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Marktbericht 20:05

Dax gibt 1,4 Prozent nach

Der Angst-Faktor steigt

Eine Reihe schlechter Nachrichten sowie die Sorgen vor einer schwachen Berichtssaison belasten derzeit den Aktienmarkt. Die Anleger ziehen sich zurück und der Dax verliert den zweiten Tag in Folge.

Der Leitindex Dax schloss am Tagestief bei 9.772 Punkten, ein deutlicher Tagesverlust von knapp 1,4 Prozent. Er fiel damit auch unter das wichtige chartechnische Unterstützungsniveau bei 9.800 Punkten, was weitere Abgaben nach sich ziehen könnte.

Vor allem im Nachmittagsgeschäft baute der Aktienmarkt im Sog einer schwächeren Wall Street seine Verluste aus, nachdem es lange Zeit nur nach mäßigen Abgaben ausgesehen hatte. Einziger Dax-Gewinner waren Henkel, die 0,2 Prozent zulegten, ansonsten gab es nur Verlierer. Im Späthandel schloss der L/E-Dax leicht erholt bei bei 9.786 Punkten.

Hauptthema bei den Börsianern war natürlich der am Abend nach US-Börsenschluss anstehende Quartalsbericht des Aluminiumherstellers Alcoa, traditionell der Beginn der Berichtssaison für das neue Quartal. In dieser Woche lässt sich außerdem unter anderem die Großbank Wells Fargo in die Bücher schauen.

"Die Erwartungen an die Unternehmen sind extrem hoch, und viele fragen sich nun, ob die Konzerne tatsächlich so gute Geschäfte gemacht haben", fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Zur dieser negativen Stimmung trug dann auch noch die zunehmende Eskalation der Lage im Nahen Osten bei, wo sich die Kämpfe im palästinensischen Gaza-Streifen ausweiten.

Banken unter Druck

Um das schlechte Nachrichtenbild abzurunden - auch die Banken kamen kräftig unter die Räder. Immer mehr gehen die US-Aufseher auf Konfrontationskurs zu den europäischen Häusern. Nach einer Strafe von neun Milliarden Euro für die französische BNP Paribas scheinen jetzt die Deutschen dran zu sein. Aktuell dreht sich alles um die Commerzbank, die heute schwächster Dax-Wert war mit einem dicken Minus von 5,61 Prozent.

Nach einem Bericht der "New York Times" droht der gelben Bank eine 500-Millionen-Dollar-Strafe wegen Verstößen gegen US-Sanktionen. Der ganze europäische Bankensektor sei wegen der Vorgehensweise der US-Behörden mit starker Unsicherheit behaftet, sagte Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black. Der entsprechende Branchenindex gab 2,2 Prozent nach.

Auch die Papiere der Deutschen Bank gaben nach, obwohl es aus der neu strukturierten Vermögensverwaltung gute Nachrichten gab. Spartenmanager Michele Faissola kündigte weiteres Wachstums an, vor allem um die Superreichen will die Bank künftig verstärkt werben.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Wall Street gibt nach

Abwärts geht es derzeit auch in New York. Der Dow verliert aktuell 0,6 Prozent, der marktbreite S&P-500-Index 0,55 Prozent. Ohne neue Kurstreiber seien anhaltende Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Kursrally ganz natürlich, sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Londoner Broker Alpari UK.

Zudem beherrscht die aufgekommene Zinsdiskussion den Markt, nachdem die jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt weit besser ausgefallen waren als erwartet. Anleger befürchten, dass die Notenbank früher als erwartet an der Zinsschraube drehen könnte. Deshalb blicken die Börsianer auch mit Spannung auf die am Mittwoch anstehenden jüngsten Sitzungsprotokolle der Fed, die sogenannten "Minutes". Zudem sind Ansprachen weiterer Fed-Mitglieder angekündigt.

