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Marktbericht 20:05 Uhr

Marktbericht positiv

Dax gewinnt über 250 Punkte

EZB sorgt für gute Laune am Aktienmarkt

Stand: 19.05.2015, 20:05 Uhr

Da hörten die Anleger am Morgen ganz genau hin. Die EZB will im Mai und Juni verstärkt tätig werden. Die Reaktion der Börse ließ nicht lange auf sich warten. Plötzlich hängt der Aktienhimmel wieder voller Geigen. Der DAX legte kräftig zu.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Jeder kennt Mario Draghi und Janet Yellen - oder Wolfgang Schäuble und Yanis Varoufakis. Aber wer ist Benoit Coeure? Selbst diejenigen, die regelmäßig das Börsengeschehen verfolgen, könnten wohl Probleme bekommen. Mit dem heutigen Handelstag dürfte sich der Bekanntheitsgrad von Coeure aber deutlich erhöht haben.

Anleihekäufe werden vorgezogen

Denn das Mitglied im EZB-Rat hat am Morgen auf einer Konferenz in London dem Aktienmarkt urplötzlich neues Leben eingehaucht. Coeure hatte nämlich angekündigt, einen Teil der für Juli und August geplanten Bond-Käufe auf Mai und Juni vorzuziehen. Der Grund hierfür sei die geringe Marktliquidität während der Sommerferien-Monate.

Eigentlich eher ein technisches, fast schon lapidares Problem bei der Umsetzung des aktuellen QE-Programms der EZB, bei dem die Notenbank pro Monat für 60 Milliarden frisch gedruckte Euros Staatsanleihen kaufen will. "Der EZB geht es keineswegs um eine Ausweitung der Anleihekäufe", stellte Experte Lutz Karpowitz von der Commerzbank klar.

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Börse 19.00 Uhr aktualisiert

Trotzdem sogen die Märkte die Aussichten auf frisches Notenbankgeld begierig auf. Der Leitindex Dax, zuletzt eher verhalten unterwegs, reagierte sofort und legte postwendend eine veritable Rally hin. Der Index rückte um 259 Punkte oder 2,23 Prozent auf 11.853 Punkte vor. Damit schloss er er nur knapp unter seinem Tageshoch bei 11.873 Punkten.

Euro auf Talfahrt

Auch der Euro knickte nach Coeurs Aussagen deutlich ein. Die Gemeinschaftswährung entpuppte sich damit erneut als das derzeit wichtigste Hebelinstrument für den heimischen Aktienmarkt. Denn die Notenbanken bestimmen mit ihrer Geldpolitik maßgeblich die Entwicklung der Wechselkurse und damit der Gewinne der Unternehmen. Gerade für die zahlreichen exportabhängigen deutschen Betriebe ist der Eurokurs besonders wichtig. Dies zeigen die jüngsten Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young zu den Ergebnissen des ersten Quartals.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die EZB setzte den Referenzkurs für den Euro am Nachmittag bei 1,1180 Dollar fest, fast zwei Cent weniger als am Vortag, als der Kurs bei 1,1389 Dollar festgelegt worden war. Aktuell ist die Gemeinschaftswährung sogar noch weiter zurückgefallen auf 1,1137 Dollar.

Dem schwachen ZEW zum Trotz

Sogar die schwach ausgefallenen ZEW-Konjunkturerwartungen treten vor diesem Hintergrund zurück. Das Konjunkturbarometer sank im Mai um 11,4 auf 41,9 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 225 Anlegern und Analysten mitteilte. Das war der zweite Rückgang in Folge. Volkswirte hatten im Schnitt mit 49 Punkten gerechnet.

"Dies dürfte für die Konjunkturoptimisten ein Schlag in die Magengrube gewesen sein, verdichten sich doch damit die Anzeichen, dass die deutsche Konjunktur deutlichen Gegenwind spürt", kommentierte Analyst Marco Wagner von der Commerzbank.

US-Märkte auf Top-Niveau

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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An der Wall Street geht es derzeit wesentlich weniger spektakulär zu, gleichwohl befinden sich die US-Aktienmärkte auf Rekordniveau. Der Dow-Jones-Index legt heute allerdings eine Verschnaufpause ein und bewegt sich um sein erst am Vortag erreichtes Rekordniveau. Bei 18.328 Punkten liegt bisher das um bescheidene drei Punkte übertroffene Rekordhoch des amerikanischen Leitindex.

Unterstützung gibt es für die US-Märkte auch von der Konjunkturseite. So lagen die Baubeginne im April mit 1,143 Millionen Einheiten über den Analystenerwartungen. Auch die Wohnbaugenehmigungen fielen mit 1,135 Millionen besser aus. Erwartet waren für die Baubeginne 1,06 und die Wohnimmobilien 1,019 Millionen Einheiten.

"Die Zahlen fallen sehr robust aus und nach der Schwäche im Februar und März stehen die Zeichen wieder auf Erholung. Somit scheinen positive Impulse für das BIP-Wachstum im zweiten Quartal möglich", kommentierte Analyst Ralf Umlauf von der Helaba. Die robusten Hausdaten tragen derweil ebenfalls zur Euro-Schwäche bei, denn sie stärken im Gegenzug den Dollar.

Griechenland im Blick

Auch das griechische Drama bleibt weiter ein Thema. Wie das "Handelsblatt" von EU-Diplomaten erfuhr, kann Athen auch nach einer Staatspleite auf weitere Unterstützung hoffen. Sowohl die EZB als auch der Euro-Rettungsfonds EFSF würden Athen nicht sofort fallen lassen, so die Diplomaten. Die Zeit wird für Hellas immer knapper, denn schon im Juni werden milliardenschwere Schuldendienste des Landes fällig.

Auto-Aktien an der Dax-Spitze

PS-Aktien waren die großen Gewinner des heutigen Tages. Allen voran Volkswagen, die 4,88 Prozent zulegten und damit Tagessieger waren. Die Autobranche profitierte von guten fundamentalen Nachrichten. Denn in der EU wurden im April 1,17 Millionen Autos verkauft. Das waren 6,9 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie der europäische Herstellerverband ACEA am Dienstag mitteilte. Damit stieg der Absatz den 20. Monat in Folge. Am stärksten legte der italienische Markt zu.

BMW (plus 3,68 Prozent) steigerte seinen Absatz um 11,9 Prozent und Daimler (plus 3,35 Prozent) um 8,0 Prozent. VW hinkte mit einem Plus 5,6 Prozent dem Markt etwas hinterher.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Conti kauft zu

Auch der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental war gefragt. Die Hannoveraner übernehmen den Software-Spezialisten Elektrobit Automotive. Der Kaufpreis liegt bei 600 Millionen Euro. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Software für Fahrerassistenzsysteme.

"Mit der Übernahme stärkt Continental Software und Systemkompetenz und baut seine Angebotspalette aus", kommentierte DZ-Bank-Analyst Michael Punzet. Der angekündigte Zukauf sei zwar eher klein, passe jedoch zur Übernahmestrategie.

Fitch straft deutsche Banken ab

Die Ratingagentur hat gleich für mehrere deutsche und europäische Banken seine Bonitätsnoten massiv gesenkt. Hintergrund der Neubewertung ist, dass Europas Regierungen nicht mehr bereit sind, die Geldhäuser im Krisenfall zu stützen. Commerzbank wurden gleich um vier Stufen auf "BBB" nach zuvor "A+" gesenkt. deutsche Bank filen von "A+" auf "A" zurück. Unicredit, die Muttergesellschaft der Bank Austria und der deutschen HVB Bank, wurden von "A+" auf "A-" herabgestuft. Die Aareal Bank verschlechterte sich von "A-" auf "BBB". Andere Banken aus Frankreich oder England traf es nicht so hart, deren Bonitätsnoten wurden zum Teil sogar erhöht.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Telekom kauft zu

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Deutsche Telekom engagiert sich noch mehr in der Slowakei. Die ehemalige Staatsmonopolist kauft die verbleibenden 49 Prozent an der Slovak Telekom für 900 Millionen Euro. Beim Verkauf der Tochter T-Online kommt die Telekom dagegen nicht weiter. Dem potenziellen Käufer Axel Springer ist der geforderte Preis laut der "FAZ" zu hoch.

