Seitenueberschrift

Marktbericht 15:04 Uhr

Nervosität bleibt im Markt

Halbherzige Erholung

Trotz überwiegend guter Unternehmenszahlen fährt der Dax nur mit gebremstem Schaum. Er erholt sich zwar leicht, ein Befreiungsschlag sieht aber anders aus. Derweil wird an den Krisenherden der Welt weiter erbittert gekämpft.

Der Dax notiert weiter unter der Marke von 9.800 Punkten knapp ein halbes Prozent im Plus. Der Leitindex konnte im bisherigen Tageshoch nur kurz bei 9.802 Zählern die Nase über die auch charttechnisch wichtige Widerstandsmarke heben, rutschte dann aber wieder ab.

Börse 14.00 Uhr

Es bleibt somit wackelig, besonders wegen der herrschenden geopolitischen Unsicherheiten. Kaum hat der Markt nämlich den Abschuss der malaysischen Passagiermaschine einigermaßen verkraftet, werden gleich wieder weitere Flugzeugabschüsse aus der Ukraine gemeldet. Dieses mal betrifft es allerdings zwei Militärflugzeuge, die von Separatisten getroffen wurden. Immerhin ist die Börse nach der Meldung einigermaßen standhaft geblieben.

Pharma-Aktien im Blick

Vor diesem Hintergrund treten die überwiegend besser als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnisse vieler Unternehmen, vor allem aus Amerika, in den Hintergrund. Gesucht sind am heimischen Markt Pharmatitel wie Bayer und Merck.

"Jüngst hatte der Pharma- und Biotechsektor unter Äußerungen von US-Notenbankchefin Janet Yellen gelitten. Nun erholen sich die Aktien im eher dünnen Marktumfeld wieder, zumal Anleger nach eher defensiven Werten suchen", sagte Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Allerdings enttäuschte der britische Pharmariese GlaxoSmithkline wegen eines schwachen US-Geschäfts mit seinem Zahlenwerk, die Aktie verliert über drei Prozent.

Merck: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
65.43
Differenz absolut
1.15
Differenz relativ
+1.79%
Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
100.95
Differenz absolut
0.55
Differenz relativ
+0.55%

Euro schwächer

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.3463
Differenz absolut
0.00
Differenz relativ
0.00%

Am Devisenmarkt neigt der Euro erneut zur Schwäche. Die europäische Währung fiel gegenüber dem US-Dollar bis auf 1,3453 Dollar - der tiefste Stand seit November vergangenen Jahres. Marktbeobachter verwiesen auf die Erwartung einer wachsenden Zinsdifferenz zwischen dem Euroraum und den USA. "Die USA werden die Leitzinsen im kommenden Jahr anheben", sagte Volkswirt Ayako Sera von der Sumitomo Mitsui Trust Bank. "In Europa könnten wir dagegen eine weitere Lockerung der Geldpolitik sehen."

Daimler ist auf Kurs

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
66.30
Differenz absolut
0.72
Differenz relativ
+1.10%

Auch in Deutschland kommt die Quartalsberichtssaison so langsam in Fahrt. Dem Autobauer Daimler haben im zweiten Quartal vor allem gute Geschäfte mit neuen Modellen wie der S- und der C-Klasse geholfen. Daimler-Aktien sind mittlerweile von ihrem bisherigen Tageshoch bei 67,80 Euro zurückgefallen, blkeiben aber weiter im plus.

Volkswagen will fünf Milliarden Euro sparen

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
183.35
Differenz absolut
-0.40
Differenz relativ
-0.22%

VW-Chef Martin Winterkorn hat in einer Rede vor rund 20.000 Beschäftigten des Stammwerkes in Wolfsburg angesichts der aktuellen Margenschwäche der Kernmarke VW mehr Sparerfolge angemahnt. Er kündigte Einsparungen von fünf Milliarden Euro im Jahr an. "Kurzfristig brauchen wir dringend mehr Effizienz und mehr Ergebnis", sagte der Konzernchef am Mittwoch. VW-Vorzüge legen zu und gehören zu den größten Gewinnern im Dax.

Deutsche Bank vor Problemen in Amerika

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.90
Differenz absolut
0.42
Differenz relativ
+1.57%

Aktien der Deutschen Bank liegen hingen am Dax-Ende. Die Papiere fielen am Dienstag in der letzten Handelsstunde an der NYSE urplötzlich um rund drei Prozent. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, habe die amerikanische Tochtergesellschaft "ernsthafte Probleme". Sie habe im Dezember einen Brandbrief der Federal Reserve Bank of New York erhalten. Die Notenbank als Aufsichtsbehörde habe darin unter anderem eine schlampige Buchführung, eine unzureichende Kontrolle und mangelhafte technische Systeme angemahnt.

Analysten-Lob für MüRü

Münchener Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
164.40
Differenz absolut
0.40
Differenz relativ
+0.24%

Die Münchener Rück-Aktien profitieren von einer Empfehlung von JPMorgan, die den Wert von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 166 auf 185 Euro erhöht hat. Die europäischen Rückversicherer erzielten trotz sinkender Zinsen noch attraktive Margen, schrieb Analyst Michael Huttner.

Lanxess empfohlen

Lanxess: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
49.08
Differenz absolut
0.73
Differenz relativ
+1.51%

Lanxess-Aktien liegen ebenfalls gut im Rennen. Die Bank of America/Merrill Lynch hat den Wert auf die Empfehlungsliste "Europe 1" gesetzt. Außerdem wurden gute Ergebniszahlen des Konkurrenten Akzo Nobel als Grund für den Anstieg genannt.

Stratec legt zu

Das Medizintechnikunternehmen Stratec Biomedical hat im ersten Halbjahr sein Konzernergebnis um 47 Prozent auf 9,6 Millionen Euro gesteigert. Allerdings war das Geschäft im ersten Halbjahr des Vorjahres wegen eines Wasserschadens relativ schwach gewesen. Stratec-Aktien gehören zu den größten Gewinnern im TecDax.

Syngenta wächst kaum

Der Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta ist im ersten Halbjahr wegen des harten Winters in Nordamerika gebremst worden. Der Umsatz wuchs nur ein Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis sank um drei Prozent auf 2,11 Milliarden Dollar. Die Aktie gibt nach.

Banco Espirito Santo gerettet?

Die amerikanische Großbank Goldman Sachs ist bei der angeschlagenen portugiesische Banco Espirito Santo (BES) eingestiegen. Goldman habe 2,27 Prozent der Aktien gekauft, hieß es in einer Pflichtmitteilung. Auch der amerikanische Hedgefonds D.E. Shaw hat sich an der BES beteiligt und 2,7 Prozent erworben.

Gleichzeitig musste mit Rioforte eine weitere Holding der Banker-Dynastie Insolvenz anmelden. In Rioforte, das rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt, sind die Beteiligungen der Familie außerhalb der Finanzbranche gebündelt, unter anderem großer Landbesitz. Zudem ist Rioforte mit 49,3 Prozent an der Finanzholding ESFG beteiligt, der wiederum 20 Prozent an der Banco Espirito Santo (BES) gehören. Bankaktien in Portugal steigen aber heute dennoch, denn die zweitgrößte Bank des Landes, Millennium BCP, hat erfolgreich eine Kapitalerhöhung im Volumen von 2,25 Milliarden Euro platziert. Analysten werteten dies als großen Erfolg.

Boeing im Aufwind

Boeing: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
92.59
Differenz absolut
-1.72
Differenz relativ
-1.82%

Der amerikanische Flugzeugbauer hat mit seinen Zahlen für das zweite Quartal die Erwartungen übertroffen und gleichzeitig auch die Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Für das laufende Jahr werden nun 0,75 Dollar mehr je Aktie prognostiziert in einer Bandbreite zwischen 7,90 bis 8,10 Dollar. Die Aktie, die bereits am Vortag gut gelaufen war, legt vorbörslich weiter zu.

Pepsico ist zuversichtlich

Gute Nachrichten kommen auch von Pepsico. Der Erzrivale von Coca-Cola hebt wegen eines florierenden Snackgeschäfts seine Gewinnprognose an. Das Management erwartet nunmehr ein Gewinnwachstum von acht statt bisher sieben Prozent. Im Quartal ging das Ergebnis aber um zwei Prozent auf 1,98 Milliarden Dollar zurück, denn die Kunden sind beim Konsum von Früchtsäften zurückhaltender geworden. Die Aktie legt vorbörslich in New York zu.

Dow Chemical verdient weniger

Der Quartalsgewinn des BASF-Konkurrenten Dow Chemical ist im zweiten Quartal um 62 Prozent auf 882 Millionen Dollar eingebrochen. Allerdings ist dieser Rückgang auf einen hohen negativen Basiseffekt zurückzuführen. Im Vorjahr profitierte das Chemieunternehmen nämlich noch von einer einmaligen Entschädigungszahlung aus Kuwait wegen eines geplatzten Joint Ventures. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 14,92 Milliarden dollar. Die Anleger sind zufrieden und greifen schon vorbörslich kräftig zu.

Apple profitiert vom iPhone

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
71.96
Differenz absolut
-0.54
Differenz relativ
-0.74%

Am Vorabend legte Apple nach dem Ende des regulären Börsenhandels in den USA seine Quartalszahlen vor. Die Prognose für das laufende Vierteljahr fiel allerdings etwas weniger optimistisch aus als von der Börse erhofft. Die Apple-Aktie wird zur Eröffnung keine großen Sprünge machen. Vorbörslich sieht es nur nach einer leichten Erholung aus.

Zukauf belastet Microsoft

Auch Microsoft meldete sich zu Wort. Der Konzern verbuchte von April bis Juni einen Gewinnrückgang um sieben Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Negativ wirkten sich hohe Belastungen durch das von Nokia übernommene Handygeschäft aus. Der Konzernumsatz kletterte um 3,5 Milliarden Dollar auf 23,4 Milliarden Dollar. Die Microsoft-Aktie, die schon am Vorabend im nachbörslichen Handel angezogen hatte, liegt auch heute vorbörslich rund 1,3 Prozent im Plus.

rm

Stand: 23.07.2014, 15:04 Uhr

Aktuelle Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Börse 20.15 Uhr

Aktuelle Börsen-Audios

Börse 19.00 Uhr

Aktuelle Börsen-Audios

Börse 18.00 Uhr

Aktuelle Börsen-Audios

Börse 17.00 Uhr

Aktuelle Börsen-Audios

Börse 16.00 Uhr

Tagestermine am Freitag, 25. Juli

Unternehmen:
Air France-KL: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Lafarge: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Danone: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
SHW: Q2-Zahlen 07:30 Uhr
Grenkeleasing: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
BSkyB: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Pearson Group: Halbjahreszahlen, 8:00 Uhr
Vodafone: Interim-Statement Q1, 08:00 Uhr
Anglo American: Halbjahreszahlen, 08:10 Uhr
Banco Espirito Santo: Halbjahreszahlen
Piaggio: Halbjahreszahlen
Statiol: Q2-Zahlen
Moody's: Q2-Zahlen, 13:30 Uhr
Xerox:Q2-Zahlen

Konjunktur:
Japan: Verbraucherpreise 6/14, 01:30 Uhr
D GfK Verbrauchervertrauen 08/14, 8:10 Uhr
D: ifo Geschäftsklima 07/14, 10 Uhr
USA: Auftragseingang langlebige Güter 6/14, 14:30 Uhr

Darstellung: