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Marktbericht 20:04 Uhr

Marktbericht positiv

Gegenreaktion an der Börse

Die Bullen schlagen zurück

Stand: 25.08.2015, 20:04 Uhr

Der Dax ist wieder über die Marke von 10.000 Punkten geklettert. Gestützt von einer überraschenden Zinssenkung der chinesischen Notenbank griffen die Investoren auf ermäßigtem Niveau zu. Waren die China-Ängste nicht ein bisschen übertrieben?

Dieser Meinung ist jedenfalls EZB-Vizepräsident Vitor Constancio, womit er übrigens nicht allein steht. "Was ökonomisch zählt, ist, was mit der chinesischen Realwirtschaft passieren wird", erklärte Constancio, der die Kursverluste an den Aktienmärkten für überzogen hält. Die dortige Wirtschaft verlangsame sich nicht so stark, um eine derartige Aktienmarktreaktion zu begründen, sagte er am Dienstag am Rande einer Veranstaltung in Mannheim.

Dax erobert die 10.000er Marke zurück

Dieser Meinung waren heute auch die Marktteilnehmer. Zum Handelsschluss verbuchte der Dax bei 10.128 Punkten einen kräftigen Tagesgewinn von 4,97 Prozent oder 479 Punkten. Damit hat der deutsche Leitindex sich von den desaströsen Verlusten des Vortages erholt und dabei vom gestrigen Tagestief bei 9.338 Punkten in der Spitze über 800 Punkte zugelegt. Das Tageshoch lag bei erneut hohen Umsätzen bei 10.185, das Tief mit 9.748 Punkten immerhin rund 300 Punkte tiefer. Im Späthandel gab der L/E-Dax aber wieder nach und schloss bei 10.014 Punkten nur noch knapp über der 10.000er-Marke. Sie dürfte dürfte damit morgen umkämpft bleiben.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Vor allem für technische Analysten kam die Bewegung nicht so überraschend, denn oftmals finden nach einem großen Ausverkauf technische Gegenbewegungen dieser Art statt, im Fachjargon als Rebound bezeichnet. Eine Aussage darüber, wohin die Reise gehen wird, wenn sich die Aufregung gelegt hat, können sie aber auch nicht geben. Insgesamt bleibt die Lage wacklig.

Anleger sollten deshalb nun ganz genau beobachten, wie der Rebound weiter verläuft. Wird er an den Folgetagen sehr schnell wieder verkauft, sind wir gerade Zeuge des Beginns eines neuen Bärenmarktes geworden. Läuft es aber so wie im Oktober 2014, war der gestrige Panik-Montag eine geniale Kaufgelegenheit.

Fundamentaldaten stützen

Geholfen hat heute natürlich die überraschende Zinssenkung der chinesischen Notenbank am Mittag, mit der die Regierung die Lage im Reich der Mitte wieder stabilisieren will. Experten hatten bereits spekuliert, dass Chinas Währungshüter (die nicht unabhängig sind, denn China ist nach wie vor ein kommunistisches Land), noch einige Pfeile im Köcher haben. Ohnehin erachten einige die Panikverkäufe am Vortag für überzogen, denn Chinas Wirtschaft wächst ja weiter, sie ist keinesfalls im Abschwung.

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Börse 19.00 Uhr

Auch vom heimischen Markt gab es gute Konjunkturzahlen. Der Ifo-Index hat auf der Oberseite überraschen können – Deutschlands Firmenchefs trotzen also einer Abschwächung in China. Auch der deutsche Staat hat im ersten Halbjahr mit einem Plus von 21 Milliarden Euro erneut schwarze Zahlen geschrieben. Das BIP stieg im zweiten Quartal um 0,4 Prozent wie erwartet.

US-Märkte bröckeln

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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An der Wall Street präsentieren sich die Märkte ebenfalls auf Erholungskurs. Der Leitindex Dow Jones liegt aktuell zwar weiter 1,5 Prozent im Plus, hat sich von seinen Höchstständen aber mittlerweile entfernt. Das gleiche Bild ergibt sich beim marktbreiten S&P-500-Index. Der Nasdaq-Composite-Index steht besser da und rückt aktuell über zwei Prozent vor. Neben der technischen Gegenbewegung blicken die Anleger auf die heutigen Konjunkturdaten.

Diese fielen gemischt aus. Während das wichtige Verbrauchervertrauen des Conference Board mit 101,5 Punkten deutlich besser ausfiel (erwartert waren nur gut 93 Punkte), präsentierte sich der Hausmarkt zwar robust, aber leicht unter Erwartungen. Der Konjunkturindex der Fed of Virginia lag unter den Erwartungen. " In der Summe werden die Zinserhöhungserwartungen wohl nicht forciert, obwohl sie jüngst deutlich zurückgedrängt wurden", kommentierte Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Euro fällt zurück

Die Sorge vor einer ernsten Konjunkturflaute in China ist weiter das beherrschende Thema am Devisenmarkt. Der Eurokurs gab am Mittag deutlich nach, nachdem Chinas Notenbank eine Leitzinssenkung und eine Lockerung der Mindestreserveanforderungen für die chinesischen Banken bekanntgegeben hatte.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Damit bekamen Konjunkturoptimisten für das Reich der Mitte wieder Aufwind, was den Dollar stärkte. In der Spitze war der Euro gegen die US-Währung zuletzt sogar über 1,17 Dollar gestiegen. Die EZB setzte den Referenzkurs mit 1,1497 Dollar fest, mehr als zwei Cents über dem Vortag (1,1281 Dollar). Über allem steht immer die Frage, wann die US-Notenbank ihren Leitzins erhöht. Bisher hat sich die Fed eher nebulös zum Zeitpunkt des ersten Zinsschrittes geäußert und spielt mit den Märkten derzeit Katz und Maus.

Tagessieger Infineon - keine Verlierer im Dax

Unter den Einzelwerten gingen Infineon mit Abstand als Klassenbester durchs Ziel. Das Papier des Chipproduzenten legte kräftig um 9,67 Prozent zu. Auch die zuletzt besonders hart getroffenen Autoaktien waren wieder gefragt, ebenso wie die Telekom. Schlusslicht waren Münchener Rück, die zwar um 1,32 Prozent zulegten, damit aber deutlich hinter dem Anstieg des Gesamtmarktes zurückblieben. Dies, obwohl Konkurrent Swiss Re eine Stabilisierung bei den Rückversicherungspreisen sieht.

Auch die anderen Indizes legten ausnahmslos zu und es gab auch hier kaum Verlierer. Ein Spiegelbild des Vortages. Vor allem im TecDax fielen die Kursgewinne besonders deutlich aus. Den prozentual größten Kursgewinn aller Aktien in den Indizes der Deutschen Börse machten im TecDax Xing mit knapp 16 Prozent sowie der Wechselrichterhersteller SMA mit über 14 Prozent. Der TecDax legte insgesamt 5,6 Prozent zu und verzeichnete damit die beste Kursentwicklung. Der MDax stieg 3,66 und der Kleinwerteindex SDax 4,86 Prozent.

VW leidet unter China-Flaute

Der Wolfsburger Autobauer verzeichnte hauptsächlich wegen rückläufiger Absätze in China im Juli ein Absatzminus. Ausgeliefert wurden 792.100 Fahrzeuge, ein Rückgang im Jahresvergleich von 3,7 Prozent. Dies gab das Unternehmen nach Börsenschluss beklannt. "Die gesamtwirtschaftlichen Situationen in China, Russland und Brasilien sind nach wie vor angespannt", sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler am Dienstag. "Teilweise deutlichen Rückenwind verspüren wir hingegen in Nordamerika und vor allem in Europa." Von Januar bis Juli gingen auf Konzernebene die Verkäufe um ein Prozent auf 5,83 Millionen Fahrzeuge zurück. Auf dem größten Einzelmarkt China schrumpfte der Konzernabsatz um 5,3 Prozent auf 1,99 Millionen Wagen. VW-Papiere bewegen sich im Späthandel wenig.

Henkel: Russland zeigt sich hart

Henkel-Aktien legten nur unterdurchschnittlich zu und gehörten damit zu den schwächeren Dax-Werten. Die russische Verbraucherschutzbehörde hat den Handel angewiesen, Waschmittel westlicher Hersteller aus den Regalen zu nehmen, angeblich wegen der Nichterfüllung russischer Gesundheitsvorschriften. Henkel ist nach Angaben einer Sprecherin bisher noch nicht angeschrieben worden. Diese betonte, die Produkte des Düsseldorfer Konzerns entsprächen den Vorschriften. Hersteller wie Procter & Gamble, Colgate-Palmolive und Clorox haben sich noch nicht geäußert. Es dürfte sich zuvorderst um eine Gegenreaktion auf die Wirtschaftssanktionen der EU und USA gegen Russland wegen dessen Ukraine-Politik handeln.