Merck-Aktie nicht gefragt

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat im ersten Quartal von einem schwachen Euro und guten Geschäften mit Flüssigkristallen profitiert. Als sehr teuer erwies sich allerdings die zukunftsträchtige Entwicklung von Krebsmedikamenten. Der Markt ist nicht begeistert von den Zahlen, die Merck-Aktie lag mit deutlichem Abstand am Dax-Ende. Sie war das einzige Papier im Leitindex, das wirklich nennenswerte Verluste aufwies.

Lufthansa-Tochter Austria wieder zuversichtlicher

Lange Zeit galt die österreichische Tochter als Großbaustelle im LH-Konzern, nun will die Gesellschaft nach einer harten Restrukturierung wieder wachsen. "Wir erwarten für die kommenden drei bis fünf Jahre Wachstum an Passagieren, Umsatz und Mitarbeitern", sagte Finanzchef Heinz Lachinger am Dienstag.

Die Zahl der Passagiere soll um 1,5 Millionen und der Umsatz um 210 Millionen Euro steigen. Auch 400 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Der Lufthansa-Aktie halfen die forschen Töne aus Wien aber kaumt, die Aktie legte nur minimal zu und tendierte damit deutlich schwächer als der Gesamtmarkt.

Eklat bei Deutsche Bank

Zwei Tage vor der vermutlich wieder unterhaltsamen Hauptversammlung macht die Deutsche Bank erneut von sich reden. Der Privatkundenchef der Bank Rainer Neske wird nach übereinstimmenden Informationen von "Handelsblatt" und "Spiegel" Deutschlands größtes Geldhaus verlassen. Zwischen ihm und der Führung um Anshu Jain und Jürgen Fitschen habe es zuletzt Differenzen in strategischen Fragen der Bank gegeben. Die Personalie werde am Mittwoch im Aufsichtsrat beraten.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Gleichzeitig bestätigte eine Sprecherin, dass sich ein hochrangig besetztes Gremium in der Bank mit den Folgen eines Austritts Großbritanniens aus dem Euroraum beschäftigt. Dabei gehe es um die Frage, welche Geschäftsbereiche aus der Finanzmetropole London abgezogen und in andere EU-Länder, etwa Deutschland, geholt werden könnten. Die Bank beschäftigt auf der Insel an 16 Standorten etwa 9.000 Mitarbeiter. In London, dem wichtigsten Standort, arbeiten dabei besonders viele Investment-Banker. Der gerade wieder gewählte Premierminister David Cameron will 2017 über die Mitgliedschaft in der EU abstimmen lassen.

Airbus warnt seine A400M-Kunden

Airbus warnt vor möglichen Problemen bei der Triebwerkssteuerung des Militärtransporters A400M. Die Empfehlung sehe "die Durchführung eines einmaligen Kontrollchecks der elektronischen Triebwerkskontrolleinheit bei jedem Flugzeugtriebwerk vor dem nächsten Flug vor", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens vom Dienstag. Seit dem Absturz einer Maschine bei einem Testflug in Spanien vor knapp zwei Wochen haben die meisten Länder den Flugbetrieb mit ihren A400M ausgesetzt.

United Intenet wächst dynamisch

Der Internet-Dienstleister United Internet ist von Januar bis März auch wegen der Komplettübernahme des Glasfaserspezialisten Versatel kräftig expandiert. Umsatz und Ergebnis lagen über den Markterwartungen. Die Aktie legte kräftig zu und war Tagessieger im TecDax.

