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Marktbericht 20:20 Uhr

Dax wieder klar im Minus

Die Unsicherheit bleibt hoch

Die Gewinne des Vortages hat der deutsche Leitindex am Dienstag fast vollständig aufgebraucht. Nach einem überraschend schwachen ZEW-Index können sich Konjunkturpessimisten bestätigt fühlen. Auch die politischen Krisenherde belasten weiterhin.

Auch im späten Handel schaffte es der Late-Dax nicht, wieder über die Hürde von 9.100 Punkten zu kommen. Mit einem Minus von gut einem Prozent endete der Parketthandel. In den USA waren bis zum deutschen Handelsschluss keine klaren Tendenzen erkennbar. Der Dow-Jones-Index verharrte fast auf Vortagesschluss. Auch in New York scheint der Aufwärtsschwung des Wochenbeginns bereits wieder zu erlahmen.

Krisen schlagen langsam durch

Kein Wunder, die politischen Krisenherde, Ukraine, Irak und Gaza lasten weiterhin auf der Stimmung. Und sie wirken inzwischen auch auf Unternehmensausblicke und Konjunkturerwartungen negativ. Das zeigte am Montag der abrupte Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen für den Monat August. Ein Minus von 18,5 auf 8,6 Punkte ist ein deutliches Signal.

Euro unter Druck, Krisenwährung Gold gefragt

Die gestiegene Unsicherheit hilft dem Goldpreis sich über der Marke von 1.300 Dollar je Feinunze zu stabilisieren. Der Euro dagegen muss im Verhältnis zum Dollar erneut kämpfen. Gerade war die Gemeinschaftswährung zurück an der Marke von 1,34 Dollar, da drückten die ZEW-Daten die Gemeinschaftswährung am Dienstag wieder darunter. Am Abend wurde der Euro zu 1,3365 Dollar gehandelt.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Nur Finanzaktien als Gewinner

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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11.14
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Die Kursgewinne des Vortages seien "überzogen" gewesen, sagte ein Händler am Nachmittag. Am Ende des Dienstagshandels jedenfalls blieben nur eine Handvoll Titel im Plus, darunter mit der Commerzbank, der Allianz und der Deutschen Börse gleich drei Finanzaktien. Nach Ansicht von Marktteilnehmern war dies aber nur eine "Sektorrotation" zugunsten einer Branche, die zuletzt stark gelitten hatte.

Henkel liefert unsichere Aussichten

Größter Verlierer war am Montag die Aktie von Henkel, eigentlich als "defensiver" Wert in Krisenzeiten gefragt. Der Konsumgüterhersteller hat im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang um 3,5 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro hinnehmen müssen, das Ergebnis stieg um magere sechs Prozent auf 441 Millionen Euro. Henkel traut sich im Jahr 2014 nur noch zu, das untere Ende der angepeilten Gewinnspanne zu erreichen.

RWE schaltet ab

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch Versorger hatten am Dienstag einen schweren Stand. Eon und RWE verlieren jeweils zwei Prozent. RWE hatte am Nachmittag angekündigt, weitere Kraftwerke vom Netz zu nehmen. Dies geschehe aus "rein kommerziellen Gründen", wie das Unternehmen mitteilte. Die Großhandelspreise für Strom sind in den vergangenen Monaten stark gefallen.

Klage gegen Deutsche-Bank-Chef Fitschen

Gegen den Branchentrend schwächer schloss die Aktie der Deutschen Bank. Das Management kommt nicht aus den Skandal-Schlagzeilen. Die Staatsanwaltschaft München hat laut einem Bericht der "Süddeutsche Zeitung" Anklage im Fall Kirch gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen erhoben. Fitschen wird demnach des versuchten Prozessbetrugs beschuldigt - daneben auch ehemalige Manager der Bank wie Josef Ackermann und Rolf Breuer. Die Banker sollen vor Gericht falsche Angaben gemacht haben, um Schadenersatzzahlungen an Kirch beziehungsweise seine Erben zu verhindern.

Rhön-Großaktionär macht Kasse

Der Großaktionär des Klinik-Betreibers, die schwedische Alecta, verkauft einen Teil seiner Beteiligung, der 65 Millionen Aktien entspricht. Rhön hatte am Vortag einen Milliardengewinn nach dem Verkauf eines Großteils seiner Kliniken an Fresenius gemeldet. Der Anteil des Schweden, die 2004 zu je zehn Euro Rhön-Aktien gekauft hatten, sinkt damit auf unter drei Prozent.

