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Börsentrend 11.45 Uhr
Dax leicht ermattet
Die zündende Idee fehlt
Da reichen auch gute Vorgaben nicht: Mangels neuer Kaufanreize dümpelt der Dax auch am Mittag unter dem Freitagsschluss. Versorger-Aktien halten den Index aber noch über der Marke von 7.800 Punkten. Die Commerzbank präsentiert überraschend Quartalszahlen.
Unangekündigt legte die Frankfurter Bank am Mittag ihre Zahlen zum vierten Quartal vor. Das Institut hat einen Nettoverlust von 720 Millionen Euro im Dreimonatszeitraum eingefahren. Vor allem Abschreibungen auf Steueransprüche weiteten den Verlust aus. Im Gesamtjahr konnte die Bank ihr operatives Ergebnis aber von 507 Millionen auf 1,2 Milliarden Euro steigern. Die Aktie reagierte zunächst mit Abschlägen, konnte sich danach aber wieder erholen.
RWE- und Eon-Aktien halten sich beharrlich an der Dax-Spitze und bieten damit ein seltenes Bild. Offenbar hat die Branchenrotation nun auch zugunsten der arg gebeutelten Energie-Aktien eingesetzt. Am Montag sorgen mehrere Bündel von Nachrichten für einen Kursanstieg bei den beiden Dax-Konzernen: Zum einen scheint der Streik bei Eon nach Verhandlungen mit den Gewerkschaften erst einmal abgewendet.
RWE plant "Haushaltsüberschuss"
Bei RWE kehrt Zuversicht ein, nachdem der neue Finanzchef des Unternehmens, Bernhard Günther angekündigt hat, über Ausgabenkürzungen die Verschuldung schneller abbauen zu wollen. Bis zum Jahr 2015 wollen man einen "Haushaltsüberschuss" erzielen; und bis dahin werde der operative Cash-Flow ausreichen, um Dividenden und Investitionen zu finanzieren.
Konsolidierung voraus?
Der Gesamtmarkt leidet am Montag unter langsam einsetzenden Gewinnmitnahmen. Nach der Kursrally in den USA und Japan könnte nun eine Konsolidierung an den Aktienmärkten bevorstehen, hieß es am Wochenende bereits von Marktexperten. Da am Montag nur wenige Quartalszahlen und Konjunkturdaten anstehen, könnte sich die Haltung zunächst fortsetzen. Auch der Euro bröckelt inzwischen leicht ab, die Gemeinschafts-Währung fiel am Vormittag wieder unter die Marke von 1,36 Dollar.
Defensive gefragt
Neben den Versorgeraktien halten sich entsprechend "defensive" Titel wie die des Pharmakonzerns Merck oder des Gesundheits-Spezialisten Fresenius in der Gewinnerliste im Dax. Leicht Zugewinne kann auch die T-Aktie verbuchen. Ein Medienbericht aus Großbritannien deutet darauf hin, dass ein Börsengang des Joint-Venture der Telekom mit France Telecom bald an die Börse gebracht werden könnte. Für den deutschen Partner könnte dies zu einem Milliardenerlös führen.
Post gerät ins Visier
Eine Abstufung der "Aktie Gelb" durch die Analysten der HSBC auf "neutral" und ein Interview mit Vorstandschef Frank Appel lassen den Titel um 1,6 Prozent sinken. Appel geht laut einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstagsausgabe) nicht davon aus, dass das zweistellige Wachstum im Paketbereich in den kommenden Jahren zu halten ist. Mit jährlich fünf bis sieben Prozent Zuwachs ist aber wohl nur die Post selbst zufrieden.
Fielmann kein "Premium"
Im MDax geriet die Aktie des Brillenspezialisten Fielmann am Vormittag heftig unter die Räder, erholte sich aber inzwischen auf nur noch 2,5 Prozent Minus. Die Deutsche Bank hat zum Verkauf der Titel geraten und sieht keinen Grund für die aktuelle "Premiumbewertung" des Unternehmens. Derzeit notiere der Titel rund 20 Prozent über seinem historischen Durchschnitt.
Gildemeister verkauft gut
Freudig reagieren Anleger dagegen auf eine Nachricht vom Werkzeugmaschinen-Hersteller Gildemeister, dessen Aktie zwei Prozent gewinnt. Auf der jährlichen Hausmesse in Pfronten hat Gildemeister mit 574 Maschinen 44 mehr verkauft als vor Jahresfrist. Konzernchef Rüdiger Kapitza nannte die Auftragslage "zufriedenstellend" und erhofft sich weitere Impulse von Messen in Taiwan und Korea.
Hannover Rück nicht im Glück
Hannover-Rück-Aktien büßen knapp ein Prozent ein. Bei seiner Erneuerungsrunde im Januar hat der Rückversicherungs-Konzern nur ein Prozent mehr Geschäft gezeichnet. Zwei Drittel der Schaden-Rückversicherungsverträge wurden dabei erneuert. Das Prämienvolumen stieg damit auf 3,82 Milliarden Euro. Laut Vorstandschef Ulrich Wallin spürt das Unternehmen einen "zunehmenden Wettbewerb".
MVV bald bald ohne EnBW?
Die Aktie des SDax-Mitglieds MVV Energie gerät am Montag wegen einer Zeitungsmeldung leicht unter Druck. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" plant der Großaktionär EnBW seinen Ausstieg bei dem kleineren Versorger. Die Commerzbank solle einen Käufer für den 15-Prozent-Anteil finden, so das Blatt. Zusätzlich wolle die Bank einen 7-Prozent-Anteil zum Verkauf stellen, der bei der britischen Barclays Bank liege.
Alno mit blitzblanker Bilanz
Der Küchen-Hersteller Alno hat am Morgen vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 vorgelegt, die sich sehen lassen können. Operativ lag das Ergebnis mit 1,1 Millionen Euro wieder im grünen Bereich, nachdem es im Vorjahr noch mit 10,7 Millionen Euro negativ gewesen war. Der Umsatz ging allerdings leicht von 452,2 auf 446,1 Millionen Euro zurück. Die Aktie verbucht zeitweise zweistellige Zuwächse.
Swatch tickt goldrichtig
Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch profitiert weiterhin von großer Nachfrage nach seinen Uhren und Schmuckstücken. Die Aktie erklomm am Morgen ein Rekordhoch. Rekord ist auch der Gewinn, der im abgelaufenen Jahr um 26 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken sprang. Die Erlöse kletterten um 14 Prozent auf 8,14 Milliarden Franken. Swatch hatte vor kurzem den Schmuck-Hersteller Harry Winston übernommen.
Stand: 04.02.2013, 11:45 Uhr