Marktbericht 14:56 Uhr

Marktbericht neutral

Dax ringt mit der 12.000 "Krieg der Worte" lähmt die Anleger

Stand: 11.08.2017, 14:56 Uhr

Gut eine Billion an Börsenwert hat sich seit der "Feuer und Zorn"-Rede von US-Präsident Donald Trump in Luft aufgelöst. Am Freitag halten sich die Kursverluste in Grenzen. Doch eine Entspannung im Nordkorea-Konflikt ist nicht in Sicht.

Der verbale Schlagabtausch zwischen Washington und Pjöngyang setzte sich am Freitag fort. Trump legte am Mittag nach und verkündete per Twitter, dass die USA für einen bewaffneten Konflikt mit Nordkorea bereit seien. "Militärische Lösungen sind nun voll einsatzfähig, sie sind geladen und entsichert, sollte Nordkorea unklug handeln", schrieb der US-Präsident. "Hoffentlich findet Kim Jong Un einen anderen Weg", ergänzte Trump. Nordkorea droht mit einem Angriff auf das US-Außengebiet Guam im Pazifik. Trump hatte angekündigt, militärische Provokationen aus Pjöngjang mit "Feuer und Wut" beantworten zu wollen.

Dax ringt mit den 12.000 Zählern

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.203,46
Differenz relativ
-0,49%

Die anhaltenden geopolitischen Spannungen in der Region belasten die Börsen am Freitag erneut, wenn auch nicht mehr so stark wie in den beiden letzten Tagen. Der Dax fällt um 0,1 Prozent und kämpft mit der Marke von 12.000 Punkten. Nun wird es spannend, ob er sich über der 200-Tage-Linie bei derzeit 11.902 Punkten halten kann.

Schwankungen dank Sommerloch

Die Volatilität ist zwar hoch, der entsprechende Index namens VIX stieg um gut 44 Prozent auf das höchste Niveau seit der Trump-Wahl im November. Doch mit Blick auf den saisonal bedingt dünnen Sommerhandel ist das wenig überraschend, die Kurse schwanken entsprechend leichter, und der VIX taugt da wenig als Panik-Indikator.

Größere Verluste an Europas Börsen

Bisher schlägt sich der deutsche Leitindex deutlich besser als seine europäischen Pendants. Der französische Cac 40 rutscht um 1,1 Prozent ab, der spanische Ibex 35 und der italienische Mib büßen 1,5 Prozent ein. Der EuroStoxx 50 gibt um 0,8 Prozent nach - und steuert auf die schlechteste Woche seit dem Trump-Wahlsieg im November 2016 zu. Der europäische Leitindex ist seit Montag knapp drei Prozent abgesackt.

Erholungsversuch an der Wall Street?

Entlastung könnte von der Wall Street kommen. Die Futures deuten auf einen etwas freundlicheren Handelsbeginn hin. Der Dow dürfte 0,2 und S&P 500 dürften 0,2 Prozent im Plus eröffnen. Am Donnerstag war der Dow um fast ein Prozent gefallen - unter 22.000 Punkte.

Sichere Häfen gesucht

Die politischen Spannungen zwischen den USA und Nordkorea und die neuen Trump'schen Verbalattacken sorgen an den Finanzmärkten zwar für eine verstärkte Suche nach Sicherheit. Gefragt sind auch am Freitag Anleihen von Staaten mit hoher Bonität wie zum Beispiel Deutschland. Am Devisenmarkt werden klassische "sichere Häfen" wie der japanische Yen oder Schweizer Franken angesteuert.

Gold nicht im Panikmodus

Der Goldpreis legt ebenfalls zu. Doch auch hier gilt: Panik sieht anders aus. Um von einer Panikreaktion zu sprechen, müsste Gold noch deutlich teurer werden als die heute erreichten 1.289 Dollar für die Feinunze - auch wenn dies der höchste Stand seit Anfang Juni ist.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.286,50
Differenz relativ
+0,44%
Gold in Euro: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.095,75
Differenz relativ
+0,69%

Inflation zieht etwas an

Der Euro ist am frühen Nachmittag etwas angezogen und notiert bei 1,1760 Dollar. Der Inflationsdruck in den USA nimmt leicht zu. Die Verbraucherpreise kletterten im Juli um 1,7 Prozent. Im Juni lag die Teuerung noch bei 1,6 Prozent. In Deutschland stieg die Inflation im Juli wie erwartet auf 1,7 Prozent.

