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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht neutral mit Daxkurve

Dax kann 9.800 Punkte halten

Ist das jetzt der Boden?

Der Schock über die schwächelnde US-Konjunktur im ersten Quartal, die neu entfachte Debatte über eine Zinswende, aber auch die Krisen im Irak und der Ukraine haben den Dax in der zu Ende gegangenen Woche belastet.

Der Dax hat sich am Freitag stabilisiert und trotz schwächelnder Kurse an der Wall Street oberhalb der Marke von 9.800 Punkten geschlossen, bei 9.815, bescheidene zehn Punkte über dem Schluss vom Vortag. Mangels neuer Impulse, weder aus den Unternehmen, noch von der Konjunktur, hielt sich die Volatilität in Grenzen. Der Dax schwankte lediglich zwischen 9.791 und 9.836 Punkten.

Auf Wochensicht hat der Leitindex allerdings 1,72 Prozent eingebüßt. Im Vergleich zum Eröffnungskurs am Montag sind das fast 170 Punkte. Damit hat sich das Börsenbarometer ein gutes Stück von seinen Rekordständen oberhalb von 10.000 Punkten entfernt.

Dem Dax sei es aber gelungen, die aus charttechnischer Sicht wichtige Schwelle von 9.800 Punkten zu verteidigen. Solange die nicht unterschritten werde, so die Überzeugung der Experten, sei die Welt am Aktienmarkt noch in Ordnung.

Börsenampeln auf gelb

Trotzdem bleiben die Anleger vorsichtig, auch an der Wall Street. Der Dow Jones-Index eröffnet wegen der Gewinnwarnung des Chemieriesen Dupont etwas schwächer und rutscht bis zum abend auf 16.783 Punkte ab, ein Minus von 0,37 Prozent.

Für Verunsicherung sorgt weiter der überraschend herbe Einbruch der US-Wirtschaftsleistung im ersten Quartal (minus 2,9 Prozent) sowie die enttäuschenden Konsumausgaben im Mai. Hinzu kommen Spekulationen über eine frühere Zinswende in den USA, nachdem Fed-Notenbanker James Bullard mit einer anziehenden Teuerungsrate rechnet. Sie könnte Ende 2015 auf 2,4 Prozent ansteigen. In diesem Fall könnten frühere Zinserhöhungen wahrscheinlicher werden. Insgesamt stünden die Börsenampeln derzeit auf gelb und mögliche Gewinnwarnungen der kommenden Wochen könnten den Markt weiter belasten, urteilen viele Händler.

Mangels neuer Nachrichten warten viele Anleger auch auf die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank am kommenden Donnerstag. Am gleichen Tag wird in den USA der monatliche Arbeitsmarktbericht veröffentlicht.

Euro festigt sich etwas

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro ist am Freitag nach einer kleinen Berg- und Talfahrt leicht gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde bei Börsenschluss in Frankfurt zu 1,3632 Dollar gehandelt. Nach schwachen Konjunkturdaten aus der Eurozone war der Euro im Mittagshandel noch zeitweise bis auf 1,3610 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3620 (Donnerstag: 1,3606) Dollar festgesetzt.

RWE entzweit die Analysten

Die RWE-Aktie gehört am Freitag zu den stärksten Werten im Dax. Dabei haben die Analysten eine höchst unterschiedliche Meinung zu dem Versorger. Während die französische Société Générale (SocGen) die RWE-Aktie weiterhin zum Verkauf empfiehlt und das Kursziel bei 22 Euro belassen hat, nahm die australische Investmentbank Macquarie RWE mit "Outperform" und einem Kursziel von 37 Euro in die Bewertung auf. Die Marktstimmung für die schlecht laufenden Aktien der deutschen Versorger sei zu negativ, denn selbst auf Grundlage der aktuellen Strompreise wiesen die Ergebnisprognosen der Analysten kaum Abwärtsrisiken auf, meint Analyst Peter Crampton.

FMC mit Zukauf

Deutlich zulegen kann auch die FMC-Aktie. Der Homburger Dialysespezialist erwirbt für 600 Millionen Dollar eine Mehrheitsbeteiligung am US-Unternehmen Sound Inpatients Physicians. Mit dem Kauf, der als strategisch eingestuft wird, soll das Geschäft mit Dienstleistungen rund um die Dialyse ausgebaut werden. An der Börse wird die Nachricht positiv aufgenommen.

HeidelCement profitiert

HeidelCement profitiert von Aussagen des Firmenchefs Bernd Scheifele. Der sieht durch die geplante Fusion zwischen den Konkurrenten Holcim und Lafarge Chancen für sein Unternehmen. Die beiden müssten aus kartellrechtlichen Gründen Unternehmensteile verkaufen und seien zudem erst einmal mit sich selbst beschäftigt, sagte Scheifele gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Für HeidelCement interessant seien Märkte wie Frankreich, Brasilien oder die Phillipinen. Geld für Zukäufe soll unter anderem durch den geplanten Verkauf des Geschäfts mit Bauprodukten wie Ziegeln, Betonröhren und Fertigbetonteilen in die Kasse kommen. Sogar ein Börsengang der Sparte ist ins Auge gefasst, sollte sich kein passender Investor finden.

Tui schluckt Tochter

Freudensprünge machen die Aktien von Tui und Tui Travel. Europas größter Reisekonzern hat es nun endlich geschafft, seine britische Tochter Tui Travel komplett zu übernehmen. Beide Unternehmen hätten "eine grundsätzliche Einigung über die wesentlichen Konditionen eines geplanten Zusammenschlusses" erzielt, teilten Tui und Tui Travel am Freitag mit. Die Tui AG aus Hannover hält bisher 54,48 Prozent an der Tui Travel aus Crawley bei London. Die Minderheitsaktionäre der britischen Gesellschaft sollen für ihre Aktien kein Geld, sondern neue Anteilsscheine der Tui AG erhalten.

Tui
Tui: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Südzucker leidet unter der Tochter

Schwächster Wert im MDax ist die Südzucker-Aktie. Das Papier hatte sich zuletzt zwar deutlich erholt, wird aber am Freitag von einer Gewinnwarnung der österreichischen Tochter Agrana belastet. Die erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2014/15 (bis Ende Februar) nach einem mauen Jahresstart nun ein Betriebsergebnis (Ebit) deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 167 Millionen Euro. Dagegen kann die Osram-Aktie nach vier Verlusttagen in Folge um mehr als sechs Prozent zulegen.

Vossloh schockt erneut

Fast zehn Prozent verliert die im SDax notierte Aktie des Bahntechnikherstellers Vossloh. Grund ist eine Gewinnwarnung. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll 2014 nun ein Verlust von 150 bis 180 Millionen Euro anfallen. Ende April hatte der Konzern die Ziele noch bestätigt und einen höheres operatives Ergebnis als die 54,2 Millionen Euro im Vorjahr in Aussicht gestellt.

BVB holt Evonik ins Boot

Auch die BVB-Aktie büßt überdurchschnittlich ein. Grund ist eine Kapitalerhöhung. Die zusätzlichen Titel werden aber vom derzeitigen Hauptsponsor, Evonik, übernommen, der dann mit einem Anteil von neun Prozent an dem Verein beteiligt sein wird. Vor einigen Wochen war auch über einen Einstieg der Deutschen Bank beim BVB spekuliert worden.

Nanostart mit Jahresüberschuss

Einen Sprung um fast zehn Prozent macht die Aktie von Nanostart. Die Beteiligungsgesellschaft hat einen Jahresüberschuss von 0,34 Millionen Euro erzielt, nach einem Verlust im Vorjahr. Das positive Ergebnis resultiert in erster Linie aus dem Verkauf von Beteiligungen und Einsparungen. Durch die Rückzahlung sämtlicher Kredite konnte Nanostart zudem seine Schulden von 3,81 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 0,09 Millionen Euro senken.

Nike überzeugt

Im Dow gehört die Nike-Aktie zu den stärksten Werten. Bereits am Vorabend hatte der Sportartikelhersteller gute Zahlen veröffentlicht. Der Adidas-Konkurrent hat in seinem vierten Geschäftsquartal bei Umsatz und Gewinn zugelegt. Der Konzern wies ein Ergebnis von 698 Millionen Dollar nach 690 Millionen Dollar vor Jahresfrist aus. Der Umsatz stieg um 13 Prozent.

Dupont schwächt Bayer und BASF kaum

Der US-Chemieriese Dupont hat seine Prognose wegen eines schwächeren Agrargeschäftes gesenkt. Für das Gesamtjahr werden jetzt nur noch 4,00 Dollar je Aktie erwartet, statt 4,10 Dollar. Der Gewinn brach im ersten Geschäftsquartal um 57 Prozent auf 1,44 Milliarden Dollar ein. Die Aktie verlor im Späthandel über zwei Prozent.

Im Schlepptau geraten auch die Papiere der deutschen Konkurrenten unter Druck. Bayer ist zeitweise schwächster Wert im Dax, auch BASF geben nach. Die Deutsche Bank hat die Einstufung für BASF und Bayer nach der Gewinnwarnung von Dupont auf "Buy" belassen.

GoPro gelingt Börsengang - Alibaba kurz davor

Gelungener Börsenstart für GoPro. Die Papiere legen um mehr als 20 Prozent zu. GoPro stellt Helmkameras her, die vor allem an Sporthelme montiert werden können.

Gleichzeitig gab der chinesische Online-Gigant Alibaba bekannt, dass der Konzern für seinen geplanten Börsengang die New York Stock Exchange ausgewählt hat. Die Aktie soll dort unter dem Kürzel "BABA" gelistet werden. Alibaba hatte Anfang Mai den Startschuss für den Börsengang gegeben. Es könnte der größte IPO im Technologiesektor seit Facebook werde, das im Mai 2012 für 16 Milliarden Dollar an den Markt kam. Analysten schätzen den Wert des chinesischen Online-Händlers auf bis zu 160 Milliarden Dollar.

lg

Stand: 27.06.2014, 20:02 Uhr

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Tagestermine am Donnerstag, 24. Juli

Unternehmen:
Roche: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Nokia: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
BASF: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Vossloh: Q2-Zahlen 07:30 Uhr
Comdirect: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
TomTom: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Canon: Q2-Zahlen, 8:00 Uhr
Kingfisher: Trading-update, 08:00 Uhr
Unilever: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Heidelberger Druckmaschinen: Hauptversammlung, 10:00 Uhr
Potash: Q2-Zahlen, 12:00 Uhr
Ford: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr
General Motors: Q2-Zahlen, 13:30 Uhr
LVMH:Halbjahreszahlen, 18:00 Uhr
Deutsche Börse: Q2-Zahlen, 20:30 Uhr
Visa: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Starbucks: Q3-Zahlen, 22:00 Uhr
Amazon: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Schaltbau: Q2-Zahlen
Amadeus Fire: Q2-Zahlen
ADVA Optical: Q2-Zahlen
Krones: Q2-Zahlen
MTU: Q2-Zahlen
Repsol: Q2-Zahlen
Easyjet: Q3-Trading-Statement
LG Electronics: Q2-Zahlen
3M: Q2-Zahlen
Bristol Myers Squibb: Q2-Zahlen
Caterpillar: Q2-Zahlen
Eli Lilly: Q2-Zahlen
United Continental: Q2-Zahlen
Southwest Airlines: Q2-Zahlen
American Airlines Group: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Japan: Handelsbilanz, 01:50 Uhr
China: HSBC PMI Verarbeitendes Gewerbe Juli (1. Veröffentl.)
Frankreich, Deutschland, EU: PMI Verarbeitendes Gewerbe Juli, 09:00, 09:30, 10:00 Uhr
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (wöchentl.), 14:30 Uhr;
Verkauf neuer Häuser Juni, 16:00 Uhr;
IWF - World Economic Outlook, 17:00 Uhr;

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