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Marktbericht 20:00 Uhr

Dax mit positiven Vorzeichen

Hauptsache aufwärts

Die Investoren haben am Dienstag immerhin zaghaft zugegriffen. Trotzdem erweist sich die Marke von 9.200 Punkten noch immer als harte Hürde. Und besonders überzeugend sah die Aufwärtsbewegung auch nicht gerade aus, denn die Wall Street spielte nicht mit.

In den vergangenen sieben Handelstagen gab der Dax sechs Mal nach - das war den Anlegern vorerst wohl genug. Am Dienstag schloss der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 9.189,74 Punkten. "Die gute Nachricht heute ist, dass es nicht mehr abwärtsgeht, vorerst wenigstens. Allerdings geht es momentan aber auch nicht so richtig gen Norden", resümierte Christian Henke von IG Markets den Stand der Dinge. Der Stimmung zuträglich waren neben dem Ausbleiben frischer Hiobsbotschaften aller Art sicher auch überzeugende Quartalszahlen von BMW und der Deutschen Post.

Konjunkturdaten aus der Eurozone boten immerhin keinen überzeugenden Grund, um sich weiter von Aktien zu trennen. Der Einkaufsmanagerindex stieg im Juli zwar schwächer als erwartet an. Die Einzelhandelsumsätze überraschten hingegen positiv. Sie stiegen zum Vorjahr um 2,4 Prozent und damit so stark wie seit März 2007 nicht mehr.

Starke Konjunkturdaten = Zinswende?

Auch aus den USA erreichten die Märkte recht starke Daten. Die US-Industrie-Aufträge waren im Juni überraschend stark gestiegen. Zudem war der US-Index des ISM für das nicht-verarbeitende Gewerbe deutlich höher als erwartet ausgefallen. "Der deutlich über den Erwartungen liegende Anstieg im Servicesektor weist zusammen mit dem ohnehin schon hohen Niveau sowie dem deutlich gestiegenen Industrieindex auf das intakte Wachstumsszenario und eine anhaltend hohe Wachstumsdynamik in den USA hin", kommentierte Helaba-Analyst Johannes Jander.

Der Fachmann weiß natürlich um die Zweischneidigkeit starker US-Daten angesichts der Furcht der Investoren vor einer Zinswende und ergänzte: "Zu einer deutlichen Belebung der Zinsfantasie dürfte es aber trotz des positiv überraschenden Wertes nicht kommen." Ob das in den USA genauso gesehen wird? Dort lag der Dow Jones am Abend immerhin um 0,9 Prozent im Minus. Der Late Dax büßte 0,2 Prozent auf 9.152,07 Punkte ein.

Euro im Sinkflug

Auch die EZB sollte nicht vergessen werden, meint Niall Delventhal, Experte bei DailyFX: "Die Zurückhaltung der Marktteilnehmer auch am heutigen Handelstag ist nicht nur dem 4,5-prozentigem Rückgang in der vergangenen Woche geschuldet, sondern liegt auch an der bevorstehenden geldpolitischen Lagebeurteilung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Auf einen wegweisenden Impuls wird gewartet", so der Fachmann.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro ist am Dienstag unter 1,34 US-Dollar und auf ein Neunmonatstief gefallen. Händler begründeten den Kursrutsch mit den erwähnten robusten Konjunkturdaten aus den USA. Am Nachmittag erreichte die Gemeinschaftswährung bei 1,3358 Dollar den tiefsten Stand seit vergangenen November.

Deutsche Bank: Technisches Verkaufssignal

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Gegen den heutigen Dax-Trend verbucht die Deutsche Bank deutliche Verluste, sie war zeitweise der größte Verlierer unter den deutschen Standardwerten. Fundamentale Nachrichten für das Minus lassen sich nicht ausmachen. Die Aktie bewegt sich aber seit Januar 2014 in einem mittelfristigen Abwärtstrend. Mit der Markierung eines neuen Zwei-Jahres-Tiefs sendet die Aktie nun ein frisches technisches Verkaufssignal.

Deutsche Post hält Kurs

Sehr gefragt waren dagegen Aktien der Deutschen Post. Der ehemalige Staatskonzern hat im zweiten Quartal unterm Strich 461 Millionen Euro verdient – und damit neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Trotz einer schwachen Entwicklung im Frachtgeschäft hält der Dax-Konzern Kurs auf sein geplantes operatives Jahresergebnis von 2,9 bis 3,1 Milliarden Euro.

BMW präsentiert starke Zahlen

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Autobauer sorgte für eine handfeste positive Überraschung und verdiente im zweiten Quartal unterm Strich mit knapp 1,8 Milliarden Euro 27 Prozent mehr. Die Münchner profitierten von ihrem Modellmix: Sie verkauften vergleichsweise mehr teure und große Autos als kleine und günstigere.

FMC: Analysten als Antreiber

FMC ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
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Die FMC-Aktie zählte ebenfalls zu den Favoriten im Dax. Vor allem eine Hochstufung der Schweizer Großbank UBS von "Neutral" auf "Buy" mit einer Kurszielerhöhung von 50 auf 60 Euro wirkt hier positiv. Auch HSBC hat sein Kursziel von 50 auf 52 Euro aufgestockt, bleibt aber bei seiner skeptischen Aktienempfehlung "Underweight".

