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Marktbericht 20:05 Uhr

Marktbericht positiv

Dax steigt über 11.900 Punkte

Kein Halten mehr am Aktienmarkt

Stand: 13.03.2015, 20:05 Uhr

Goldgräberstimmung an der Börse. Der Run auf Aktien ist nicht zu bremsen, nicht nur der Leitindex Dax ist in Rekordlaune. Die Hausse geht durch den ganzen Markt und ein Ende ist nicht in Sicht.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Schlussspurt zum Wochenschluss - im späten Geschäft griffen die Anleger am Freitag nach einem zuvor lethargischen Handelsverlauf doch noch kräftig zu. Der Leitindex Dax setzte seinen Lauf fort und schloss bei 11.901 Punkten, ein Tagesgewinn von 0,87 Prozent. Damit schließt der Index nur einen Hauch unter seinem Tageshoch bei 11.903 Zählern. Das Tagestief lag bei 11.744 Punkten.

Liquidität und kein Ende

Aktien bleiben heiß begehrt, heißt es auf dem Parkett, auch kleine Rücksetzer würden sofort zum Neueinstieg genutzt. An der Börse wird bei der Ursachenforschung auf das am Montag begonnene milliardenschwere Anleihekaufprogramm der EZB verwiesen, im Fachjargon QE-Programm genannt.

Nach US-Vorbild überschwemmen die frisch gedruckten Euros der EZB den Markt mit nie gekannter Liquidität. Ziel der Notenbanker ist es, das Geld über den Hebel einer erhöhten Kreditvergabe durch die Banken in die Realwirtschaft zu pumpen.

Experten sind sich uneins, ob die gewünschten positiven Konjunktureffekte erzielt werden, oder ob die Geldschwemme lediglich die Kapitalmärkte aufpumpt. Der Dax jedenfalls beendete die neunte Gewinnwoche in Folge und legte in dieser Woche rund drei Prozent zu. Auch die Rentenmärkte haussieren, selbst zehnjährige Laufzeiten bei Bundeswertpapieren bringen kaum noch eine positive Rendite, Kurz-und Mittelläufer weisen schon Minus-Renditen auf.

Hausse auf breiter Front

Aber nicht nur der Leitindex ist auf Klettertour - es ist allen Unkenrufen zum Trotz eine Hausse, die sich nicht nur auf wenige hochgewichtete Schwergewichte im Dax konzentriert - wie etwa zur Jahrtausendwende. Vielmehr legten auch die anderen Indizes der Deutschen Börse deutlich zu.

Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax, kletterte auf ein neues Rekordniveau von 20.857 Punkten, gleichzeitig das Tageshoch und ein Plus von 0,85 Prozent. Gleiches gilt für den kleinen Bruder des MDax, den Kleinwerteindex SDax, in dem ebenfalls viele Firmen aus dem begehrten deutschen Mittelstand vertreten sind. Der Index legte 0,67 Prozent zu auf das neue Rekordhoch von 8.390 Punkten. Hausse auch beim deutschen Technologieindex - der TecDax ging bei 1.656 Punkten aus dem Handel, ein Aufschlag von 0,82 Prozent und nur drei Punkte unter Tageshoch.

Noch nicht mal einen Tag hat die abwartende Stimmung am deutschen Aktienmarkt damit gehalten, bis es wieder kräftig bergauf ging. Die Hausse nährt die Hausse, heißt ein alter Börsenspruch, der die derzeitige Lage treffend beschreibt. Mahnende Stimmen, wie die von Analyst Christian Kahler von der DZ Bank verhallen derweil: "Die Kursrally am Aktienmarkt ist nicht mehr gesund", gibt der Experte zu bedenken.

MDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Dow Jones weitet Verluste aus

Was für ein Kontrast hingegen, zwischen der Golgräberstimmung bei uns und der Börse in New York. Die Wall Street muss die Aussicht auf steigende Zinsen und deshalb auch einen steigenden Dollar verkraften und schwächelt daher weiter. Der Dow, der wegen der bereits erfolgten Zeitumstellung in Amerika eine Stunde früher als sonst üblich eröffnete, verliert derzeit über ein Prozent und auch die anderen Indizes liegen im Minus. Die Märkte weiteten ihre Verluste nach enttäuschenden Konjunkturzahlen am Nachmittag aus.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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So lagen die Erzeugerpreise für den Februar mit minus 0,5 Prozent deutlich unter der Prognose von plus 0,3 Prozent. Inflationsgefahren sehen jedenfalls anders aus, so dass die Fed mit Zinserhöhungen keine Eile haben dürfte. Auch der von der Uni Michigan ermittelte Verbrauchervertrauens-Index im März fiel schwächer aus als erwartet. Experten hatten 95,5 Punkte erwartet, veröffentlicht wurde nur ein Wert von 91,2 Punkten. Die Konsumlaune der Amerikaner hat sich also abgeschwächt.

Euro fällt schon wieder

Der Euro bleibt derzeit das wohl größte Problemkind. Trotz der enttäuschenden US-Konjunkturzahlen ist die Gemeinschaftswährung im Handelsverlauf bis auf 1,0481 Dollar gefallen, das ist der tiefste Stand seit zwölf Jahren. Die kurze Euro-Erholung vom Vortrag ist damit schnell beendet. Die Gemeinschaftswährung war in einer Gegenbewegung in der Nacht bis auf 1,0683 Dollar gestiegen, im Tief hat sie nun schon wieder zwei Cent verloren. Sie bleibt damit im Abwärtstrend gegenüber dem Dollar, der derzeit weltweit auch gegen andere Währungen aufwertet. Seit Jahresbeginn haben mittlerweile 24 Notenbanken ihre Geldpolitik gelockert.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die Märkte blicken deshalb mit großer Spannung auf den kommenden Mittwoch, wenn die US-Notenbank am Abend nach ihrer regulären Zinssitzung auf einer Pressekonferenz Stellung nehmen wird zur weiteren Geldpolitik. Fachleute halten es für gut möglich, dass die Federal Reserve deutlichere Hinweise auf baldige Zinsanhebungen geben wird. Sollte es so kommen, dürfte der Dollar weiter zulegen und der Euro noch stärker unter Druck geraten.

Commerzbank: Unsicherheit ist weg

An der Dax-Spitze lag die Commerzbank-Aktie mit einem Aufschlag von fast fünf Prozent. Weil sie gegen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran und den Sudan verstoßen haben soll, muss die Commerzbank 1,45 Milliarden Dollar Strafe an die US-Behörden zahlen. Die Strafe sei zwar ziemlich hoch und liege über dem im vergangenen Sommer kolportierten Volumen, aber es sei positiv, dass die Commerzbank eine Einigung mit den US-Behörden erreicht habe, erklärte Equinet-Analyst Philipp Häßler. Jetzt könne sich das Institut auf sein Geschäft konzentrieren.

Rückenwind für die Deutsche Post

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Diskussionen über eine neue Berechnung des Briefportos durch die Bundesregierung haben der Aktie des Logistikers aus dem Dax geholfen. Die Aktie stieg 1,4 Prozent. Das Wirtschaftsministerium hatte zuvor einen Bericht des "Spiegel" bestätigt, dass die Gewinnmargen der Deutschen Post denen der europäischen Konkurrenz angepasst werden sollen. Experten rechnen mit einer weiteren Erhöhung des Briefportos.

Bechtle schaltet einen Gang zurück

Der IT-Dienstleister Bechtle wird im laufenden Jahr laut Vorstandschef Thomas Olemotz etwas langsamer expandieren. Trotzdem will bei Umsatz und Ergebnis zuzulegen und Marktanteile zu gewinnen. Im vergangenen Jahr das im TecDax gelistete Unternehmen seinen Nettogewinn um 20 Prozent auf 76,2 Millionen Euro verbessert. Die Dividende steigt um 10 Cent auf 1,20 Euro je Aktie.

Kuka auf Allzeithoch

An der MDax-Spitze stand mit einem frischen Rekordhoch im Rücken die Kuka-Aktie. Die Aktien des japanischen Konkurrenten waren in Tokio um gut 13 Prozent nach oben gesprungen. Auslöser war die Hoffnung auf höhere Ausschüttungen an die Anleger.

Tui zieht sich aus dem MDax zurück

Der Hannoveraner Reisekonzern hat die Einstellung der Notierung an der Frankfurter Börse und allen anderen Handelsplätzen zum 31. März beantragt. Damit scheidet die Aktie spätestens Ende März auch aus dem MDax aus, den genauen Zeitpunkt muss die Deutsche Börse aber noch bekannt geben. Hintergrund ist die Fusion von Tui mit der britischen Tochter Tui travel. Die Aktien der neuen Tui werden dann nur noch in London gehandelt. Eine Notierung gibt es dort schon seit dem 17. Dezember.

Auch der Pharmahändler Celesio wird aus dem MDax ausscheiden. Grund ist die Übernahme durch den US-Konzern McKesson. Als Nachfolger für Tui und Celesio handelt die Gerüchteküche derzeit CTS Eventim und den Online-Modehändler Zalando.

Delticom verdient weniger und kürzt Dividende

Der Online-Reifenhändler weist in ersten Eckdaten für 2014 einen im Jahresvergleich um 0,8 Prozent niedrigeren Umsatz von 501,7 Millionen Euro aus. Das operative Ergebnis (Ebitda) sank gar um 31 Prozent auf 15,3 Millionen Euro.

Den Rückgang begründet das Unternehmen mit dem europaweit milden Wetter, wodurch vor allem das Schlussquartal negativ betroffen war. Die Dividende wird um die Hälfte auf 0,25 Euro zusammengestrichen. Endgültige Zahlen folgen am 19. März. Die im SDax notierte Aktie legte trotzdem zu und schloss bei 18,46 Euro. Das Papier war schon im Sommer kräftig abgestürzt und hat sich von diesem Schlag bisher nicht mehr richtig erholt.

GfK will sich bessern

Die Marktforschungsfirma GfK hat im vergangenen Jahr schlechter als 2013 abgeschnitten. Der Umsatz sank um drei Prozent auf 1,45 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis sank von 190 auf 179 Millionen Euro. Grund war unter anderem Währungsschwankungen. Die Dividende bleibt bei 0,65 Euro je Aktie. Das SDax-Mitglied will seine operative Rendite 2015 besonders 2016 kräftig steigern.

UBS hat nachgerechnet

UBS
UBS: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Schweizer Großbank UBS hat für das vergangene Jahr einen etwas geringeren Gewinn ausgewiesen, als bisher berichtet. Grund waren höhere Rückstellungen für juristische Auseinandersetzungen. Der Jahresgewinn fällt daher 105 Millionen Franken niedriger aus. Unter dem Strich steht nun noch ein Gewinn von 3,47 Milliarden Franken - neun Prozent mehr als 2013.

Eni tritt massiv auf die Bremse

Die Aktie des italienischen Ölkonzerns hat am Freitag rund fünf Prozent verloren. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, die Dividende für 2015 von 1,12 auf 0,80 Euro zu kürzen, zudem wird das Aktienrückkaufprogramm gestoppt. Die Ausgaben sollen in den kommenden vier Jahren um 17 Prozent sinken und Unternehmensteile verkauft werden. Der Konzern leidet wie auch andere Firmen aus der Branche unter dem schwachen Ölpreis.

Wolford spart an der richtigen Stelle

Der österreichische Textilhersteller Wolford hat in den ersten neun Monaten 2014/15 einen Umsatzrückgang um zwei Prozent auf 121 Millionen Euro hinnehmen müssen. Wolford hatte sich von einigen unprofitablen Vertriebsstandorten getrennt. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg allerdings von 2,2 auf 7,1 Millionen Euro.

rm

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Tagestermine am Montag, 30. März

Unternehmen:
HHLA: Q4-Zahlen und Telefonkonferenz, 7:30 Uhr
Grammer: Analysten- und Bilanz-Pk
Ludwig Beck: Bilanz-Pk

Konjunktur:
Brüssel: Geschäftsklima Eurozone im März, 11 Uhr
Deutschland: Vorläufige Verbraucherpreise im März, 14 Uhr
USA: Persönliche Einkommen und Konsum, Februar, 14:30 Uhr

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