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Marktbericht 20:13 Uhr

Marktbericht positiv

Vierter Gewinntag in Folge

Kleines Plus zum Monatsschluss

Stand: 31.07.2015, 20:13 Uhr

Mit Kursgewinnen hat der Dax den Super-Juli beendet. Die anhaltenden Sorgen um China bremsten aber die Kauflaune. Einen Sprung nach oben machte auch der Euro.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Zwar haben sich die Börsen von dem Kursrutsch am Montag inzwischen fast gänzlich erholt. Doch von einer Entwarnung zu reden wäre verfrüht. Die Furcht vor einer Abkühlung der chinesischen Konjunktur hält an - und macht die Anleger vorsichtig. Seit Tagen kommen Europas Aktienmärkte nur in Trippelschritten voran. Immerhin: Dank vier Gewinntagen in Folge büßte der Dax auf Wochensicht nur 0,3 Prozent ein. Am Freitag ging es um 0,5 Prozent aufwärts.

China sorgt für Zurückhaltung

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Börse 20.15 Uhr

Allerdings hatte es lange Zeit nach Stillstand ausgesehen. Die Anleger warten gespannt auf die chinesischen Konjunkturdaten am Wochenende, erklärte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black die Kaufzurückhaltung der Börsianer. Fallen diese erneut schlechter aus als erwartet, droht an Chinas Börsen ein neues Beben. Im Juli brach die Börse in Shanghai um 14 Prozent ein - so stark wie seit gut sechs Jahren nicht mehr. Auf Wochensicht betrug das Minus zehn Prozent.

Unerwartet niedriger Anstieg der US-Lohnkosten

An der Wall Street war die Zurückhaltung zu spüren. Der Dow notierte am Abend nahezu unverändert. Neben China bremsten gemischte Konjunkturdaten und schwache Quartalsbilanzen der beiden Ölriesen Chevron und Exxon Mobil die Kauflaune. Der Chicagoer Einkaufsmanager-Index stieg stärker als erwartet von 49,4 auf 54,7 Punkten. Das von der Uni Michigan erhobene Verbrauchervertrauen trübte sich im Juli jedoch stärker als prognostiziert ein- auf 93,1 Punkte. Überraschend stieg der US-Lohnkosten-Index nur um 0,2 Prozent - statt wie vorhergesagt 0,6 Prozent. Das schürte Spekulationen auf eine neuerliche Verschiebung der Zinswende in den USA.

Euro über 1,10 Dollar

Binnen weniger Minuten schoss der Euro nach oben. Am Abend notierte er bei 1,1043 Dollar. Auch Gold glänzte wieder stärker. Der Preis für die Feinunze verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 1.093 Dollar.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Super-Monat an Europas Börsen

Für Aktienanleger war der Juli ein Super-Monat. Dank der Einigung mit Griechenland konnte der Dax auf Monatssicht rund 3,3 Prozent zulegen. Noch besser lief's für den EuroStoxx50. Er stieg im Juli um über fünf Prozent. Deutlich schlechter entwickelte sich der große Bruder Dow. Er stieg im Juli nur leicht.

Athens Börse öffnet wieder

Ab Montag wird voraussichtlich erstmals die griechische Börse nach fünfwöchiger Zwangspause wieder öffnen. Das griechische Finanzministerium erlaubte den Schritt am Freitag, schränkte den Handel für inländische Anleger aber ein. Eine Sprecherin der Börse sagte, alle Aktien würden gehandelt, auch die der Banken. Für ausländische Investoren gebe es keine Handelsbeschränkung.

K+S erobert die Dax-Spitze

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K+S: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Dax war K+S zum Wochenschluss am stärksten gefragt. Die Aktie gewann fast sechs Prozent. Analysten wie Markus Mayer von der Baader Bank rechnen damit, dass Potash das Übernahmeangebot für K+S bald erhöht. Zudem heizte die Aussicht auf die von Potash gegebene Aussicht auf Job-Garantien Spekulationen auf eine nahende Übernahme des Kasseler Düngemittel-Herstellers durch die Kanadier an.

Analysten senken Kursziel von Infineon

Zu den größten Dax-Verlierern gehörte indes die Infineon-Aktie mit einem Minus von 0,7 Prozent. Einige Analysten senkten ihre Kursziele, nachdem der Chipkonzern am Vortag wegen der Wachstumsdelle Chinas bei seinen Jahreszielen vorsichtiger geworden war. JP Morgan reduzierte das Kursziel auf 9,10 Euro, die Deutsche Bank auf 12,50 Euro.

Airbus wird gefeiert

Star des Tages im MDax war Airbus. Die Aktie legte fast vier Prozent zu. Der Flugzeugbauer ist gut im Geschäft. Der Überschuss im ersten Halbjahr stieg um gut ein Drittel auf 1,5 Milliarden Euro. Airbus-Chef Tom Enders bekräftigte die Jahresprognose. "Die Geschäftsergebnisse zeigen, dass wir auf Kurs sind, unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2015 zu erreichen."

Hochtief erntet die Früchte des Umbaus

Gute Nachrichten kamen auch vom Baukonzern aus Essen. Der vom spanischen Großaktionär ACS verordnete Umbau beginnt Früchte zu tragen. Das Unternehmen steigerte sein Ergebnis und bestätigte den Ausblick für 2015. Operativ sollen zwischen 220 und 260 Millionen Euro verdient werden. Die MDax-Aktie kletterte auf ein Mehrjahres-Hoch.

Grammer rudert zurück

Der Autozulieferer aus dem SDax gab bekannt, dass er ein um 15 Millionen geringeres Ebit im Vergleich zum Vorjahr erwarte. Gründe seien ein schwacher Nutzfahrzeugmarkt und notwendige Anpassungen im brasilianischen Markt. Das Umsatzziel von über 1,4 Milliarden Euro bleibe aber bestehen. Im ersten Halbjahr stiegen die Erlöse um sechs Prozent, das Ebit sank von 30,9 auf 24,6 Millionen Euro. Die Aktie schloss nach einer Achterbahnfahrt 0,8 Prozent im Plus.

Drillisch will isch!

Zu den TecDax-Favoriten zählte am Freitag Drillisch. Die Aktien sausten nach den vorgelegten Quartalszahlen um zwei Prozent nach oben. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 29 Prozent auf 28,2 Millionen Euro. Dank Zukäufen konnte der Umsatz mehr als verdoppelt werden auf 154,4 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr ist Drillisch nun noch optimistischer und erwartet ein Ebitda am oberen Ende der angepeilten Spanne von 95 bis 100 Millionen Euro. Drillisch hatte zuletzt 300 O2-Läden von Telefonica übernommen.

Cancom nicht stark genug

Auf der Verliererseite im TecDax notierte dagegen Cancom. Der IT-Dienstleister hat im zweiten Quartal sein starkes Wachstum fortgesetzt. Der Umsatz stieg um knapp ein Viertel auf 232,3 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) erhöhte sich um 17 Prozent auf 13 Millionen Euro.

Nemetschek am TecDax-Ende

Schlusslicht im TecDax war Nemetschek mit einem Minus von über sechs Prozent. Die Anleger nahmen nach den Zahlen der Softwarefirma Gewinne mit. Der Halbjahresumsatz kletterte deutlich um 35,2 Prozent auf 135,2 Millionen Euro , das Ebitda legte um 27,4 Prozent auf 32,6 Millionen Euro zu. Die Zahlen lagen leicht unter den Erwartungen.

RIB Software hat ein Gewinnproblem

Auch die Halbjahres-Zahlen von Index- und Branchenkollege RIB Software kamen nicht gut an. Die Aktie büßte über ein Prozent ein. Zwar stimmt die Erlösentwicklung mit einem Zuwachs von 45 Prozent, nicht überzeugen konnte hingegen die Ertragsentwicklung. Die gute Erlösentwicklung müsse sich endlich auch bei den Gewinnen bemerkbar machen, kritisierten Händler.

Immobilienfusion geplant

In der deutschen Gewerbeimmobilienbranche steht die nächste Übernahme an. Die Frankfurter Demire Mittelstand Real Estate und die Fair Value Reit wollen zusammengehen. Daduirch würde eine Firma mit Immobilien im Wert von einer Milliarde Euro entstehen. Geld soll dabei nicht fließen: Demire bietet den Fair-Value-Aktionären für jedes ihrer Papiere je zwei eigene Aktien an. Der Übernahmekandidat wird damit mit rund 150 Millionen Euro bewertet. Fair-Value-Aktien legten kräftig zu.

Deutsche Bank empfiehlt Alstria Office

Ein positiver Analystenkommentar der Deutschen Bank trieb die Aktie des Büroimmobilien-Spezialisten Alstria Office an die SDax-Spitze. Sie gewannen über fünf Prozent. Bei einem Kursziel von 15,50 Euro stufte die Deutsche Bank die Papiere der Immobiliengesellschaft von "Halten" auf "Kaufen" hoch. Begründung: Viele Marktteilnehmer hätten die volle Bedeutung der geplanten Übernahme der Deutschen Office AG noch nicht erkannt.

Siltronic reduziert Verlust

Der Börsen-Neuling Siltronic hat seinen Verlust im zweiten Quartal deutlich eingedämmt - auf sieben Millionen Euro. Der Umsatz der Tochter von Wacker Chemie kletterte um 17 Prozent auf knapp 247 Millionen Euro. Der Halbleiterhersteller profitierte von der Dollar-Stärke und von höheren Absatzmengen. Die Aktie schloss unverändert.

Mediclin verdoppelt Ergebnis

Gute Halbjahreszahlen beflügelten die Aktien von Mediclin. Sie gewannen über drei Prozent. Der Umsatz des Klinikbetreibers und Medizinkonzerns erhöhte sich um knapp drei Prozent auf 274,2 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis stieg um mehr als das Doppelte von 3,1 auf 6,6 Millionen Euro. Die Jahresprognose wurde bekräftigt.

Gewinnschwund bei den US-Ölriesen

Den Zahlenreigen der Öl-Konzerne beendeten am Freitag Exxon Mobil und Chevron. Die beiden größten US-Ölmultis erlitten heftige Gewinneinbrüche. Bei Chevron schrumpfte der Überschuss um 90 Prozent auf 571 Millionen Dollar, bei Exxon sackte der Gewinn um 52 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar ab. Ein Barrel Öl kostete im Schnitt von April bis Juni nur 60 Dollar – 50 Dollar weniger als vor einem Jahr. Die Aktien von Exxon Mobil und Chevron büßen rund fünf Prozent an Wert ein.

Ebola-Impstoff von Merck erfolgreich

Merck & Co.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Einen großen Erfolg mit dem neuen Impfstoff gegen Ebola konnte Merck & Co am Freitag verbuchen: In einer Studie wurde nachgewiesen, dass der Impfstoff nach zehn Tagen zu 100 Prozent vor einer Ebola-Ansteckung schützt, gab die Weltgesundheitsorganisation in Genf bekannt. Dies könnte das Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika erinleiten, wo bereits mehr als 11.200 Tote registriert wurden. Die Merck-Aktie steigt an der Wall Street um ein Prozent.

Milliardengewinn von BNP Paribas

Aus Frankreich meldete BNP Paribas Zahlen. Starke Geschäfte im Ausland und im Investmentbanking haben der Großbank den höchsten Quartalsgewinn seit 2012 beschert. Der Überschuss betrug 2,6 Milliarden Euro. Die Gesamteinnahmen stiegen um 16 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro.

