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Marktbericht 20:10 Uhr

Dax springt auf über 9.000 Punkte

Im Zickzack-Kurs nach oben

Von der Kauflaune an der Wall Street haben sich auch Europas Anleger anstecken lassen. Im Sog des starken Dow sauste der Dax nach oben. Lange Zeit hatte er sich aber schwer getan und war wild hin- und hergeschwankt.

Am Donnerstagmorgen war der deutsche Leitindex noch auf Tauchstation gegangen und auf bis 8.820 Punkte abgerutscht. Danach setzte eine rasante Gegenbewegung ein. Der Dax sprang auf über 9.000 Punkte, bevor die Kursgewinne wieder zusammenschmolzen. Erst der starke Handelsbeginn an der Wall Street hievte den Dax wieder kräftig nach oben. Er verabschiedete sich mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 9.047 Punkten aus dem Xetra-Handel. Der L-Dax schloss bei 9.-057 Punkten.

Dow zieht kräftig an

Erfreuliche Konjunkturdaten und überraschend starke Quartalszahlen mehrerer US-Schwergewichte sorgten für prächtige Stimmung an der Wall Street. Der Dow lag zwei Stunden vor Handelsschluss rund 1,7 Prozent höher bei über 16.700 Zählern. Der marktbreite S&P 500 sprang um 1,5 Prozent nach oben. Die Nasdaq überwand wieder die Marke von 4.000 Zählern.

US-Frühindikatoren vertreiben Konjunktursorgen

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Börse 20.15 Uhr

Der Anstieg der September-Frühindikatoren um 0,8 Prozent brachte am Nachmittag zusätzlichen Schwung in die Kurse. Vollkswirte hatten lediglich mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet. Die Sorgen um das Wachstum der US-Wirtschaft seien übertrieben, der Zuwachs signalisiere eine robuste Konjunkturentwicklung, meinte Analyst Johannes Lander von der Helaba. Zwiespältig fielen die neuesten Daten vom Arbeitsmarkt aus. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen zwar um 17.000 auf 283.000. Im aussagekräftigeren Vierwochenschnitt fielen sie allerdings auf 281 000. Das ist der tiefste Stand seit Mai 2000.

Überraschend gute Quartalszahlen aus den USA

Neben den positiven Konjunkturimpulsen schürten auch gute Quartalszahlen der US-Konzerne die Zuversicht der Anleger. Vor allem 3M, und Caterpillar glänzten. 3M verbesserte den Gewinn um fast sechs Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar., der US-Baumaschinenhersteller Caterpillar verdiente gar acht Prozent mehr und fuhr einen Überschuss von gut einer Milliarde Dollar ein. Daraufhin hob Caterpillar sein Jahresziel an. Die Aktien von 3M zogen um fast sechs Prozent, die Titel von Caterpillar um knapp fünf Prozent an. Dagegen rutschten die Aktien von General Motors (GM) ins Minus. Der Autobauer verdoppelte zwar den Gewinn auf 1,4 Milliarden Dollar. In Europa weitete sich der operative Verlust jedoch auf 387 Millionen Dollar aus - wegen der Krise in Russland.

Deutsche Industrie wieder optimistischer

Am Vormittag hatten vielversprechende Wirtschaftsdaten aus der Eurozone den Dax angeschoben. Der Einkaufsmanagerindex stieg leicht auf 52,2 Punkte. Vor allem in der deutschen Industrie hellte sich die Stimmung auf. Der schwächere Euro "verhilft der deutschen Wirtschaft zu einem neu hinzugewonnen Wettbewerbsvorteil", meinte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. Rezessionsängste seien wohl übertrieben gewesen, hieß es von der Commerzbank.

Fast nur Gewinner im Dax

Von den 30 Dax-Werten notierten 26 im Plus. Konjunkturabhängige Werte wie ThyssenKrupp führten die Gewinnerliste an. Die Aktien von K+S stiegen um zwei Prozent. Der Düngemittelspezialist profitierte von guten Zahlen des Konkurrenten Potash. Zu den Dax-Gewinnern zählte auch Infineon, beflügelt von einem positiven Analystenkommentar von HSBC. Die Bank hat den Wert von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft, das Kursziel aber von 9,60 auf 8,90 Euro gesenkt.

FMC schluckt US-Firma

FMC
FMC: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
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Stark gefragt waren die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC). Der Dialyse-Spezialist kauft das US-Unternehmen National Cardiovascular Partners (NCP), einen Anbieter von ambulanten Blutkreislauf-Therapien. NCP strebt für 2015 einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Dollar an. Der Kaufpreis soll laut Insidern bei einem kleinen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag liegen. Außerdem will FMC neue Anleihen mit einem Volumen von 900 Millionen Dollar ausgeben.

