcht vor einer geringeren Ernte in Brasilien hat den Kaffeepreis angetrieben. "Inzwischen sind die zunächst ersehnten Regenfälle in Brasilien so ausgeprägt, dass es immer wieder zu Ernteunterbrechungen kommt," schrieben die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar. Zudem werde befürchtet, die Blüte für die Ernte 2015 könnte dadurch zu früh starten. Seit seinem Fünf-Monats-Tief Mitte Juli hat der Kaffeepreis fast 14 Prozent zugelegt.

ts

Stand: 28.07.2014, 20:00 Uhr

Aktuelle Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Börse 10.00 Uhr

Aktuelle Börsen-Audios

Börse 9.05 Uhr

Aktuelle Börsen-Audios

Börse 8.00 Uhr

Aktuelle Börsen-Audios

Börse 7.00 Uhr

Aktuelle Börsen-Audios

Börse 6.00 Uhr

Tagestermine am Dienstag, 29. Juli

Unternehmen:
UBS: Q2-Zahlen, 6:45 Uhr
Deutsche Bank: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Michelin: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Linde: Q2-Zahlen 7:30 Uhr
Aixtron: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Renault: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Orange: Halbjahreszahlen Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Puma: Q2-Zahlen, 8:00 Uhr
Pfizer: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr
Merck & Co: Q2-Zahlen 13:00 Uhr
UPS: Q2-Zahlen, 13:45 Uhr
Twitter: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Amex: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Qiagen Bank: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Mediaset: Halbjahreszahlen
Honda: Q2-Zahlen
Amgen: Q2-Zahlen Uhr
New York Times: Q2-Zahlen

Konjunktur:
USA: Case-Shiller-Index 05/14, 15 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 07/14, 15 Uhr

Darstellung: