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Marktbericht 20:35 Uhr

Dax wieder im Aufwind

Keine Zeit zum Luft holen

Stand: 04.03.2015, 20:35 Uhr

Es bleibt dabei - Kursrückgänge werden sofort genutzt um einzusteigen. Von Korrektur jedenfalls keine Spur. Der Dax legte im späten Geschäft deutlicher zu und schloss am Tageshoch.

Nach einem von taktischen Dispositionen geprägten Handelstag legte der Dax am Ende 0,98 Prozent zu und schloss bei 11.390 Punkten, zudem auch noch auf Tageshoch. Erst im späten Handel entschlossen sich die Anleger, doch noch kräftiger zuzugreifen. Ein ähnlicher Handelsverlauf wie am Vortag, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.

"Jeder Rücksetzer wird von Schnäppchenjägern genutzt, um noch einen Platz in der vordersten Reihe bei neuen Allzeithochs zu ergattern", sagte Analyst Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM. Erst am Dienstag hatte der Dax mit 11.465,23 Zählern eine neue Bestmarke aufgestellt. Das Tagestief lag am Vormittag knapp 200 Punkte tiefer bei 11.193 Punkten.

"Der Dax hat wieder einmal die Kurve gekriegt", sagte Marktanalyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets. "Als Katalysator wirkte der schwache Euro." Die von vielen Marktteilnehmern erwartete Korrektur ist damit zunächst ausgeblieben. Entscheidend für den weiteren Wochenverlauf werden jetzt die EZB-Sitzung am Donnerstag und die amerikanischen Arbeitsmarktdaten vom Februar am Freitag sein.

Beige Book hilft der Wall Street nicht

An der New Yorker Börse blicken die Anleger am Abend noch auf das Beige Book, den Konjunkturbericht der Notenbank. Die Fed führt aus, dass die Wirtschaftsaktivitäten von Anfang Januar bis Mitte Februar in den meisten Regionen zugelegt hätten - besonders die Verbraucherausgaben und die Autoverkäufe legten zu. Die meisten Unternehmen zeigten sich zuversichtlich mit Blick auf die künftigen Geschäfte.

Insgesamt gibt der Bericht dem Markt aber wenig Impulse, der Leitindex Dow Jones steht mit rund einem Dreiviertel Prozent im Minus und tut sich damit weiter schwer. Das Tagestief lag bisher bei 18.029 Punkten, ein Verlust von rund einem Prozent.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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Die Konjunkturdaten zeichen ein insgesamt robustes Konjunkturbild, wenngleich sie uneinheitlich ausfielen. Die Arbeitsmarktdaten des privaten Arbeitsvermittlers ADP, die als Vorläufer der offiziellen Statistik des Arbeitsministerium gelten, weisen für den Februar einen Stellenzuwachs von 212.000 aus, was leicht unter den Erwartungen bei 220.000 liegt. Allerdings wurde die Januar-Schätzung deutlich nach oben revidiert. Im Dienstleistungsgewerbe hat sich die Stimmung im April hingegen aufgehellt. Der ISM-Index lag mit 56,9 nach 56,7 Punkten im Vormonat über 50 Punkten und über den Erwartungen von 56,5 Punkten.

"Der Index liegt weit im Expansionsbereich und lässt damit keinen Raum für Konjunkturzweifel. Positiv hervorzuheben ist der deutliche Anstieg der Beschäftigungskomponente. Dieser spricht - zusammen mit dem ADP-Report - für ein deutliches Stellenplus im Februar", kommentierte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Am Abend wird noch der Konjunkturbericht der Fed, das Beige Book, erwartet.

Euro so tief wie seit elf Jahren nicht mehr

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro bleibt am Mittwoch auf Tauchstation und ist mittlerweile sogar unter die Marke von 1,11 Dollar gefallen. Die EZB hatte den Referenzkurs am Nachmittag bei 1,1124 Dollar festgesetzt nach 1,1168 Dollar am Vortag. Damit steht die Gemeinschaftswährung auf dem tiefsten Stand seit elf Jahren. Händler machten die günstigeren Konjunkturdaten in den USA für die Entwicklung verantwortlich.

Der Ölpreis ist am Nachmittag deutlich gefallen, nachdem die amerikanischen Rohölbestände stärker gestiegen waren als erwartet. Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April 59,67 US-Dollar und damit 1,39 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 77 Cent auf 49,74 Dollar.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum 1 Woche
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Nach Angaben des US-Energieminsteriums sind die Rohöl-Lagerbestände um 10,3 Millionen auf den neuen Rekordstand von 444,4 Millionen Barrel (159 Liter) gestiegen. Analysten hatten nur mit einer Aufstockung um 3,95 Millionen Barrel gerechnet. Die Zahl wird wöchentlich ermittelt. Seit Monaten schon steigen die US-Ölreserven unter anderem wegen der Förderung von Schieferöl immer stärker an.

Drei Milliarden Miese bei Eon

Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Eon-Papiere verloren im Späthandel rund 1,5 Prozent. Das "Handelsblatt" hatte unter Berufung auf Konzernkreie berichtet, Eon werde 2014 einen Verlust von drei Milliarden Euro ausweisen. Ein Börsianer wertete dies zwar als negativ, allerdings nicht überraschend. Analysten hatten im Vorfeld bereits mit hohen Verlusten gerechnet. Trotzdem schockt die Zahl.

Henkel kann nicht zufrieden stellen

Die im Dax notierten Vorzugsaktien von Henkel waren der größte Verlierer im Leitindex. Der Konsumgüterkonzern hat im vierten Quartal zwar leicht besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Allerdings äußerten sich Experten enttäuscht über die Ziele für die operative Ergebnismarge. Die Dividende je Vorzugsaktie steigt für 2014 von 1,22 auf 1,31 Euro je Aktie, je Stammaktie gibt es 1,29 nach bisher 1,20 Euro.

Lufthansa-Billigtochter Eurowings startet im Oktober

Ab sofort können Kunden Flüge ab dem Datum 25. Oktober buchen, teilte Eurowings am Mittwoch auf der Reisemesse ITB mit. Die Langstrecken-Flüge starten ab dem 1. November, der billigste Flug soll 99,99 Euro kosten. Mit Eurowings will Lufthansa im harten Wettbewerb der Konkurrenz vom Persischen Golf entgegentreten. Die Aktie gehörte gegen den Markttrend ebenfalls zu den Dax-Verlierern.

RWE verlängert Vertrag mit Peter Terium

Der Aufsichtsrat des Energiekonzerns hat am Mittwoch beschlossen, den Vertrag mit dem Firmenchef bis März 2021 zu verlängern. "Peter Terium hat langfristige Projekte angestoßen, die von erheblicher Bedeutung für die Optimierung des Konzerns in den nächsten Jahren sind. Erste Erfolge sind bereits sichtbar", erklärte Aufsichtsratschef Manfred Schneider.

Gleichzeitig gibt es weiter Ärger mit der britischen Regierung nach dem Verkauf der Konzerntochter Dea an die Investorengruppe LetterOne um den russischen Oligarchen Michail Fridman für 5,1 Milliarden Euro. London lehnt wegen der Ukraine-Krise den Verkauf an die Russen ab und kann dem Käufer Förderlizenzen entziehen. Dea hat auch Felder in der britischen Nordsee. Auch das RWE-Papier gab 0,3 Prozent nach.

Posthörnchen auf der Autobahn

Nach dem Ausstieg des ADAC will die Deutsche Post ab April unter eigener Marke alle Postbusse über die Straßen rollen lassen. Die Busse würden umgestaltet und erhalten das Posthorn als Marke. Gleichzeitig soll das Streckennetz von 60 auf 120 Ziele erheblich ausgebaut werden, erstmals auch ins europäische Ausland.

Axel Springers Dividende bleibt gleich

Bei der Axel-Springer-Aktie wurden am Mittwoch nach den jüngsten Bilanzzahlen kräftig Gewinne mitgenommen, das Papier war Index-Schlusslicht mit einem Minus von 5,25 Prozent. Der Medienkonzern hat im vergangenen Jahr Umsatz und Ergebnis zwar verbessert, die Dividende aber wie im Vorjahr unverändert bei 1,80 Euro je Aktie belassen. Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einem leichten Anstieg gerechnet.

RIB Software: Mehr Aktien im Umlauf

Im TecDax gehörte die Aktie der RIB Software AG zu den größten Tagesverlierern. Unternehmenschef Thomas Wolf platziere über die Berenberg Bank 1,85 Millionen Aktien, sagte ein Händler am Morgen. Wegen guter Nachfrage sei die Transaktion von zuvor geplanten 1,5 Millionen Papieren aufgestockt wurden.

VTG auf Kurs

Europas größter Waggonvermieter VTG hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz um vier Prozent auf 818 Millionen Euro verbessert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um vier Prozent auf 191 Millionen Euro zu. Damit trotze das SDax-Mitglied dem Geschäftseinbruch in Osteuropa. Die Dividende steigt von 42 auf 45 Cent je Aktie. Nach der Übernahme der AAE peilt VTG nun einen Umsatz im Gesamtjahr von 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro und ein Ebitda von 325 bis 350 Millionen an.

BayWa schüttet mehr aus

Der Agrarhändler BayWa hat trotz einer besseren Entwicklung im vierten Quartal im Gesamtjahr 2014 einen Umsatzrückgang von 16,0 auf 15,2 Millionen Euro verbucht. Das Ergebnis vor Zinsen sank von 222 auf 147 Millionen Euro. Grund war der Preisverfall bei Getreide und Obst. Zudem hatte BayWa zudem hohe Buchgewinne aus dem Verkauf von Immobilien verbucht. Trotz des Ergebnisrückgangs hebt das SDax-Mitglied seine Dividende um fünf auf 85 Cent je Aktie an.

Masterflex nicht ganz am Ziel

Der Spezialist für Verbindungs- und Schlauchsysteme räumte in einer Adhoc-Meldung ein, im Jahr 2014 nur zwei von drei Zielen erreicht zu haben. Zwar stieg der Umsatz um 7,9 Prozent auf 62,5 Millionen Euro und das Ebit um 0,2 auf 6,3 Millionen Euro - beim Ebit-Wachstum gab es jedoch nur ein Plus von 3,3 Prozent. Ursprünglich sollte es überproportional über dem des Umsatzes liegen. Die Aktie gab nach.

Horrorverlust für Areva

Ganz andere Sorgen und ganz andere Dimensionen hingegen beim staatlich kontrollierten französischen Atomkonzern Areva. Dieser hat im Geschäftsjahr 2014 seinen Verlust dramatisch auf 4,8 Milliarden Euro ausgebaut. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag noch bei 494 Millionen Euro gelegen.

"Der Gruppe ist klar, wie ernst diese Lage ist", sagte Areva-Chef Philippe Knoche. Areva hat ein Sparprogramm auf den Weg gebracht. Auch Stellenstreichungen sind zu erwarten. Die Aktie, die sich binnen Jahresfrist mehr als halbiert hat, gab an der Pariser Börse weiter nach.

Exxon Mobil auf Sparkurs

Der amerikanische Ölriese wird wegen des gesunkenen Ölpreises seine Investitionen drastisch zusammenstreichen. Das Unternehmen folgt damit anderen Mitbewerbern. Konkret sollen die Ausrüstungsinvestitionen in diesem Jahr um rund zwölf Prozent auf 34 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) sinken, sagte Exxon-Chef Rex W. Tillerson am Mittwoch bei einer Investorenkonferenz in New York. Die im Leitindex Dow Jones enthaltene Aktie fällt in einem nachgebenden Gesamtmarkt.

rm

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Tagestermine am Montag, 30. März

Unternehmen:
HHLA: Q4-Zahlen und Telefonkonferenz, 7:30 Uhr
Grammer: Analysten- und Bilanz-Pk
Ludwig Beck: Bilanz-Pk

Konjunktur:
Brüssel: Geschäftsklima Eurozone im März, 11 Uhr
Deutschland: Vorläufige Verbraucherpreise im März, 14 Uhr
USA: Persönliche Einkommen und Konsum, Februar, 14:30 Uhr

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