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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht neutral

Dax bleibt in Lauerstellung

Investoren am Wendepunkt?

Stand: 18.07.2016, 20:00 Uhr

Der Dax hat das hohe Niveau der vergangenen Woche verteidigt und setzt sich trotz Putschversuch in der Türkei solide über der Marke von 10.000 Punkten fest. Jetzt müssen sich die Investoren überlegen: Lieber Gewinne mitnehmen oder weiterkaufen!

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Dax schloss kaum verändert auf 10.063,13 Punkten. Zeitweise war der deutsche Leitindex bis auf 10.160 Zähler geklettert. Nach dem Kursplus von vier Prozent in der vergangenen Woche ist es zumindest nicht überraschend, dass die Investoren zunächst einmal abwartend agieren. Die Turbulenzen in der Türkei spielten heute keine wesentliche Rolle. Das zeigt auch die ausbleibende Reaktion in den USA, wo der Dow Jones am Abend etwas fester notierte.

Die Berichtssaison im Blick

Der EuroStoxx 50 verlor 0,3 Prozent auf 2.949,17 Punkte. Seit seinem Zwischentief Anfang Juli war der Leitindex der Eurozone allerdings in der Spitze um fast neun Prozent gestiegen. Der CAC 40 in Paris verlor ebenfalls 0,3 Prozent auf 4.357,74 Punkte. In London stieg der FTSE 100 dagegen um 0,4 Prozent auf 6.695,42 Punkte. Der L-Dax legte um 0,1 Prozent auf 10.065,06 Punkte zu.

"Die Märkte dürften durch die Geschäftszahlen angetrieben werden, während geopolitische Probleme zunächst in den Hintergrund treten", sagte Analyst Peter Cardillo vom Brokerhaus First Standard Financial. Die ersten Ergebnisse der Berichtssaison zum zweiten Quartal seien ordentlich gewesen und hätten meist die Erwartungen übertroffen. "Das zeigt, dass die Unternehmen weiter Geld verdienen und darum geht es ja", sagte Cardillo.

"Nicht ausgestanden"

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Börse 19.00 Uhr

Allerdings warnen einige Fachleute davor, sich zu sicher zu fühlen. "Die Situation in der Türkei ist noch nicht ausgestanden", sagte Robert Halver von der Baader Bank mit Blick auf den gescheiterten Militärputsch. Jens Klatt, Marktanalyst des Brokerhauses JFD, teilt diese Ansicht: "Nicht vergessen werden sollte, dass die Türkei geopolitisch in einer höchstbrisanten Region liegt und Fragilität hier keine Basis für nachhaltige Freudensprünge an der Börse sein dürfte – auch nicht im Dax."

Dass der Belastungsfaktor sich momentan nicht kräftig in Form von Nervositäten an den Märkten spüren lasse, sei den Hoffnungen auf weitere Notenbankenhilfen zu verdanken, die bereits die konjunkturellen Brexit-Bedenken entschärften, meint Niall Delventhal, Marktbeobachter bei DailyFX.

Die Marktbeobachter von Index-Radar beurteilen die Lage aus charttechnischer Sicht: "Es würde nicht überraschen, wenn die bereits seit Mitte der Vorwoche an der 200-Tage-Linie bei aktuell rund 10.060 zu beobachtende Stagnation sich zumindest für ein paar Tage weiter fortsetzen und dabei sogar etwas nach unten ausdehnen würde. Ein erstes Kursziel bildet dabei die bereits mehrfach durch Wendepunkte aufgefallene 9.800er-Preiszone", lautet ihre Einschätzung.

Hauptsache das Öl fließt

Auch am Ölmarkt war das Thema Türkei nicht bestimmend, die Preise für die Sorten Brent und WTI gaben nach. Am Freitagabend waren die Preise im späten Handel angesichts der Meldungen aus der Türkei gestiegen. Anleger fürchteten, Behinderungen bei den Öllieferungen durch die Türkei und einen Nachfrageeinbruch, erklärten Händler. Für den Markt sei es wichtig, dass die Versorgung laufe und vorerst nicht mit einem Konjunktureinbruch in der Türkei gerechnet werde, so ein Marktakteur.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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ARM-Übernahme sorgt für Fantasie

Größter Dax-Gewinner ist die Infineon-Aktie. Im TecDax war Dialog Semiconductor mit Abstand größter Gewinner. Für Fantasie in der Tech-Branche sorgt die geplante Übernahme des britischen Chipdesigners ARM durch die japanische Softbank. Mit einem Kaufpreis von rund 29 Milliarden Euro wäre es die bisher größte Akquisition in Europa im Technologie-Geschäft.

Merck schöpft neue Hoffnung

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck kommt beim erneuten Anlauf zur Marktzulassung seines Multiple-Sklerose-Mittels Cladribin voran. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den Zulassungsantrag für Cladribin zur Prüfung angenommen.

Banken: Die schaffen das!

Auch die Banken sorgten für Gesprächsstoff. Die deutschen Banken dürften nach Angaben des Bankenverbandes den laufenden Stresstest der Europäischen Zentralbank erfolgreich abschließen. Die Ergebnisse des EZB-Stresstests sollen am 29. Juli veröffentlicht werden.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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RWE: Alles ganz solide!?

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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RWE-Chef Peter Terium sieht den Energiekonzern trotz hoher Schulden und Milliardenbelastungen aus dem Atomausstieg finanziell solide aufgestellt. "Unser Geschäft ist bis zum Ende des Jahrzehnts durchfinanziert – da brennt nichts an", sagte Terium der "FAS".

Allianz: Übernahme oder Dividende – das ist die Frage

Die Allianz hat ihrem Finanzchef zufolge 2,5 bis 3,0 Milliarden Euro für potenzielle Übernahmen in diesem Jahr zur Seite gelegt. "Wenn wir das Geld bis Ende 2016 nicht benötigen, geben wir es wie versprochen den Aktionären zurück", sagte Dieter Wemmer im Gespräch mit der "Börsen-Zeitung".

VW/Porsche: Anleger wehren sich

Das Landgericht Hannover will sämtliche Klagen gegen die Finanzholding Porsche SE im Zuge der geplatzten VW-Übernahme vorläufig aussetzen, bis eine Entscheidung in einem bevorstehenden Musterverfahren gefallen ist - dagegen wehren sich aber sieben klagende Anleger, darunter der US-Hedgefonds Elliott.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Unterdessen hat der Wolfsburger Konzern im VW-Dieselskandal laut "Wall Street Journal" geschädigten US-Vertragshändlern Wiedergutmachung binnen eines Monats versprochen.

Wacker an der MDax-Spitze

Der Spezialchemiekonzern Wacker hat im abgelaufenen zweiten Quartal mehr verdient als erwartet. Nach bisherigen Berechnungen liege das operative Ergebnis (Ebitda) ohne Sondererträge bei 295 Millionen Euro, teilten die Münchner mit. Dies übersteige die aktuellen Schätzungen der Analysten, hieß es.

ProSieben: Noch immer in Kauflaune

Der TV-Konzern ProSieben will größere Firmen zukaufen. Dafür habe das Dax-Unternehmen bis zu eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung, sagte Firmenchef Thomas Ebeling der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag laut Vorabbericht. Man werde weiter Ausschau nach größeren Unternehmen im Digitalbereich halten.

Hapag-Lloyd: So nicht!

Die Container-Reederei Hapag-Lloyd hat ihre Aktionäre am Montag mit der Ankündigung einer Kapitalerhöhung vor den Kopf gestoßen. Für Unmut sorgt zudem ein trister Gesamtjahresausblick. Der Aktienkurs rauscht daraufhin um bis zu elf Prozent in die Tiefe.

Kion: So weit, so profitabel

Die starke Nachfrage in Westeuropa treibt den Wiesbadener Gabelstapler-Konzern Kion an. Der Auftragseingang stieg im zweiten Quartal um 8,3 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro. Zudem erzielte Kion eine operative Marge von 10,5 Prozent – die bislang höchste in einem zweiten Quartal.

Givaudan: Der Kurs stimmt

Der Schweizer Aromen- und Riechstoff-Hersteller Givaudan hat im ersten Halbjahr dank einer starken Nachfrage aus der Luxusparfümerie- und Konsumgüterindustrie mehr verdient. Der Gewinn des Weltmarktführers und Konkurrenten der deutschen Symrise stieg um knapp acht Prozent auf 368 Millionen Franken.

Royal Dutch Shell besser als ExxonMobil?

Der Ölkonzern ExxonMobil bietet 2,2 Milliarden Dollar für Interoil, um sein Gasgeschäft auszubauen. Damit überbietet Exxon die australische Oil Search Ltd. Unterdessen hat das renommierte Anlegermagazin "Barron's" die britische Royal Dutch Shell zur besten Ölaktie für Investoren ausgerufen.

Milliardenstrafe für die UBS?

Im Steuerstreit der UBS mit Frankreich droht der Großbank im Falle einer Verurteilung eine Buße von "mehreren Milliarden" Euro, sagte eine der Untersuchung nahestehende Person. Ein Verfahren könnte Anfang 2017 starten. Die französische Zeitung "Le Monde" hatte vor Kurzem berichtet, der UBS drohe eine Buße von "mindestens" 5 Milliarden Euro. Diese Zahl soll auf der geschätzten Höhe der bei der Schweizer Bank vor dem französischen Fiskus versteckten Vermögen von mindestens 10 Milliarden Euro basieren. Nach französischem Recht erreicht die Sanktion in einem solchen Fall die Hälfte der hinterzogenen Gelder.

SGS: Anlegern schmeckt Marge nicht

Um zeitweise über fünf Prozent abwärts geht es für SGS. Der Schweizer Warenprüfkonzern hat zwar seinen Gewinn im abgelaufenen Halbjahr um 20 Prozent steigern können auf 277 Millionen Franken, enttäuschte mit seiner Marge aber die Experten.

Bank of America mit deutlichem Gewinnrückgang

Die Bank of America hat im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Der Überschuss sackte verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 4,23 Milliarden Dollar ab, wie das Institut in Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) mitteilte. Analysten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Einbruch gerechnet.

Star Wars macht Hasbro reich

Der Spielzeughersteller Hasbro hat seinen Gewinn dank Figuren aus Disney -Filmen und der "Star Wars"-Reihe überraschend deutlich gesteigert. Der Überschuss stieg im abgelaufenen Quartal um etwa ein Viertel auf 52 Millionen Dollar. Der Umsatz legte um zehn Prozent auf 879 Millionen Dollar zu.

Roche verbucht Studien-Rückschlag

Der Schweizer Pharmakonzern Roche muss mit seinem Blutkrebsmittel Gazyva/Gazyvaro in einer wichtigen Studie einen Rückschlag hinnehmen. Die Phase-III-Prüfung habe ihren primären Endpunkt nicht erreicht, teilte das Unternehmen am Montag mit.

ts

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 12. Dezember

Unternehmen:
Fraport: Verkehrszahlen 11/16, 7.00 Uhr
Audi: Absatz 11/16, 11.00 Uhr

Konjunktur:
Japan: Maschinenaufträge 10/16, 00:50 Uhr
Japan: Erzeugerpreise 11/16, 00:50 Uhr

Sonstiges:
Deutschland: Bundesfinanzministerium Monatsbericht

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