Gewinnsprung von BBVA und Intesa

Auch die spanische Großbank BBVA legte gute Zahlen vor. Im zweiten Quartal stieg der Überschuss im Jahresvergleich um fast drei Viertel auf 1,2 Milliarden Euro. Das Bankhaus profitierte von der Erholung der spanischen Wirtschaft. Die italienische Großbank Intesa San Paolo vervierfachte den Gewinn auf 940 Millionen Euro und übertraf die Analysten-Erwartungen.

IAG im Höhenflug

Die Muttergesellschaft des Lufthansa-Erzrivalen British Airways weist trotz des harten Wettbewerbs in der Branche einen deutlichen Gewinnanstieg aus. Das operative Ergebnis erhöhte sich im zweiten Quartal überraschend kräftig um 40 Prozent auf 530 Millionen Euro. Da IAG schon vor Jahren auf einen Sparkurs schwenkte, macht dem Unternehmen der Preiskampf mit Billigfliegern weniger zu schaffen als etwa der Lufthansa und Air France-KLM. IAG steht kurz vor der Übernahme der irischen Fluglinie Air Lingus, um die sich auch Ryanair bemüht hatte.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Vorsichtigere Töne von Arcelor

Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal hat im zweiten Quartal deutlich weniger verdient. Das operative Ergebnis fiel um 20 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Experten hatten allerdings noch Schlimmeres befürchtet. Außer für Europa berichtete der Konzern über eine schwächere Nachfrage in allen Weltregionen. Der Konzern bestätigte zwar seinen Ausblick, geht aber 2015 von einer Stagnation der Stahlnachfrage aus. Bisher hatte Arcelor ein Wachstum zwischen 0,5 und 1,5 Prozent prognostiziert.

Rote Zahlen von LinkedIn

Die Reaktion der Börse auf das Zahlenwerk des amerikanischen Karriere-Portals war knallhart. Die Aktie stürzte zur Handelseröffnung um zehn Prozent ab. Der Xing-Konkurrent wies einen Verlust von 68 Millionen Dollar aus. Die Jahresprognose stimmte etwas versöhnlicher.

Amgen erfreut die Anleger

Deutlich besser lief es für den weltgrößten Biotechnologiekonzern Amgen. Wegen guter Absätze beim Rheumamittel Enbrel stieg der Umsatz im zweiten Quartal um vier Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar, das Nettoergebnis stieg von 1,55 auf 1,65 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr geht Amgen nun von einem bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 9,55 und 9,80 Dollar aus - etwas mehr als bislang vorhergesagt. Die Umsatzprognose hob der Konzern auf 21,1 bis 21,4 Milliarden Dollar an. Die Aktie steigt um fast vier Prozent an der Nasdaq.

nb

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Tagestermine am Dienstag, 4. August

Unternehmen:
Oerlikon: Q2-Zahlen, 06:45 Uhr
Fuchs Petrolub: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Evonik: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Credit Agricole: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Pfeiffer Vacuum: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Hugo Boss: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Axel Springer: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
BMW: Q2-Zahlen, 7:30
Wacker Neuson: Q2-Zahlen, 7:45 Uhr
Standard Life: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
Toyota: Q1-Zahlen, 8 Uhr
Conti: Q2-Zahlen, 8:30 Uhr
Sprint: Q2-Zahlen, 13:30 Uhr
Walt Disney: Q2-Zahlen, 22:15 Uhr
Eckert & Ziegler: Q2-Zahlen
Axa: Halbjahreszahlen Uhr
Mediobanca: Jahreszahlen
Moleskine: Halbjahreszahlen
First Solar: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Spanien: Arbeitslosenzahlen 06/15, 9 Uhr
EU: Erzeugerpreise 06/15, 11 Uhr
USA: Auftragseingang Industrie 06/15, 16 Uhr

Sonstiges:
D: Fortsetzung im Prozess gegen Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, und weitere Ex-Manager wegen versuchten Betrugs im Kirch-Verfahren, 9:30 Uhr

Darstellung: