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Marktbericht 8 Uhr

Schwache Konjunkturdaten aus China

Jähes Ende des Dax-Höhenfluges erwartet

Der unerwartete Rückgang des chinesischen Einkaufsmanagerindexes unter die Marke von 50 hat am Morgen Bestürzung ausgelöst. An der Tokioter Börse brechen die Kurse um über sieben Prozent ein. Auch der Dax wird am Morgen deutlich schwächer erwartet.

Broker taxieren den deutschen Leitindex nach dessen jüngster Rekordjagd und zwölf Gewinntagen in Folge rund 1,25 Prozent tiefer bei 8.424 Punkten, nachdem der Dax gestern bei 8.530 Punkten geschlossen hatte.

Grund für die Trendwende ist der von der britischen Bank HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex für China. Er sank von April auf Mai um 0,8 Punkte auf 49,6 Zähler und damit zum ersten Mal seit sieben Monaten unter die Schwelle von 50 Punkten. Über dieser Grenze zeigt der Index Wachstum an, liegt er darunter, kann von einem schrumpfenden Industriesektor ausgegangen werden. Experten hatten damit gerechnet, dass der Wert über der 50-Punkte-Marke liegt.

Börse 8.00

An der Tokioter Börse kommt es deshalb am Morgen zu regelrechten Panikverkäufen. Zeitweise stürzt der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei um über 1.000 Punkte oder sieben Prozent ab bei 14.438. Zu Handelsbeginn war der Index noch um knapp zwei Prozent auf den höchsten Stand seit fünfeinhalb Jahren geklettert.

In Frankfurt dürften die Anleger auch die gestrigen Äußerungen von Fed-Chef Ben Bernanke Sorge auslösen. Der Notenbanker will zwar vorerst an der ultraexpansiven Geldpolitik festhalten und weiter jeden Monat für 85 Milliarden Dollar Anleihen aufkaufen, doch kann er sich vorstellen, das Volumen dieser Käufe in den kommenden Monaten zu drosseln. Wann dies geschehen werde und in welchem Umfang, hänge von der Entwicklung der US-Wirtschaft ab.

An der New Yorker Börse hatte die Aussage bereits zu Kurseinbußen geführt. Der Dow Jones-Index schloss am Abend gut ein halbes Prozent (80 Punkte) niedriger bei 15.307. Der Euro hat nach den Äußerungen Bernanke. Auch der Euro ist deutlich abgerutscht und notiert am Morgen bei 1,2840 Dollar.

Deutsche Bank vor kritischer HV

Der Führungsspitze der Deutschen Bank droht fast genau ein Jahr nach ihrem Amtsantritt eine ungemütliche Hauptversammlung. Vor dem Aktionärstreffen an diesem Donnerstag (23.5.) in Frankfurt reißt die Kritik nicht ab. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) fordert eine Überprüfung von Sonderzahlungen. "Banker sollten ihre Boni zurückzahlen müssen, wenn sich Geschäfte als verlustreich herausgestellt haben.

Aixtron muss Stellen streichen

Bei dem angeschlagenen Spezialanlagenbauer Aixtron aus dem TecDax soll mindestens jeder fünfte Mitarbeiter in Deutschland gehen. Dies sei eine "unausweichliche, wenn auch schmerzliche" Entscheidung hieß es vom neuen Vorstandschef Martin Goetzeler. Einem Sprecher zufolge sollen letztlich von den einst 550 Stellen in Deutschland rund 400 übrig bleiben.

Hewlett Packard spürt den Wandel

Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard hat im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von zehn Prozent auf 27,6 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Der Gewinn schrumpfte um 32 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Analysten mit einem noch schlechteren Abschneiden gerechnet. Zudem fiel der Ausblick auf das laufende Quartal besser aus als gedacht und der Schuldenabbau schritt voran. Nachbörslich stieg die Aktie deshalb um 13 Prozent.

Swiss Life mit mehr Prämien

Swiss Life hat im ersten Quartal die Prämieneinnahmen um 14 Prozent auf 6,97 Milliarden Franken (5,5 Milliarden Euro) gesteigert, wie der Schweizer Lebensversicherer am Morgen mitteilte. Zu dieser Entwicklung trug insbesondere die nach wie vor große Nachfrage in der beruflichen Vorsorge bei. Gewinnzahlen veröffentlicht der Konzern aus Zürich nur zum Halbjahr und am Jahresende.

Stand: 23.05.2013, 08:00 Uhr