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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht negativ Hasen rennen davon

Dax schließt unter 11.000 Punkten

Investoren geben Fersengeld

Stand: 15.06.2015, 20:00 Uhr

Die Furcht vor dem "Grexit" zwingt die Anleger zum Akienverkauf. So langsam wird es eng, denn den Verhandlungspartnern rennt die Zeit davon. In ganz Europa gaben die Börsen deutlich nach.

Der Dax büßte zeitweise bis zu zwei Prozent ein und sackte wieder unter die Marke von 11.000 Punkten. Den tiefsten Stand des Tages markierte er bei 10.952,74 Punkten. Der Dax schloss mit einem Abschlag von 1,9 Prozent auf 10.984,97 Punkten. Die letzte Chance für Verhandlungen ist vermutlich der EU-Gipfel kommende Woche Donnerstag und Freitag (25. und 26. Juni). Das laufende Hilfspaket für Athen endet am 30. Juni.

"Alle Werkzeuge zur Hand"

In ganz Europa gaben die Kurse nach: Der Athener Leitindex brach um 4,7 Prozent und der griechische Bankenindex um acht Prozent ein. Der EuroStoxx50 büßte 1,8 Prozent ein. Für den Pariser Leitindex CAC 40 ging es um 1,8 Prozent auf 4.815,36 Zähler nach unten. Der FTSE-100-Index in London fiel um 1,1 Prozent auf 6.710,52 Punkte.

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Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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"Es sieht so aus, als käme es zu einem technischen Zahlungsausfall am Monatsende", sagte Ökonom Peter Cardillo vom Finanzhaus Rockwell Global Capital. Jens Klatt, Fachmann bei DailyFX sieht das anders: "Ich bin persönlich weiterhin optimistisch, dass man im letzten Moment die Kurve kriegen und sich auf einen Deal einigen wird." Auch der EZB-Präsident Mario Draghi äußerte sich zu einer möglichen Staatspleite Griechenlands: "Wir haben alle Werkzeuge zur Hand, um die Situation bestmöglich zu managen." Der Markt habe lange Zeit gehabt, um sich auf einen Zahlungsausfall Griechenlands vorzubereiten, sagte Chefstratege Ashwin Bulchandani vom Vermögensverwalter MatlinPatterson. "Aber in Situationen wie diesen gibt es immer einen unbekannten Faktor."

Fed wird Zinswende verschieben

Vor der heiß erwarteten Zinssitzung der Fed am Mittwoch fiel der Empire State Index in den USA unerwartet schwach aus. Auch die Industrieproduktion sowie die Kapazitätsauslastung enttäuschten. "Bezüglich der Fed werden Zinserhöhungserwartungen des Marktes wohl weiter in die Zukunft verschoben", kommentiert Helaba-Experte Ralf Umlauf. Experten rechnen mit überwiegender Mehrheit nicht mit der Zinswende. Erwartet wird, dass die Fed auf einer Sitzung mit Pressekonferenz den Leitzins anheben wird - also im September oder Dezember. Oder erst im nächsten Jahr.

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Börse 19.00 Uhr

Die Fed werde die Gelegenheit zur Zinswende verstreichen lassen, meint Commerzbank-Fachmann Bernd Weidensteiner. "Denn die Wirtschaft hatte im ersten Quartal einen Aussetzer, und die niedrige Inflationsrate drängt nicht zum Handeln." Im September dürfte die Geduld der US-Notenbank laut Weidensteiner zu Ende sein. Der Dow Jones lagam Abend rund 0,7 Prozent im Minus. Der L-Dax schloss 1,8 Prozent leichter auf 10.991,30 Punkten.

Lanxess verteidigt Kursgewinne

Einigermaßen wacker hielt sich die Aktie von Lanxess. Die Deutsche Bank den Chemiekonzern zum Kauf empfohlen, nachdem die bisherige Einstufung nur "Halten" lautete. Der zuständige Analyst sieht nun ein attraktives Chance/Risiko-Verhältnis für die Aktie. Angesichts einer verbesserten Nachfrage wurde das Kursziel von 48 auf 63 Euro angehoben.

Teleokm setzt auf die Cloud

Die Deutsche Telekom will ihr Cloud-Geschäft mit Geschäftskunden verdoppeln und vertieft dafür die Kooperation mit dem chinesischen Netzwerkausrüster Huawei. Der Umsatz solle bis 2018 von aktuell einer Milliarde Euro im Jahr auf zwei Milliarden erhöht werden. Der Bonner Konzern nannte ausdrücklich die US-Schwergewichte Google und Amazon als Konkurrenten, denen man stärker Paroli bieten wolle.

