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Marktbericht 20:00 Uhr

Dax verteidigt die 9.400 Punkte

Hongkong verunsichert die Investoren

Die neue Woche beginnt so, wie die alte endete: mit Verlusten. Der Dax sackte zeitweise sogar unter die wichtige Marke von 9.400 Punkten, robbte sich anschließend jedoch wieder näher ans Freitagsniveau. Auslöser war die Furcht vor einer Verschärfung der politischen Krise in Hongkong.

Der Dax schloss mit einem Abschlag von 0,7 Prozent bei 9.422,91 Zählern. Das Tagestief markierte der deutsche Leitindex bei 9.369,62 Punkten. Das könnte Folgen haben: "Sollte der Dax unter die 9.400er Marke fallen, sehe ich das Risiko eines turbulenten vierten Quartalstarts mit mindestens einem Test der 9.000er Region und somit dem Bereich des Jahres-Tiefs" kommentiert Jens Klatt von DailyFX. In der vergangenen Woche hatte der Dax 3 Prozent eingebüßt.

EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum 1 Woche
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Der Dow Jones notierte bei Handelsschluss in Deutschland 0,4 Prozent leichter. Der EuroStoxx 50 sank um 1 Prozent auf 3186,95 Punkte. In Paris büßte der CAC 40 0,8 Prozent auf 4358,07 Punkte ein. Der Late Dax gab um 1 Prozent auf 9.417,54 Punkte nach.

Der Grund für den weiteren Rückschlag war die kritische Lage in Hongkong. Hongkong sei mit anderen Konfliktherden in der Welt nicht zu vergleichen, sagte Analyst Oliver Pursche von Gary Goldberg Financial Services. Die Wirtschaftsmetropole habe immer als stabil und investitionsfreundlich gegolten. Die Auswirkungen der Unruhen auf die Wachstumsaussichten von China seien zwar noch vollständig unklar, würden die Anleger aber dennoch verunsichern. "Konfliktherde gibt es eigentlich schon genug. Dass nun auch in Hongkong Tausende auf die Straße gehen, sorgt eben für Unsicherheit", sagte ein Händler.

Steht ein "heißer Herbst" bevor?

Aber es gibt auch andere Erklärungen für die derzeit fragile Gesamtlage: "Die Mischung aus spürbarer Abkühlung der Wachstumsdynamik und gedehnter Bewertung stellt einen giftigen Cocktail für wachstumssensitive Assetklassen wie Aktien dar, die letztendlich zu einer Korrektur an diesen Märkten führen könnte", schreiben die Fachleute der DZ Bank in ihrem Wochenkommentar.

Demonstrationen für mehr Demokratie in Hongkong (2013)

Demonstrationen in Hongkong. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die Notenbanken und Staaten könnten einer wirtschaftlichen Abschwächung nur noch begrenzt entgegenwirken, zu eng erscheinen Grenznutzen zukünftiger geldpolitischer Maßnahmen und aktuelle fiskalpolitische Spielräume. Sollte sich die Wirtschaft weiter abkühlen, stünde den risikobehafteten Assets ein heißer Herbst bevor, so die Experten.

Konjunkturdaten im Blick

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Börse 19.00 Uhr

Deshalb bleibt die Beobachtung der Konjunkturlage eine wichtige Anlegerpflicht. Zum Wochenschluss steht die Zinsentscheidung der EZB an. Wichtig für die künftige Geldpolitik der EZB sind die Inflationszahlen. Die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen im September um 0,8 Prozent zum Vorjahr. Noch niedriger lag sie zuletzt im Februar 2010. Am Dienstag werden die Inflationszahlen für die Eurozone veröffentlicht. In den USA fielen die Konsumausgaben etwas besser aus als von Fachleuten prognostiziert. Daten zu den schwebenden Hausverkäufen enttäuschten hingegen. Am Freitag verdient noch der US-Arbeitsmarktbericht die volle Aufmerksamkeit.

Allianz besser als der Durchschnitt

Die Allianz-Aktie zählte zu den wenigen Gewinnern. Nach den kräftigen Freitagsverlusten legte sie 0,2 Prozent zu. Am Freitag hatte der Abgang des so genannten "Bondkönigs" Bill Gross bei der Allianz-Fondstochter Pimco für Aufregung gesorgt. Gross geht zum Konkurrenten Janus Capital. Laut dem "Wall Street Journal" haben die Kunden von Pimco nach dem Weggang von Gross bereits etwa zehn Milliarden Dollar abgezogen.