Yen als sicherer Hafen?

Der Dollar notierte zum Yen bei 109,06 Yen, einem Zwei-Monats-Tief. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9619 Franken je Dollar und 1,1315 Franken je Euro gehandelt. Die Experten von der Commerzbank bezweifeln auch, dass gerade Japan angesichts seiner Nachbarschaft zu Nordkorea tatsächlich als sicherer Hafen bezeichnet werden könne. Zumal die Währung Südkoreas, der Won, seit Tagen unter erheblichem Druck steht. Allerdings gehöre es zu den "alten Mustern" am Devisenmarkt, in unsicheren Zeiten den Yen zu kaufen. Daran dürfte sich erst einmal nichts ändern.

Defensiv ist Trumpf

Im Dax sind vor allem defensive Titel gefragt. Die Aktien von Fresenius, Fresenius Medical Care, Mercdk und Bayer zählen zu den wenigen Gewinnern. "Hier schwanken die Erträge deutlich weniger stark als in anderen Sektoren", sagte ein Händler.

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
69,70
Differenz relativ
+0,16%
FMC
FMC: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
79,92
Differenz relativ
+1,01%
Merck KGaA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
92,76
Differenz relativ
-0,45%

Finanzwerte auf der Verkaufsliste

ARD-Börsenstudio Radio Hörfunk Frankfurter Börse Dorothee Holz

Börse 10.00 Uhr: Deutsche Bank fällt unten durch

Dagegen bleiben die Finanzwerte unter Druck. Die Titel der Commerzbank verlieren 1,6 Prozent und sind Dax-Schlusslicht, die Aktien der Deutschen Bank geben knapp ein Prozent nach. Die Deutsche Bank leidet auch unter dem schwindenden Analystenvertrauen. Die neueste skeptische Stimme stammt von HSBC, deren Experten raten, die Aktie zu verkaufen.

Anleger ziehen Gelder aus Pimco ab

Allianz-Aktien gaben 1,9 Prozent nach. Der Versicherer litt auch unter dem anhaltenden Mittelabfluss beim einstiegen Vorzeigefonds Pimco Total Return. Dieser verwaltet dem Analysehaus Morningstar zufolge nur noch 73 Milliarden Dollar. In seinen besten Zeiten waren es rund vier Mal so viel.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14,11
Differenz relativ
-3,22%
Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,88
Differenz relativ
-2,86%
Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
182,60
Differenz relativ
-0,68%

Innogy profitiert vom Netzgeschäft

Innogy: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
37,94
Differenz relativ
+0,89%

Auf dem deutschen Markt gibt es außerdem etliche Bilanzdaten zu verarbeiten. So von der RWE-Ökostromtochter Innogy. Sie hat von einem guten Netzgeschäft profitiert und im ersten Halbjahr operativ etwas mehr verdient. Schwierigkeiten bereitet weiter das britische Vertriebsgeschäft, dessen Ergebnis sank. Die Innogy-Aktien verlieren knapp zwei Prozent.

Deutsche Wohnen gut gebaut

Deutsche Wohnen: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,00
Differenz relativ
+0,95%

Zahlen gab es auch aus der Immobilienbranche. Deutschlands zweitgrößtem Wohnimmobilien-Konzern Deutsche Wohnen hat dank seiner Immobilienkäufe, steigender Mieten und niedrigerer Leerstände mehr verdient. Das operative Ergebnis aus der Vermietung (FFO I) legte im ersten Halbjahr um elf Prozent zu auf 220,8 Millionen Euro.

TLG Immobilien erhöht Prognose

TLG Immobilien: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
18,60
Differenz relativ
+0,22%

Auch die kleinere TLG Immobilien profitiert vom Immobilienboom. Wegen des wachsenden Immobilienbestands kletterte das operative Ergebnis aus der Vermietung (FFO) im ersten Halbjahr sogar um 21 Prozent auf 46,5 Millionen Euro. Der Vorstand erhöhte aufgrund von Immobilienankäufen sowie Kosteneinsparungen die Prognose für das Gesamjahr auf 90 bis 92 Millionen Euro.

