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Marktbericht 11:45 Uhr

Dax überspringt 10.200 Punkte

Investoren greifen beherzt zu

Stand: 03.09.2015, 11:45 Uhr

Aus China keine negativen Nachrichten, die US-Zinswende im September wird immer ungewisser und dazu noch eine blendende Vorlage aus den USA: Die Anleger füllen heute ihre Depots wieder auf. Aber es gibt auch warnende Stimmen.

Der Dax klettert dank der starken Wall Street von gestern um zeitweise mehr als zwei Prozent auf über 10.200 Punkte. Es schadet sicher nicht, dass der Handel in China heute und morgen feiertagsbedingt geschlossen bleibt. So bleibt den Märkten Störfeuer aus dieser Region erspart.

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Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Insgesamt bleiben Marktbeobachter trotz der Kursgewinne aber durchaus skeptisch: "Die Stimmung bleibt negativ, und noch ist nicht jeder überzeugt, dass wir schon den Tiefpunkt des jüngsten Abwärtstrends gesehen haben", warnte Analyst Markus Huber vom Handelshaus Peregrine & Black. "Die Unsicherheit über die künftige Entwicklung ist nach dem China-Schock immer noch groß", meint auch Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank.

Gute Konjunkturdaten aus der Eurozone

Aus charttechnischer Sicht sieht es aktuell dabei gar nicht mehr so schlecht aus. Ein Ausbruch aus der Zone von 9920/30 bis 10.120/70 Punkten dürfte Aufschluss über die Richtung für die kommenden Tage geben, meinen die Fachleute von Index Radar. "Verlassen die Notierungen die Handelsspanne nach oben, ist im Chart zunächst Luft bis 10.650/10.800." Demzufolge könnte es also durchaus weiter aufwärts gehen. Das mittelfristige Potenzial halten die Experten indes auch eher für begrenzt.

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Börse 11.00 Uhr

Neben den hervorragenden Vorgaben aus den USA wirkten gute Konjunkturdaten aus der Eurozone ebenfalls stützend. Die Dienstleister im Euro-Raum legen spürbar zu und dürften der gesamten Wirtschaft im Währungsraum Schwung verleihen. Die Firmen zogen im August erneut mehr Aufträge an Land und stellten neue Mitarbeiter ein, wie aus der Markit-Umfrage hervorgeht.

Das wichtigste Wochendatum kommt noch

Der Blick der Investoren richtet sich schon auf den US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag. Die Fed, die am 16. und 17. September zusammentritt, hat die Zinswende vom robusten Stellenmarkt abhängig gemacht. Der gestrige US-Kurssprung wurde von schwachen Zahlen des privaten Arbeitsvermittler ADP verursacht. "Die jüngsten Hinweise auf eine schwächere Weltkonjunktur, was eine weitere Erholung am US-Arbeitsmarkt in Frage stellt, könnte die Fed dazu bringen, die Zinserhöhung im September nicht anzupacken", meinen die Fachleute der Baader Bank.

Janet Yellen

Janet Yellen. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Grundsätzlich profitieren die Aktienmärkte davon, wenn die Zinswende verschoben wird. Aber es das Pendel könnte durchaus auch in die andere Richtung ausschlagen, meint Asoka Wöhrmann, der Chef-Anlagestratege von Deutsche Asset & Wealth Management: "Bei einer weiteren Verschiebung der Zinswende wiederum könnte die übliche Euphorie der Aktienmärkte in Panik umschwenken, wenn dies als Zeichen der Wachstumsskepsis der Fed interpretiert wird."

Goldman stärkt FMC...

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hält die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) für ungerechtfertigt niedrig bewertet. Der kürzliche Kursrutsch der Papiere des Dialyse-Anbieters biete eine bestechende Chance, in ein gut aufgestelltes Unternehmen zu investieren, schrieb Analystin Veronika Dubajova. Dubajova stufte die Anteilsscheine deshalb von "Neutral" auf "Buy" hoch und beließ das Kursziel auf 85 Euro. Aktuell notieren sie bei rund 70 Euro.

... und UBS bringt Conti weiter

Gefragt waren im Dax die Titel von Conti. Die UBS empfahl die Aktien zum Kauf. Analyst David Lesne lobte die Berechenbarkeit und Widerstandsfähigkeit der Gewinnentwicklung des Autozulieferers. Die Marge im Reifengeschäft werde zudem für einige Zeit auf ihrem hohen Niveau bleiben. Das Risiko im Zusammenhang mit China sei begrenzt. Das Kursziel hob er um 10 auf 235 Euro an. Damit sieht er mehr als 25 Prozent Luft nach oben.

Evonik unter Druck

Die Aktien des Spezialchemiekonzerns Evonik zählen im MDax zu den schwächeren Werten. Laut einem Händler geriet der Kurs wegen der Nachricht über eine Aktienplatzierung durch einen institutionellen Investor unter Druck. Dieser trenne sich im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens von knapp 7 Millionen Papieren; das sind rund 1,5 Prozent aller Aktien.

Syngenta plant Aktienrückkauf

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Der Agrochemiekonzern Syngenta will die Aktionäre mit einem Aktienrückkaufprogramm bei der Stange halten. Die erste Tranche des Rückkaufprogramms im Wert von über zwei Milliarden Dollar steht bevor. Zudem will Syngenta sein globales Gemüsesaatgut-Geschäft verkaufen. Das Unternehmen hatte vergangene Woche eine Übernahme durch den US-Konkurrenten Monsanto abgelehnt und war deshalb von Großaktionären kritisiert worden.

Zeal Network im Minus

Den Aktien von Zeal Network (ehemals Tipp 24) fallen nach der Senkung der Gewinnprognose deutlich zurück. Der Lottoanbieter hatte am Mittwoch nach Börsenschluss mitgeteilt, wegen der Auszahlung eines 15 Millionen Euro schweren Jackpots rechne er für 2015 nur noch mit einem operativen Ergebnis (Ebit) von 20 bis 30 Millionen Euro - nach bisher 35 bis 45 Millionen Euro.

Easyjet erhöht Prognose

Kurz vor dem Ende des laufenden Geschäftsjahres (30. September) hat Easyjet den Ausblick angehoben. Easyjet rechnet jetzt mit einem Vorsteuerergebnis zwischen 675 und 700 Millionen britischen Pfund (915 bis 950 Mio Euro). Zuvor war Easyjet von einem Wert zwischen 620 und 660 Millionen Pfund ausgegangen.

Barclays verkauft Portugal-Geschäft

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Barclays stößt einen Teil ihres Portugal-Geschäfts für rund 175 Millionen Euro an die spanische Bankinter ab. Der Verkauf umfasst das Privatkundengeschäft, die Vermögens- und Versicherungsverwaltung und Teile des Firmenkundengeschäfts. Rund 1.000 Mitarbeiter und 84 Filialen sollen voraussichtlich von den Spaniern übernommen werden. Der Verkauf ist Teil der Umbaupläne des neuen Barclays-Chefs John McFarlane, der den Verkauf des Privatkundengeschäfts in Portugal und Italien vorantreiben und Kosten reduzieren will.

Vivendi hat viel vor

Dank brummender Geschäfte bei der Musik-Sparte Universal stand bei Vivendi im zweiten Quartal unter dem Strich ein Gewinnzuwachs von 34 Prozent auf 193 Millionen Euro. Der Umsatz des Medienlkonzerns legte um neun Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu. Firmenchef Arnaud de Puyfontaine erklärte, dass viel Geld für Zukäufe zum weiteren Konzern-Umbau in der Kasse sei.

Baut Sony bald Autos?

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Nach Google hält sich jetzt auch der japanische Elektronikhersteller Sony einen Einstieg in die Autobranche offen. Der Konzern könne sich eine Partnerschaft mit einem klassischen Autohersteller vorstellen, sagte Sony-Chef Kazuo Hirai der "Financial Times". Auch ein eigenes Sony-Auto hält der Manager zumindest für denkbar: "Wenn wir grundsätzlich an einem Punkt glauben, dass wir einen Unterschied in der Autowelt machen können, dann ist das etwas, was wir im Blick haben", sagte Hirai. Es gebe allerdings derzeit keine solchen Pläne.

Toshiba macht Verlust

Der japanische Technologiekonzern Toshiba hat wegen des jüngsten Bilanzskandals im vergangenen Geschäftsjahr einem Zeitungsbericht zufolge einen Verlust von umgerechnet rund 73 Millionen Euro gemacht. Der Konzern kommentierte den Bericht der Tageszeitung "Yomiuri" zunächst nicht. Dem Blatt zufolge könnte die nun bis Montag erwartete Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das im März abgelaufene Geschäftsjahr abermals verschoben werden, sollten weitere Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen auftauchen.

ts

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Tagestermine am Montag, 7. September

Unternehmen:
Toshiba: Zahlen zum im März abgelaufenen Geschäftsjahr
Linde: Analystentagung
Mahle: Haljahres-PK
Konjunktur:
Deutschland: Industrieproduktion Juli, 08:00 Uhr
Deutschland: Sentix Konjunkturindex, September, 10:30 Uhr
China: Außenhandel, August, 04:00 Uhr
Tokio: BIP Q2, 2. Schätzung

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