Marktbericht 15:00 Uhr

Marktbericht negativ

Trump und kein Ende Die Börse ist verunsichert

Stand: 17.05.2017, 15:00 Uhr

Die Märkte stehen im Zeichen der politischen Chaostage im Weißen Haus. Kann sich Donald Trump, und mit ihm die Hoffnungen auf große Staatsinvestionen, im Amt halten? An der Wall Street baut sich Unmut auf, und nicht nur dort.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Dax hat sein anfängliches Minus von 0,8 Prozent auf 12.700 Punkte im Laufe des Vormittags zwar zunächst wieder reduziert, je näher die Wall-Street-Eröffnung rückt, desto mehr verliert die Zwischenerholung aber an Stärke. Die Indikationen für die großen US-Indizes deuten auf eine leichtere Eröffnung in New York.

Grinsender Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: picture alliance / AP Images

Der Dax war im Tageshoch bis 12.786 Punkte gestiegen und hatte damit den Großteil seiner Verluste zuvor fast wieder aufgeholt. Aktuell steht der deutsche Leitindex fast genau in der Mitte der bisherigen Bandbreite, so dass die Nachmittagstendenz noch keine ausgemachte Sache ist. Der wechselhafte Kursverlauf zeigt, die Anleger sind verunsichert.

Blick auf Donald Trump

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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22.349,59
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So dürfte die weitere Tendenz wohl wesentlich vom US-Markt bestimmt werden, allerdings stehen keine wichtigen Konjunkturdaten auf der Agenda. Damit ist die Bühne mal wieder frei für Donald Trump. Allerdings wohl nicht so wie von der Börse gewünscht. Denn angesichts seiner Probleme im Amt werten es Börsianer zunehmend als zweifelhaft, ob er seine Wirtschaftsagenda zeitnah - wenn überhaupt - umsetzen könne. "Der jüngste Skandal verzögert seine Pläne im günstigsten Fall und im schlimmsten Fall werden sie nicht umgesetzt", kommentierte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets.

Der US-Präsident soll laut Insidern den inzwischen entlassenen FBI-Chef James Comey gebeten haben, die Ermittlungen zu den Russland-Verbindungen des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn einzustellen. Sollte Trump tatsächlich so weit gegangen sein, wäre dies Justizbehinderung. Im asiatischen Handel überwog daher die Meinung, dass die Luft für die Märkte dünner werden dürfte. Der Tokioter Nikkei-Index hatte gut ein halbes Prozent verloren.

Euro bleibt stark und über 1,11 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1948
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Die Affäre im Weißen Haus lastet derweil auf dem Dollar, der gegen den Euro weiter an Boden verliert und aktuell wieder auf Kurse über 1,11 Dollar gefallen ist. Die schwache US-Währung hatte den Euro im frühen Handel sogar noch auf ein frisches Sechs-Monats-Hoch von 1,1220 Dollar getrieben. Fundamental erhält der Euro zudem Rückenwind durch die jüngsten Wirtschaftsdaten aus der Eurozone, die eine stabilere konjunkturelle Lage signalisieren.

Ölpreise drehen ins Plus

Der Ölpreis hat sich derweil erholt, nachdem, es am Morgen noch bergab ging mit dem Preis für das schwarze Gold. Dies könnte sich im Gegenzug zum Washingtoner Polittheater positiv auf die Märkte auswirken. Zumal es sich bei den Verkäufen am Morgen nach den jüngsten kräftigen Anstiegen zuvorderst um eine technische Gegenreaktion gehandelt haben dürfte. Die ÖlPreise hatten zuletzt angezogen, nachdem sich Russland und Saudi-Arabien auf eine Deckelung der Produktion geeinigt hatten.

Am 25. Mai tritt das Ölkartell Opec zusammen (Russland und die USA sind dort nicht Mitglied). Die Interessen der Mitgliedstaaten sind allerdings in der Vergangenheit so unterschiedlich gewesen, dass Förderbeschlüsse meist unterlaufen worden waren.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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50,53
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Vonovia & Co.: Achtung, Dividendenabschlag!

Größter Dax-Verlierer ist zur Mittagszeit die Vonovia-Aktie. Aber nur optisch, denn daran ist zuvorderst ein ordentlicher Dividendenabschlag schuld. Die Immobiliengesellschaft schüttet 1,12 Euro je Papier aus. Die Aktionäre konnten zwischen einer Zahlung in bar und in Aktien wählen.

Auch andere Konzerne schütten heute ihre Dividende aus, darunter Alstria Office (0,52 Euro), Jungheinrich (0,44 Euro), TAG Immobilien (0,57 Euro), Xing (2,97 Euro) und ElringKlinger (0,50 Euro).

Paul Achleitner: "Aufräumarbeiten haben sich gelohnt"

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank äußerte sich gegenüber "Reuters" vor der morgigen Hauptversammlung, bei der er für eine zweite Amtsperiode kandidieren will. Die Bank kommt seiner Meinung nach zunehmend in ruhigeres Fahrwasser, nachdem die wichtigsten Rechtsstreitigkeiten abgearbietet sind, das Eigenkapital sich verdoppelt hat, eine neue Führung installiert und eine Perspektive ausgearbeitet wurde.

Den Anspruch, eine der führenden Investmentbanken weltweit zu werden, hat die Deutsche Bank aber nicht mehr. Stattdessen fokussiert sich Achleitner strategisch mehr auf Europa. Wichtige Investoren stützen ihn, so dass dessen Wiederwahl morgen als gesichert gilt.

Deutsche Börse schärft Strategie

Die Deutsche Börse will nach der gescheiterten Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) ihr Angebot im Handel und im Datengeschäft ausbauen. "Wir sind davon überzeugt, mit dieser geschärften Strategie den Wachstumspfand weiter zu gehen, auf dem wir uns bereits vor dem geplanten Zusammenschluss befunden haben", sagte Vorstandschef Carsten Kengeter am Mittwoch auf der Hauptversammlung. Der Börsenchef wehrte sich zudem weiter gegen die Vorwürfe des Insiderhandels. Der geplatzte Zusammenschluss mit der LSE kostete die Deutsche Börse nach Auskunft Kengeters übrigens rund 77 Millionen Euro.

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Börse 15.00 Uhr Wie geht es weiter mit der Deutschen Börse?

Ermittlungen gegen VW-Chef Müller, Stadler soll bei Audi bleiben

Jetzt dann doch: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen VW-Konzernchef Matthias Müller wegen des Verdachts der Marktmanipulation im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal. Das teilte die Behörde am Mittwoch mit. Es geht um Müllers Tätigkeit bei der Porsche-Dachgesellschaft und Volkswagen-Hauptaktionärin Porsche SE, bei der er seit 2010 im Vorstand sitzt.

Derweil soll der von Müller geführte Audi-Aufsichtsrat sich einig sein, dass Firmenchef Rupert Stadler weitere fünf Jahre bis 2022 an der Spitze der VW-Tochter stehen soll. Diese Information wurde im Vorfeld der morgigen Audi-Hauptversammlung aus Unternehmenskreisen verlautbart. Der Audi-Chef war im Zuge des VW-Dieselskandals selbst in die Kritik geraten, nachdem zwei Entwicklungsvorstände das Unternehmen mit den vier Ringen verlassen mussten.

VW-Vorstand Matthias Müller 2015

Börse 14.00 Uhr Weiter Ärger für VW

Tata Steel nimmt Hürde auf Weg zur Stahlfusion mit ThyssenKrupp

Die ThyssenKrupp-Aktie ist auch am Nachmittag weiterhin größter Dax-Gewinner. Der indische Konzern Tata hat eine Hürde auf dem Weg zu einer möglichen Stahlfusion mit ThyssenKrupp genommen. Wie Tata Steel am Dienstagabend mitteilte, konnte das Unternehmen eine grundsätzliche Einigung über den Umgang mit den milliardenschweren Pensionsverpflichtungen des Konzerns erzielen. Die Pensionsverpflichtungen Tatas sind eines von mehreren Hindernissen einer Fusion.

Telefonica Deutschland: Gewinnbremse voraus

Im TecDax fällt das Papier des Mobilfunkanbieters Telefonica Deutschland (O2) zurück. Die Gesellschaft stellt sich angesichts der Abschaffung der Roaming-Gebühren in Europa auf eine deutliche Gewinnbelastung ein. "Wir rechnen mit einer Belastung des operativen Ergebnisses vor Abschreibungen (Ebitda) von 3 bis 4 Prozent", sagte der neue Vorstandschef Markus Haas der "Börsen-Zeitung".

Shanghai Pharma hat Interesse an Stada

Der chinesische Pharmakonzern Shanghai Pharma hat Interesse an Stada angemeldet. Ein offizielles Angebot für den deutschen Arzneimittelhersteller habe man aber nicht vorgelegt, teilte das chinesische Unternehmen am Mittwoch mit. Shanghai Pharma habe mit einigen Finanzinvestoren über Stada gesprochen. Es gebe aber noch zu viele Unsicherheiten. An der Börse hält sich die Euphorie auf einen neuen Bieterkampf in Grenzen. Stada verlieren im MDax mit dem Markt.

Übernahme von Drillisch durch United Internet kommt voran

United Internet habe wie zuvor vereinbart circa 7,75 Prozent ihrer Anteile an 1&1 Telecommunication in Drillisch eingebracht, teilte Drillisch am Dienstagabend mit. Im Gegenzug habe Drillisch über neun Millionen neue Aktien an United Internet ausgegeben. Dadurch sei die Beteiligung von United Internet an Drillisch auf knapp über 30 Prozent gestiegen.

Ado Properties: Erfolg made in Berlin

Das ausschließlich auf Berlin fokussierte Wohnimmobilienunternehmen Ado Properties ist erfolgreich in das Geschäftsjahr 2017 gestartet. Die in der Branche viel beachtete Kennziffer FFO1 (ohne Veräußerungsgewinne) erhöhte sich um 39,6 Prozent auf 13,1 Millionen Euro. Der Anstieg ist vor allem der starken operativen Geschäftsentwicklung sowie der relativen Verbesserung bei den Zinskosten zu verdanken.

Britischer Staat steigt bei Lloyds aus

Der britische Schatzkanzler ist acht Jahre nach der Rettung der Bank im Jahr 2009 nicht mehr als Aktionär im Boot. Er hatte seinerzeit 20,3 Milliarden Pfund (aktuell 23,7 Milliarden Euro) in die Bank gepumpt, die zuvor auf dem Höhepunkt der Finanzkrise und unter sanftem Druck der Regierung die schwer angeschlagene Großbank HBOS übernommen hatte.

Jetzt hat sich der Staat mit einem Gewinn von 894 Millionen Pfund endgültig bei Lloyds verabschiedet, das heute offiziell Lloyds Banking Group heißt (einstmals Lloyds TSB). Die Beteiligung war bereits zuvor schrittweise reduziert worden. Ein solches Happy End wird es bei der Royal Bank of Scotland wohl nicht geben, an der der Staat immer noch mit rund 70 Prozent beteiligt ist. Hier wird mit einem Verlust gerechnet.

Mitgründer Biz Stone kehrt zu Twitter zurück

"Jetzt bin ich an der Reihe - ich werde in ein paar Wochen wieder mit der Vollzeitarbeit bei Twitter beginnen!", verkündete der 43-jährige Tech-Unternehmer Biz Stone am Dienstag in seinem Blog. Twitter-Mitgründer und -Vorstandschef Jack Dorsey teilte mit, er freue sich, Stones "Energie und Herz" wieder zurück bei Twitter zu haben.

Google: Konkurrenz für Siri auf dem iPhone?

Im Konkurrenzkampf der digitalen Assistenten will Google die Siri-Software von Apple auf dem iPhone herausfordern. Der Google Assistant solle dafür als eigenständige App zur Verfügung gestellt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Ankündigung sei auf der heute Abend beginnenden Entwicklerkonferenz Google I/O geplant.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 25. September

Unternehmen:
Air Berlin: Pressekonferenz und Entscheidung über Verkauf
LEG Immobilien: Capital Marktes Day

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex, 10 Uhr
Brüssel: Anhörung von EZB-Präsident Draghi vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments, 15 Uhr

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