Allianz bleiben weiter gefragt

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Gegen den Markt besser schnitten Allianz ab, die aber kurz vor Schluss doch noch leicht ins Minus rutschten. Die positive Resonanz vieler Analysten auf den Investorentag vom vergangenen Freitag hilft der Aktie weiter. Am Dienstag legte nun die Investmentbank Goldman Sachs nach. Analyst Vinit Malhotra wertete Unternehmensaussagen zu den Cashflows positiv. Seine Zuversicht in puncto Dividendenwachstum sei gestiegen. Er bestätigt seine Kaufempfehlung.

Nackenschlag von Air France-KLM

Europaweit standen am Dienstag Tourismus- und Transportwerte unter Druck. Schuld ist eine Gewinnwarnung der Fluglinie Air France-KLM wegen Überkapazitäten auf Langstreckenflügen. Papiere der Franzosen kamen schwer unter die Räder und verloren mehr als elf Prozent. Im Dax gehörten Lufthansa mit einem Minus von 3,8 Prozent ebenfalls zu den größten Verlierern, die Kranichairline hatte schon vor einem Monat ihre Gewinnziele gekappt.

"Die Gewinnwarnung kurz vor den für die Branche wichtigen Sommermonaten drückt die Stimmung der Investoren und bestätigt, dass die vergangenen drei Monate für die Branche generell schwierig waren", sagte Aktienhändler Tom Robertson von Accendo Markets.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Siemens vor Spartenverkauf?

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch die Siemens-Aktie verharrte im Minus. Der Industrieriese prüft laut Bloomberg den Verkauf der Krankenhaus-IT-Sparte. Diese könne mehr als eine Milliarde Euro wert sein. Ein Siemens-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Allerdings würde ein solcher Schritt gut zur laufenden Umstrukturierung passen: Siemens-Chef Joe Kaeser will den Konzern stärker auf Energietechnik und moderne Fabrikausstattung ausrichten.

VW und BMW mit Verkaufsrekorden

Nach Daimler haben heute nun auch VW und BMW über neue Verkaufsrekorde im ersten Halbjahr 2014 berichtet. So haben die Wolfsburger zur Jahreshälfte erstmals mehr als drei Millionen Neuwagen ihrer Kernmarke VW Pkw an den Kunden gebracht. Vor allem China befeuerte als größter Markt das Wachstum. Im gleichen Zeitraum hat der Autobauer BMW erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge verkauft, rund sieben Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings halfen die guten Nachrichten den Autoaktien im schwachen Gesamtmarkt nicht.

Am späten Nachmittag meldete sich dann noch Audi-Chef Rupert Stadler mit einem zuversichtlichen Ausblick auf das kommende Jahr 2015 zu Wort. Die VW-Tochter werde ab dann die Früchte der hohen Investitionen ernten, erklärte der Top-Manager. Für 2014 erwartet er, dass Pemium-Hersteller Audi mehr als 1,6 Millionen Einheiten verkaufen werde.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Stühlerücken bei der Deutschen Euroshop

Vorstandschef Matthias Böge wird "aus persönlichen Gründen" zum 30. Juni 2015 das Unternehmen verlassen. Dies teilte die Deutsche Euroshop, ein Spezialist für Investitionen in Einkaufscenter, am Dienstag mit. Damit nimmt einer der am längsten amtierenden MDax-Chefs seinen Hut. Der 55-jährige Böge ist seit Oktober 2001 Vorstandsmitglied bei Euroshop, 2003 war er zum Vorstandssprecher ernannt worden.

Nachfolger wird der 47-jährige Wilhelm Wellner, der von 2003 bis 2012 als Finanzmanager für den Projektentwickler ECE gearbeitet, der viele Einkaufszentren der Deutschen Euroshop entwickelt und betreibt. Beide gehören zum Einflussbereich der Hamburger Versandhandelsgruppe Otto.

