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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht positiv

Dax legt weiter zu

Hellas` Schulden-Count-Down läuft

Stand: 23.06.2015, 20:02 Uhr

Einen Tag nachdem Griechenland erstmals Entgegenkommen im Schuldenstreit signalisiert hat, bleiben die Anleger weiter zuversichtlich. Die Zeit für die Politiker drängt aber. Droht ein fauler Kompromiss?

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Hoffnung auf eine Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland kurz vor Toresschluss hat die Fantasie der Anleger den zweiten Tag in Folge beflügelt und dem Aktienmarkt Kursgewinne beschert. Allerdings ging es heute bei weitem nicht so stürmisch zu wie am Vortag. Der Leitindex schloss unter Tageshoch 0,72 Prozent höher bei 11.542 Punkten. Vor allem im späten Geschäft konnte er sein Spitzenniveau nicht halten und bröckelte ab. In der Spitze hatte der Dax heute bei 11.631 Punkten notiert, im Tagestief bei 11.517 Zählern. Im Späthandel bewegte sich nicht mehr viel, der L/E-Dax schloss bei 11.537 Punkten.

Zwischen Mogelpackung und Durchbruch

Es bleibt spitz auf Knopf, ob die europäischen Institutionen in den kommenden Tagen wirklich eine dauerhafte Lösung mit Griechenland finden können, nachdem zuvor Monate verschenkt wurden. Marktanalyst Jens Klatt von "Daily FX" sprach von einer Mogelpackung, was unter anderem durch die Kritik des griechischen Parlaments an Regierungschef Tsipras deutlich werde.

Kritiker seiner eigenen Syriza-Partei werfen Tsipras vor, vor den Geldgebern eingeknickt zu sein. "Auch diesmal wird keine nachhaltige Lösung gefunden werden, die die griechische bzw. die europäische Schuldenkrise im Allgemeinen lösen wird können", kommentierte Klatt.

Am Tropf der EZB

Viel, wenn nicht gar alles hängt jetzt an der EZB, die mit immer neuen Notfallkrediten die griechischen Banken flüssig und damit am Leben hält. Da die griechischen Kunden derzeit massenweise ihr Geld abheben, droht den Banken vor Ort das Aus. Kritiker bemängeln, dass die EZB-Hilfen kein Dauerzustand bleiben dürfen.

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Börse 19.00 Uhr

Irlands Finanzminister Michael Noonan erklärte in Dublin, er habe mit EZB-Präsident Mario Draghi gesprochen. Wegen juristischer Grenzen für die Gewährung solcher Notkredite müsse eine Einigung im Schuldenstreit mit Athen in sehr kurzer Zeit erfolgen, sonst werden die Gelder abgeschnitten, erklärte Noonan und nannte den Donnerstag als Termin.

Kaum Impulse an der Wall Street

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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Die US-Börsen präsentieren sich derzeit nach freundlicher Eröffnung richtungslos. Sowohl an der Technologiebörse Nasdaq als auch bei den Standardwerteindizes tut sich wenig. Die jüngsten Konjunkturdaten fielen uneinheitlich aus. Zahlen für langlebige Investitionsgüter waren etwas schwächer als erwartet, sind aber durch die hohe Abhängigkeit vom Flugzeugmarkt gekennzeichnet und daher schwankungsintensiv. Daten vom Hausmarkt fielen besser aus, die Stimmung der Einkaufsmanager im Industriesektor hat sich dafür unerwartet eingetrübt.

Euro unter Druck

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Rückenwind für die Börse heute vom Devisenmarkt. Der Euro verliert zum Dollar weiter an Boden, hat sich aber mittlerweile vom Tagestief bei 1,1138 Dollar etwas erholt und notiert bei 1,1189 Dollar. Die Euro-Verluste sind dabei auf eine breit angelegte Dollar-Stärke zurückzuführen, nachdem die Erwartungen auf eine baldige Zinswende in den USA zuletzt gestiegen waren. "Die Fed hat zuletzt angedeutet, dass es eine Zinserhöhung geben wird", erklärte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Darauf fokussiere sich der Handel im Moment mehr als auf die mögliche Lösung des griechischen Schuldenstreits.

BMW an der Dax-Spitze

Autoaktien waren wegen des schwachen Euro heute gut gefragt. BMW ging als Tagessieger durchs Ziel mit einem Plus von genau 2,0 Prozent. Trotz des massiven Streiks lag auch die Aktie der Deutschen Post lange Zeit an der Dax-Spitze, schloss dann mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent als zweitbester Wert. Das Papier wurde von einer positiven Studie der Investmentbank Equinet beflügelt, die das Papier des Logistikkonzerns von "Neutral" auf "Accumulate" hochgestuft und das Ziel von 30 Euro bekräftigt. Das verhilft dem Titel zum Sprung über die 200-Tage-Linie.