Deutsche Bank-Aufseher wollen Klarheit

Der Aufsichtsrat des Geldhauses erwartet nach Informationen aus Finanzkreisen vom neuen Chef John Cryan auf seiner Klausurtagung vom 10. bis 12. September am Tegernsee einen konkreten Plan, wie der Umbau der Bank aussehen soll. "Wir wollen hören, was er plant", sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur "Reuters". Cryan, der zuvor selbst zwei Jahre im Aufsichtsrat gesessen hatte, steht seit Juli an der Spitze des Institutes. Schon bei seinem Amtsantritt beklagte er "verschwenderisch hohe Kosten". Co-Chef Jürgen Fitschen gibt sein Amt im kommenden Jahr ab.

Ein starkes Stück Polen trifft auch die Commerzbank

So einfach geht das in Polen - machen die Kunden (und potenzielle Wähler) ausländischer Banken Verluste, werden diese einfach an die Geldhäuser durchgereicht. Hintergrund ist ein Gesetz, das die Banken verpflichtet, Kredite, die in Schweizer Franken gegeben wurden, in die Landeswährung Zloty zu tauschen. Die Wechselkursverluste von rund 90 Prozent sollen somit die Banken tragen. Betroffen ist auch die in Polen tätige Commerzbank-Tochter mBank sowie andere westliche Institute. Die Institute, darunter auch eine Tochter von GE Capital, haben Gegenwehr angekündigt. Diese dürfte bis vor die EU-Institutionen in Brüssel gehen.

Capital Stage: Profitables Wachstum

Der im SDax notierte Hamburger Solar- und Windparkbetreiber Capital Stage hat sein profitables Wachstum auch im ersten Halbjahr 2015 weiter fortgesetzt. Der Umsatz stieg um mehr als 40 Prozent auf 56,4 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis (EBT) erreichte 14,4 Millionen Euro nach 12,3 Millionen Euro im Vorjahr. Die Aktie legte kräftig zu und gehörte zu den besten Werten im SDax.

Zurich Insurance will RSA

Im europäischen Sachversicherungsbereich bahnt sich eine Elefantenhochzeit an. Die Schweizer Zurich Insurance, ein Hauptkonkurrent der Allianz, will den britischen Wettbewerber Royla Sund Alliance (RSA) für 5,6 Milliarden Pfund (rund 7,7 Milliarden Euro) kaufen. Grundsätzlich seien sich beide Unternehemn einig, auch wenn es noch Hindernisse gibt. So wollen die Schweizer nach einem Blick in die RSA-Bücher entscheiden, ob es auch wirklich zu einem Angebot kommt. Die Frist endet am 22. September, es wäre eine der größten Versicherungsfusionen in Europa. Gemäß britischen Übernahmeregeln hat Zurich in einer ersten Angebotsphase 516 Pence je RSA-Titel geboten. Bereist Ende Juli hatte Zurich grundsätzliches Interesse angemeldet.

Monsanto: Mehr für Syngenta?

Der US-Agrarkonzern Monsanto bleibt offenbar bei Syngenta dran. Die Amerikaner hätten ihre Offerte für die Basler von 449 auf rund 470 Schweizer Franken je Syngenta-Aktie angehoben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf Kreise. Mit der Aufstockung werde Syngenta mit 43,7 Milliarden Franken bewertet.

Syngenta: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Tagestermine am Montag, 31. August

Unternehmen:
Adler Real Estate: Halbjahreszahlen
Bertelsmann: Halbjahreszahlen
Hermle: Halbjahreszahlen

Konjunktur:
Japan: Industrieproduktion Juli (vorläufig), 01:50 Uhr
EU: Verbraucherpreise August (vorläufig), 11:00 Uhr
USA: Chicago Einkaufsmanagerindex August, 15:45 Uhr;
Uni Michigan Verbrauchervertrauen August (endgültig), 16:00 Uhr

Sonstiges:
Großbritannien: Feiertag, Börse geschlossen.

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