Gegen die Coba wird ermittelt

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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11.84
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Größter Verlierer im Dax ist die Commerzbank-Aktie. In den USA wird gegen die Commerzbank wegen mutmaßlicher Geldwäsche ermittelt, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ). Der Bank werde vorgeworfen, sie habe zu lockere Kontrollen für das Aufspüren und Verhindern von Geldwäsche angewendet.

RWE droht Rückschlag

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der geplante milliardenschwere Verkauf der RWE-Tochter Dea an den russischen Oligarchen Michail Fridman könnte scheitern. Laut einer Pflichtmitteilung von RWE liegt bisher keine Unbedenklichkeitsbescheinigung des britischen Energieministeriums vor. Es sei derzeit unsicher, ob diese erteilt werde, teilte RWE weiter mit. RWE-Stammaktien verlieren überdurchschnittlich stark.

Lufthansa - der nächste Streik

Der Lufthansa droht die nächste Belastungsprobe. Die Piloten der Fluggesellschaft werden am morgigen Dienstag die Langstreckenflüge am Frankfurter Flughafen bestreiken. Betroffen ist der Zeitraum von 8:00 bis 23:00 Uhr Ortszeit mit den Flugzeugtypen A380, B747, A330 und A340, teilte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Montag mit.

Norma führt den MDax an

Heute ging es für die Titel um mehr als drei Prozent rauf. Ein Händler sieht ein Interview des Konzernchef Werner Deggim in der "Welt am Sonntag" als positiven Treiber. Darin bekräftigt er die Wachstumsziele für das Gesamtjahr. Ein Analyst wollte das Interview allerdings nicht überbewerten. Er gab zu bedenken, dass die Markterwartungen für 2014 nach wie vor leicht über den Unternehmensprognosen lägen.

Bilfinger drehen ins Plus

Bilfinger: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Finanzinvestor Cevian hat seinen Anteil am Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger auf mehr als ein Viertel aufgestockt und hält damit eine Sperrminorität. Die entsprechende Schwelle sei mit einem Anteil von 25,62 Prozent überschritten worden, teilte Bilfinger in einer Pflichtmitteilung mit. Damit kann Cevian wichtige Beschlüsse verhindern. Im Mai 2014 hatte Cevian bereits 20,19 Prozent gemeldet. Die Aktie schafft den Sprung aus der Verlustzone.

Airbus von Spekulationen belastet

Airbus-Aktien verlieren überdurchschnittlich. Laut "Handelsblatt" droht das Bundesverteidigungsministerium mit einem Abnahme-Stopp für Airbus-Transportflugzeuge. Die Maschinen des Typs A400M mit "Minderleistungen" sollten nur angenommen werden, wenn der Flugzeugbauer die Kosten zur Beseitigung übernehme.

SGL will Geld von Aktionären

Der angeschlagene Kohlefaserspezialist SGL will sein Kapital erhöhen. Das Bezugsverhältnis liegt bei 25:7 - für je 25 alte Aktien können Aktionäre sieben neue Papiere kaufen. Der Ausgabepreis liegt bei 13,25 Euro je Aktie. Insgesamt sollen knapp 20,2 Millionen neue Anteilsscheine verkauft werden, womit SGL brutto bis zu 267,4 Millionen Euro einnehmen will. Mit dem Geld soll die Verschuldung reduziert werden. Die SGL-Aktie steht im SDax stark unter Druck.

Mifa stellt Insolvenzantrag

Der ostdeutsche Fahrradhersteller Mifa ist zum Fall für den Insolvenzrichter geworden. Mifa hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung beim Amtsgericht Halle gestellt. Mifa wolle weiter an seiner Restrukturierung arbeiten, das operative Geschäft laufe weiter. Mifa drohte schon seit längerem die Pleite, die Rettung sollte ein Schuldenschnitt und eine Übernahme durch den indischen Investor Hero bringen.

Muehlhan traut sich mehr zu

Der Beschichtungsspezialist Muehlhan hat seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr angehoben. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 5,0 bis 7,0 Millionen Euro nach bisher 3,5 bis 6,5 Millionen.

Rohstoff AG deutlich verbessert

Die Deutsche Rohstoff AG hat im ersten Halbjahr von dem Verkauf von Tekton Energy profitiert. Die Ergebnisse konnte vervielfacht werden. Die Aktie des Heidelberger Unternehmens gewinnt daraufhin rund drei Prozent.

Snowbird an der Börse gelandet

Der chinesische Daunen-Verarbeiter Snowbird ist ab heute an der Frankfurter Börse notiert. Der erste Kurs auf Xetra lag bei 6,35 Euro und damit über dem Ausgabekurs von 6,00 Euro. Allerdings konnte das Unternehmen statt bis zu 11,5 Millionen Aktien nur knapp 1,6 Millionen Stück platzieren.

UBS: Umbau und Devisenskandal

UBS stellt sich rechtlich neu auf. Der Konzern schafft eine Holdinggesellschaft. Die Aktionäre können ihre bisherigen Aktien im Verhältnis 1:1 in Titel der UBS Group AG umtauschen, wie die Bank mitteilte. Nach Abschluss der Transaktion will UBS zusätzlich 0,25 Franken pro Aktie an die Aktionäre ausschütten. Außerdem hat die Bank im dritten Quartal wahrscheinlich deutlich mehr verdient als vor einem Jahr. Alleine im Juli und August habe man Gewinn von 731 Millionen Schweizer Franken erwirtschaftet. Damit liegt der Gewinn im Zweimonatszeitraum höher als Analysten für das gesamte Quartal erwartet hatten.

UBS
UBS: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Weniger erfreulich: Die UBS muss im Skandal um die Manipulation von Devisenkursen mit einer saftigen Geldstrafe rechnen. Mit einigen Aufsichtsbehörden haben Verhandlungen begonnen. In den Gesprächen geht es um die Frage, ob die internen Regeln und Kontrollen der UBS im Devisenhandel immer ausreichend waren, um Verstöße gegen Vorschriften zu verhindern. Zur Diskussion stünden substanzielle Geldstrafen. Aufsichtsbehörden in Großbritannien, den USA sowie in der Schweiz und in Hongkong gehen seit rund einem Jahr dem Verdacht nach, dass Devisenhändler Kurse abgesprochen haben, um Kunden zu benachteiligen.

GM: Viele Todesopfer durch defekte Zündschlösser

Wegen defekter Zündschlösser in Autos der Opel-Mutter General Motors sind einem Juristen zufolge mehr Menschen ums Leben gekommen als bislang angenommen. Die Zahl der Todesfälle, in denen Hinterbliebene Anspruch auf Schadenersatz hätten, sei um zwei auf 23 gestiegen, erklärte Kenneth Feinberg. Der Anwalt koordiniert Zahlungen des Konzerns an Angehörige sowie Betroffene, die bei Unfällen schwer verletzt wurden. Wegen der fehlerhaften Zündschlösser wurden in diesem Jahr 2,6 Millionen Wagen in die Werkstätten zurückgerufen.

Dreamworks-Aktie schießt nach oben

Die Titel stiegen kräftig an. Der japanische Telekom-Konzern SoftBank will laut Medienberichten das Trickfilm-Studio DreamWorks Animation kaufen, das hinter Hits wie "Shrek" und "Madagascar" steht. Das Animationsstudio werde bei dem Angebot mit etwa 3,4 Milliarden Dollar bewertet, schrieb das Fachblatt "Hollywood Reporter" am Wochenende unter Berufung auf informierte Personen. Auch das "Wall Street Journal" berichtete von Gesprächen.

ts

Stand: 29.09.2014, 20:00 Uhr

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Börse 16.00 Uhr

Tagestermine am Mittwoch, 1. Oktober

Unternehmen:
Zalando: Erstnotiz erwartet
Klöckner & Co: Medientag mit Vorstandschef Rühl

Konjunktur:
Berlin: Markit Einkaufsmanegerindex für die Industrie im September, 9:55 Uhr
USA: ADP-Arbeitsmarktbericht September, 14:15 Uhr
USA: Bauausgaben August, 16 Uhr
USA: Einkaufsmanegerindex Industrie, September, 16 Uhr
USA: US-Autoabsatz, September (am Nachmittag)

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