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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht negativ, weißer Plüschbär hält sich die Augen zu

Dax verteidigt die 9.500 Punkte

Die Wall Street gibt, die Wall Street nimmt

Sowohl die Wall Street als auch der Dax gingen am Donnerstag in die Knie. Einen plausiblen Grund für die Gewinnmitnahmen gab es im Grunde nicht. Aber es ist nicht auszuschließen, dass die Korrektur anhalten wird.

Jedenfalls sind Charttechniker vom aktuellen Bild vermutlich nicht begeistert. Der Dax sackte zurück unter die 200-Tage-Linie und fand erst bei 9.482,54 Zählern einen Boden. Er schloss mit einem Abschlag von 1,6 Prozent bei 9.510,01 Punkten. Binnen eines Handelstages bewegte sich der Dax in einer Bandbreite von mehr als 200 Punkten.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Monat
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Diese Volatilität gibt einen Hinweis darauf, dass die Situation trotz der jüngsten Kursgewinne und dem Blick über 9.800 Punkte in dieser Woche alles andere als solide ist. "Wir bauen derzeit die überzogene Euphorie von heute morgen ab", kommentierte ein Börsianer. Starke Konjunkturdaten hatten den Dow Jones am Mittwoch angetrieben und den Dax am Donnerstagmorgen in die Gewinnzone gehievt.

Was ist in Russland los?

Ausgelöst wurde der Kurssturz von einer diesmal dagegen schwachen Wall Street. Aktuelle US-Konjunkturdaten fielen zwar durchwachsen aus, aber für einen so starken Rückschlag taugen sie kaum als Begründung. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren etwas als erwartet, dafür gab es bei den Aufträgen langlebiger Güter einen Rückschlag. "Der Rückgang muss vor dem Hintergrund des ungewöhnlich starken Juli-Plus relativiert werden", kommentierte Helaba-Fachmann Ralf Umlauf.

Eine Nachricht, die die Kursverluste wirklich erklärt, gab es also nicht. Ein Händler sprach von zusätzlichem Verkaufsdruck der von Meldungen aus Russland gekommen sei. Einer Moskauer Zeitung zufolge liegt dem russischen Parlament der Entwurf für ein Gesetz vor, das dem Staat die Konfiszierung ausländischer Vermögenswerte im Zusammenhang mit den westlichen Sanktionen gegen das Land erlauben soll. Ob das sowohl Dow und Dax um mehr als ein Prozent ins Minus zwingt? Der TecDax schloss übrigens mit einem Plus von 0,1 Prozent, der MDax gab lediglich 0,3 Prozent nach.

Dow Jones knietief im Minus

"Derzeit mutet es rein spekulativ an, was wir am Markt zu sehen bekommen", meint Jens Klatt von DailyFX. "Aber sind die Börsen, allen voran die Wall Street so heiß gelaufen wie in den vergangenen Wochen, braucht es nicht unbedingt wirkliche Nachrichten, die auf diesem Niveau höchst nervöse Anleger dazu bewegt, sich von ihren Aktien zu trennen." Und fundamental spreche aktuell nicht viel für Aktienkäufe, meint der Experte - sieht man einmal von der sogenannten Alternativlosigkeit ab. Am Abend liegt der Dow Jones 1,4 Prozent im Minus bei rund 16.970 Punkten. Der Late Dax gibt 1,7 Prozent auf 9.496,28 Punkte nach.

Henkel leidet unter Konkurenz

Die Vorzugsaktien von Henkel büßten mehr als 2 Prozent ein. Marktbeobachter nannten enttäuschende Quartalszahlen des Klebstoffherstellers und Henkel-Konkurrenten HB Fuller als Grund. Sowohl die Zahlen für das dritte Quartal wie auch die Prognose für das vierte Quartal seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagte ein Händler. Das belaste die Stimmung in der Branche.

Schlechte Aussichten für BASF

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
68.78
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-2.25
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-3.17%

Beim Chemieriesen BASF sind die Geschäfte im August und September offenbar schlechter gelaufen als erwartet. "Bei unserem jüngsten Kontakt mit dem Unternehmen kam heraus, dass die Nachfrage im dritten Quartal gedämpft war", schrieb Kepler-Cheuvreux-Analyst Martin Rödiger. Markus Mayer von der Baader Bank hatte bereits am Montag vor einem "lausigen Quartal" für die Chemiebranche gewarnt. Solche Nachrichten mögen Anleger garnicht, deshalb fiel das Papier ans Dax-Ende.

Manche Analysten kritisieren Infineon

Infineon-Aktien zählten zu den Verlierern. Als Belastung werteten Börsianer den Pessimismus der US-Bank Merrill Lynch. Die Experten hätten ihre Schätzungen angesichts schwacher Wirtschaftsdaten und negativer Signale vom Automarkt zurückgefahren, hieß es. Sie lägen nun unter dem Marktkonsens. Die Fachleute von JPMorgan beließen das Papier dagegen auf "Overweight". Auch die DZ Bank bestätigte ihre Kaufempfehlung.

Airbus ist optimistisch

Die Airbus-Aktie hielt sich in der Gewinnzone. Der Flugzeugbauer erwartet in den kommenden 20 Jahren ein deutliches Wachstum im weltweiten Luftverkehr. Das Unternehmen rechnet in seinem Ausblick zudem mit einem Bedarf von fast 9.300 Großraum-Jets in den kommenden 20 Jahren.

Aixtron schießt nach oben

Ein Großauftrag aus China ließ das Aixtron-Papier zweistellig an die Spitze des TecDax steigen. Bei dem Auftrag handele es sich um einen der größten Aufträge in der Unternehmensgeschichte, teilt das Management mit.

Hornbach im Aufwind

Der milde Frühling und das Aus der Baumarktkette Praktiker haben das Geschäft des Konkurrenten Hornbach angekurbelt. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2014/15 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,9 Prozent auf 1,97 Milliarden Euro, der Gewinn wuchs um knapp 13 Prozent auf 97,2 Millionen Euro, wie die Hornbach Holding AG mitteilte. Der Branchendritte bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr.

Apple-Probleme belasten die Aktie

Apple-Aktien gaben nach. Der Kurs hat sich seit dem erstmaligen Überspringen der Marke von 100 Dollar Mitte August unstet entwickelt und konnte diese bisher nicht nachhaltig überwinden. Mehrfach war er wieder darunter gefallen. Die jüngsten Probleme mit der Aktualisierung des iPhone-Betriebssystems iOS sowie die Berichte, dass sich das iPhone 6 Plus verbiegen könne, könnten die Apple-Papiere unter Druck setzen, sagte Marktanalyst Jasper Lawler vom Broker CMC Markets. Daran scheine auch der jüngst erreichte Rekord beim Verkaufsstart der neuen iPhone-Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus nichts zu ändern.

Telecom Italia gefragt

Die Aktien der Telecom Italia sind am Donnerstag nach Spekulationen über einen bevorstehenden Großeinstieg gestiegen. Der ehemalige Chef des australischen Telekomunternehmens Telstra, Sol Trujillo, hat laut der Nachrichtenagentur Bloomberg angeblich Interesse, einen größeren Anteil an der Telecom Italia zu erwerben. Der US-amerikanische Geschäftsmann will Kreisen zufolge umgerechnet rund 7,5 Milliarden Euro einsammeln.

H&M: Online läuft es gut

Die schwedische Textilkette Hennes & Mauritz (H&M) hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 ihren Umsatz um 21 Prozent auf 38,8 Milliarden Kronen verbessert. Der Nettogewinn stieg um 20 Prozent auf 5,3 Milliarden Kronen. Das sind umgerechnet 577 Millionen Euro. Das Unternehmen profitierte von der Expansion seines Online-Shops in Märkten wie Frankreich, Italien, Spanien und China.

ts

Stand: 25.09.2014, 20:00 Uhr

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Tagestermine am Montag, 27. Oktober

Unternehmen:
Deutsche Börse: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Twitter: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Amgen: Q3-Zahlen, nach Börsenschluss
Merck & Co: Q3-Zahlen, 12 Uhr
Canon: Q3-Zahlen
TNT: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex, Oktober,10 Uhr

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