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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht neutral

Dax gibt Gewinne wieder ab

Die Bäume wachsen nicht in den Himmel

Trotz Rückenwind vom Schottland-Referendum und Alibaba-Hype in New York - die Anleger haben zum Wochenschluss lieber Kasse gemacht. Verständlich, denn es war eine erfolgreiche Börsenwoche.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Am Morgen hatte es nach dem von der Börse gefeierten Ausgang des Schottland-Referendums noch nach einer Fortsetzung der guten Stimmung am Aktienmarkt ausgesehen. 55,3 Prozent votierten für den Verbleib. 2,0 Millionen Wähler sagten "Nein" auf die Frage, ob Schottland unabhängig werden soll, 1,6 Millionen stimmten mit "Ja".

Auf ein solches Ergebnis hatten die Börsianer gehofft. Der Dax legte aber nur am Vormittag stärker zu und erreichte in der Spitze 9.891 Punkte. Schon bis zum Mittag war der größte Teil der Schotten-Euphorie wieder verflogen und am Ende mussten die Investoren froh sein, dass es noch ein Miniplus von einem mageren Pünktchen auf 9.799 Zähler gab.

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Börse 19.00 Uhr

Damit schloss der deutsche Leitindex nahezu unverändert am Tagestief. Trotzdem war es eine gute Börsenwoche, der Dax legte 1,5 Prozent zu. "Vor dem Wochenende haben sich dann aber doch einige Anleger für Gewinnmitnahmen entschieden", sagte ein Händler. "Schließlich hatten wir diese Wochen einen ziemlich guten Lauf." Im Späthandel tat sich nicht mehr viel, der L/E-Dax schloss bei 9.796 Zählern.

Zu berücksichtigen ist allerdings auch, dass heute großer Verfallstermin war, der sogenannte dreifache Hexensabbat. An solchen Tagen schauen die meisten Investoren genau auf bestimmte Kursmarken, um ihre Positionen am Terminmarkt zu disponieren. Dies kann zu Sonderbewegungen am Kassamarkt führen.

New Yorker Börse fällt zurück

An der Wall Street ist zumindest im frühen Geschäft die Jagd nach immer neuen Höchstständen weitergegangen. Sowohl der Leitindex Dow Jones mit 17.350 als auch der breiter gefasste Standardwerteindex S&P 500 bei 2.019 Punkten markierten neue Rekordhochs. Mittlerweile haben aber Gewinnmitnahmen eingesetzt und die Gewinne sind fast alle wieder verpufft. Der S&P-500-Index steht aktuell sogar leicht im Minus.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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Auch in Amerika überwiegt die Erleichterung nach dem Votum der schottischen Wähler. Mit dem Ergebnis der Abstimmung in Schottland seien nun alle Risiken aus dem Weg, wenngleich ein Sieg der Unabhängigkeits-Befürworter offenbar zu keiner Zeit wirklich wahrscheinlich gewesen sei, schrieb Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Alpari.

Wall Street im Alibaba-Fieber

Thema des Tages ist der unglaubliche Run auf die neuen Alibaba-Aktien, für die es erst gut zwei Stunden nach Handelsbeginn mit 92,70 Dollar den ersten Kurs gab. Die Emission ist damit ein Riesenerfolg, ein Plus von rund 36 Prozent.

"Das ist der größte Börsengang, den die Welt je gesehen hat, deshalb herrscht Feierstimmung auf dem Parkett - ob man will oder nicht", sagte Aktienhändler Benedict Willis von Sunrise Securities. Bis auf 99,70 Dollar war es danach mit der Aktie noch nach oben gegangen, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten. Aktuell steht das Papier bei knapp 92 Dollar.

Der chinesische Internetkonzern Alibaba ist zu 68 Dollar an die New Yorker Börse gegangen. Damit lag der Ausgabepreis am oberen Ende der Preisspane von 66 bis 68 Dollar. Mit dem Emissionsvolumen von bis 25 Milliarden Dollar stellt Alibaba den Börsengang von Facebook in den Schatten. Das soziale Netzwerk hatte bei seinem IPO im Mai 2012 rund 16 Milliarden Dollar eingenommen.

Euro bleibt weiter schwach

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro bleibt wegen der Aussichten auf steigende Zinsen in Amerika gegenüber dem Dollar weiter weiterhin unter Druck. Aktuell liegt die Gemeinschaftswährung bei 1,2841 Dollar am Tagestief. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2852 Dollar fest, nach 1,2872 Dollar am Vortag.

Business as usual heißt nun am Devisenmarkt wieder die Devise. "Vorerst können die Märkte zur Normalität zurückkehren", sagte Robert Wood, Chefvolkswirt für Großbritannien bei der Berenberg Bank.

Telekom ganz vorne

Telekom-Aktionäre dürfen heute ein eher ungewohntes Bild genießen. Die T-Aktie lag nach einem positiven Analystenkommentar der Citigroup mit einem dicken Plus von 3,78 Prozent an der Dax-Spitze. Bereits am Vortag hatte Konzernchef Höttges Kostensenkungen in der Innovationsabteilung angekündigt. Gefragt waren auch die Papiere der Deutschen Bank, die von der Aussicht auf eine Lockerung des ab 2016 geltenden Trennbankengesetzes durch die Regierung profitierten.

Die rote Laterne behielt SAP. Das Unternehmen kauft für 7,36 Milliarden Dollar den amerikanischen Softwarehersteller Concur. "Das ist ein teures Geschäft, das die Margen verwässern wird", sagte ein Marktbeobachter.

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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SAP
SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler trennt sich von mehr Autohäusern

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Eine Sprecherin des Stuttgarter Autobauers hat am Nachmittag bestätigt, dass der Konzern alle Niederlassungen in den neuen Bundesländern verkaufen will. Ursprünglich waren nur ausgewählte Standorte vorgesehen, jetzt kommen Leipzig, Dresden und Teile von Berlin hinzu. Angeblich gibt es ertragsstarke Interessenten.

63 von 158 konzerneigenen Niederlassungen sollen nun verkauft werden, da sie nicht rentabel genug sind. Insgesamt sind in den betroffenen Autohäusern und Werkstätten 15.000 Menschen beschäftigt. Daimler-Papiere gaben leicht nach.

Siemens vor Bieterschlacht mit Sulzer

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Siemens-Aktie gehörte mit einem Abschlag von 1,45 Prozent zu den größten Verlierern im Dax. Die Münchener planen nach Angaben der Online-Ausgabe des "Manager-Magazin", in den Übernahmekampf um den amerikanischen Industriekonzern Dresser-Rand einzusteigen. Siemens, das sich bisher nicht äußerte, bietet angeblich 80 Dollar je Aktie, das wären insgesamt 6,1 Milliarden Dollar.

Gegner im Ring ist der Schweizer Konkurrent Sulzer, bei dem pikanterweise Ex-Siemens-Chef Peter Löscher an der Spitze des Verwaltungsrates steht. Analysten bescheinigen Sulzer, dass ein Zusammenschluss mit den Amerikanern viel Sinn machen würde. Dresser-Rand-Aktien, die schon seit Mittwoch auf Klettertour sind, rücken aktuell weitere zehn Prozent vor. Am Vortag lag der Schlusskurs an der NYSE bei 73,03 Dollar.

Aurubis sucht einen neuen Chef

Aurubis: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Firmenchef Peter Willbrandt steht nach Angaben des Konzerns für eine Verlängerung seines bis März 2015 laufenden Vertrages nicht mehr zur Verfügung. Dies gab der Kupferhersteller aus dem MDax am Freitag bekannt. Willbrandt nannte persönliche Gründe für den Abschied. Der Aufsichtsrat wird umgehend mit der Suche nach einem Nachfolger beginnen.

Sixt profitiert von der Taxi-Debatte

Wenn zwei sich streiten - freut sich der Firmenchef des Autovermieters aus dem SDax. Denn der medienträchtige Streit um den Taxi-Fahrdienst Uber treibt dem konzerneigenen Chauffeurdienst von Sixt mehr Kunden zu. Die Konzerntochter MyDriver, die Limousinen mit Chauffeur anbietet, profitiere spürbar. "Wir sind über die Uber-Kampagne erfreut, denn damit wird der Markt für Taxi-Alternativen bekannt." Sixt-Papiere drehten im Handelsverlauf ins Minus und verloren knapp ein halbes Prozent.

CropEnergies leidet

CropEnergies: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Bioenergiehersteller CropEnergies hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 seinen Umsatz um neun Prozent auf 405 Millionen Euro verbessert. Trotz des Umsatzanstiegs brach das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 42 auf 13 Millionen Euro ein. Das operative Ergebnis rutschte sogar auf minus vier Millionen Euro. "Maßgeblich für den Ergebnisrückgang ist der drastische Preisverfall von Bioethanol in Europa", teilte das Unternehmen mit.

Singulus hat Probleme

Die Singulus-Aktie brach prozentual zweistellig ein. Der Spezialmaschinenhersteller befürchtet, dass die Verluste im zweiten Halbjahr im Vergleich zum ersten sogar noch steigen werden. Im laufenden Jahr seien keine größeren Investitionen für Blu-ray Disc Produktionsanlagen geplant, teilte das Unternehmen mit. Singulus stellt unter anderem solche Anlagen her. "Aufgrund der Geschäftssituation werden Restrukturierungsmaßnahmen für das Unternehmen beschlossen, die deutliche Kostensenkungen beinhalten", teilte Singulus weiter mit.

rm

Stand: 19.09.2014, 18:15 Uhr

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Studie der Allianz

Weltweites Geldvermögen auf Rekordniveau

Kräftige Kursgewinne an den Börsen haben das Geldvermögen privater Haushalte in aller Welt laut "Global Wealth Report" der Allianz auf ein Rekordniveau getrieben. Auch die Deutschen sind zwar so reich wie nie, aber sie hinken der Welt hinterher - aus dem üblichen Grund. [ARD-Börsenstudio]

Tagestermine am Mittwoch, 24. September

Unternehmen:
Snowbird: Endgültiger Angebotspreis für die Aktie
Adecco: Investors Day

Konjunktur:
München: Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland, September, 10 Uhr
Washington: Eigenheimabsatz August, 16 Uhr

Sonstiges:
Hannover: Zweiter Pressetag anlässlich der IAA Nutzfahrzeuge

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