Deutsche Telekom sieht Iliad-Gebot skeptisch

Die Deutsche Telekom hat unterdessen laut Kreisen ernsthafte Zweifel an dem Gebot der französischen Iliad für ihre Tochter T-Mobile US. Iliad hatte überraschend eine Gegenofferte zum Angebot von Sprint lanciert, blieb mit 33 Dollar je Aktie deutlich hinter den von Sprint gebotenen rund 40 Dollar zurück. "Das Iliad-Angebot ist nicht ernsthaft genug, um sich von Sprint abzuwenden", sagte ein Insider.

Bilfinger Berger und der Wertvernichter Roland Koch

Großer Aufreger am Markt war eine Meldung aus dem MDax: Am Montagabend ist Bilfinger-Chef Roland Koch überraschend zurückgetreten. Zudem senkte Bilfinger die Gewinnprognose für dieses Jahr zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit. Die Aktie bricht in der Spitze um 14 Prozent ein und markierte bei 52,50 Euro ein neues Drei-Jahres-Tief.

Es ist nicht das erste Mal, dass Koch bei Bilfinger massiv Börsenwert vernichtet. Schon seine offizielle Berufung Ende Oktober 2010 hatte Bilfinger binnen eines Tages etwa 100 Millionen Euro an Börsenwert gekostet. Unter seiner Führung ab Juli 2011 brach die Aktie um rund 20 Prozent ein, der MDax legte im gleichen Zeitraum gut 40 Prozent zu.

Axel Springer: Hausse!

Axel Springer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Weit vorn im MDax-Spitze schlossen die Aktien von Axel Springer. Dank des Ausbaus des Digitalgeschäfts kletterte das um einmalige Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) unerwartet deutlich um 8,2 Prozent auf 147,8 Millionen Euro. Die DZ Bank sprach von einem "ermutigenden Quartal", Axel Springer treibe die Migration in Richtung der digitalen Geschäftsmodelle weiter voran.

Gea: Analyst schürt Hoffnungen

Die Gea-Aktie verbuchte ebenfalls Kursgewinne. Die Privatbank Berenberg hat den Titel von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 33 auf 38 Euro angehoben. Der Verkauf der Wärmetauscher-Sparte dürfte genug Mittel für mögliche Übernahmen und eine Erhöhung der Ausschüttungssumme abwerfen. Gleichzeitig steige die Profitabilität, hieß es zur Begründung.

Medienbericht: Tag Immobillien steht zum Verkauf

Der Hamburger Wohnungskonzern TAG Immobilien steht nach einem Zeitungsbericht zum Verkauf. Das "Handelsblatt" berichtet unter Berufung auf Branchenkreise, Vorstandschef Rolf Elgeti sei auf der Suche nach einem Käufer für den Konzern mit 70.000 Wohnungen. Elgeti sagte der Zeitung: "Ich habe immer gesagt: Einem guten Angebot für die Aktionäre werde ich nicht im Wege stehen." Konkrete Gespräche über einen Verkauf gebe es aber "Stand heute" nicht, betonte er. Wer die TAG kaufen könnte, berichtete die Zeitung nicht.

Anleger trennen sich von Pfeiffer Vacuum

Im TecDax fiel Pfeiffer Vacuum nach Zahlen zurück. Die Aktie verbucht ein Minus von zeitweise mehr als sieben Prozent, erholte sich aber wieder etwas. Der Vakuumpumpenhersteller hat erneut eine gedämpfte Nachfrage zu spüren bekommen, der Auftragseingang knickte um gut sechs Prozent auf 95,2 Millionen Euro ein.

Wacker Neuson fallen ins Minus

Im SDax reagierten Papiere von Wacker Neuson zunächst freundlich auf die Vorlage der Quartalszahlen, gaben dann aber doch nach. Der Baumaschinenhersteller fiel beim Umsatz zwar etwas hinter den Erwartungen zurück. Aber mit einem Plus von gut 40 Prozent beim operativen Ergebnis (Ebit) auf 41 Millionen Euro konnte das SDax-Unternehmen die durchschnittlichen Analystenschätzungen um Längen schlagen.

Neuer Tiefpunkt für Braas Monier

Der Dachpfannen-Hersteller Braas Monier hat im zweiten Quartal ein deutliches Gewinnplus eingefahren. Der Überschuss kletterte von 0,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf nunmehr 20,8 Millionen Euro. Den Aktien des Börsenneulings gibt das aber nur kurzzeitig Auftrieb, sie drehen rasch ins Minus und verbuchen bei 18,50 Euro den tiefsten Stand seit dem Börsengang.

