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Börsentrend 18:00 Uhr

Dax schließt unter 7.600 Punkten

Jahresgewinne wieder aufgezehrt

Die Sorgen um Südeuropa und der deutsch-französische Streit um den Euro-Wechselkurs haben am Mittwoch die Anleger verunsichert. Der Dax rutschte auf ein Jahrestief. Charttechnische Verkaufssignale beschleunigten die Talfahrt. Die Wall Street verhinderte Schlimmeres.

So schnell kann sich der Wind drehen: Noch vor gut einer Woche erreichte der Dax ein neues Jahreshoch. Nun ist er auf den tiefsten Stand seit Mitte Dezember 2012 gefallen. Mit 7.581 Punkten schloss der deutsche Leitindex gut ein Prozent tiefer. Zeitweise hatte es noch düsterer ausgesehen. In der Spitze büßte der Dax gut 1,5 Prozent ein.

Für etwas Beruhigung sorgte die Wall Street. Nach einem schwachen Beginn rappelte sich der Dow Jones auf und machte nahezu wieder seine Verluste wett. Die Nasdaq drehte ins Plus.

Rutsch unter charttechnische Unterstützungszone

Der Rückenwind aus den USA war aber zu gering, um Europas Aktienmärkte wieder auf die Gewinnspur zu führen. Der Dax ist charttechnisch angeschlagen. Die Unterstützungszone von 7.634 Zählern hat er am Mittag nachhaltig nach unten durchbrochen. Dabei dürfte der Hochfrequenzhandel - Computerprogramme, die automatisch handeln - zusätzlich den Kursverfall beschleunigt haben. Das gleiche Phänomen konnten Anleger bereits beim Kurssturz am Montag beobachten.

Volatilität auf Zweieinhalb-Monats-Hoch

Noch am Vormittag hatte alles nach einem ruhigen Börsentag ausgesehen. Der plötzliche Kursrutsch zeigt, wie groß die Nervosität der Börsianer derzeit ist. Der VDax und der VStoxx, die die Volatilität messen, stiegen am Mittwoch auf ein Zweieinhalb-Monats-Hoch.

"Eine absolut politische Börse"

Angesichts der Sorgen um die politische Zukunft in Südeuropa hielten sich die Anleger spürbar zurück. In Spanien muss die Regierung wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck, und in Italien deuten Umfrage-Ergebnisse auf eine Rückkehr von Silvio Berlusconi an die Macht hin. Dies könnte die Reformpolitik in den Ländern bremsen. "Wir haben derzeit eine absolut politische Börse", sagte Fidel Helmer, Kapitalmarktexperte bei der Privatbank Hauck & Aufhäuser.

Streit um den Euro-Wechselkurs

Zudem belastet der Euro-Wechselkursstreit zwischen Deutschland und Frankreich die Stimmung. Die deutsche Bundesregierung sprach sich gegen die französischen Forderungen nach einer aktiven Wechselkurspolitik aus. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, dass der Euro im historischen Vergleich nicht überbewertet sei. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte am Dienstag eine aktive Wechselkurspolitik gefordert, um den Euro und die europäischen Unternehmen gegen Abwertungen anderer Währungen zu schützen.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro geriet unter Druck. Die Gemeinschaftswährung notierte am Abend knapp über 1,35 Dollar. "Der Eurokurs befindet sich derzeit in einer Konsolidierungsphase", meinte Devisenexperte Stephan Rieke von der BHF-Bank.

Lufthansa-Aktie trotzt dem Markt

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Dax gab es nur vier Gewinner. Spitzenreiter war die Lufthansa-Aktie mit einem Plus von fast drei Prozent - trotz der durcheinandergewirbelten Flugpläne in Deutschland wegen des Wintereinbruchs. Händler verwiesen auf charttechnische Gründe. Nachdem am Dienstag der Titel an der 50-Tage-Linie gestoppt worden sei, gehe es nun wieder voran. Zudem gaben Verkehrszahlen anderer Fluggesellschaften wie Easyjet Auftrieb.

Versorger unter Druck

Zu den größten Dax-Verlierern zählten die beiden Versorger-Aktien RWE und Eon. Nachdem sich beide Titel wegen der wieder schwindenden Streikgefahr gut erholt hatten, sorgte nun ein Kommentar der Berenberg Bank für Verdruss. Die Analysten haben Eon zum Verkauf empfohlen. Die Experten von Credit Suisse stutzten indes das Kursziel von RWE.

ArcelorMittal heizt Stahlwerte an

Stahlaktien in den Leitindizes präsentierten sich am Mittwoch in robuster Verfassung. Die ThyssenKrupp-Aktie schlug sich besser als der Gesamtmarkt, im MDax konnten sich Salzgitter und der Stahlhändler KlöCo behaupten. Die Jahresbilanz des weltgrößten Stahlkonzerns ArcelorMittal machte Hoffnung auf eine Besserung an der Stahlfront.

Kuka sammelt Millionen ein

Aus dem MDax ragte die Aktie von Kuka mit einem Plus von über fünf Prozent heraus. Der Anlagen- und Roboterbauer hat mit Hilfe einer Wandelanleihe fast 59 Millionen Euro am Kapitalmarkt besorgt. Kuka hat 2012 den Gewinn deutlich gesteigert und die Schulden verringert.

Bewegung bei Metro

Hoch in der Gunst der Anleger standen auch die Metro-Papiere mit einem Plus von über drei Prozent. Großaktionär Haniel hat seine Beteiligung an dem Einzelhandelskonzern Metro auf 30 Prozent reduziert und damit 300 Millionen Euro eingesammelt. "Endlich ist der Verkaufsdruck weg", meinte ein Händler erleichtert. Haniel werde aber auch in Zukunft ein "Ankerinvestor" bei dem ehemaligen Dax-Unternehmen bleiben, betonte Metro-Chef Stephan Gemkow.

Gea enttäuscht

Schlusslicht im MDax waren Aktien des Anlagenbauers Gea. Sie büßten rund fünf Prozent ein. Analysten sprachen von einem enttäuschenden Ausblick auf 2013 und einer zu niedrigen Dividende. Dabei lässt das Zahlenwerk von Gea eigentlich wenig zu wünschen übrig.

Grenkeleasing prüft Kapitalerhöhung

Im SDax hat Grenkeleasing Zahlen vorgelegt. Der IT-Vermieter verdiente im abgelaufenen Jahr 42,5 Millionen Euro und traf damit genau die eigene Prognose. Für 2013 prophezeit das Unternehmen eine leichte Steigerung des Gewinns auf 44 bis 48 Millionen Euro. Zur weiteren Expansion erwägt der IT-Vermieter eine Kapitalerhöhung. Das verunsichert die Anleger. Die Aktie verlor über ein Prozent.

Übernimmt Novartis Morphosys?

Im TecDax sprang die Aktie des Biotech-Unternehmens Morphosys an die Spitze. Sie legte über drei Prozent zu. Laut einer Studie der DZ Bank ist die Übernahme durch Novartis wahrscheinlicher geworden. Den "fairen" Wert hat der zuständige Analyst um zehn auf 40 Euro erhöht.

Vestas macht kräftig Wind

Papiere des Windkraft-Spezialisten Nordex konnten von Geschäftsergebnissen des Branchenvertreters Vestas nicht profitieren - und schlossen ein Prozent im Minus. Aktien der dänischen Vestas legten zeitweise zweistellig zu, nachdem das Unternehmen einen Umsatzanstieg von 2,26 auf 2,51 Milliarden Euro bekannt gegeben hatte.

Hamborner REIT gut im Geschäft

Im SDax war die Aktie der Hamborner REIT gefragt. Sie verteuerte sich um über zwei Prozent. Der Immobilien-Konzern hat seine Erlöse aus Vermietung und Verpachtung von 32,2 auf 37 Millionen Euro gesteigert. Die wichtige Ergebniskennziffer FFO (Funds from Operations) stieg um sieben Prozent auf 18,4 Millionen Euro. Mit dem Jahresüberschuss von 7,7 Millionen Euro liegt das Unternehmen leicht unter Vorjahr.

RBS muss kräftig blechen

Royal Bank of Scotland: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die verstaatlichte britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) hat sich im Libor-Skandal mit den Behörden auf eine hohe Strafe von 612 Millionen US-Dollar an amerikanische und britische Behörden geeinigt. Dies ist die bisher die zweithöchste Strafe im Zusammenhang mit den Libor-Ermittlungen.

Time Warner steigert Gewinn deutlich

Der US-Medienkonzern Time Warner hat dank Einsparungen und Restrukturierungen 50 Prozent mehr verdient im abgelaufenen Quartal. Der Umsatz stagnierte bei 8,16 Milliarden Dollar. Während die TV-Sparte mit den Sendern CNN, TNT und HBO und Erfolgsserien wie "Game of Thrones" und "Boardwalk Empire" den Umsatz beflügelten, gingen die Erlöse im Verlagsgeschäft und dem Kinofilmsegment Warner Bros zurück. Die Aktie legt deutlich zu.

Stand: 06.02.2013, 18:00 Uhr

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Tagestermine am Montag, 27. Oktober

Unternehmen:
Deutsche Börse: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Twitter: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Amgen: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Merck & Co: Q3-Zahlen, 12 Uhr
Canon: Q3-Zahlen
TNT: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex, Oktober,10 Uhr

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