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Marktbericht 18:00 Uhr

Dax verliert über drei Prozent

Krim-Krise schockt die Börse

Die Angst vor einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine hat die Börsenkurse auf breiter Front belastet. Im Gegenzug waren Gold und Bundeswertpapiere als sicherer Hafen gefragt.

Der deutsche Leitindex Dax hat am Rosenmontag einen seiner schwächsten Handelstage seit langem erlebt. Wegen der Eskalation im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine um die Schwarzmeer-Halbinsel Krim verlor der Index 333 Punkte auf 9.358 Punkte. Das war ein dickes Minus von 3,44 Prozent und nahe des Tagestiefs bei 9.354 Zählern. Im Hoch hatte der Index genau 200 Punkte höher gelegen.

Unternehmens- und Konjunkturdaten rückten in den Hintergrund, die Börse kannte am Montag nur ein Thema. "Der drohende Krieg um die Krim drückt den Dax nach einem Verlust von 300 Punkten auf ein Drei-Wochen-Tief. Die Anleger machen Kasse und strömen in sicheres Gefilde wie Öl und Gold", sagte Händler Jürgen Jänsch von der Hellwig Wertpapierhandelsbank.

Sichere Häfen wieder gefragt

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1286.28
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2.54
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+0.20%

Vor allem Gold war gefragt, der Preis für die Feinunze legte auf bis zu 1.353 Dollar deutlich zu und markierte damit den höchsten Kurs seit September. Zu den Gewinnern gehörten ebenfalls Bundeswertpapiere, der Bund-Future legte gut ein halbes Prozent auf über 145 Prozent zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel um sieben Basispunkte auf 1,55 Prozent.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
109.20
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-0.10
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-0.09%

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete im späten Handel gut 111 Dollar, das waren über zwei Prozent mehr als am Freitag. "Öl- und Gaspreise haben ebenfalls kräftig zugelegt, da mehr als zwei Drittel des russischen Gases, das in die EU exportiert wird, durch die Ukraine geleitet wird. Sollten die Spannungen eskalieren, könnten die Gaslieferungen in den Westen gekappt werden", erklärte Marktanalyst David Madden vom Broker IG.

Euro schlägt sich tapfer

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.3820
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0.00
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Auch die Gemeinschaftswährung musste Terrain preisgeben. Die Verunsicherung wegen der Zuspitzung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine habe viele Anleger in den Dollar getrieben, hieß es aus dem Handel. Auch der als sicher geltende japanische Yen profitierte von der Entwicklung.

Der Rückgang fiel aber vergleichsweise moderater aus als am Aktienmarkt. Der Euro verlor rund einen halben Cent auf 1,3768 Dollar, aktuell steht der Kurs etwas niedriger bei 1,3762 Dollar. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,3813 Dollar festgelegt.

Keine Gewinner im Dax und MDax

Alle Einzeltitel aus dem Dax und dem Index der mittelgroßen Werte, dem MDax, notierten im Minus, ein seltenes Bild, das den Ernst der Lage verdeutlicht. Größter Tagesverlierer war die Commerzbank, auch die Papiere der Deutschen Börse und der Deutschen Post ließen kräftig Federn. Betroffen waren natürlich besonders die Aktien der Unternehmen, die größere Engagements in Russland haben, wie beispielsweise Adidas oder der Ölförderer Cat Oil aus dem SDax.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.33
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0.07
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+0.53%
Catoil: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15.72
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0.20
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+1.32%

Wall Street ebenfalls im Minus

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
16501.65
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-12.72
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-0.08%

Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten haben der New Yorker Börse bisher nicht wirklich geholfen. Der Markt steht ebenfalls unter dem Eindruck der Ereignisse in Russland, der Dow-Jones-Index verliert zur Stunde 1,25 Prozent auf 16.118 Zähler. Bankaktien gehören angesichts der Unsicherheit um die Auseinandersetzung zu den größten Verlierern an der Wall Street. Wie auch in Europa leiden die Finanzinstitute in den USA besonders darunter, dass Anleger das Risiko zurückfahren.

Dabei waren die jüngsten Konjunkturdaten nicht schlecht, sie untermauern das Bild einer Wirtschaft, die sich auf einem moderaten Wachtstumspfad befindet. So stiegen die Konsumausgaben im Januar um 0,4 Prozent, Experten hatten nur ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent erwartet. Auch der viel beachtete nationale ISM-Einkaufsmanagerindex lag im Februar mit 53,2 Punkten über den Schätzungen von 52,0 Punkten. Schließlich zogen auch noch die Bauausgaben im gleichen Monat um 0,1 Prozent an, erwartet worden war ein Rückgang von 0,5 Prozent.

Russische Aktien auf Tauchstation

Am russischen Aktienmarkt ging es drastischer zur Sache, Panik machte sich dort breit. Die Moskauer Börse verlor am Ende 10,8 Prozent, der in Dollar notierte RTS-Index sogar zwölf Prozent. Aktien des Gasförderers Gazprom brachen kräftig ein und sackten auf ein Niveau fast wie während der Finanzkrise 2009 ab.