Henkel hält sich zurück

Henkel VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Konsumgüterkonzern Henkel, will sich weiterhin nicht konkret zu einer möglichen Übernahme des Haarpflege-Spezialisten Wella äußern. "Im vergangenen Jahr haben wir 1,8 Milliarden Euro für Akquisitionen ausgegeben, und auch 2015 haben wir bereits Vereinbarungen für Zukäufe in einer Größenordnung von über 300 Millionen Euro geschlossen", sagte Henkel-Chef Kasper Rorsted der "Welt am Sonntag". "Wir brauchen also nicht unbedingt große, milliardenschwere Zukäufe, um unsere Finanzziele zu erreichen."

EU erlaubt Mercks Rekordübernahme

Die EU-Kommission hat Mercks 17 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich genehmigt. Die beiden Unternehmen hätten durch die angebotenen Zugeständnisse die Wettbewerbsbedenken ausgeräumt, teilte die Kommission am Montag mit. So habe Sigma angekündigt, einige seiner Anlagen in Deutschland zu verkaufen. Die US-Behörden haben dem Vorhaben bereits zugestimmt. Sigma ist der größte Zukauf in der fast 350-jährigen Firmengeschichte von Merck.

Metro wird Kaufhof los

Der Handelskonzern Metro verkauft seine Warenhaustochter Kaufhof für 2,8 Milliarden Euro an den kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay. Für Metro ergibt sich daraus ein positiver Sonderertrag für das Betriebsergebnis (Ebit) von 700 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung sinkt um 2,7 Milliarden. Die Transaktion soll bis Ende September über die Bühne gegangen sein. Mit dem Erlös will Metro seine Schulden abbauen und in die verbliebenen Geschäfte investieren, sagte Metro-Chef Olaf Koch. Eine Sonderdividende ist nicht geplant.

Lufthansa mit Mers-Sorgen

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Aktien der Lufthansa gehören zu den schwächsten Dax-Werten. Marktbeobachter verwiesen auf die lebensgefährliche Atemwegserkrankung Mers. Anleger befürchteten rückläufige Buchungen, sagten Börsianer.

Deutsche Annington kauft zu

Deutschlands größter Wohnungskonzern übernimmt den Konkurrenten Süddeutsche Wohnen (Südewo) mit 19.800 Wohnungen. Der Kaufpreis liegt bei rund 1,9 Milliarden Euro. Verkäufer ist Patrizia Immobilien. Patrizia hat nach der Transaktion seine Prognose angehoben. Das Unternehmen rechnet nun mit einem operativen Gesamtergebnis für die beiden Geschäftsjahre 2015 und 2016 von zusammen mindestens 200 Millionen Euro. Bisher hatte man für 2015 einen Anstieg auf rund 55 Millionen Euro erwartet.

Gerry Webers Absturz hält an

Die Aktien von Gerry Weber weiteten ihre Kursverluste nach einem negativen Analystenkommentar aus. Der Modekonzern hatte in der vergangenen Woche erneut seine Ziele gekappt. Seither haben die Papiere rund ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. In einer Studie senkte nun Analyst Adrian Rott von der Deutschen Bank seine Prognosen für den Konzern. Er strich das Kursziel von 37,00 auf 19,50 Euro zusammen und kassierte seine Kaufempfehlung.

Le Bourget: Großauftrag für Airbus

Airbus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Airbus rechnet mit deutlich mehr Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen. Demnach werden in den kommenden 20 Jahren weltweit 32.600 neue Flugzeuge mit mehr als 100 Sitzen benötigt. Der Wert dafür soll bei 4,4 Billionen Euro liegen. Heute ist die weltgrößte Luftfahrtmesse in Le Bourget gestartet.

Der europäische Flugzeugbauer hat ferner einen milliardenschweren Großauftrag an Land gezogen. Die Leasingfirma GE Capital Aviation Services habe 60 Maschinen vom Typ A 320neo und A321neo mit einem Listenpreis von mindestens sechs Milliarden Dollar verbindlich bestellt. Die indonesische Fluglinie Garuda Indonesia habe zudem eine Absichtserklärung über den Kauf von 30 A350-Jets unterzeichnet.

Xing mit ungewohntem Vorzeichen

Zu den schwächsten Werten im TecDax zählte die in den vergangenen Monaten extrem gut gelaufene Xing-Aktie. Ein Händler sieht die am vergangenen Freitag nach Xetra-Schluss mitgeteilten Aktienverkäufe durch Vorstandsmitglied Jens Pape als mögliche Belastung für die Stimmung der Anleger. Dabei gehe es um die Ausübung von Optionen auf Aktien aus dem Aktienoptionsplan von 2010.

DBAG ist gut in Form

Die Deutsche Beteiligungs-AG (DBAG) hat in der ersten Hälfte des Rumpf-Geschäftsjahres 2014/15, das bis Ende September läuft, einen Nettogewinn von 21,6 Millionen Euro eingefahren. Damit lag das Ergebnis schon fast schon so hoch wie im gesamten Geschäftsjahr zuvor.

Alibaba bald chinesisches Netflix?

Die chinesische Online-Handelsplattform Alibaba will ins Videogeschäft einsteigen. In ungefähr zwei Monaten werde ein Streaming-Dienst starten, der über internetfähige Fernseher oder mit Hilfe eines Zusatzgeräts empfangen werden könne, sagte der Präsident der Netflix-Unterhaltungssparte, Liu Chunning, der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Unser Ziel ist es, wie Netflix oder HBO in den USA zu werden." Neben dem Zukauf von Filmen und Serien sollten auch Eigenproduktionen gezeigt werden.

Umsatzsprung bei H&M

Die Modekette Hennes & Mauritz (H&M) hat ihren Umsatz im zweiten Quartal überraschend deutlich gesteigert. Die Erlöse kletterten von März bis Mai um 21 Prozent auf umgerechnet rund 4,94 Milliarden Euro und damit stärker als von Analysten erwartet. Die schwache Krone habe für positive Effekte im Auslandsgeschäft gesorgt.

Kein Schadenersatz für AIG-Aktionäre

Die US-Regierung muss früheren AIG-Aktionären keinen Schadenersatz wegen der Rettung des Versicherungskonzerns in der Finanzkrise zahlen. Das urteilte ein Gericht, das sich mit Forderungen gegen den Staat befasst. Richter Thomas Wheeler erklärte, zwar hätten die USA bei der Verstaatlichung von AIG 2008 im Vergleich zu ähnlichen Fällen übermäßig strenge Maßstäbe angelegt. Das reiche aber nicht aus, um Schadenersatz zu rechtfertigen. Hätte die Regierung nicht interveniert, hätte AIG Insolvenz anmelden müssen, hieß es in der Urteilsbegründung.

Großer Deal für PNE

Der Windpark-Projektierer PNE Wind hat seine Anteile an der britischen Tochtergesellschaft PNE Wind UK und damit die gesamte Projekt-Pipeline verkauft. Der Kaufpreis liegt bei umgerechnet maximal gut 140 Millionen Euro. Der private Käufer muss nur einen Teil des Kaufpreises sofort bezahlen. Der Rest ist erfolgsabhängig.

Zwei IPOs angekündigt

Der Autovermieter Europcar will an die Börse in Paris gehen. Das Unternehmen bietet seine Aktien in einer Preisspanne von 11,50 bis 15 Euro an. Der angepeilte Emissionserlös liegt bei rund 850 Millionen Euro. Noch nicht ganz so weit ist die German Startups Group, eine Beteiligungsgesellschaft, die sich auf junge deutsche internetbasierte Wachstumsunternehmen konzentriert. Das Unternehmen will zu einem noch nicht genannten Zeitpunkt in den Entry Standard gehen.

ts

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 3. August

Unternehmen:
Commerzbank: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr und Presse-Telefonkonferenz, 10:30 Uhr
Wacker Chemie: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Porsche Automobil Holding SE: Halbjahreszahlen
Alstria Office: Q2-Zahlen, 18:00 Uhr
HSBC: Q2-Zahlen, 06:00 Uhr
TNT Express: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Heineken: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Veolia Environnement: Q2-Zahlen
American International Group (AIG): Q2-Zahlen (nach Börsenschluss)

Konjunktur:
China: Caixin PMI Industrie im Juli, endgültig, 03:45 Uhr
EU: Markit Einkaufsmanagerindex Industrie für die Euro-Zone im Juli, 10:00 Uhr
USA: Persönliche Einkommen und Konsum im Juni, 14:30 Uhr
USA: Bauausgaben im Juni, 16:00 Uhr
USA: Einkaufsmanagerindex Industrie im Juli, 16:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Zahlen zum Autoabsatz im Juli

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