Impreglon mit historischen Kursgewinnen

Jenseits der großen Indizes schießt die Impreglon-Aktie in die Höhe. Die niederländische Aalberts Industries hat ein öffentliches Angebot für die Übernahme der Aktienmehrheit an der Lüneburger Impreglon SE angekündigt. Demnach will Aalberts 14,00 Euro je Impreglon-Aktie bieten. Die Aktien des Anbieters von Oberflächen-Beschichtungen stiegen bei hohem Umsatz um über 21 Prozent auf über 14 Euro. Das war der größte Tagesgewinn der Unternehmensgeschichte.

Hansa-Aktien brechen ein

Ganz in die andere Richtung geht es dagegen für Hansa-Aktien. Sie stürzten um fast 22 Prozent ab auf 0,93 Euro. Der Produzent von Putzmitteln für Eigenmarken von Handelskonzernen hat einen Rückschlag bei den Sanierungsbemühungen erlitten. Das im sachsen-anhaltinischen Genthin ansässige Unternehmen hatte am Vorabend mitgeteilt, dass die Vereinbarungen zur Schuldenreduzierung "unerwartet und überraschend nicht vollständig umgesetzt werden" könnten.

Cropenergies mit kleinem Gewinn

Papiere von Cropenergies gaben ebenfalls nach, wenn auch bei weitem nicht so drastisch. Der Bioethanol-Hersteller hat im ersten Geschäftsquartal (bis Ende Mai) unterm Strich nur einen Mini-Gewinn von 0,6 Millionen Euro eingefahren. Vor einem Jahr standen die Preise für Bioethanol noch höher, damals hatte die Südzucker-Tochter noch 10,4 Millionen Euro verdient. Cropenergies hatte bereits Ende Juni vorläufige Zahlen veröffentlicht.

Paion schließt Kapitalerhöhung ab

Das Pharma-Unternehmen hat im Rahmen einer Kapitalerhöhung insgesamt 46,26 Millionen Euro frische Mittel erhalten. Damit ist die Kapitalmaßnahme abgeschlossen, das Eigenkapital steigt kräftig um über 50 Prozent von 30,842 auf 49,347 Millionen Euro. Paion will die Mittel für die weitere Entwicklung des Anästhetikums Remimazolam, die Kosten für die in den USA anstehende Phase-III-Phase sowie für Vorbereitungen der Markteinführung verwenden. Paion-Aktien gaben nach.

Philips trennt sich von Spartenchefin

Mit dem wichtigen Geschäftsfeld Medizintechnik ist Firmenchef Frans van Houten nicht zufrieden und trennt sich deshalb von Spartenchefin Deborah diSanzo. Einen Nachfolger wird es nicht geben, die Leiter der einzelnen Geschäftsfelder werden bis auf weiteres van Houten selbst berichten. Für das zweite Quartal dämpft der Chef zudem die Erwartungen, er rechnet nur mit einem Ebita von 220 Millionen Euro. Analysten hatten deutlich mehr erwartet. An der Börse kam der neue Schwung trotz der schwachen Zahlen gut an, die Aktie legte zu.

Samsung leidet unter Billigkonkurrenz

Unter den ausländischen Werten auf dem Frankfurter Parkett kann die Samsung-Aktie Kursgewinne verbuchen. Und das obwohl dem Elektronikriesen im zweiten Quartal der Höhenflug des südkoreanischen Won und die Konkurrenz chinesischer Billiganbieter massiv zugesetzt haben. Das operative Ergebnis brach um gut 25 Prozent auf umgerechnet 5,2 Milliarden Euro ein.

Abbvie erhöht das Übernahmenagbeot

Der US-Pharmariese Abbvie aus dem S&P-500-Index hat seine Übernahmeofferte für den britischen Rivalen Shire auf umgerechnet knapp 38 Milliarden Euro erhöht. Das sind elf Prozent mehr als zuletzt. Insgesamt bewertet das aus einem Aktien- und einem Baranteil bestehende Angebot Shire damit mit 51,15 Pfund je Aktie.