Bayer setzt auf Eylea

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
96.83
Differenz absolut
-0.49
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-0.50%

In Deutschland macht Bayer mit seinem Augenmedikament Eylea von sich reden. Der Chemie- und Pharmakonzernvoran will damit auf den japanischen Markt, beantragte dort die Zulassung. Das Mittel ist Hoffnungsträger für Bayer, der Konzern hält bei Eylea einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro für möglich. Die Nachricht half wenig, die Aktie war zweitgrößter Verlierer im Dax und schloss bei 98,10 Euro um 4,6 Prozent leichter.

VW verliert in Amerika weiter an boden

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
195.95
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-2.60
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-1.31%

Die Wolfsburger haben im Februar insgesamt nur noch 27.112 Fahrzeuge verkauft, das ist ein Rückgang von 13,8 Prozent. Zwar haben auch andere Hersteller wegen des schlechten Winterwetters Federn lassen müssen, bei VW fiel der Rückgang aber besonders deutlich aus. Damit setzt sich der jüngste Negativtrend fort. Experten kritisieren, dass VW seine Modellpalette nicht zügiger überarbeitet, gerade die bei den US-Kunden besonders gefragten Fahrzeugtypen wie Geländemodelle oder Pick-ups bieten sie nicht an. VW-Vorzüge verloren mit dem Markt etwas über drei Prozent.

Gewinnsprung bei Stada

Der Generikahersteller aus dem MDax hat im abgelaufenen Jahr Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg nach vorläufigen Zahlen um 13 Prozent auf 415,2 Millionen Euro zu, der Überschuss kletterte um neun Prozent auf 160,6 Millionen Euro. Beim Umsatz knackten die Hessen erstmals die zwei Milliarden-Euro-Marke. Die Dividende steigt kräftig von 0,50 auf 0,66 Euro. Zugleich bestätigte Stada die Prognose für 2014.

Die Aktie erholte sich zwar etwas nach den Zahlen, da das Unternehmen aber kräftig in Russland engagiert ist, stand am Ende ein Minus von fünf Prozent. Stada erklärte, das Geschäft sei bisher nicht betroffen.

Morphosys kauft sich selbst

Morphosys: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
63.26
Differenz absolut
-0.82
Differenz relativ
-1.28%

Im TecDax startet Morphosys sein Aktienrückkaufprogramm über 7,5 Millionen Euro. Die 111.000 Aktien sollen im März gekauft werden. Die Biotech-Firma hat sich das von der Hauptversammlung vor drei Jahren absegnen lassen. Das Papier verlor trotzdem.

Solarworld kommt unter die Räder

Dann gab es noch Neuigkeiten von Solarworld. Der Einstieg bei Bosch Solar wird sich verzögern, wahrscheinlich mindestens bis Mitte März erfolgen. Zunächst waren Februar und dann Anfang März für die Übernahme genannt worden. Grund für den Zeitaufschub seien noch laufende Fristen für die Mitarbeiter zum Wechsel von Bosch zu Solarworld. Das Papier rauschte tief in den Keller.

Wacker Neuson will eine Schippe drauflegen

Vereinzelt gab es heute auch Aktien mit Kursgewinnen, so das Papier von Wacker Neuson aus dem TecDax. Die Bilanz 2013 wurde positiv aufgenommen. Mehr als das, 2014 will der Baumaschinenhersteller noch eine Schippe drauf legen. Die ersten Wochen des Jahres seien "sehr erfreulich" verlaufen, erklärte das Unternehmen.

rm

Stand: 03.03.2014, 18:00 Uhr

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Börse 16.00 Uhr

Tagestermine am Donnerstag, 24. April

Unternehmen:
Novartis: Q1-Zahlen, 7:00 Uhr
Zooplus: Q1-Zahlen, 7:15 Uhr
Air Liquide: Q1-Zahlen, Umsatz 7:30 Uhr
Comdirect: Q1-Zahlen, 7:30 Uhr
Anglo American: Q1-Interim-Statement und Hauptversammlung, 8:00 Uhr
Astra Zeneca: Q1-Zahlen, 8:00 Uhr
Unilever: Q1-Zahlen, 8:00 Uhr
Lindt & Sprüngli: Hauptversammlung, 10:00 Uhr
Potash: Q1-Zahlen, 12:00 Uhr
General Motors: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
Caterpillar: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
3M: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
Verizon: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
UPS:Q1-Zahlen, 13:45 Uhr
Microsoft: Q3-Zahlen, 22:00 Uhr
Starbucks: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Visa: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Adva Optical: Q1-Zahlen
Amadeus Fire: Q1-Zahlen
Schaltbau Holding: Q1-Zahlen
Suez. Q1-Zahlen
Amazon: Q1-Zahlen American Airlines: Q1-Zahlen
Eli Lilly: Q1-Zahlen
New York Times: Q1-Zahlen

Konjunkturdaten:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklima April, 10:00 Uhr
USA: Auftragsbestand langlebiger Güter, März, 14:30 Uhr
Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

Sonstiges:
New York: International Auto-Show, bis 27.4.2014

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