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Börsenbericht 20:02 Uhr

Gute US-Konjunkturzahlen stützen

Die Bullen sind zurück

Nach zwei schwächeren Tagen sorgt am Freitag eine Serie ermutigender Konjunkturdaten für gute Laune an den Aktienmärkten. Auch der Dax hat seinen Rekordkurs wieder aufgenommen, bleibt im Wochenvergleich aber nocht leicht im Minus.

Trotz eines zwischenzeitlichem Fünfjahreshochs notiert der deutsche Leitindex 0,31 Prozent niedriger als am vergangenen Freitag. Dank überraschend positiver Konjunkturdaten, zunächst aus Europa, dann aus den USA, klettert der Dax am letzten Handelstag der Woche auf 7.833 Punkte, 0,74 Prozent oder 57 Punkte höher als am Vortag.

Am späten Vormittag hatte eine überraschend geringe Rückzahlung von EZB-Geldern durch die Banken die Kauflaune der Anleger zwar etwas gedämpft. Doch am Nachmittag besserte sich die Stimmung wieder. Zeitweise stieg der Dax auf ein Tageshoch von 7.853 Punkten, 61 Punkte über seinem Eröffnungskurs und gut ein Prozent höher als gestern.

Ausgelöst wurde die Rally zwar von eher enttäuschenden Arbeitsmarktdaten - die US-Arbeitslosenrate ist im Januar auf 7,9 Prozent geklettert. Doch die Zahlen gelten als weiteres Indiz dafür, dass die expansive Geldpolitik der Fed vorerst nicht in Frage gestellt werden dürfte, was die Kurse befeuerte.

Stimmung bessert sich

Doch die Stimmung auf beiden Seiten des Atlantik bessert sich. Der europäische Einkaufsmanagerindex stieg im Januar auf ein Elf-Monats-Hoch von 47,9 Punkten, nach 46,1 Zählern im Vormonat. Sein US-Pendant markierte mit 53,1 Zählern immerhin den höchsten Stand seit April 2012. Zudem sind die US-Bauausgaben im Dezember um 0,9 Prozent gestiegen, während Volkswirte ein Plus von 0,7 Prozent erwartet hatten.

In New York klettert der Dow Jones-Index über die psychologisch wichtige von Marke 14.000 Zählern, den höchsten Stand seit Oktober 2007. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow bei 14.012 Punkten, 1,1 Prozent oder 152 Punkte höher als gestern.

Euro steigt und steigt

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro setzt derweil seinen Höhenflug fort. Mit einem Kurs von 1,3707 Dollar markierte die Gemeinschaftswährung am Nachmittag kurz vor Börsenschluss ein neues Tageshoch und damit den höchsten Stand seit 14 Monaten. Am Vortag hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,3550 (Mittwoch: 1,3541) Dollar festgesetzt. Bei Börsenschluss am Abend bröckelt der Kurs wieder etwas ab auf 1,3663 Dollar.

Exxon und Chevron profitieren

Das profitable Raffinerie- und Chemiegeschäft hat den beiden größten US-Ölkonzernen ExxonMobil und Chevron eine Gewinnsteigerung beschert. Exxon verdiente im vierten Quartal nach Angaben vom Freitag mit 9,95 Milliarden Dollar sechs Prozent mehr als vor einem Jahr und Chevron mit 7,2 Milliarden sogar gut 40 Prozent mehr. Die beiden Konzerne profitierten kräftig vom Boom der heimischen Ölförderung aus Schiefergestein.

Merck & Co enttäuscht trotzdem

Das Pharmaunternehmen aus New Jersey übertrifft mit seiner Quartalsbilanz die Erwartungen von Analysten, blickt aber vorsichtig auf das Gesamtjahr. Der Gewinn im abgelaufenen Quartal sank auf 1,4 Milliarden Dollar oder 46 Cent je Aktie von 1,51 Milliarden Dollar oder 49 Cent im Vorjahr. Für 2013 sagte Merck einen Gewinn am unteren Ende der Erwartungen voraus. Der Aktienkurs sackt deutlich ab.

Infineon rauf, Siemens runter

Im Dax beenden die meisten Aktien den Handel im Plus. Nur fünf der 30 im Leitindex enthaltenen Werte gehen mit einem leichten Minus aus dem Handel. Am deutlichsten legt die Infineon-Aktie zu. Händler verweisen auf positive Analystenreaktionen nach der gestrigen Bilanzvorlage des Halbleiterunternehmens. Jefferies habe das Papier von "Hold" auf "Buy" und das Ziel auf 7,94 Euro angehoben. Barclays und UBS erhöhten das Kursziel auf 8,20 und 7,80 Euro. Goldman Sachs belässt die Titel auf "Buy" mit einem Kursziel von neun Euro.

Schwächster Wert im Dax ist Siemens. Vorstands-Chef Peter Löscher und führende europäische Wissenschaftler warnen vor Einschnitten im EU-Forschungsbudget. Dies ginge zulasten der Wettbewerbsfähigkeit - und des Umsatzes von Elektronikkonzernen wie Siemens.