Großauftrag für Aixtron

Aktien des Spezialanlagenbauers Aixtron waren ebenfalls gefragt und lagen lange an der Spitze des Technologieindex. Das Unternehmen hat einen Auftrag über mehrere MOCVD-Anlagen des neuen Typs AIX R6 erhalten. Die Auslieferung wird bis zum Jahr 2016 erfolgen. Die Verkäufe des Anlagentyps seien entscheidend für den Unternehmenserfolg, sagte ein Händler. Allerdings stelle sich die Frage, was sich hinter der unklaren Quantifizierung "mehrere Anlagen" verberge - das erschwere die Bewertung doch erheblich.

Indus liegt auf Kurs

Die Beteiligungsgesellschaft Indus Holding ist mit kräftigen Zuwächsen ins neue Jahr gestartet. Der Umsatz wuchs um 14 Prozent auf 328 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um elf Prozent auf 31,5 Millionen Euro zu. Das SDax-Mitglied bestätigte zudem seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr.

Hella-Familienaktionäre machen Kasse

Die beiden Familien Behrend und Hueck trennen sich von insgesamt 13,9 Millionen Hella-Aktien, wie am Dienstag nach Xetra-Schluss bekannt wurde. Die Papiere sollen über Nacht zu einem Preis zwischen 39 und 41 Euro platziert werden. Damit ergäbe sich ein Erlös von fast 570 Millionen Euro.

Die Aktien entsprechen rund 12,5 Prozent des Grundkapitals. Die Familien profitieren dabei von dem deutlich gestiegenen Kurs. Die Papiere waren im Herbst zum Börsengang noch in zwei Schritten zu 25 und 26,50 Euro verkauft worden. Die im SDax notierte Aktie schloss bei 42,50 Euro um 2,42 Prozent höher. Im Späthandel gab das Papier nach.

Vodafone-Deutschland-Chef tritt zurück

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone ist für das laufende Geschäftsjahr 2015/16 vorsichtig gestimmt. Das Ebitda soll 11,5 bis 12,0 Milliarden britische Pfund erreichen. Im Vorjahr hatte der Wert bei 11,9 Milliarden gelegen. Das entsprach einer Steigerung um 7,5 Prozent.

Gleichzeitig hat Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum nach einem erneuten Gewinnrückgang seinen Rücktritt erklärt. Das Ebitda sank um elf Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Wegen des anhaltenden Preiskrieges gilt die Deutschland-Tochter als Sorgenkind im Konzern.

Rückenwind für Home Depot

Die US-Baumarktkette aus dem Leitindex Dow Jones hat im ersten Quartal vom anziehenden Immobilienmarkt profitiert. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 20,9 Milliarden Dollar, der Gewinn sogar um 14,5 Prozent auf 1,58 Milliarden Dollar. Auch positive Steuereffekte machten sich bemerkbar.

Walmart enttäuscht

Nicht so gut lief es beim Indexkollegen Walmart. Der Handelsriese bekam den starken Dollar in seinem ersten Geschäftsquartal (Februar bis April) zu spüren. Dadurch sanken die Einnahmen in Übersee. Insgesamt wies Walmart ein unter den Erwartungen liegendes Zahlenwerk aus. Die Aktie verliert an der New Yorker Börse mittlerweile über drei Prozent.

rm

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Tagestermine am Mittwoch, 27. Mai

Unternehmen:
Deutsche Post: Hauptversammlung, 10 Uhr
Bayer: Hauptversammlung CTS Eventim: Q1-Zahlen
Ahold: Q1-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: GfK-Konsumklima 06/15, 8:10 Uhr
EU: Acea, NFZ-Neuzulassungen 04/15, 8:00 Uhr

Sonstiges:
Bundesnetzagentur;Start der Versteigerung von Mobilfunk-Lizenzen, 10 Uhr

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