Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht neutral

Dax kaum bewegt Es ist wieder Warten angesagt

Stand: 19.09.2017, 20:02 Uhr

Wie so oft vor wichtigen Sitzungen der Notenbanken haben sich die Anleger auch am Dienstag kaum aus der Deckung gewagt. Dabei wird die erwartete geldpolitische Entscheidung erst am Mittwochabend verkündet.

Die Rede ist natürlich von der Zinssitzung der amerikanischen Notenbank. Zwar gilt eine anhebung der Leitzinsen als unwahrscheinlich, doch wird erwartet, dass die Fed den Startschuss für den Abbau ihrer billionenschweren Wertpapierbestände gibt. Die Anleger dürften sich auch genau auf die Worte von Fed-Chefin Janet Yellen zur Inflation konzentrieren.

Die Preise in den USA steigen weiterhin nicht so stark wie von der Notenbank angestrebt, um an den Zinsschraube drehen zu können. "Wenn ich auf etwas achte, dann vor allem darauf, was mit einer Zinsanhebung im Dezember im Zusammenhang steht", sagte Randy Frederick vom Finanzmakler Charles Schwab. Derzeit stünden die Wetten am Markt dafür bei 50:50.

ZEW spielte keine Rolle

ARD-Börsenstudio: Ulla Hermann

Börse 20.05 Uhr: Dax hauchdünn im Plus

Vor einem derart wichtigen Termin hat sich der Dax kaum von der Stelle bewegt. Zwar drehte er zunächst bis auf 12.527 Punkte ins Minus, doch macht er am Nachmittag seine Tagesverluste wieder wett und schließt bei 12.561,79 Punkten, 2,4 Zähler höher als am Vortag. Dass der am Vormittag veröffentlichte ZEW-Index mit einem Anstieg auf 17,0 Punkte eine Negativserie von drei Rückgängen in Folge beendet hat, spielte an der Börse keine Rolle.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.600,03
Differenz relativ
+0,25%

Ohne Auswirkungen auf den Aktienhandel blieb auch die Rede von US-Präsident Donald Trump vor den Vereinten Nationen. Zwar ist der Konflikt weiterhin ungelöst, doch selbst die erneute Drohung Trumps, Nordkorea stehe vor der totalen Vernichtung, kann die Anleger nicht schrecken.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
22.359,23
Differenz relativ
-0,24%

Dass sich die Anleger an der Wall Street kaum aus der Deckung trauen, hat natürlich ebenfalls mit der Zinsentscheidung der fed morgen Abend zu tun. Zwar markierte der Dow Jones-Index bei 22.383 Punkten erneut ein Rekordhoch. Doch bleiben größere Kursbewegungen nach oben oder nach unten aus. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow 0,17 Prozent höher bei 22.369 Zählern.

Euro knapp unter 1,20 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1956
Differenz relativ
+0,13%

Der Kurs des Euro hat etwas zugelegt und ist zeitweise über die Marke von 1,20 Dollar gestiegen. Bei Börsenschluss in Frankfurt notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1972 Dollar, nachdem in der Spitze 1,2006 Dollar erreicht wurden. Im frühen Handel hatte der Euro noch bei rund 1,1960 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs auf 1,1972 (Montag: 1,1948) Dollar festgesetzt. Experten erwarten, dass eine Abschmelzung des Euro in Richtung 1,18 Dollar nach dem Zinsentscheid der Fed den Dax beflügeln dürfte, bis hinauf auf ein neues Wochenhoch über 12.600 Punkten.

Telekom an Dax-Spitze

Die Aktien der Deutschen Telekom haben sich an die Dax-Spitze gesetzt. Sie stiegen am Nachmittag zeitweise um über vier Prozent auf 15,72 Euro. Auslöser für den Kurssprung ist ein Bericht des Fernsehsenders CNBC, wonach die Mobilfunktochter T-Mobile US und der Wettbewerber Sprint in aktiven Fusionsgesprächen seien. Bereits seit längerem wird über einen Zusammenschluss der beiden Firmen spekuliert. Nun gehe es in den Verhandlungen um einen Aktiendeal zwischen T-Mobile US und Sprint.

BASF mit Milliarden-Übernahme

BASF baut mit einer milliardenschweren Übernahme sein Geschäft mit technischen Kunststoffen aus. Für 1,6 Milliarden Euro will der deutsche Chemieriese dem belgischen Rivalen Solvay die Polyamid-Sparte abkaufen, wie der Ludwigshafener Konzern am Dienstag mitteilte. Vor der Unterzeichnung eines bindenden Kaufvertrages muss sich Solvay aber noch mit Arbeitnehmervertretern beraten. BASF will mit dem Zukauf seinen Zugang zu Wachstumsmärkten in Asien und Südamerika ausbauen und stärker mit der Automobilindustrie ins Geschäft kommen.

Blauweißes BASF-Logo

Börse 9.00 Uhr: BASF will zukaufen

Deutsche Post empfohlen

Zu den stärksten Werten im Dax gehören auch die Aktien der Deutschen Post. Grund ist eine Kaufempfehlung der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas. Sie hat zudem das Kursziel für den Wert von 36 auf 50 Euro angehoben und die Einstufung "Outperform" bestätigt. Unter Berücksichtigung der Wettbewerbsposition des Logistikers, der Aussichten für den Barmittelzufluss und der Bewertung sei das Papier schlichtweg zu günstig, erklärte der zuständige Analyst. Sollte der Konzern seine Ziele erreichen, werde die Aktie überdurchschnittlich abschneiden.