Der Stress ist vorbei

Am Mittag erfuhren 24 deutsche Geldinstitute von der Europäischen Zentralbank (EZB), ob sie den Stresstest bestanden haben. Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit erst am Sonntag mitgeteilt. Es sei wahrscheinlich, dass "alle deutsche Banken den Test überlebt hätten", sagte Bankenverbands-Präsident Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank. Sorgen müssten sich wohl vor allem einige kleinere Banken machen, "primär in südlichen Gefilden". Die Papiere der Commerzbank gewannen über zwei Prozent, die Titel der Deutschen Bank stiegen um ein Prozent.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Telekom auf Suche nach neuen Käufern für US-Tochter

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Bei der Deutschen Telekom geht die Suche nach einem Käufer für ihr US-Mobilfunkgeschäft offenbar weiter. Laut einem Vorab-Bericht des "Manager Magazin" sollen Firmen gefunden werden, die nicht direkte Konkurrenten seien. Infrage kämen der mexikanische Konzern America Moviol, der Satelliten-TV-Betreiber Dish oder gar der Internetriese Google. Der Telekom-Aufsichtsrat halte an einem mittelfristigen Verkauf von T-Mobile US fest. Aktuell besteht kein Druck, die US-Tochter zu veräußern, betonte ein Telekom-Sprecher am Abend.

Daimler auf der Erfolgsspur

Die Autoaktien hinkten zwar dem Dax hinterher, schlossen aber ebenfalls im Plus. Die Titel von Daimler drehten ins Plus und legten rund ein Prozent zu. Der schwäbische Autobauer hat das operative Ergebnis um ein Fünftel auf 2,8 Milliarden Euro verbessert. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf gut 33 Milliarden Euro.

Michelin bremst Conti aus

Auf der Verliererspur rangierte dagegen die Conti-Aktie - wegen Michelin. Der französische Wettbewerber hat im dritten Quartal einen Umsatzrückgang um knapp fünf Prozent auf 4,9 Milliarden Euro verbucht. Grund war die Marktschwäche in den Schwellenländern.

Hannover Rück hat "zu viel faules Kapital"

Hannover Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im MDax stand die Hannover Rück im Blickpunkt. Der Rückversicherer hat nach eigener Aussage zu viel Kapital. "Wir haben zu viel faules Kapital herumliegen", sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Donnerstag auf einem Investorentag. Schon jetzt habe der Konzern mehr als eine Milliarde Euro überschüssiges Kapital auf der Bilanz, das abgebaut werden sollte. Wallin: "Dabei werden wir auch Aktienrückkäufe in Erwägung ziehen." An erster Stelle stünden aber Sonderdividenden.

Krones gut abgefüllt

Die Krones-Aktie gehörte zu den größten MDax-Gewinnern. Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones hat im dritten Quartal seinen Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Viertel auf 32,7 Millionen Euro verbessert. Das MDax-Mitglied konnte seinen Umsatz um elf Prozent auf 729 Millionen Euro steigern. Krones profitierte unter anderem von Kostensenkungen und guten Geschäften in Schwellenländern.

Rolle rückwärts bei MTU

Vor drei Monaten hatte der Triebwerksbauer MTU die Umsatzprognose gesenkt. Nun hat er sie wieder auf den alten Wert von rund 3,75 Milliarden Euro erhöht. Auch das operative Ergebnis soll mit 380 Millionen Euro höher ausfallen. Analysten hatten im Schnitt deutlich weniger erwartet. Im dritten Quartal stieg der Umsatz knapp 13 Prozent auf 996 Millionen Euro. Der Gewinn gab allerdings um fast 12 Prozent auf 46,1 Millionen Euro nach.

Morphosys schraubt Jahresziel hoch

Zum TecDax-Spitzenreiter avancierte Morphosys mit einem Plus von vier Prozent. Das Biotech-Unternehmen traut sich im Gesamtjahr mehr zu. Für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) rechnet Morphosys nur noch mit einem Minus von 5 bis 8 Millionen Euro nach bisher 11 bis 16 Millionen. Der Umsatz soll den oberen Bereich der bereits genannten Spanne von 58 bis 63 Millionen Euro erreichen.

Bechtle-Zahlen kommen gut an

Um gut 3,6 Prozent legte die Aktie von Bechtle zu. Das IT-Unternehmen hat nach vorläufigen Berechnungen seinen Umsatz im dritten Quartal im Vorjahresvergleich um zehn Prozent auf 618 Millionen Euro verbessert. Das Vorsteuerergebnis wuchs mit knapp 20 Prozent noch etwas kräftiger auf 29,5 Millionen Euro. Im Vergleich zum ersten Halbjahr schwächte sich das Wachstum aber etwas ab.

LPKF stürzt ab

Dagegen stürzte die Aktie von LPKF ab - um fast 23 Prozent. Der Laserspezialist hat seine Jahresziele aufgegeben. Statt 132 bis 140 Millionen Euro werde der Umsatz nur noch bei 120 bis 125 Millionen Euro liegen. Bei der Ebit-Marge werden nur noch 10 bis 12 Prozent angepeilt. Das Ziel lag vorher bei 15 bis 17 Prozent.