Höft & Wessel kassiert Jahresprognose

Der Automatenhersteller Höft & Wessel steckt weiterhin in den roten Zahlen und hat seine Jahresprognose kassiert. Anstatt wie ursprünglich für 2014 von einem leicht positiven Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auszugehen, lautet die Vorhersage nun "nahezu ausgeglichen". Das Unternehmen war fast in die Insolvenz geschlittert und vergangenes Jahr vom Investor Droege gerettet worden. Im ersten Halbjahr liefen unter dem Strich knapp fünf Millionen Euro Verlust auf, ein Minus von 50 Prozent.

Deutsche Office schafft schwarze Zahlen

Bei der Gewerbeimmobilienfirma Deutsche Office sank das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft (FFO) im ersten Halbjahr zwar um 17 Prozent auf 21,1 Millionen Euro. Das führte die frühere Prime Office aber maßgeblich auf den geschrumpften Bestand zurück, mit dem die Mieteinnahmen bröckeln. Im Gesamtjahr sei das Unternehmen weiter auf Kurs, das angepeilte Ergebnis von 44 bis 46 Millionen Euro zu schaffen. Auch unter dem Strich standen dieses Mal wieder schwarze Zahlen zu Buche.

Umsatzrückgang bei Greiffenberger

Bei der Greiffenberger-Gruppe sank der Umsatz nach vorläufigen Zahlen im ersten Halbjahr um 1,6 Prozent auf 75,7 Millionen Euro. Diese Umsatzentwicklung habe sich aus unerwartet geringen Umsätzen insbesondere in Deutschland ergeben, teilt das Management mit. Dagegen hätten die Umsätze in den USA, China und Frankreich spürbar zugelegt. Das Ebitda sank von 6,8 auf 4,0 Millionen Euro, das Ebit von 3,5 auf 0,7 Millionen.

Sonderdividende bei Aurelius

Aurelius verkauft den Schweizer ICT-Dienstleister connectis AG samt dessen kleiner Schwestergesellschaft SOFTIX AG, an die SPIE-Gruppe. Aurelius wird einen Teil des Erlöses im Rahmen einer Sonderdividende an die Aktionäre ausschütten. Zudem plant der Vorstand den Rückkauf eigener Aktien, teilt das Unternehmen mit.

Unicredit kommt voran

Die teuren Einschnitte bei der größten italienischen Bank Unicredit zahlen sich aus. Im zweiten Quartal steigerte der Mutterkonzern der HypoVereinsbank seinen Nettogewinn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 11,6 Prozent auf 403 Millionen Euro. Das war besser als von Analysten erwartet. Dabei profitierte die Bank von deutlich niedrigeren Belastungen aus faulen Krediten. So steckte sie auch höhere Steuerzahlungen weg.

AIG toppt die Erwartungen

Nach Börsenschluss in den USA hat AIG über ein überraschend starkes zweites Quartal berichtet. Im zweiten Quartal erzielte das einstige Finanzkrisen-Monster einen Gewinnsprung von 12,5 Prozent. Das Ergebnis je Aktie kletterte von 1,12 auf 1,25 Dollar. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 1,05 Dollar gerechnet.

CA: BES-Probleme lasten schwer

Probleme bei der portugiesischen Banco Espirito Santo (BES) haben der französischen Credit Agricole fast den Quartalsgewinn gekostet. CA schrieb den Wert seiner 15-prozentigen Beteiligung an der BES komplett ab und verbuchte unterm Strich einen Gewinneinbruch von 98 Prozent auf 17 Millionen Euro.

Telefonica mag Brasilien-Tochter von Vivendi

Der spanische Telekomkonzern Telefonica will sein Geschäft in Lateinamerika ausbauen. Für den brasilianischen Festnetzanbieter Global Village Telecom (GVT) des französischen Medienkonzerns Vivendi bieten die Spanier insgesamt rund 6,7 Milliarden Euro in bar und Aktien. Telefonica will die eigene Tochter in dem lateinamerikanischen Land mit GVT fusionieren und so Einsparungen erzielen.

RHI dampft Umsatzprognose ein

Unterdessen hat der österreichische Industriekonzern RHI im ersten Halbjahr wegen eines Teil-Produktionsausfalls in seinem Werk in Norwegen einen Ergebnisrückgang verbucht. Das operative Ergebnis (Ebit) schrumpfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 46 Prozent auf 72,1 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet RHI nun nur noch einen Umsatz auf Vorjahresniveau - zuletzt hatte man hier noch ein Plus von drei Prozent angepeilt.

Voestalpine schlechter als gedacht

Und auch diese Meldung aus Österreich dürfte am Markt nicht so gut angekommen. Der Stahl- und Verarbeitungskonzern Voestalpine ist im ersten Quartal bei Umsatz und Betriebsergebnis hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben. Der Umsatz ging um 2,4 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zurück, das Ebit schrumpfte um 1,4 Prozent auf 218,4 Millionen Euro.

ts

Stand: 05.08.2014, 20:00 Uhr

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Tagestermine am Dienstag, 2. September

Unternehmen:
Zumtobel: Q1-Zahlen, 07:30 Uhr

Konjunktur:
EU: Erzeugerpreise Juli, 11:00 Uhr
USA: ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe August, 16:00 Uhr; Bauinvestitionen September, 16:00 Uhr

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