Die Amerikaner wollen zum einen ihren Steuersitz ins günstigere Europa verlagern, zum anderen ihr Medikamentengeschäft verbreitern. Aktuell erwirtschaftet AbbVie 60 Prozent der Umsätze mit dem Arthritis-Medikament Humira, das allerdings Ende 2016 den Patentschutz in den USA verliert. "Shire Pharma kann sich dem Übernahmewillen von AbbVie offenbar nicht entziehen", sagte Aktienexperte Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Experten rechnen mit einer Fortsetzung des Konsolidierungsdrucks in der Pharmabranche. Shire-Aktie stiegen nur kurz, fielen danach aber wieder zurück.

Prime Office AG heißt jetzt so ähnlich

Zu guter Letzt noch eine Vollzugsmeldung: Die Prime Office AG firmiert ab heute unter dem Namen DO Deutsche Office AG. Für die Aktionäre ändert sich dadurch aber nichts: Die Aktie des Büroimmobilienunternehmens, das aus der Verschmelzung von Prime Office Reit und OCM German Real Estate hervorgegangen ist, notiert unverändert im Prime Standard unter dem Börsenkürzel PMOX (WKN: PRME02; ISIN: DE000PRME020). Seit ihrem Börsenstart im Januar hat sie 12,0 Prozent zugelegt.

rm

Stand: 08.07.2014, 20:05 Uhr

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Tagestermine am Donnerstag, 31. Juli

Unternehmen:
Siemens: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
FMC: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Fresenius: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
BNP Paribas: Q2-Zahlen 07:00 Uhr
Anheuser-Busch Inbev: Q2-Zahlen, 7:00 Uhr
Hochtief: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Alcatel-Lucent: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Celesio: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Evonik: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Nemetschek: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Deutsche Annington: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Air Liquide: Halbjahreszahlen, 07:20 Uhr
Sanofi: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Erste Group: Halbjahreszahlen, 07:30 Uhr
Lufthansa: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Dürr: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Takkt: Q2-Zahlen Uhr, 07:30 Uhr
Hugo Boss: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Metro: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
DMG Mori Seiki: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Telefonica: Halbjahreszahlen, 07:30 Uhr
Generali: Halbjahreszahlen, 07:30 Uhr
Eni: halbjahreszahlen, 07:45 Uhr
Santander: Q2-Zahlen
Astra Zeneca: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
BAE Systems: Halbjahreszahlen, 08:00 Uhr
Diageo: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Lloyds Banking Group: Halbjahreszahlen, 08:00 Uhr
Shell: Q2-Zahlen
Thomas Cook: Q3-Interim-Statement, 08:00 Uhr
BT Group: Q1-Zahlen, 08:00 Uhr
Sony: Q1-Zahlen, 08:00 Uhr
Panasonic: Q1-Zahlen, 08:00 Uhr
Toshiba: Q1-Zahlen, 08:00 Uhr
Pro SiebenSat1: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Continental: Q2-Zahlen, 08:30 Uhr
t-Mobile US: Q2-Zahlen
Bombardier: Q2-Zahlen
Exxon: Q2-Zahlen
Lagardere: Halbjahreszahlen
L'Oreal: Halbjahreszahlen
Areva: Q2-Zahlen, 17:45 Uhr
Enel: Halbjahreszahlen, 18:00 Uhr
Volkswagen: Q2-Zahlen
Banco Espirito Santo: außerordentliche Hauptversammlung
EdF: Halbjahreszahlen
GDF Suez: Halbjahreszahlen
Carrefour: Halbjahreszahlen
Samsung: Q2-Zahlen
Finmeccanica: Halbjahreszahlen
Mastercard: Q2-Zahlen
Kellog: Q2-Zahlen
Conoco Philips: Q2-Zahlen
Colgate-Palmolive: Q2-Zahlen
LinkedIn: Q2-Zahlen Tesla Motor: Q2-Zahlen
Time Warner Cable: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Arbeitslosenzahlen Juli, 09:55 Uhr
EU: Arbeitslosenzahlen und Verbraucherpreise Juli, 11:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (wöchentl.), 14:30 Uhr ;
Chicagoer Einkaufsmanagerindex Juli, 15:45 Uhr

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