Seitenueberschrift

Marktbericht 14:45 Uhr

Nach dem gestrigen Höhenflug

Erholung vom Aufstieg

Stand: 12.03.2015, 14:45 Uhr

Nach dem gestrigen Rekordlauf legen die Anleger heute eine Pause ein. Vereinzelt kommt es auch zu Gewinnmitnahmen. An der positiven Grundstimmung ändert sich jedoch nichts. Rückenwind kommt heute auch von der Wall Street.

In New York bescheren die Erholung der Ölpreise sowie der nachgebende Dollar den Aktienmärkten eine festere Eröffnung um 0,9 Prozent auf knapp 17.800 Zähler. An den vergangenen Handelstagen hatte die starke US-Währung für erhebliche Einbußen gesorgt, weil sie amerikanische Produkte im Ausland oftmals verteuert. Rund eine dreiviertel Stunde vor Börsenstart notierte der Future auf den Dow Jones Industrial 0,46 Prozent im Plus.

Positive Impulse kamen von den neuesten Konjunkturdaten. Danach sind die US-Einzelhandelsumsätze im Februar um 0,6 Prozent zurückgegangen - den dritten Monat in Folge. Volkswirte hatten einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet. Dagegen ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche um 36.000 auf 289.000 gesunken und damit etwas besser ausgefallen als erwartet. Ob es also bereits im Juni wie zuletzt befürchtet zu einer Zinswende in den USA kommt, ist wieder ein Stück ungewisser geworden.

Weitgehend losgelöst vom Treiben an der Wall Street lget der Dax am Donnerstag eine Verschnaufpause ein. Der Index notiert zuletzt 0,3 Prozent niedriger bei 11.772 Zählern. Am Vormittag hatte der deutsche Leitindex bei 11.830 Punkten noch sein nächstes Rekordhoch markiert. Doch nach dem Sprung von plus 2,66 Prozent am Vortag und seinem Zugewinn von fast 2.200 Punkten in knapp neun Wochen geht ihm nun etwas die Luft aus.

DZ Bank warnt vor Blase

Hinter der Hausse steht natürlich die Geldschwemme der EZB und damit eng verknüpft die willkommene Schwäche des Euro. EZB-Direkor Benoit Coeure teilte am Vormittag mit, die EZB habe bereits für 9,8 Milliarden Euro Anleihen gekauft. Jeden Monat sollen 60 Milliarden ausgegeben werden, hauptsächlich für Staatsanleihen. Das wirkt sich schon aus - die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe liegt nur noch bei 0,188 Prozent, so tief wie noch nie. Spanische Anleihen rentieren unter einem Prozent.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11868.33
Differenz absolut
24.65
Differenz relativ
+0.21%

Derweil warnt die DZ Bank angesichts des steilen Anstiegs der Aktienkurse vor einer Blasenbildung. Das für den US-Aktienmarkt befürchtete Szenario einer "irrationalen Übertreibung" müsse nun auch auf Europa ausgeweitet werden, schrieb Analyst Christian Kahler in einer Studie. Er hob sein Ziel für den deutschen Leitindex für das Jahresende auf 12.500 Punkte an.

Euro leicht über 1,06 Dollar

Die Talfahrt des Euro scheint am Donnerstag gestoppt. Nachdem die Gemeinschaftswährung am Morgen kurz auf 1,0494 Dollar gerutscht war, kann sie im weiteren Verlauf etwas aufholen und steigt nach den schlechter als erwartet ausgefallen US-Einzelhandelszahlen am Nachmittag auf 1,0636 Dollar.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.0889
Differenz absolut
0.00
Differenz relativ
+0.09%

Trotzdem dürfte die Talfahrt des Euro weitergehen. Setze sich der Abwärtstrend in diesem Tempo fort, sei die Parität - bei der die Anleger für einen Euro einen Dollar bekommen - Anfang kommender Woche erreicht, prognostiziert Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. "Und nun, da das psychologisch so wichtige Niveau in greifbarer Nähe ist, könnte der Appetit der Parität-Hungrigen umso mehr zunehmen."

Intel warnt

Schlechte Nachrichten vom weltgrößten Chiphersteller Intel: Wegen schwächerer PC-Nachfrage dürfte der Umsatz im ersten Quartal mit 12,8 Milliarden Dollar rund 900 Millionen Dollar niedriger ausfallen als erwartet. Analysten hatten mit 13,7 Milliarden gerechnet. Die Intel-Aktie fällt vorbörslich um fünf Prozent, was auch die Papiere des deutschen Chipherstllers Infineon belastet.

BMW: Gewinnmitnahmen nach Rekordmarken

Bei den Einzelwerten sind die BMW-Aktien heute unter Druck. Nachdem die Anteilsscheine seit Jahresbeginn um überdurchschnittliche 30 Prozent zugelegt hatten und zur Wochenmitte auf ein Rekordhoch geklettert waren, hätten einige Anleger nun Kasse gemacht, sagte Analyst Frank Schwope von der NordLB. Dabei hat das Unternehmen für das vergangene Jahr eine neue Rekordbilanz vorgelegt.

Post-Aktie herabgestuft

Schwächster Wert im Dax sind die Aktien der Deutschen Post. Händlern zufolge hat das Bankhaus Metzler die Aktien des Logistikers von "Buy" auf "Hold" abgestuft. Das Kursziel liege bei 28,00 Euro. Am Mittwoch hatten die Post-Papiere bereits als einziger Verlierer im Leitindex 1,74 Prozent eingebüßt, da der geschäftliche Ausblick auf das laufende Jahr die Anleger enttäuscht hatte.

VW macht Kampfansage

Trotz einem Jahr voller Unsicherheiten und Krisen will Volkswagen keinen Gang zurückschalten. Während wichtige Automärkte wie Russland oder Brasilien am Boden liegen und die Branche nur auf wenige Wachstumstreiber vertrauen kann, macht VW-Chef Martin Winterkorn vielmehr eine Kampfansage an die Konkurrenz: "Der Volkswagen-Konzern erhöht die Schlagzahl", sagte er am Donnerstag zur Bilanzvorlage in Berlin. "Wir setzen jetzt zum Überholmanöver an."

Lufthansa kann Gewinne nicht halten

Die Kranichlinie hat detaillierte Jahresergebnis vorgelegt, nachdem Eckdaten bereits Ende Februar bekannt gegeben worden waren. Im Ausblick auf 2015 will die Flugline trotz fallender Ticketpreise und drohender Streiks operativ mehr verdienen. Geplant sind 1,5 nach 1,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Die angestrebte, bereinigte Erfolgsgröße steht allerdings unter dem Vorbehalt außerplanmäßiger Sonderabschreibungen sowie Abschreibungen auf Pensionszahlungen. Dieser Ausblick ist einigen Marktteilnehmern aber zu vorsichtig und kommt nicht gut an. Die Aktie kann die anfänglichen Gewinne nicht verteidigen und ist mittlerweile ins Minus abgerutscht.

K+S auf Erholungskurs

K+S
K+S: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
30.34
Differenz absolut
0.42
Differenz relativ
+1.39%

Einen Freudensprung um mehr als sechs Prozent an die Dax-Spitze macht dagegen die K+S-Aktie. Der Kasseler Kaliproduzent hat nämlich im vierten Quartal überraschend gut verdient. Im Gesamtjahr lag das Ebit bei 641 Millionen Euro und damit am oberen Ende der Erwartungen. Grund für die Entwicklung waren bessere Preise für Kali sowie auch im Salzgeschäft. Die Dividende soll von 0,25 auf 0,90 Euro erhöht werden.

Drei Bieter für ThyssenKrupp-Edelstahlsparte

Auch ThyssenKrupp-Papiere sacken im Handelsverlauf ab, bleiben aber im Plus. Der Verkauf der Edelstahlparte VDM kommt nach einem Bericht des "Handelsblatts" voran. Angeblich gebe es nun drei Bieter, schreibt das Blatt und beruft sich auf Konzernkreise.

Neben dem Stahlkonzern Aperan aus Luxemburg und dem Finanzinvestor Lindsay Goldberg sei ein Konsortium unter der Führung des ehemaligen Chefs der Edelstahlfirma Schmolz + Bickenbach, Benedikt Niemeyer, hinzugekommen. Eine ThyssenKrupp-Sprecherin erklärte, der Konzern befinde sich noch in der Phase eines Markttests. VDM war bereits an die finnische Outokumpu verkauft, der Käufer musste aber zurücktreten, nachdem er in Schwierigkeiten geraten war.

Hugo Boss warnt schon wieder

Im MDax gehören die Boss-Aktien zu den Verlierern. Der Modekonzern hat sein Umsatzziel für dieses Jahr in Höhe von drei Milliarden Euro zurückgenommen. Währungsbereinigt werden nur noch 2,57 Milliarden erwartet, man erwarte damit beim Wachstum eine mittlere einstellige Prozentzahl. Am Markt waren bisher 2,8 Milliarden Euro erwartet worden. Das Ebitda soll um fünf bis sieben Prozent steigen. Die Dividende wird trotz des stagnierenden Ergebnisses für 2014 um acht Prozent auf 3,62 Euro erhöht.

Osram arbeitet noch an der Strategie

Leicht zulegen kann die Osram-Aktie. Der Leuchtmittelhersteller aus dem MDax hat erklärt, dass er noch keine Entscheidung über die zukünftige Ausrichtung des Konzerns getroffen habe. Das Ergebnis der neuen Aufstellung werde erst im Frühjahr bekannt gegeben. Gestern hatten Spekulationen um eine Abspaltung von Geschäftsteilen nach einem Interview des Finanzchefs Klaus Patzak den Kurs getrieben.

Airbus vor Großauftrag

Zu den größten Gewinnern im MDax gehört die Airbus-Aktie. Der Konzern kann sich auf eine Hubschrauber-Bestellung im Volumen von drei Milliarden Dollar freuen. Die Verhandlungen mit den südkoreanischen Auftraggebern stünden kurz vor dem Abschluss, hieß es in französischen Medienberichten.

Schaltbau-Zahlen kommen gut an

Im SDax liegt die Schaltbau-Aktie ganz vorne. Obwohl das Münchener Unternehmen 2014 operativ weniger verdient hat, kommen die Zahlen gut an. Die Dividende wird um vier Cent auf 1,00 Euro erhöht. Das Ebit sackte um fast ein Viertel auf 27,3 Millionen Euro ab, unter anderem wegen Verzögerungen bei einem wichtigen Projekt in Brasilien. Der Umsatz kletterte auf 430 Millionen Euro, wozu auch die Erhöhung der Beteiligung an der polnischen Tochter beigetragen hat.

SAF-Holland auf Erfolgskurs

Schwächster Wert im SDax ist SAF-Holland. Das Unternehmen hat 2014 Umsatz und Ertrag gesteigert. Die Erlöse legten um zwölf Prozent auf 959,7 Millionen Euro zu, höher als die eigene Prognose zwischen 920 und 945 Millionen Euro. Das Ebit stieg um 19,2 Prozent auf 70,7 Millionen Euro. Pro Aktie sollen 0,32 Euro Dividende gezahlt werden. SAF-Holland stellt Systeme und Bauteilen für Anhänger für LKW, Busse und Camping-Fahrzeuge her.

US-Stresstest: Deutsche Bank gelobt Besserung

Die Deutsche Bank ist in der zweiten Runde der US-Stresstests wie befürchtet gescheitert und steht wegen ihrer Risikokontrolle am Pranger. Die Notenbank Federal Reserve (Fed) rügte "zahlreiche und erhebliche Mängel" bei der amerikanischen Tochter des größten deutschen Geldhauses. Unter dem strengen Blick der Prüfer, die insgesamt 31 Wall Street-Banken unter die Lupe nahmen, scheiterte auch die spanische Santander. Die Deutsche Bank gelobte nach Veröffentlichung der Prüfergebnisse in der Nacht zum Donnerstag umgehend Besserung.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
31.63
Differenz absolut
-0.13
Differenz relativ
-0.41%

Comdirect mit neuem Chef

Comdirect: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9.40
Differenz absolut
-0.04
Differenz relativ
-0.42%

Die Onlinebank Comdirect hat nach rund dreimonatiger Vakanz einen neuen Vorstandschef. An diesem Sonntag wird der bisherige Commerzbank-Bereichsvorstand Arno Walter offiziell die Amtsgeschäfte übernehmen, wie die Commerzbank-Tochter am Donnerstag in Quickborn bei Hamburg mitteilte. Der 47-Jährige tritt die Nachfolge von Thorsten Reitmeyer an, der im Dezember überraschend zurückgetreten war.

Rückt Zalando anstelle von Tui auf?

Mit dem Ticketvermarkter CTS Eventim und dem Online-Modehändler Zalando könnten bald zwei Neulinge den Index der mittelgroßen Börsenunternehmen MDax bereichern. Ausscheiden könnten dafür zwei alteingesessene MDax-Mitglieder: der Reisekonzern Tui und der Pharmahändler Celesio. Zur anstehenden Index-Neuzusammensetzung am Freitag, 20. März, wird ein Wechsel vermutlich allerdings noch nicht geschehen. "Ab April jedoch sind die Chancen für einen Aufstieg recht gut", sagt Index-Expertin Sophia Wurm von der Commerzbank.

lg

Aktuelle Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Tagestermine am Montag, 30. März

Unternehmen:
HHLA: Q4-Zahlen und Telefonkonferenz, 7:30 Uhr
Grammer: Analysten- und Bilanz-Pk
Ludwig Beck: Bilanz-Pk

Konjunktur:
Brüssel: Geschäftsklima Eurozone im März, 11 Uhr
Deutschland: Vorläufige Verbraucherpreise im März, 14 Uhr
USA: Persönliche Einkommen und Konsum, Februar, 14:30 Uhr

Darstellung: