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Marktbericht 20:08 Uhr

Marktbericht positiv

Hoffnung auf EZB-Geldflut beflügelt Kurse

Erster Gewinntag des Jahres

Nach dem Fehlstart ins neue Jahr haben sich die Börsen am Mittwoch erholt. Neue Daten aus dem Euroraum schürten Deflationssorgen und die Hoffnung auf Geldspritzen der EZB. Leidtragender war der Euro. Derweil hielten die Turbulenzen am Ölmarkt an.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
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Der Preis für die Nordseesorte Brent rutschte am Mittwoch erstmals seit fast sechs Jahren unter die Marke von 50 Dollar je Fass. Danach verlangsamte sich etwas die Talfahrt. Am Abend lag der Brent-Ölpreis ein Prozent im Minus bei 50,60 Dollar je Barrel. Die US-Rohölsorte WTI stabilisierte sich bei 48,12 Dollar. Gerüchte über den Tod des saudischen Königs stützten etwas die Preise.

Fed-Protokoll: Keine Zinswende vor Ende April

Der Ölpreis-Sturz in den vergangenen Monaten und die damit verbundendenen niedrigeren Kosten für Verbraucher und Firmen dürften positive Effekte für die US-Wirtschaft haben, hieß es in dem am Abend veröffentlichten Protokoll der letzten Sitzung der Fed. Die Inflation würde nur zeitweise gedämpft. Bevor die Zinsen angehoben werden, will die Fed Gewissheit haben, dass sich die Inflation wieder nach oben bewegt. Die US-Notenbank wird laut dem Protokoll nicht vor der Sitzung Ende April an der Zinsschraube drehen.

Deflationssorgen in Europa

Im Euro-Raum hat das billige Öl erstmals seit über fünf Jahren zu niedrigeren Verbraucherpreisen geführt. Im Dezember sanken die Preise um 0,2 Prozent. Damit steigt die Deflationsgefahr und die Wahrscheinlichkeit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bald eingreift.

Hoffnung auf EZB-Hilfen treibt Börsen an

Die Aussicht auf eine noch lockere Geldpolitik der EZB gab den Börsen Auftrieb. Der Dax konnte seine viertägige Talfahrt stoppen und schloss 0,5 Prozent höher bei 9.518 Punkten. Zeitweise hatte er über ein Prozent zugelegt. Der EuroStoxx50 schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent. Für den französische Cac40 ging es gar um 0,7 Prozent hoch. Der brutale Terror-Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" hatte keine negative Auswirkung auf die Börse

Gute ADP-Daten aus den USA

Auch an der Wall Street ging es aufwärts. Der Dow lag zwei Stunden vor Handelsende über ein Prozent im Plus. Als Stütze erwiesen sich die neuesten Job-Daten des privaten Arbeitsvermittlers ADP. Demnach schuf die US-Wirtschaft im Dezember mehr Stellen als erwartet. Die Zahl der Jobs stieg um 241.000 - 15.000 mehr als von Volkswirten prognostiziert.

Euro auf Neunjahres-Tief

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Verlierer des Tages war der Euro. Die Gemeinschafswährung sackte auf bis 1,1802 Dollar ab, den tiefsten Stand seit fast neun Jahren. An den Rentenmärkten flüchteten die Anleger in sichere Häfen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank auf ein neues Rekordtief von 0,433 Prozent. Dagegen kletterte die Rendite zehnjähriger griechischen Staatsanleihen wegen der anhaltenden "Grexit“-Debatte erstmals seit knapp anderthalb Jahren wieder über die Schwelle von zehn Prozent.

T-Aktie wird wiederentdeckt

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Dax waren am Mittwoch besonders defensive Werte gefragt - allen voran die T-Aktie. Sie stieg um fast drei Prozent und war Tagessieger im Dax. Seit Weihnachten haben die Telekom-Titel rund sieben Prozent eingebüßt. Gute Nachrichten kamen von der Telekom-Tochter T-Mobile US. Sie hat im vergangenen Jahr so viele neue Mobilfunkkunden angelockt wie noch nie. Die Zahl der Handynutzer erhöhte sich 2014 um 8,3 Millionen auf 55 Millionen.

Merck auf Rekordhoch

Neben der Telekom waren auch die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck als klassischer defensiver Wert gefragt. Die Titel sprangen auf ein Alzeithoch von 80,98 Euro. Das löste charttechnische Kaufsignale aus.

Lufthansa im Aufwind

Der sinkende Ölpreis beflügelte die Aktien der Luftfahrtgesellschaften, darunter die Lufthansa. Sie stiegen um 1,7 Prozent. Verbale Attacken des Ryanair-Chefs Michael O'Leary verpufften. O'Leary hatte im "Handelsblatt" angekündigt, Ryanair wolle den deutschen Markt aufrollen.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler zieht um

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Unter den Autoaktien war Daimler am Mittwoch am meisten gefragt. Und das wegen eines Umzugs. Die amerikanische Daimler-Tochter Mercedes Benz USA wird ihren Hauptsitz von Montvale im Bundesstaat New Jersey nach Atlanta in Georgia verlegen. Der Umzug soll das Management näher an das große Daimler-Werk in Alabama rücken, in dem die Hälfte der in den USA verkauften Autos vom Band läuft. Durch den Umzug werden Kosten gespart.

Glimpfliche Schadensbilanz der Müchener Rück

Münchener Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Knapp im Minus schloss die Aktie der Münchener Rück. Dabei vermeldete der weltgrößte Rückversicherer geringere Schäden durch Naturkatastrophen im vergangenen Jahren. Sie betrugen 110 Milliarden Dollar - 40 Milliarden weniger als im Vorjahr.

Lanxess im Abwärtssog

Zu den Verlierern gehörte erneut die Lanxess-Aktie. Sie wurde von einer Kurszielsenkung belastet. Die Analysten der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley haben das Ziel von 44 Euro auf 37 Euro gesenkt, die Einstufung allerdings auf "Equal Weight" belassen.

Airbus gewinnt Duell mit Boeing

Der schwache Euro und Spekulationen um Rekordaufträge hievten die Airbus-Aktie im MDax um rund 2,6 Prozent nach oben. Angeblich hat Airbus seinen Erzrivalen Boeing 2014 im Neugeschäft übertroffen. Boeing soll einem Medienbericht zufolge Aufträge für 1.432 Verkehrsflugzeuge herein - so viel wie noch nie. Positiv werteten Händler zudem, dass Airbus nun eine eigene Bank hat. Dadurch ergäben sich neue Finanzierungsoptionen für Kunden und Lieferanten.

Airbus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
47.21
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Boeing: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Gea baut Schulden ab

Im Minus schloss dagegen die Aktie von Gea. Der Anlagenbauer hat nach dem Verkauf seines Wärmetauscher-Geschäfts die Schulden um rund eine halbe Milliarde Euro zurückgefahren. Dadurch sinken die langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf rund 415 Millionen Euro.

Dijols hat Kontrolle über Catoil

Derweil scheint der Übernahmekampf um Catoil entschieden. Der französische Ölmanager Maurice Dijols teilte mit, er kontrolliere bereits rund 73,4 Prozent des Unternehmens. Dijols hatte Ende Oktober ein Aktienpaket von 47,7 Prozent erworben. Daraufhin legte er ein Übernahmeangebot vor. die am Donnerstag ausläuft. Bis einen Tag vor dem Fristende habe er weitere 25,68 Prozent der Stimmrechte eingesammelt. Die Catoil-Aktie notierte am Mittwoch mit 14,94 Euro unter dem Angebotspreis von 15,23 Euro je Aktie.

Etappensieg für Meyer bei Hawesko

Beim Weinhändler Hawesko ist dagegen immer noch nicht klar, wer künftig das Sagen hat. Großaktionär Detlev Meyer ist am Mittwoch seinem Ziel, Hawesko zu übernehmen, einen ganz kleinen Schritt näher gekommen. Er kaufte knapp 70.000 Anteilsscheine des Vorstandsmitglieds Bernd Siebdrat. Meyer, der zuletzt auf 33,7 Prozent der Anteile kam, dürfte sich damit nun etwa 34,5 Prozent an dem Unternehmen mit der Kette Jacques' Weindepot  gesichert haben. Vorstandschef Alexander Margaritoff hält rund 30 Prozent der Anteile.

Kursexplosion bei Manz

Im TecDax thronte die Manz-Aktie mit einem Plus von über 17 Prozent einsam an der Index-Spitze. Der Maschinenbauer hat mehrere Groß-Bestellungen für sein Batteriegeschäft eingesammelt. Die Aufträge haben ein Gesamtvolumen von 40 Millionen Euro - das ist immerhin rund 15 Prozent des 2013 erzielten Rekordumsatzes von 266 Millionen Euro. Dies sollte das Batteriegeschäft in ganz neue Umsatzsphären heben, sagte ein Händler.

Boohoo zieht Zalando nach unten

Zalando: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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24.00
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0.78
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+3.38%

Am SDax-Ende standen indes die Papiere des Online-Modehändlers Zalando mit einem Minus von über sieben Prozent und näherten sich ihren Ausgabepreis von 21,50 Euro. Grund war eine Gewinnwarnung des britischen Branchenkollegen Boohoo, dessen Aktien in London um knapp 40 Prozent abstürzten.

Monsanto verdient weniger

Eli Lilly: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum Intraday
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72.00
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Aus den USA meldete der Agrarriese Monsanto solide Zahlen. Zwar sank der Gewinn um rund ein Drittel auf 243 Millionen Dollar, die Prognosen wurden aber übertroffen. Die Aktie legte 1,5 Prozent zu. Der Umsatz schrumpfte wegen Rückgängen beim Ackerbau in Südamerika und Australien um rund neun Preozent auf 2,9 Milliarden Euro.

J.C. Penney glänzt

JC Penney: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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6.35
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Heiß begehrt an der Wall Street waren die Aktien von J.C. Penney, die um 18 Prozent nach oben sprangen. Der US-Einzelhändler gab am Dienstag für die Monate November und Dezember ein Umsatzplus auf vergleichbarer Verkaufsfläche von 3,7 Prozent bekannt.Das deutet auf ein starkes Weihnachtsgeschäft der gesamten Branche hin.

Trüber Ausblick von Eli Lilly...

Eli Lilly: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum Intraday
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72.00
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Der US-Pharmakonzern Eli Lilly enttäuschte dagegen mit seinem Ausblick. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 2015 nur auf 3,10 bis 3,20 Dollar steigen. Analysten hatten mit 3,36 Dollar gerechnet. Beim Umsatz stellte Eli Lilly 20,3 bis 20,8 Milliarden Dollar in Aussicht. Die Aktien gaben um 0,6 Prozent nach.

...und von Micron

Micron: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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25.92
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Noch stärker angestraft wurde der US-Halbleiterkonzern Micron hfür seinen schwachen Ausblick. Für das aktuelle Geschäftsquartal erwartet das Management lediglich Erlöse von 4,1 bis 4,3 Milliarden Dollar. Analysten waren bislang im Schnitt von 4,5 Milliarden ausgegangen. Die Micron-Aktie fiel um über zwei Prozent.

nb

Stand: 07.01.2015, 20:08 Uhr

Tagestermine am Montag, 2. Februar

Unternehmen:
Julius Bär: Jahreszahlen
Ryanair: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
ExxonMobil: Q4-Zahlen.

Konjunktur:
EU: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (endgültig), 11:00 Uhr
USA: Private Einkommen und Ausgaben Dezember, 14:30 Uhr ;
ISM Verarbeitendes Gewerbe Januar, 16:00 Uhr:
Bauausgaben Dezember, 16:00 Uhr.

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