Amadeus Fire spürt Abkühlung

Der Personaldienstleister Amadeus Fire hat im dritten Quartal seinen Umsatz um 13 Prozent auf 119 Millionen Euro verbessert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) kletterte um 15 Prozent auf 19,7 Millionen Euro. Die Nachfrage nach den Dienstleistungen des Vermittlers von Zeitarbeitern schwächte sich zuletzt allerdings leicht ab, teilte Amadeus Fire mit. Die im SDax notierte Aktie schloss um 1,5 Prozent höher.

Adva wächst dank Cloud

Um gut sechs Prozent nach oben sprang die Adva-Aktie. Der Netzwerkausrüster, einst Mitglied im TecDax, hat seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal um gut zehn Prozent auf 87,1 Millionen Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis sank allerdings im Vergleich zum Vorjahresquartal um gut zwölf Prozent auf 3,1 Millionen Euro. Adva-Finanzvorstand Jaswir Singh erklärte, die Cloud-Lösungen führten dazu, dass mehr Daten übertragen würden.

BVB-Aktie triumphiert

Borussia Dortmund: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der klare 4:0-Auswärtssieg bei Galatasary Istanbul in der Champions League gab der Aktie von Borussia Dortmund Auftrieb. Sie gewann über zwei Prozent und lag im SDax weit vorne. Mit dem dritten Sieg im dritten Gruppenspiel ist der BVB dem Achtelfinale ein großes Stück nähergekommen.

Comeback von Puma

Puma: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Wieder rund laufen die Geschäfte beim Sportartikelhersteller Puma. Wie der französische Mutterkonzern Kering am Abend mitteilte, stieg der Umsatz im dritten Quartal um über sechs Prozent. Für Puma sei es eines der besten Geschäftsquartale seit mehreren Jahren gewesen, meinte Kering-Finanzchef Jean-Marc Duplaix. Der Umstrukturierungsplan trage nun Früchte.

Nokia dreht auf

Aus dem Ausland meldete Nokia Quartalszahlen. Ohne Handys geht es den Finnen deutlich besser. Der Netzwerkausrüster konnte seinen Umsatz um 13 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro steigern. Dank einer Steuergutschrift gab es einen Quartalsgewinn von 747 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte Nokia noch einen Verlust von 91 Millionen Euro verbucht. Die Nokia-Aktie drehte um fast fünf Prozent auf.

Unilever leidet unter mauem Sommer

Enttäuschende Zahlen lieferte Unilever. Ein mauer Sommer und Preiskämpfe in Europa sowie eine schwache Nachfrage in China setzten dem Konsumgüter-Risen zu. Der Umsatz ging konzernweit um zwei Prozent auf 12,2 Milliarden Euro zurüpck. Ohne Berücksichtigung von Währungsschwankungen, Zu- oder Verkäufen stiegen die Erlöse um 2,1 Prozent. Die Unilever-Aktie geriet unter Druck und schloss zwei Prozent tiefer.

Bei Pernod spritzt es wieder... in Asien

Ebenfalls schwer tut sich in Europa der französische Spirituosen-Hersteller Pernod. Der Umsatz sank um ein Prozent. In Asien und Amerika lief es dagegen besser. Weltweit konnte Pernod die Erlöse um ein Prozent steigern. In China waren zuletzt die Geschäfte eingebrochen. Denn der Anti-Korruptionskampf der Pekinger Regierung hält immer mehr Chinesen davon ab, teure Alkoholika zu verschenken.

Milliardengewinn der Credit Suisse

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat im dritten Quartal von einem florierenden Investmentbanking profitiert. Das Nettoergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr von 454 Millionen auf 1,025 Milliarden Franken. Analysten hatten im Schnitt mit 810 Millionen Franken gerechnet. Dennoch sackte die Aktie nach anfänglichen Gewinnen ins Minus. Bankchef Brady Dougan warnte angesichts der Marktturbulenzen im Oktober vor verfrühtem Optimismus.

Tesco warnt schon wieder

Der britische Einzelhändler musste schon zum vierten Mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose kappen. Am Donnerstag teilte Tesco mit, der geschätzte Profit sei im ersten Halbjahr 263 Millionen Pfund zu hoch angesetzt worden. Zuletzt war von 250 Millionen die Rede gewesen. Als Konsequenz verkündete Tesco-Präsident Richard Broadbent seinen Rücktritt. Tesco brachen um über fünf Prozent ein und hielten im "Footsie" damit die rote Laterne.

AT&T und Yelp enttäuschen

In den USA senkte AT& T seine Umsatzprognose. Die Papiere des US-Telekomgiganten gaben knapp drei Prozent Prozent nach. Die Yelp-Titel stürzten gar um 15 Prozent ab. Das Umsatzziel des Online-Bewertungsportals lag unter den Erwartungen.

nb

Stand: 23.10.2014, 20:10 Uhr

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Tagestermine am Montag, 27. Oktober

Unternehmen:
Deutsche Börse: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Twitter: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Amgen: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Merck & Co: Q3-Zahlen, 12 Uhr
Canon: Q3-Zahlen
TNT: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex, Oktober,10 Uhr

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