Die streikgeplagte Lufthansa-Aktie kommt hingegen nicht auf die Beine und verlor gegen den Markttrend 0,38 Prozent. Dem Kranich-Konzern steht nämlich der nächste Streik ins Haus. Dieses Mal von den Flugbegleitern, nachdem eine Schlichtung gescheitert war. Beginn könnte schon nächste Woche sein. Größter Tagesverlierer waren RWE mit einem Abschlag von 0,6 Prozent.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Deutsche Telekom: Günstige Gelegenheit?

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Unter den Einzelwerten im Dax konnte auch die T-Aktie ihr Spitzenniveau nicht halten und schloss unter Tageshoch 1,14 Prozent höher. Das japanische Analysehaus Nomura hatte den Titel von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 15,80 auf 18,20 Euro angehoben. Sich verbessernde Fundamentaldaten eröffneten eine günstige Gelegenheit für Anleger.

Breuer ist bei den Juristen bekannt

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Bank hat nach Angaben ihres ehemaligen Chef-Juristen schon mehrmals Ärger mit Äußerungen von Ex-Bankchef Rolf Breuer gehabt. Das legendäre Interview zur Lage der Kirch-Gruppe aus dem Jahr 2002 sei nicht der erste Fall gewesen, erklärte der Jurist heute vor dem Münchener Landgericht. Breuer steht zusammen mit seinem Nachfolger Josef Ackermann, dem noch amtierenden Co-Chef Jürgen Fitschen sowie anderen Spitzenmanagern der Bank derzeit wegen der Anklage des versuchten Prozessbetruges vor Gericht.

Eon will Kasse machen

Der Energiekonzern aus dem Dax hat nach Informationen von Insidern Öl- und Gasfelder in der Nordsee und in Algerien zum Verkauf gestellt. Davon erhoffe sich der Konzern Erlöse von rund zwei Milliarden Euro, hieß es weiter. Ein Eon-Sprecher erklärte lediglich, man prüfe das Geschäft mit Erschließung und Förderung in der Nordsee. Der Aktie hat die Nachricht nicht geholfen. Das Eon-Papier blieb weit hinter dem Gesamtmarkt zurück, wechselte mehrfach das Vorzeichen und landete schließlich bei einem Tagesverlust von 0,35 Prozent.

VW leitet SUV-Offensive in Amerika ein

Der Wolfsburger Autobauer, der zuletzt in den USA Marktanteile verloren hat, trifft wichtige strategische Vorkehrungen zur Besserung. Punkten will man mit einer geplanten SUV-Offensive, wie die bei den Amerikanern beliebten großräumigen Geländelimousinen genannt werden. Gerade hier hatte VW keine richtigen Angebote im Sortiment. Jetzt hat der Konzern den spanischen Zulieferer Gestamp an seinem Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee vorgestellt. Die Spanier, die bereits VW-Partner sind, liefern zukünftig die Bauteile für ein geplantes SUV-Modell.

Bilfinger und Dürr im MDax gefragt

Die zuletzt arg gebeutelte Bilfinger-Aktie profitierte von einer positiven Analystenstimme und ging im MDax als Tagessieger aus dem Rennen. Die DZ Bank hat den MDax-Titel von "Verkaufen" auf "Kaufen" hochgestuft, den fairen Wert aber von 43 auf 39 Euro gesenkt. Die Bewertung der Papiere des Dienstleistungskonzerns sei inzwischen attraktiv, so die DZ Bank. Auch das Dürr-Papier stand nach einer Empfehlung des Bankhauses Metzler auf den Kaufzetteln der Anleger. Analyst Stephan Bauer traut der Aktie nach neuen Gewinnschätzungen für 2016 einen Kurs von 100 Euro zu. Zu den weiteren Gewinnern gehörte mal wieder der Turnaround-Kandidat Südzucker.

Dürr: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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LEG Immobilien gibt neue Aktien aus

Nach Xetra-Schluss gab der Immobilienkonzern aus dem MDax bekannt, dass er aus genehmigtem Kapital das Grundkapital um nominal 1.196.344 Euro gegen Ausgabe ebenso vieler neuer Aktien erhöhen werde. Die Papiere sollen unter Ausschluss des Bezugsrechts in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren an institutionelle Investoren platziert werden und für 2015 voll dividendenberechtigt sein. Nach der Hauptversammlung der Gesellschaft am 24. Juni sollen sie ab dem 25. Juni voll fungibel und ab dem 29. Juni in die Preisefeststellung einbezogen werden. Mit dem Erlös sollen 3.500 Wohnungen finanziert werden. Der Platzierungspreis und der Emissionserlös werden im Anschluss an die Preisfestsetzung bekannt gegeben werden, teilte LEG in einer Adhoc-Mitteilung mit.

Rocket Internet will eine Wandelanleihe

Die Startup-Holding Rocket Internet nimmt sich viel vor. Ziel sei es, die größte Plattform im Internet außerhalb der USA und Chinas zu werden, so Rocket-Chef und -Mitgründer Oliver Samwer auf der Hauptversammlung. Bislang schreiben alle der Jungfirmen, an denen Rocket Internet beteiligt ist, rote Zahlen.

Das Unternehmen will zur Erreichung seiner Ziele auch den Kapitalmarkt um bis zu zwei Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren erneut anzapfen. Dies, nachdem erst im Februar durch die Ausgabe neuer Aktien 590 Millionen Euro eigenommen worden waren, Geplant ist nun die Ausgabe einer Wandelanleihe, was von der Hauptversammlung heute abgesegnet wurde. Die Aktie verlor, erholte sich aber im späten Geschäft.

Adler greift für Westgrund tief in die Tasche

SDax-Mitglied Adler Immobilien gab am Dienstag bekannt, dass es den Westgrund-Aktionären insgesamt mehr als 400 Millionen Euro gezahlt hat. Damit ist Adler nun der fünftgrößte Immobilienkonzern in Deutschland. In bar wurden 224 Millionen Euro gezahlt, dazu wurden neue Aktien im Wert von 185 Millionen Euroan die Westgrund-Eigner ausgegeben.

Martha Stewart verkauft Anteile

Die bekannte US-Designerin Martha Stewart hat erklärt, dass sie für ihre Firma Martha Stewart Living Omnimedia ein Angebot des vor allem im Modebereich tätigen Vermarktungsunternehmens Sequential Brands Group angenommen hat. Gezahlt wurden 353 Millionen Dollar, die 73-jährige Stewart behält aber ein Aktienpaket und bleibt auch Kreativdirektorin. Stewart war vor allem durch Tipps für den häuslichen Bereich im Fernsehen bekannt worden. Ihre Firma ging 1999 an die Börse.

Blackberry schreibt schwarze Zahlen

Der kanadische Smartphone-Pionier hat in seinem ersten Geschäftsquartal den Umsatzschwund im Quartalsvergleich gestoppt und weist auch wieder einen Gewinn aus. Vor allem der neue Fokus auf Software hat sich ausgezahlt. Trotzdem bleiben Zweifel an einer nachhaltigen Erholung. Die Aktie, die vorbörslich noch zulegte, ist danach abgerutscht und liegt aktuell an der Wall Street im Minus.

3M will Sicherheitsspezialisten kaufen

Der milliardenschwere Mischkonzern aus dem US-Leitindex Dow Jones will die auf Arbeitssicherheit spezialisierte Firma Capital Safety übernehmen. Wie der Konzern mitteilte, hätten sich beide Seiten bereits geeinigt. Der Wert liege bei 2,5 Milliarden Dollar, enthalten seien 700 Millionen Dollar Schulden. Capital Safety gehört derzeit dem Finanzinvestor KKR. 3M erwartet, dass das Thema Arbeitssicherheit gerade in den Schwellenländern an Bedeutung gewinnen wird und sieht große Wachstumschancen.

IPO: CBR nennt Details

Am deutschen Aktienmarkt macht CBR auf sich aufmerksam. Der Betreiber der Damenmode-Ketten Cecil und Street One hat am Montag seinen Börsenprospekt veröffentlicht. Demnach soll das IPO bis zu 292 Millionen Euro einbringen. Die Preisspanne liegt bei 14 bis 18 Euro. Die Erstnotiz soll am 2. Juli stattfinden.

Xella könnte noch in diesem Jahr kommen

Die Duisburger Baustoffgruppe könnte nach Angaben von Insidern im vierten Quartal ihr Börsendebut geben. Als begleitende Banken seien Deutsche Bank, Goldman Sachs und BNP Paribas ausgewählt worden. Das Unternehmen wird mit rund 2,5 Milliarden Euro bewertet. Es gehört dem Finanzinvestor PAI und einem Goldman-Sachs-Fonds. Xella beschäftigt rund 6800 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Euro.

rm

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Auf diese IPOs dürfen wir uns freuen

Börsenpipeline 2015

Frau lässt Drachen steigen

Chorus Clean Energy

Der bayerische Solar- und Windanlagenbetreiber Chorus Clean Energy hat den 3. Juli für sein Börsendebüt angesetzt. Die Aktien des Unternehmens aus Neubiberg bei München können zu einem Preis zwischen 9,75 und 12,50 Euro gezeichnet werden. Die Zeichnungsfrist läuft bis 1. Juli. Mit der Ausgabe neuer Aktien will Chorus rund 100 Millionen Euro einnehmen. Neben der Barkapitalerhöhung sei geplant, dass einzelne Altgesellschafter Anteile in Höhe von rund 4,2 Prozent des Grundkapitals veräußern. Aktuell halten Gründer und Management rund 23 Prozent an Chorus.

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Tagestermine am Dienstag, 30. Juni

Unternehmen:
Ströer: HV, 10 Uhr
Munich Re: Investor Day
Airbus: Aktionärstreffen

Konjunktur:
D: Einzelhandelsumsatz 5/15, 8 Uhr
EU: Verbraucherpreise 06/15, 11:00 Uhr
EU: Arbeitslosenzahlen 05/15, 11:00 Uhr
USA: Case-Shiller-Index 04/15, 15 Uhr
USA: Chicago Einkaufsmanagerindex 06/15, 15:45 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 06/15, 16:00 Uhr

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