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Börsentrend 17:40 Uhr

Dijsselbloem erschreckt Investoren

Ein aufregender Wochenstart

So dürften sich die meisten Investoren den Tag nach der Lösung der Zypern-Krise nicht vorgestellt haben: Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem jagt den Anlegern einen Schrecken ein, die Konjunkturprognose für Deutschland verdüstert sich und Gerüchte um Italien sorgen für einen Tag voller Überraschungen.

Zunächst sah alles danach aus, als könnten sich die Anleger auf einen erfreulichen Börsentag einstimmen. Die Erleichterung über die Rettung Zyperns trieb den Dax bis auf 8.030,76 Zähler. Danach ging es zunehmend schneller rückwärts. Der Dax ging schließlich mit einem Abschlag von 0,5 Prozent bei 7.870,90 Punkten aus dem Handel.

Für eine erste Verstimmung sorgten die fünf Wirtschaftsweisen. Der Sachverständigenrat senkte die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft um mehr als die Hälfte. Für 2013 wird nur noch ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent erwartet. Im Herbst waren noch 0,8 Prozent vorhergesagt worden.

Dijsselbloems großer Auftritt

Den finalen Rücksetzer besorgte schließlich die Aussage von Eurogruppen-Chefs Jeroen Dijsselbloem, wonach der Restrukturierungsplan für zyprische Banken als Vorlage für den Rest der Eurozone dienen solle. "Diese Äußerung hat die Unsicherheit wieder erhöht", sagte der Händler. "So etwas kann man zwar denken, sollte es aber nicht so sagen."

Ein Börsianer sprach von einem "Testballon" der Eurogruppe: Nachdem die Aktienmärkte das Rettungspaket für Zypern relativ gelassen aufgenommen hätten, teste sie aus, wie weit sie gehen könne. Nun sei auch in den anderen Euro-Peripherieländern eine Kapitalflucht zu befürchten.

In den USA sank der Dow Jones nach frühen Aufschlägen ebenfalls zurück ins Minus. Im Handelsverlauf hatte er zuvor bei 14.563,75 ein Rekordhoch markiert. Bei Börsenschluss in Deutschland lag er ebenfalls um rund ein halbes Prozent im Minus.

Bankaktien fallen zurück

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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11.78
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Bankaktien profitierten zunächst von der der "Zypern-Rettung", der europäische Bankenindex legte überdurchschnittlich zu. Die Titel der Commerzbank gewannen bis zu drei Prozent, die der Deutschen Bank um die zwei Prozent. Am Nachmittag war der Großteil der Gewinne wieder dahin, beide Banken sackten gemeinsam in die Verlustzone. Die Investoren nahmen Dijsselbloems Vorstellungen ziemlich übel.

Mehr Umsatz für Bayer

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
105.75
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Bayer kann auf mehr Umsatz mit seinem Krebsmedikament Stivarga bauen. Das japanische Gesundheitsministerium gab dem Leverkusener Konzern grünes Licht für den Verkauf der Arznei. Das Unternehmen traut Stivarga einen jährlichen weltweiten Spitzenumsatz von bis zu 500 Millionen Euro zu. Kommen noch andere Behandlungsfelder hinzu, erhöhen sich die weltweiten Umsatzchancen für das Präparat mit dem Wirkstoff Regorafenib auf rund eine Milliarde Euro.

Weniger Geld für ThyssenKrupp?

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
18.88
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Negative Neuigkeiten werden an einem solchen Tag gut verkraftet. Es sieht so aus, als bekäme ThyssenKrupp für die Werke in Brasilien und USA nicht so viel Geld wie gedacht. Laut brasilianischen Medien hat Brasiliens Cia Siderurigica Nacional (CSN) lediglich 3,8 Milliarden Dollar geboten. Derzeit stehen die beiden Werke noch mit 3,9 Milliarden Euro in den Büchern. Doch die Thyssen-Aktie kann heute zulegen.

Tui und das vorläufige Ende der Reederei-Fusion

Tui-Aktien legten zunächst zu, obwohl die Fusion der Tochter Hapag-Lloyd mit der Linienreederei Hamburg Süd vorläufig vom Tisch ist. Dabei hatten Anleger auf Synergien und einen möglichen Börsengang der Reedereien gehofft. Insofern wertete ein Händler die Nachricht negativ. Zuletzt ging das Papier auch mit einem Minus von mehr als einem Prozent aus dem Handel.

Für Dürr läuft es gut in China

Im MDax schlossen die Aktien von Dürr an die Indexspitze. Dafür sorgt Vorstandschef Ralf Dieter durch ein Interview. Nach dem Regierungswechsel in China normalisiert sich die Nachfrage in dem Land wieder, wie Dieter der Nachrichtenagentur dpa sagte. Im zweiten Halbjahr 2012 habe die Nachfrage dort wieder angezogen. China ist inzwischen der wichtigste Markt für den Hersteller von Lackieranlagen und Auswuchtsystemen.

Weitere Manager verlassen Hochtief

Nach dem Kurseinbruch von Hochtief am Freitag steht die MDax-Aktie zu Wochenbeginn erneut im Rampenlicht. Laut der "Wirtschaftswoche" hat sich die Abwanderung von Top-Managern aus dem Unternehmen fortgesetzt. Bei der Tochter Hochtief Solutions hätten zwei der drei verbliebenen Vorstände ihren Sessel geräumt.

Aixtron gut aufgestellt für Erholung

Im TecDax setzten sich Aixtron an die Indexspitze. Anleger lassen sich von der "outperform"-Einschätzung von Exane BNP Paribas leiten. Analyst Gerhard Orgonas rechnet vor allem für die zweite Jahreshälfte mit einer Markterholung. Aixtron sei gut aufgestellt, um davon zu profitieren.

Freenet macht Hoffnung auf mehr

Ein Interview von Finanzchef Joachim Preisig beflügelt die Freenet-Aktie. In der "Börsen-Zeitung" stellte er einen deutlichen Umsatzanstieg für 2013 in Aussicht. Er sprach von 3,3 Milliarden Euro. Am Dienstag legt Freenet seine endgültigen Zahlen für 2012 vor. Wie bereits bekannt, schrumpfte der Umsatz im vergangenen Jahr leicht auf 3,09 Milliarden Euro.

Höhere Ausschüttung bei LPKF

Der Elektronikspezialist LPKF hebt die Dividende an und spendiert seinen Anteilseignern Gratis-Aktien. Die Gewinnausschüttung solle um zehn Cent auf 50 Cent je Anteilsschein angehoben werden. Zudem will LPKF jedem Aktionär pro Aktie im Depot eine weitere schenken. Das Geld dafür stamme aus Gesellschaftsmitteln. "Durch diese Maßnahme soll die Liquidität der LPKF-Aktie erhöht und ihre Attraktivität insbesondere für Privataktionäre gesteigert werden", hieß es zur Begründung.

Auch Jenoptik erhöht die Dividende

Der TecDax-Konzern Jenoptik schüttet eine höhere Gewinnbeteiligung aus. Die Anteilseigner sollen für 2012 eine um drei Cent höhere Dividende von 18 Cent je Aktie erhalten. "Im Geschäftsjahr 2012 ist es uns erneut gelungen, Umsatz und Ergebnis deutlich zu verbessern", sagte Jenoptik-Chef Michael Mertin. Der Konzern legt am Dienstag seinen endgültigen Geschäftsbericht vor.

Verluste trotz Wachstum bei Zooplus

Zooplus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Zooplus gab seine endgültigen Kennzahlen für 2012 bekannt. Demnach stieg der Umsatz um 30 Prozent auf 319 Millionen Euro. Unterm Strich machte der Online-Anbieter von Tierfutter allerdings einen Verlust von gut zwei Millionen Euro. Immerhin hat sich der Verlust gegenüber dem Jahr zuvor verringert. Und in diesem Jahr peilt Zooplus zumindest im operativen Geschäft schwarze Zahlen an.

Maschmeyer erhöht Anteil an Biofrontera

Carsten Maschmeyer habe sich vor etwa einem Jahr im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit 12,5 Prozent des Aktienkapitals an der Biofrontera beteiligt, teilt das Unternehmen mit. Heute habe er die Biofrontera AG informiert, dass er über seine Investmentgesellschaften durch Zukauf an der Börse seinen Anteil auf 15,1 Prozent (2.437.618 Aktien) erhöht habe, heißt es weiter.

Stellenabbau bei TNT

Der niederländische Deutsche-Post -Rivale TNT Express will in den kommenden drei Jahren 4.000 Stellen streichen - die meisten davon in Europa. Der Jobabbau ist Teil der angekündigten Schrumpfkur, die der angeschlagene Paketdienst nach der geplatzten Milliarden-Fusion mit dem US-Rivalen UPS eingeleitet hatte.Damit sollen bis 2015 rund 220 Millionen Euro eingespart werden.

Bieterstreit um Dell

Die Aktien von Dell gehören zu den gefragtesten Werten im Nasdaq 100 und stiegen um mehr als drei Prozent. Sie profitieren von einem um den Computerbauer entbrannten Bieterstreit. Dell bestätigte, dass nach Gründer Michael Dell auch der Finanzinvestor Blackstone sowie Milliardär Carl Icahn Interesse am Kauf des PC-Herstellers angemeldet hätten.

Trennt sich Vodafone von Verizon?

Spekuliert wird wieder einmal darüber, dass Vodafone seine Anteile an Verizon Wireless in den USA verkauft. Ein Geschäft könnte im Summer zustande kommen, schreibt die "Sunday Times". Der Anteil an dem US-Unternehmen wird auf 115 Milliarden Dollar taxiert. Laut der Nachrichtenagentur Reuters sagten drei mit der Sache vertraute Personen, dass Vodafone mit Anwälten von Linklaters, Bankern der UBS und Beratern von McKinsey zusammenarbeitet, um die Optionen für ein Geschäft durchzuspielen und die zu erwartende Steuerlast zu reduzieren. Derart konkrete Gerüchte werden an der Börse ernst genommen, die Aktie von Vodafone legt mehr als drei Prozent zu.

Stand: 25.03.2013, 17:40 Uhr

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Tagestermine am Montag, 27. Oktober

Unternehmen:
Deutsche Börse: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Twitter: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Amgen: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Merck & Co: Q3-Zahlen, 12 Uhr
Canon: Q3-Zahlen
TNT: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex, Oktober,10 Uhr

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