Stabilus legt was drauf

Auch für den Auto- und Industriezulieferer Stabilus läuft es gut, dass er nun seine Jahresziele anhebt. Stabilus erhöhte ie Umsatzprognose auf rund 910 Millionen Euro, die bereinigte Ebit-Marge soll bei 15 Prozent liegen. Der Umsatz im dritten Quartal stieg um 28 Prozent auf 233,5 Millionen Euro. Zu dem starken Wachstum des Spezialisten für Gasfedern und Dämpfer trugen insbesondere Zukäufe bei. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) kletterte um 53 Prozent auf 35,6 Millionen Euro.

Stabilus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
72,25
Differenz relativ
+0,94%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
128,90
Differenz relativ
-0,69%

Quote fürs E-Auto?

Marktbericht negativ

Börse 11.00 Uhr: VW steigert Absatz und sorgt für E-Mobilität vor

Autoaktien bleiben im Fokus. Nicht nur, weil SPD-Kanzlerkandidat Schulz als Konsequenz aus der Diesel-Affäre die Einführung einer verbindlichen Quote für Elektroautos in Europa fordert, um den Durchbruch für die Elektromobilität zu beschleunigen. Auch die Konzerne liefern Material. VW lieferte etwa frische Absatzzahlen. Die Wolfsburger verkauften im Juli vier Prozent mehr Fahrzeuge der Kernmarke VW.

United Internet feilt an IPO

United Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
50,18
Differenz relativ
+0,16%

United Internet feilt an dem geplanten IPO für die Sparte Business Applications. Der Börsengang des Bereichs sei keineswegs auf die lange, sondern "auf die kurze Bank geschoben", sagte United-Internet-Chef Dommermuth der "Börsen-Zeitung". Zunächst sollten die Aktivitäten weiter ausgebaut werden, für Zukäufe ergäben sich immer mal wieder Möglichkeiten.

Snap - der Zauber ist verflogen

Snapchat Geister-Logo flieht aus gelbem App-Icon auf einem Smartphone-Display

Börse 07.00 Uhr: Snap sorgt für Entsetzen

Nachbörslich enttäuschte gestern Abend noch der Snapchat-Betreiber Snap hat mit seinen Bilanzdaten. Trotz mehr Nutzern und mehr Umsatz brach die Aktie des Messaging-Diensts nachbörslich um bis zu 17 Prozent ein. Das Wachstum war der Börse einfach nicht groß genug. Und dann schreibt Snap ja auch noch rote Zahlen.

Amazon setzt Kaufhäusern zu

Auch die US-Kaufhausketten Macy's und Kohl's haben Anleger mit ihren Quartalszahlen verschreckt - allerdings schwinden dort die Umsätze weiter. Ihnen macht die Konkurrenz durch Onlinehändler wie Amazon.com und Billiganbieter zu schaffen. Investoren befürchten, dass die Sanierung der Ketten noch lange dauern wird. Die Aktien der beiden Kaufhäuser brachen ein. Derweil expandiert Amazon weiter. Der Onlinehändler plant Reuters-Informationen zufolge einen Angriff auf den US-Ticketmarkt und ist in Verhandlungen mit Eigentümern großer Veranstaltungshäuser

nb

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IPO-Welt - übergeschnappt und gaga? Börsengänge zwischen Boom und Crash

Snap: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

Snap

Eigentlich sah es bei Snap vielversprechend aus. Mit reichlich Vorschusslorbeeren starteten die Aktien der Firma, die hinter der populären Foto-App Snapchat steckt, im März an der Börse. Vom Ausgabepreis bei 17 Dollar ging es zunächst bis auf 27 Dollar. Damit war das Unternehmen auf einen Schlag 34 Milliarden Dollar wert. Wenn man bedenkt, dass die Firma keinen Cent verdient, erinnert das doch arg an das Jahr 2000. Doch dann kamen die Zweifel, ob Snap im harten Konkurrenzkampf mit dem großen Rivalen Facebook Federn lassen könnte. Inzwischen sind die Aktien unter 17 Dollar gefallen.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Freitag, 18. August

Unternehmen:
Grand City Properties Q2-Zahlen

Konjunktur:
USA: Uni Michigan, Verbrauchervertrauen August vorläufig, 16 Uhr

Sonstiges:
>b>Kleiner Verfallstag

Darstellung: