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Marktbericht 20:00 Uhr

9.500 Punkte zu hoch für die Investoren

Freudentag für Jo-Jo-Fans

Dieser Tag dürfte die Anleger mehr Kraft gekostet haben, als es der eher unspektakuläre Endstand vermuten lässt: Auf und ab hüpfte der Dax, ehe sich die Investoren dazu entschlossen, doch lieber zu verkaufen. Besonders einladend sieht die Lage auch am frühen Abend nicht aus: Die Technologiewerte in den USA stürzen erneut ab.

Der Dax schloss mit einem Abschlag von 0,5 Prozent auf 9.454,54 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er mehr als einmal zwischen positiven und negativen Vorzeichen gewechselt. Auch die Schwankungsbreite war mit rund 140 Punkten außergewöhnlich hoch. Eigentlich sah es zunächst nach einem entspannten Handelstag aus: Die Fed-Protokolle hatten die Hoffnung genährt, dass die US-Notenbank die Zinswende weiter nach hinten verschieben könnte als gedacht. Letztlich sei die konjunkturstützende Notenbankpolitik immer noch entscheidend für die weitere Richtung am Aktienmarkt, unterstrich Vermögensverwalter Burkhard Wagner von Partners Vermögensmanagement.

Weiß man in Washington, was man will?

Börse 17.00 Uhr

Nicht alle sind über die Kommunikationspolitik der Fed glücklich: "Es bleibt der fade Beigeschmack einer sich selbst uneinigen Notenbank und damit die Unsicherheit über den weiteren Kurs in der Geldpolitik", stellt Jens Klatt von FXCM fest. Schließlich habe die Fed-Chefin Janet Yellen vor knapp zwei Wochen eine zeitnahe und sehr konkrete Zinswende in Aussicht gestellt. Wenn Aktienmärkte etwas nicht mögen, dann ist es Unsicherheit. Der Late Dax sank um 1,2 Prozent auf 9.404,13 Punkte.

Unsicherheit herrscht auch über den Zustand der Konjunktur in China: Dort waren Exporte und Importe im März überraschend gefallen. Nach Einschätzung des Rohstoffexperten Gordon Kwan von der Nomura-Bank sorge sich der Markt ernsthaft über die zuletzt schwache Entwicklung in der chinesischen Industrie. "Wichtige Impulse für die globale Exportwirtschaft können aber im weiteren Jahresverlauf von der sich erholenden Eurozone und den USA kommen", versucht Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe zu beschwichtigen. Wie bestellt fielen US-Arbeitsmarktdaten besser aus als gedacht, frischen Schwung brachte das aber nicht.

Harter Tag für Tech-Werte

Dazu ist die Situation wohl zu angespannt: "Das fundamentale Gerüst, auf dem der Dax steht, ist weiterhin sehr wackelig und anfällig für signifikantere Korrekturen, die den deutschen Leitindex schnell unter 9.000 Punkte führen können", beschreibt Klatt die Lage. Aus technischer Sicht ist die Situation derzeit problematisch. Auch Marktexperte Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest geht von einer bevorstehenden Korrekturbewegung aus.

Für Gold geht es dagegen voran. Der Goldpreis stieg am Donnerstag zum dritten Mal in Folge und erreichte den höchsten Stand sei zweieinhalb Wochen. Die Tauben in der Fed verhelfen auch dem Euro zu frischem Rückenwind. Der Dow Jones sackte am Abend dagegen um mehr als 200 Punkte ab und verlor rund 1,2 Prozent. Noch übler sah das Bild des Nasdaq Composite aus. Wenn das Minus von 2,7 Prozent bestehen bleibt, wäre das der schärfste Tagesverlust seit Juni 2012. Insbesondere Titel wie Tesla und Facebook verbuchen kräftige Verluste.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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16434.53
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Lanxess eine "fast sichere Wette?"

An der Dax-Spitze setzte sich die Lanxess-Aktie fest. Am Markt wurde auf einen Artikel von "Börse Online" verwiesen, in dem das Papier als "fast sichere Wette" bezeichnet wurde. Angeblich dürfe auch ein Verkauf des ganzen Unternehmens an einen größeren Konkurrenten diskutiert werden. "Der Artikel hat überhaupt keine Substanz", meinte ein Marktbeobachter zu dem Bericht.

Dividendenabschlag bei Daimler

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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67.29
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Bei den Aktien des Daimler-Konzerns ging es kräftig nach unten. Allerdings wird das Papier nach der gestrigen Hauptversammlung ex Dividende gehandelt. Der Autobauer hat 2,25 Euro je Aktie an seine Anteilseigner ausgeschüttet.

Gerresheimer schließt an der MDax-Spitze

Der Verpackungsspezialist Gerresheimer ist schwach ins neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal 2013/14 stagnierte der Umsatz. Grund war laut Unternehmensangaben der starke Euro und der Lagerabbau der Pharmakunden in Nordamerika. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um drei Prozent auf 47,6 Millionen Euro zu. Im Gesamtjahr soll sich das Ebitda auf bis zu 265 Millionen Euro erhöhen.

Sky zurück in der Gewinnspur

Die Aktien von Sky Deutschland legten im Zuge der Hauptversammlung zu. Händlern zufolge wirkte ein bestätigter Ausblick positiv. Nach der scharfen Korrektur beim Aktienkurs in den vergangenen Wochen knüpfe das Papier nun an seine zur Wochenmitte eingeleitete Aufwärtsreaktion an. Womöglich würden auch diejenigen Anleger, die über Leerverkäufe auf weiter fallende Kurse gesetzt hätten, mit dem wieder ansteigenden Trend zu Käufen gezwungen.

Osram empfohlen

Im MDax fielen auch die Aktien des Beleuchtungsspezialisten auf. Die UBS hat ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 50 Euro bestätigt. Der jüngste Kursrücksetzer biete Anlegern eine Kaufgelegenheit, hieß es. Grund sei die geplante Abspaltung des Lampen- und Komponentengeschäfts.

UBS mag Wacker ebenfalls

Die Aussagen der UBS schoben auch die Aktie von Wacker Chemie an. Die Bank hat den Wert auf die "Most Preferred"-Liste europäischer Chemiewerte gesetzt und die Einstufung auf "Buy" belassen. Wacker werde wohl als erster Zykliker Preiserhöhungen durchgesetzt haben - dies sollte die Aktie antreiben.

R. Stahl soll übernommen werden

R. Stahl, ein Hersteller von Produkten zum Explosionsschutz, soll übernommen werden. Der Elektrotechnikspezialist Weidmüller bietet 47,50 Euro je Aktie. Die Aktie des Unternehmens aus dem Prime Standard rückt um knapp 40 Prozent vor. Doch der Vorstand und die Großaktionäre von R. Stahl wollen offenbar nicht verkaufen. "Das Familienkonsortium hat eine Aufnahme von Gesprächen abgelehnt", teilte der Vorstand mit.

Carrefour wächst bereinigt

Der größte europäische Handelskonzern Carrefour hat seinen bereinigten Umsatz im ersten Quartal um 3,7 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro verbessern können. Allerdings sind hier Sonderfaktoren wie Umsätze mit Kraftstoffen, das späte Osterfest und Währungsveränderungen ausgeklammert worden. Klammert man diese mit ein, hätte der Umsatz stagniert.

Beifall für LVMH

Der Luxusgüterkonzern LVMH hat in den entscheidenden Sparten beim Umsatz zugelegt und erntete dafür an der Börse ein deutliches Kursplus. Analysten zeigten sich insgesamt zufrieden mit der Umsatzentwicklung. So schrieb etwa UBS-Analystin Eva Quiroga: Das erste Quartal sei zwar insgesamt etwas schwächer als erhofft ausgefallen, allerdings habe der Luxusgüterkonzern in den entscheidenden Sparten deutlich besser abgeschnitten.

Marks & Spencer schließt im Plus

Der britische Einzelhändler Marks & Spencer überzeugte die Märkte mit seinen Zahlen. Nach einem festen Start stürzten die Aktien bis ans FTSE-100-Ende und verloren mehr als zwei Prozent. Dann ging es wieder vorwärts. Wie die Briten zuvor mitgeteilt hatten, verkauften sie im vierten Quartal bis Ende März flächenbereinigt 0,6 Prozent weniger. Damit fiel der Rückgang aber nicht so stark aus wie von Analysten befürchtet.

Icahn gibt bei Ebay Ruhe

Der Streit um die Zukunft des Internetkonzerns Ebay ist beigelegt. Das Management und Großaktionär Carl Icahn haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, wie das kalifornische Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Icahn verzichtet auf seine Forderung, den Bezahldienst PayPal abzuspalten und zwei Posten im Verwaltungsrat zu bekommen. Im Gegenzug zieht dafür ein unabhängiger Wunschkandidat des Milliardärs in das Firmengremium ein.

Wilex plant Herabsetzung des Grundkapitals

Die Biotech-Firma Wilex will auf der am 23. Mai stattfindenden Hauptversammlung über einen Beschlussvorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrats zu einer Herabsetzung des Grundkapitals abstimmen lassen. Das Grundkapital soll um 23.456.628,00 Euro auf dann 7.818.876,00 Euro durch die Zusammenlegung der ausgegebenen Stückaktien im Verhältnis 4:1 von 31.275.504 auf den Inhaber lautende Stückaktien auf dann 7.818.876 Aktien gesenkt werden. Um ein ausgeglichenes Tauschverhältnis zu erhalten, werden vor der Herabsetzung drei Aktien durch einen Aktionär unentgeltlich übertragen und durch die Gesellschaft eingezogen, teilt das Management mit.

ts

Stand: 10.04.2014, 20:00 Uhr

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Tagestermine am Dienstag, 22. April

Unternehmen:
Villeroy & Boch: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Philips: Q1-Zahlen, 7 Uhr
McDonald's: Q1-Zahlen, 14:00 Uhr
Amgen: Q1-Zahlen
Comcast: Q1-Zahlen
Harley-Davidson: Q1-Zahlen
Lockheed Martin: Q1-Zahlen
United Technologies: Q1-Zahlen
AK Steel Holding: Q1-Zahlen
Juniper Networks: Q1-Zahlen
AT&T: Q1-Zahlen, 22 Uhr

Konjunkturdaten:
USA: Verkauf bestehender Häuser im März, 16:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen April, 16:00 Uhr

Sonstiges:
New York: International Auto-Show, bis 27.4.2014

Darstellung: