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Marktbericht 20:10 Uhr

Schwacher Start in den Oktober

Kein Glücksschrei an der Börse

von Notker Blechner

Die große Zalando-IPO-Show hat an der Frankfurter Börse nur kurz für gute Laune gesorgt. Im Laufe des Tages bremsten die schwache Wall Street, trübe Konjunkturdaten und die Ebola-Angst den Dax aus.

Von wegen Glücksschrei! Am Mittwoch war vielen Anlegern eher zum Heulen zumute. Nach verhaltenem Start sackten Dax & Co deutlich ab. Der deutsche Leitindex verlor fast ein Prozent und rutschte unter die Marke von 9.400 Punkten. Der EuroStoxx50 büßte 0,9 Prozent ein.

Auch an der Wall Street ging es abwärts. Der Dow sank bis zwei Stunden vor Handelsschluss um 1,3 Prozent auf 16.831 Punkte. Die Nasdaq sackte gar um 1,5 Prozent ab. "Das vierte Quartal ist generell schwierig- und der Oktober sowieso", meinte ein Händler.

ISM-Index trübt sich ein

Enttäuschende Konjunkturdaten von beiden Seiten des Atlantiks und die Furcht vor einer Ausbreitung der Ebola-Seuche in der Welt verunsicherten die Anleger. Die US-Industrie verlor im September überraschend deutlich an Schwung. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe sank von 50,9 Punkten im August auf 56,6 Zähler. Volkswirte hatten mit einem geringeren Rückgang gerechnet. Zudem sanken die Bauausgaben im August überraschend um 0,8 Prozent. Experten hatten ein kleines Plus prophezeit. Für Hoffnung sorgten lediglich die ADP-Arbeitsmarktdaten. Die Zahl der Beschäftigten im Privatsektor stieg im September um 213.000 Stellen stärker als erwartet.

Trübe Stimmung in der Eurozone

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Auch in der Eurozone hat sich im September die Stimmung in der Industrie stark eingetrübt. Vor allem die deutschen Unternehmen bewerten ihre wirtschaftliche Situation im September deutlich negativer als zuvor. Der Euro fiel zeitweise unter 1,26 Dollar, zog dann aber wieder an - im Sog der US-Konjunkturdaten.

Erster Ebola-Fall in den USA

Hinzu kam die Furcht vor einer Ausbreitung der Ebola-Seuche. In den USA wurde erstmals ein Ebola-Fall nachgewiesen. Daraufhin wurden vor allem Aktien von Fluggesellschaften abgestoßen. Börsianer befürchten, dass aus Angst vor der Krankheit nicht mehr so viel gereist werde.

Was macht Draghi?

Die Anleger warten auf neue Signale der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbanker kommen am Donnerstag in Neapel zur Ratssitzung zusammen. Wahrscheinlich wird Präsident Mario Draghi Details zum geplanten Kauf von ABS-Papieren geben. Einem Medienbericht zufolge will Draghi auch Ramschpapiere aus Griechenland und Zypern aufkaufen lassen.

Keine Kursgewinne mit Zalando

Der Dax stand am Mittwoch ganz im Schatten des spektakulären Börsengangs von Zalando. Mit Models und einem lauten Schrei läutete der Online-Modehändler das größte IPO seit langem ein. Zunächst sprang der Kurs um 12,1 Prozent über den Ausgabepreis auf 24,10 Euro. Danach schmolzen die Gewinne fast komplett zusammen. Am Ende konnte sich Zalando mit 21,50 Euro lediglich auf dem Ausgabepreis behaupten.

Adidas zeigt ein Herz für Aktionäre

Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Gefragt waren am Mittwoch besonders defensive Titel – und Adidas. Die Ankündigung eines Aktienrückkaufs im Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro katapultierte die Adidas-Aktie um ein Prozent nach vorn. Zudem begibt der Sportartikelhersteller zwei Anleihen mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro. Das Geld soll unter anderem für den Schuldenabbau und Ausschüttungen an die Aktionäre verwendet werden.

Strategiewechsel bei Pimco?

Auch die Allianz machte von sich reden. Bei der Tochter Pimco weht nach dem Weggang von Mitbegründer Bill Gross ein völlig neuer Wind: Man wolle im Bereich Aktien unbedingt wachsen, sagte Pimco-Chef Doug Hodge. Bisher war das Unternehmen vor allem für den weltgrößten Anleihenfonds Total Return bekannt, den Gross seit 1987 verwaltete und der heute Einlagen von rund 222 Milliarden Dollar hat.

VW fährt in den USA hinterher

Aus den USA kamen am Nachmittag die Absatzzahlen zum Monat September. Großer Verliererer war Volkswagen. Die Verkäufe der Wolfsburger brachen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 19 Prozent ein. BMW hingegen setzte fast neun Prozent mehr Fahrzeuge ab. Mercedes schaffte gar ein Plus von 10,5 Prozent. Noch besser lief es für die Opel-Mutter General Motors. Sie schlug mit gut 223.400 Fahrzeugen fast ein Fünftel mehr Autos los.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Lufthansa spürt Streikfolgen

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Zu den größten Dax-Verlierern gehörte die Lufthansa mit einem Minus von fast drei Prozent. Neben der Angst vor einer Ausbreitung der Ebola-Seuche drückten auch die Streik-Folgen auf den Kurs. Die jüngsten Streiks kosten die Kranich-Airline offenbar einen zweistelligen Millionenbetrag. Da konnte auch der Verkauf der Anteile am Flugbuchungsanbieter Amadeus nicht viel helfen, der knapp 390 Millionen Euro in die Kassen der Lufthansa-Pensionsfonds spült.

Post erhöht erneut Briefporto

Die Aktie der Deutschen Post konnte ihre Gewinne nicht halten und schloss im Minus. Der ehemalige Staatsmonopolist will das Porto für den Standardbrief im kommenden Jahr erneut um zwei Cent erhöhen. Der Preis soll ab Januar 2015 von jetzt 60 Cent auf 62 Cent steigen. Der Preis war erst in diesem Jahr von 58 auf 60 Cent gestiegen.

Analysten drücken Südzucker

Im MDax war die Südzucker-Aktie mit einem Abschlag von rund sechs Prozent das Schlusslicht. Mal wieder. Mit 11,65 Euro notierte der Titel auf dem tiefsten Stand seit Anfang 2009. Analyst Nils-Peter Gehrmann von Hauck & Aufhäuser bestätigt in einer aktuellen Vorschau auf den Bericht zum zweiten Quartal seine Verkaufsempfehlung mit einem Ziel von 10 Euro. Die Commerzbank senkte das Kursziel auf zehn Euro.

Hochtief kauft Aktien zurück

Nachbörslich zogen Hochtief-Aktien um mehr als zwei Prozent an. Der Essener Baukonzern hat ein neues Aktienrückkauf-Programm gestartet. Über die Frankfurter Börse sollen bis zu knapp 6,92 Millionen Aktien zurückgekauft werden, teilte der MDax-Konzern am Mittwochabend in Essen mit. Das entspreche rund zehn Prozent des Grundkapitals.

MTU im Aufwind

MTU
MTU: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die MTU-Aktie zog nach einer Hochstufung durch JPMorgan im MDax um 0,5 Prozent an. Die US-Bank hat das Papier wegen der Euro-Schwäche von "Underweight" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel auf 69 Euro belassen. Sollte der Dollar-Höhenflug anhalten, könnte dies sogar ein höheres Kursziel nach sich ziehen.

Telefonica schließt Übernahme ab

Derweil hat die im TecDax notierte Telefonica Deutschland den Kauf von E-Plus abgeschlossen. Nachdem die europäischen Kartellbehörden die Fusion abgesegnet haben, ist E-Plus nun eine hundertprozentige Tochter des deutschen O2-Netzbetreibers. Damit steigt die Gesellschaft, gemessen an der Kundenzahl, zum größten Mobilfunkanbieter Deutschlands auf.

Microsoft enthüllt Windows 10

Unter den ausländischen Werten stand die Microsoft-Aktie im Blickpunkt. Der US-Konzern stellte am Dienstag den Nachfolger von Windows 8 vor: Mit Windows 10 sollen Windows-Versionen auf herkömmlichen Computern und mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets verbunden werden. Nach heftiger Kritik am Vorgänger kehrt mit Windows 10 auch der Start-Knopf unten links wieder zurück.

Pharma-Aktien ziehen nach erstem Ebola-Fall in den USA an

Der erste Ebola-Fall in den USA hat mehreren Pharmafirmen am Mittwoch Auftrieb gegeben. Die Aktien von Tekmira, BioCryst, Sarepta und NewLink zogen vorbörslich teils zweistellig an. Alle Unternehmen arbeiten an Medikamenten zur Bekämpfung von Ebola. Besonders Tekmira kann sich Hoffnungen auf den Einsatz seines Anti-Ebola-Mittels machen. Vergangene Woche hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA der kanadischen Firma grünes Licht gegeben, alle Ebola-Patienten mit der experimentellen Tekmira-Arznei zu behandeln. Der Aktienkurs des Unternehmens hat sich seit Anfang August verdoppelt.

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Die Dax-Tops und Flops in den ersten neun Monaten

Thyssen hui, Adidas pfui

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

ThyssenKrupp

Größter Gewinner im Dax ist auf Sicht von neun Monaten ThyssenKrupp. Der Dax-Titel legte in diesem Jahr 17,4 Prozent zu - gegenüber minus 0,8 Prozent im Dax. Der krisengeschüttelte Industriekonzern scheint Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Nach rund zwei Jahren hat ThyssenKrupp zuletzt wieder schwarze Zahlen geschrieben. In Folge hob das Management die Ergebnisprognose an. Dafür gab es Lob von vielen Seiten – für manche Anleger ein Kaufsignal.
Mehr zum Thema: Auf ein Neues, ThyssenKrupp!

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

ThyssenKrupp

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

RWE ST

Merck: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Merck

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Bayer

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Eon

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Deutsche Börse

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Lufthansa

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Volkswagen VZ

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Deutsche Bank

Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Adidas

Stand: 01.10.2014, 18:04 Uhr

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Tagestermine am Freitag, 31. Oktober

Unternehmen:
Fuchs Petrolub: 9-Monatszahlen, 07:00 Uhr
InBev: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
BNP Paribas: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Sony: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Royal Bank of Scotland: Q3-Trading-Update, 08:00 Uhr
International Airlines Group (IAG): Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Exxon Mobil: Q3-Zahlen, 13:00 Uhr
Chevron: Q3-Zahlen, 13:30 Uhr
Endesa: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Einzelhandelsumsatz September, 08:00 Uhr
Frankreich: Konsumausgaben und Erzeugerpreise September, 08:45 Uhr;
EU: Verbraucherpreise Oktober (vorab), 11:00 Uhr;
Arbeitslosenzahlen September, 11:00 Uhr
USA: Arbeitskosten im 3. Quartal, 13:30 Uhr;
Persönliche Einkommen und Ausgaben, 13:30 Uhr;
Chicagoer Einkaufsmanagerindex, 14:45 Uhr;
Uni Michigan Verbrauchervertrauen Oktober, 14:45 Uhr

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