Allianz: Deutschland-Chef geht

Leicht ins Minus gerutscht ist die Allianz-Aktie. Am Morgen wurde bekannt, dass Deutschland-Chef Manfred Knof nach nur zweieinhalb Jahren aus dem Amt scheidet. Knof habe aus gesundheitlichen Gründen um eine vorzeitige Auflösung seines Vertrages zum Ende des Jahres gebeten, teilte ein Sprecher mit. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, Knofs Nachfolge werde der bisherige Italien-Chef der Allianz, Klaus-Peter Röhler, antreten.

Wirecard steigt immer weiter

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
75,05
Differenz relativ
+0,32%

Im TecDax haben die Papiere von Wirecard mit 74,61 Euro einen weiteren Rekordstand erreicht. Der TecDax erklomm gleichzeitig das höchste Niveau seit Februar 2001. Mit einem Zuwachs von gut 82 Prozent sind Wirecard fünftbester TecDax-Wert des laufenden Jahres. Der Index legte in dem Zeitraum um rund ein Drittel zu. Die meisten der vom dpa-AFX-Analyser beobachteten Experten sind optimistisch für die Papiere des Zahlungsabwicklers und trauen der Aktie aktuell bis zu 85 Euro zu.

Stada: Singer fährt Schlingerkurs

Finanzinvestor Paul Singer kann sich einen Verkauf seiner Beteiligung am hessischen Arzneimittelhersteller Stada vorstellen. In einer Pflichtmitteilung erklärten Singer und sein Hedgefonds Elliott International, ein Verkauf ihres Anteils von zuletzt 14 Prozent sei nicht auszuschließen. Aber auch weitere Aktienkäufe seien möglich. Es ist das erste öffentliche Signal von Elliott an die Finanzinvestoren Bain und Cinven, nachdem die neuen Mehrheitseigentümer von Stada den übrigen Aktionären eine Abfindung von mindestens 74,40 Euro je Aktie in Aussicht gestellt hatten. Das hatte Singer zuvor zur Bedingung dafür gemacht, dass er bei Stada aussteigt.

Commerzbank schiebt Covestro an

Covestro: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
71,33
Differenz relativ
+0,68%

Zu den stärksten Werten im MDax gehört am Dienstag der Kunststoffhersteller Covestro, eine Abspaltung des Bayer-Konzerns. Die Commerzbank hat ihr Kursziel für Covestro nach dem jüngsten Anteilsverkauf von Bayer auf 82 Euro angehoben und die Aktie von "Hold" auf "Buy" heraufgestuft. Der Markt für den für Covestro wichtigen Kunststoff Polyurethane sei unverändert von Angebotsknappheit gekennzeichnet, schreibt Analyst Michael Schäfer.

Hugo Boss herabgestuft

Hugo Boss NA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
72,85
Differenz relativ
+0,82%

Dagegen sind die Boss-Aktien nach einer Studie von Morgan Stanley ans MDax-Ende gerutscht. Die Bank hat den Wert von "Equal-weight" auf "Underweight" abgestuft und das Kursziel von 67 auf 58 Euro gesenkt. Im Bekleidungsbereich gebe es die niedrigsten Wachstumsraten, hieß es. Zudem könnten die nötigen Investitionen, um Boss wieder auf Wachstumskurs zu bringen, letztlich höher ausfallen als gedacht.

Hapag-Lloyd hat Interesse an VTG

Im SDax gehören die Aktien der Reederei Hapag-Lloyd und des Waggonvermieters VTG zu den stärksten Werten. "Wir können uns vorstellen, das Engagement bei VTG und Hapag-Lloyd weiter auszubauen", sagte der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne. Denn für beide Beteiligungen haben wir allerhand Ideen, die wir gerne umsetzen würden", sagte Kühne dem "Handelsblatt".

Delivery Hero dreht ins Minus

Doch nur ein Strohfeuer: Nachdem die Papiere von Delivery Hero zunächst an die Spitze vom SDax gestiegen waren, drehen sie im weiteren Verlauf ins Minus und fallen um über zwei Prozent hinter den Vortagesschluss zurück. Das Bankhaus Lampe traut den Aktien mittelfristig einen Anstieg auf 40 Euro zu und empfielt einen Kauf. Das hatte die Aktie zunächst beflügelt. Anleger könnten vom Trend hin zu Online-Essen-Bestellungen profitieren, so die Analysten. Delivery Hero ist mit Lieferheld, Pizza.de, Foodora am Markt aktiv.

Haldex bleibt solo

Nach einem einjährigen Tauziehen gibt der Bremsenhersteller Knorr-Bremse seine Übernahmepläne für den schwedischen Wettbewerber Haldex auf. Haldex verweigere die erforderliche Zusammenarbeit im Kartellfreigabeverfahren, teilte Knorr-Bremse mit. Das Angebot könne deshalb nicht innerhalb der aktuellen Annahmefrist abgeschlossen werden. Die Frist wäre in einer Woche abgelaufen. Die Haldex-Aktie bricht ein.

Spielzeugbranche im Fokus

Für Schlagzeilen sorgt die Spielzeugkette Toys 'R' Us. Das Unternehmen hat im US-Bundesstaat Virginia Gläubigerschutz beantragt. Es ist eine der größten Insolvenzen eines Fachhändlers in den USA. Damit haben sich die Gerüchte bestätigt, die bereits gestern die Aktien von Spielzeugherstellern wie Mattel und Hasbro stark belastet hatten. Die Konzerne sollen wegen Befürchtungen, der Geschäftspartner könne Rechnungen nicht begleichen, bereits Lieferungen eingeschränkt haben.

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Freitag, 22. September

Unternehmen:
Keine Termine absehbar

Konjunktur:
Frankreich: BIP Q2 detailliert
Deutschland: Markit Einkaufsmanagerindex September, 09:30 Uhr

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