Gute Ergebnisse von LEG und Aareal

LEG Immobilien: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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55.45
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Im MDax schlossen die Aktien der Immobilienfinanzierers Aareal Bank und des Wohnimmobilien-Spezialisten LEG höher. Die Aareal Bank hat im zweiten Quartal ihre Betriebsergebnis dank der Übernahme des Konkurrenten Corealcreditum um gut 44 Prozent auf 65 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. Der Gewinn stieg sogar um gut 60 Prozent auf 34 Millionen. Die Prognose für das Betriebsergebnis im Gesamtjahr hob Aareal von 370 bis 390 auf 380 bis 400 Millionen Euro an.

Der Wohnimmobilien-Konzern LEG steht nach eigenen Angaben vor der Übernahme von weiteren 2.400 Wohneinheiten. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen daher nun ein operatives Ergebnis zwischen 158 und 161 Millionen Euro. Dank Mieterhöhungen bei den insgesamt 95.000 Wohnungen das Ergebnis operativ im ersten Halbjahr um 19 Prozent auf 81,6 Millionen Euro.

Deutsche Euroshop profitiert von Zukäufen

Der Betreiber von Einkaufscentern kann dank florierender Geschäfte in seinen Objekten ein gewinnträchtiges zweites Quartal bilanzieren. Wie die Deutsche Euroshop am Dienstagabend mitteilte, stieg das Konzernergebnis um mehr als ein Drittel auf 23,8 Millionen Euro. Die Umsätze kletterten um sieben Prozent auf 49,7 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte kürzlich seine Beteiligung an der Altmarkt-Galerie in Dresden ausgebaut.

Leoni enttäuscht Erwartungen

Laut dem Chef des Autozulieferers, Klaus Probst, wackelt die Jahresprognose auch nach einem schwachen Quartal nicht. Leoni hatte im zweiten Quartal trotz Wachstums deutlich schwächer als erwartet abgeschnitten. Der Umsatz legte von April bis Ende Juni um knapp ein Prozent auf 1,02 Milliarden Euro zu. Der Überschuss stieg zwar verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf 29,9 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Weiterhin will der MDax-Konzern einen Umsatz von 4,1 Milliarden und ein operatives Ergebnis von 200 Millionen Euro erreichen. Die Aktie schloss dennoch sieben Prozent tiefer.

Dialog mit neuen Umsatzhoffnungen

Im TecDax gehört die Aktie des Chip-Spezialisten Dialog Semiconductor zu den größten Gewinnern. Das Unternehmen hat einen Auftrag aus China gemeldet. Dabei geht es um eine Bluetooth-Lösung für ein Fitnessarmband des chinesischen Unternehmens Xiaomi. Commerzbank-Analyst Thomas Becker sieht einiges an Umsatzpotenzial für Dialog.

Evotec mit solidem Zahlenwerk

Einer der größten TecDax-Gewinner zum Handelsschluss war das Biotech-Unternehmen Evotec. Evotec hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr um neun Prozent auf 40,1 Millionen Euro ausgebaut. Der Verlust konnte von 4,6 auf 4,4 Millionen Euro reduziert werden. Das Unternehmen gab viel Geld für Forschung aus.

Jenoptik spürt die Russland-Krise

Der Technologiekonzern Jenoptik schloss am Dienstag nach soliden Zahlen fünf Prozent im Plus. Als Reaktion auf internationale Krisen und verschobene Verteidigungsprojekte peilt das Unternehmen für 2014 nur noch das untere Ende seiner Gewinnspannen an. Im zweiten Quartal hatte Jenoptik einen Umsatzrückgang auf 146 Millionen Euro, aber einen überraschenden Anstieg des operativen Ergebnisses auf 13,4 Millionen Euro gemeldet.

GfK und Biotest enttäuschen

Größte Kursverlierer im SDax waren die Papiere des Marktforschungsunternehmen GfK und des Pharmaunternehmens Biotest. GfK hat im ersten Halbjahr beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) einen Rückgang um sechs Prozent auf 90 Millionen Euro verbucht. Der Umsatz sank um vier Prozent auf 698 Millionen Euro.

Biotest hat seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2014 gesenkt. Der Umsatz soll um sieben Prozent zulegen und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nur leicht wachsen. Bislang hatte Biotest für beide Werte ein Plus von zehn Prozent in Aussicht gestellt. Als Gründe führte Biotest den Rückruf des Immunglobulins Bivigam, den scharfen Wettbewerb in den USA und einen höheren Aufwand für Forschung und Entwicklung an.

Koenig & Bauer schreibt fast schwarze Zahlen

Der Druckmaschinen-Hersteller hat im ersten Halbjahr 2014 nur einen Mini-Verlust von 0,1 Millionen Euro hinnehmen müssen. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust noch bei fast neun Millionen Euro gelegen. Das Unternehmen, das mehrere Sparrunden hinter sich hat, setzte mit 517,8 Millionen Euro drei Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum.

AB

Stand: 12.08.2014, 14:43 Uhr

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