Daimler steigt bei Chinesen ein

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Jetzt ist es offiziell: Daimler hat für seine Aufholjagd in China eine weitere Weiche gestellt: Die Schwaben steigen mit zwölf Prozent bei ihrem chinesischen Partner Beijing Automotive (BAIC) ein. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am Vormittag in Stuttgart unterzeichnet. Wie chinesische Experten in Peking erläuterten, beteiligt sich damit erstmals ein deutscher Hersteller in dem Maße an einem nicht gelisteten, staatlichen chinesischen Autoproduzenten. Die Daimler-Aktie legt um 1,3 Prozent zu.

QSC springen an

Im TecDax gewinnen die QSC-Titel gut zehn 26 Prozent und sind damit der mit Abstand stärkte Wert in dem Index, nachdem die beiden Gründer des auf Geschäftskunden spezialisierten Telekom-Anbieters ihre Anteile aufgestockt haben.

LEG schließt auf Zuteilungspreis

Aktien von LEG Immobilien sind am Freitag nach ihrem Börsengang unverändert aus dem Handel gegangen. Sie schlossen genau auf ihrem Zuteilungspreis von 44 Euro. Der Emissionspreis war zuvor in der Mitte der anvisierten Spanne von 41 bis 47 Euro festgelegt worden. Die Finanzinvestoren Goldman Sachs und Perry Capital gaben knapp 30,5 Millionen Aktien aus und erlösten rund 1,3 Milliarden Euro.

Compugroup macht Freude

Um mehr als fünf Prozent nach oben geht es mit der Aktie von Compugroup. Der Koblenzer Ärztesoftwarehersteller hat Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr kräftig gesteigert. Nach vorläufigen Zahlen seien die Erlöse im Vorjahresvergleich um 13 Prozent auf 451 Millionen Euro gestiegen. Unter dem Strich stand ein Überschuss von rund 38,5 Millionen Euro nach 9,3 Millionen im Vorjahr.

Crédit Agricole droht Milliardenverlust

Die drittgrößte französische Bank Crédit Agricole hat 2012 aller Voraussicht nach einen Rekordverlust angehäuft. Für das vierte Quartal 2012 muss das Finanzinstitut nach vorab veröffentlichten Angaben vom Freitag eine Wertberichtigung auf Firmenwerte von 2,676 Milliarden Euro vornehmen. Hinzu kommen eine Abschreibung von 267 Millionen Euro auf Anteile an der portugiesischen Banco Espírito Santo sowie weitere Sonderbelastungen von rund 1,1 Milliarden Euro, wie die Crédit Agricole mitteilte.

Gewinneinbruch auch bei BBVA

Für die BBVA-Aktien geht es nach anfänglich deutlicheren Verlusten zuletzt nur noch minimal nach unten. Die spanische Bank berichtete vor allem wegen hoher Rücklagen für mögliche Kreditausfälle über eine annähernde Halbierung des Nettogewinns im vergangenen Jahr. Damit litt sie ebenso wie am Vortag der Konkurrent Santander unter der heimischen Wirtschaftskrise. Die Santander-Titel büßten weitere knapp drei Prozent ein.

Klageverlegung freut Porsche-Anleger

Die Verlegung der milliardenschweren Klage von 26 Hedgefonds nach Deutschland treibt die Porsche-Aktie an. Die Titel, die in keinem großen Index gelistet sind, verteuern sich gut drei Prozent. Analysten sprachen von einer positiven Entscheidung für Porsche.

Geglücktes IPO bei Pfizer

Der US-Pharmakonzern Pfizer nimmt mit dem Börsengang seiner Tiermedizinsparte 2,2 Milliarden Dollar ein. Der erste Kurs von 31,50 Dollar lag mehr als 21 Prozent über dem Ausgabekurs von 26 Dollar. Zuletzt wurde das Papier bei 30,80 Dollar und damit immer noch 18,5 Prozent über dem Emissionspreis gehandelt.

Stand: 01.02.2013, 20:02 Uhr

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Tagestermine am Dienstag, 29. Juli

Unternehmen:
UBS: Q2-Zahlen, 6:45 Uhr
Deutsche Bank: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Michelin: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Linde: Q2-Zahlen 7:30 Uhr
Aixtron: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Renault: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Orange: Halbjahreszahlen Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Puma: Q2-Zahlen, 8:00 Uhr
Pfizer: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr
Merck & Co: Q2-Zahlen 13:00 Uhr
UPS: Q2-Zahlen, 13:45 Uhr
Twitter: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Amex: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Qiagen Bank: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Mediaset: Halbjahreszahlen
Honda: Q2-Zahlen
Amgen: Q2-Zahlen Uhr
New York Times: Q2-Zahlen

Konjunktur:
USA: Case-Shiller-Index 05/14, 15 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 07/14, 15 Uhr

Darstellung: