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Marktbericht 11:55 Uhr

Konjunktursorgen drücken auf die Stimmung

Dax verbucht deutliche Verluste

Die deutschen Standardwerte bauen ihre Kursverluste im Tagesverlauf immer weiter aus. Der Dax verliert um die Mittagszeit rund ein Prozent.

Das bisherige Tagestief im deutschen Leitindex liegt bei 9.636 - ein Minus von 1,2 Prozent. Positiv ist aber, dass der Dax noch über der von vielen Marktteilnehmern als wichtig erachteten 200-Tage-Linie notiert, die derzeit noch rund 100 Punkte unter dem aktuellen Niveau liegt.

Sorgenfalten wegen Frankreich

Nicht gerade förderlich sind die neuesten Konjunkturdaten aus der Eurozone - speziell aus Frankreich. Die Stimmung der europäischen Unternehmen hat sich weiter verschlechtert. Der Einkaufsmanagerindex, eine Umfrage unter rund 4.000 Unternehmen, fiel überraschend um 0,2 Punkte auf 52,3 Zähler, wie das Forschungsunternehmen Markit am Dienstag in London mitteilte. Das war der tiefste Stand seit neun Monaten.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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"Wachstum und Nachfrage haben sich weiter abgeschwächt, so dass auch der Jobaufbau nicht in die Gänge gekommen ist", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. "Dieser Stillstand war wiederum dafür verantwortlich, dass die Preise angesichts des scharfen Wettbewerbs weiter reduziert wurden." Und weiter: Die Ukraine-Krise und Sorgen über die generelle Konjunkturabkühlung erhöhten die Gefahr, dass die Bemühungen der Europäischen Zentralbank zum Ankurbeln der Konjunktur wirkungslos verpuffen. Besonders die Entwicklung in Frankreich enttäuschte. Hier lagen beide Teilindizes des Einaufsmanagerindex' unter der wichtigen Schwelle von 50, die Wachstum signalisiert.

Die Daten für die Eurozone seien zwar nicht nur negativ, sagte ein Marktbeobachter. Sie signalisierten jedoch, dass es in der zweiten Jahreshälfte rauer zugehen werde.

Gute Nachrichten aus China

Dagegen hat sich der von der Großbank HSBC und dem Markit-Institut ermittelte Einkaufsmanagerindex der chinesischen Industrie im September überraschend verbessert. Er stieg von 50,2 auf 50,5 Punkte. Von Reuters befragte Experten hatten mit 50 Punkten gerechnet. "Die aktuelle Lage der chinesischen Wirtschaft ist in Anbetracht der widrigen weltwirtschaftlichen Bedingungen akzeptabel", sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe. "Klar ist aber auch, ohne die staatlichen Investitionsimpulse und Kreditlockerungen sähe die Situation wesentlich trüber aus."

Auto-Aktien verlieren

Zu den größten Verlierern gehören die Papiere der Autobranche. Die UBS hat sich zum Sektor geäußert und die Kursziel von BMW, Daimler und Conti reduziert. Alle drei Werte stehen im Dax überdurchschnittlich unter Druck.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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VW stagniert mit Nutzfahrzeugen

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der erfolgsverwöhnte VW-Konzern hat von Januar bis August 285.900 leichte Nutzfahrzeuge ausgeliefert, ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Absatzeinbruch um fast die Hälfte in Südamerika bremste das Unternehmen. "In Südamerika machen uns bis auf weiteres die Konjunkturschwächen in Brasilien und in Argentinien zu schaffen", sagte Spartenchef Eckhard Scholz am Dienstag auf der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover.

MAN wird pessimistisch

Auch die Tochter MAN hat sich geäußert. Die Ukraine-Krise belastet laut MAN-Chef Anders Nielsen den russischen Markt. Im Vergleich zum Vorjahr 2013 halte er einen Einbruch von 25 Prozent "oder sogar noch mehr" für realistisch. "Der russische Markt rutscht im Moment richtig ins Minus", sagte Nielsen am Dienstag auf der Branchenmesse IAA in Hannover.

Um Kosten zu sparen, will das Unternehmen zudem mit MAN gemeinsamt Getriebe entwickeln. "Wir streben an, dass aus dieser Kooperation Komponenten hervorgehen, die weltweit Maßstäbe in der Nutzfahrzeugtechnologie hervorgehen", sagte Nielsen.

Nur wenige Gewinner

Gerade einmal zwei Aktien liegen im Dax um die Mittagszeit überhaupt im Plus: RWE und Merck. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat RWE-Stammaktien von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 33,20 auf 37,10 Euro angehoben. Aktien der Darmstädter Merck können an die gestrigen Kursgewinne anknüpfen. Der Pharma- und Chemiekonzern hatte gestern mitgeteilt, für 13,1 Milliarden Euro den US-Laborausrüster Sigma-Aldrich zu kaufen.

Philips: Aus eins macht zwei

Der niederländische Elektronikkonzern Philips will sich in zwei eigenständige Unternehmen aufspalten. Auf der einen Seite soll das Geschäft mit Gesundheitstechnik stehen, das zudem mit der Konsumelektronik zusammengefasst wird. Auf der anderen Seite wird es eine eigenständige Lichtsparte geben. Diese soll unabhängig werden und sich damit auch Kapitalgebern von außen öffnen.

Außerdem warnte Philips vor einer schwachen Ergebnisentwicklung. Das operative bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) wird im zweiten Halbjahr 2014 etwas niedriger als im Vorjahr ausfallen. Zuletzt hatte Philips-Chef Frans van Houten einen höheren Wert als im zweiten Halbjahr 2013 in Aussicht gestellt.

Fusion bei Düngemitteln?

Der norwegische Konzern Yara und das US-Unternehmen CF Industries verhandeln über einen Zusammenschluss. Die Gespräche seien noch in einer frühen Phase und es sei offen, ob man am Ende tatsächlich zusammen komme, teilten sie mit. Die Aktie des Konkurrenten K+S kann nicht profitieren.

United Internet empfohlen

Aktien von United Internet steigen im TecDax überdurchschnittlich. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat den von "Sell" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel von 20,40 auf 40 Euro angehoben. Die erfolgreiche Strategie im Breitband- und Mobilfunkgeschäft, Synergien durch die Versatel-Übernahme sowie weitere Marktbereinigungsoptionen im Telekomsektor überlagerten Risiken im Anwendungsgeschäft, schrieb Analyst Tim Boddy in einer Studie vom Dienstag.

ME

Stand: 23.09.2014, 11:55 Uhr

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Tagestermine am Mittwoch, 1. Oktober

Unternehmen:
Zalando: Erstnotiz erwartet
Klöckner & Co: Medientag mit Vorstandschef Rühl

Konjunktur:
Berlin: Markit Einkaufsmanegerindex für die Industrie im September, 9:55 Uhr
USA: ADP-Arbeitsmarktbericht September, 14:15 Uhr
USA: Bauausgaben August, 16 Uhr
USA: Einkaufsmanegerindex Industrie, September, 16 Uhr
USA: US-Autoabsatz, September (am Nachmittag)

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