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Marktbericht 20:02 Uhr

Makrtbericht neutral

Trotz Griechen-Geplänkel

Dax zeigt weiter Stärke

Allen Kassandra-Rufen zum Trotz ziehen die Anleger an den Aktienmärkten weiter ihre Bahnen - Griechenland hin oder her. Dabei werden kleinere Rückschläge schnell wieder ausgeglichen.

So muss der der Dax am Donnerstag zwar zunächst einen Rücksetzer bis auf 10.822 Punkte hinnehmen, begibts sich danach aber wieder auf Klettertour. Jeder Rücksetzer wird also sofort zum Einstieg oder Wiedereinstieg in den Aktienmarkt genutzt.

Selbst die Nachricht, dass die EZB keine griechischen Anleihen mehr als Sicherheit für Bankkredite akzeptiert, sorgt nur kurz für Irritationen. Der Dax kann seine Verluste immer wieder wettmachen und geht am Ende des Tages bei 10.905 Zählern aus dem Handel, nur sechs Pünktchen unter dem Vortagesschluss.

Damit bleibt der Himmel über dem deutschen Leitindex weiterhin heiter, entgegen anders lautenden Befürchtungen einiger Experten, die schon seit Wochen vor einem Absturz der Kurse warnen. Dabei haben die Anleger nur den Geldregen der EZB im Blick, der sich abe März über den Märkten ergießen wird. 60 Milliarden Euro wollen die Notenbanker in die Hand nehmen, um eine Deflation in der Eurozone abzuwenden und die Wirtschaft anzukurbeln.

Steigende Kurse an der Wall Street

Unterstützung erhielt der deutsche Aktienmarkt auch von der Weltleitbörse in New York. Dort sind die Anleger in Kauflaune. Dafür sorgen gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt sowie die wieder steigenden Ölpreise. Den neuesten Zahlen zufolge sind die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe mit 278.000 unter den prognostizierten 290.000 zurückgeblieben. Beide Daten deuten auf Wirtschaftswachstum hin. Der Dow-Jones-Index eröffnet im Plus und kann seine Gewinne weiter ausbauen. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert er bei knapp ein Prozent höher bei 17.504 Zählern.

Euro wieder in Richtung 1,15 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.1014
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Am Devisenmarkt kann sich der Euro nach der Entscheidung der EZB zu Griechenland wieder erholen. Bis zum Handelsende klettert die europäische Gemeinschaftswährung auf 1,1491 Dollar. In der Nacht war der Euro noch bis auf 1,1304 Dollar gesunken.

Ölpreise zeihen an

Die Ölpreise sind ebenfalls wieder gestiegen. Händler sprachen von einer Gegenbewegung nach dem Rückgang des Vortags. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 55,41 US-Dollar und damit 1,24 Dollar mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 83 Cent auf 49,27 Dollar.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
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61.56
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz New York Mercantile Exchange für den Zeitraum 1 Woche
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51.62
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Thyssen und Volkswagen sind Favoriten

Bei den Einzelwerten gehören die Vorzüge von Volkswagen zu den Favoriten im Dax, müssen ihren Spitzenplatz aber kurz vor Schluss an ThyssenKrupp abgeben. Die nach Zahlen ebenfalls ins Plus gedrehten Aktien von Daimler müssen den größten teil ihrer Tagesgewinne wieder abgeben. Daimler hat im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Fahrzeuge verkauft - ein Rekord. Auch die Geschäftsbilanz kann sich sehen lassen: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ist von 8,0 auf 10,1 Milliarden Euro gestiegen. Daimler geht für 2015 von einem Wachstum von mindestens fünf Prozent aus.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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226.35
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Versorger unter Druck, Gewinnmitnahmen bei Bayer

Dagegen führen die Aktien der Versorger Eon und RWE lange Zeit die Liste der Verlierer an. Grunde sind negative Analystenkommentare und Befürchtungen, im Streit mit der Bundesregierung um die Brennelemente-Steuer zu unterliegen, belasten weiterhin. Zu Gewinnmitnahmen nach der Rally der Vortage kommt es bei Bayer.

MüRü stellt nicht ganz zufrieden

Auch die Aktie der Münchener Rückversicherung gehört zu den schwächsten Werten im Dax. Der Konzern hat erwartungsgemäß sein Ziel erreicht und einen Überschuss von 3,2 Milliarden Euro 2014 ewirtschaftet, unverändert gegenüber dem Vorjahr. Etwas stärker als erwartet sanken die Bruttoprämien. Die Dividende soll dennoch von 7,50 Euro auf 7,75 Euro je Aktie angehoben werden. Auch erwägt der Konzern Aktienkückkäufe.

Telekom steigt bei BT ein

Das Unternehmen hat seine britische Tochtergesellschaft EE an die British Telecom (BT) verkauft. Zusammen mit dem Partner Orange hat die Telekom dabei 12,5 Milliarden Pfund erlöst. Nach Abschluss des Deals wird die Deutsche Telekom mit zwölf Prozent an BT beteiligt sein.

BVB-Aktie im freuen Fall

Im SDax hat die erneute Bundesliga-Niederlage von Dortmund auch die Aktie heftig unter Druck gebracht. "Der Gedanke 'Europa ohne BVB' gefällt den Aktionären gar nicht", kommentiert Daniel Saurenz von Feingold Research die sportliche Durststrecke des Clubs. Borussia Dortmund liegt am Tabellenende der Bundesliga.

Osram fällt in Ungnade

Nur einen Tag nach den von den Anlegern positiv aufgenommenen Jahreszahlen, ist die Aktie heute in Ungnade gefallen und ans MDax-Ende gerutscht. Die UBS hat die Aktie von "Neutral" auf "Sell" abgestuft, das Kursziel aber von 29 auf 33 Euro angehoben. Das Chance/Risiko-Verhältnis sei unattraktiv, schrieb Analyst Fredric Stahl. Das Papier des Leuchtmittelherstellers sei zu hoch bewertet.

Cancom gefällt

Dagegen sind die Zahlen des IT-Dienstleisters aus dem TecDax gut angekommen. Cancom hat nach vorläufigen Angaben seine Umsätze um 25,2 Prozent auf 245,8 Millionen Euro gesteigert. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte sogar um 59,4 Prozent auf 10,6 Millionen Euro.

HHLA ist krisenresistent

Auch der Hamburger Hafenbetreiber aus dem SDax überrascht mit guten Jahreszahlen. Trotz der Russland- und Ukraine-Krise konnte das Unternehmen seinen Umsatz 2015 um fünf Prozent auf 1,17 Milliarden Euro steigern. Das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern, Ebit) legte sogar um elf Prozent auf 155 Millionen Euro zu. Die Aktie gewinnt zwei Prozent.

Pfizer will Hospira

In der Pharmabranche gibt es die nächste Milliardenübernahme. Der US-Konzern Pfizer hat sich mit dem Konkurrenten Hospira auf einen Kauf verständigt. Der ausgehandelte Gesamtpreis für den Spezialisten für injizierbare Medikamente und Infusionstechnologien liegt bei rund 17 Milliarden US-Dollar (14,8 Mrd Euro), wie beide Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Pfizer bietet 90 Dollar pro Aktie. Der Verwaltungsrat von Hospira empfahl den Anteilseignern, die Offerte anzunehmen. Die Hospira-Aktie springt vorbörslich um fast 40 Prozent hoch.

Swatch tickt nicht ganz richtig

Der Uhren-Konzern Swatch konnte im abgelaufenen Jahr seinen Umsatz auf einen Rekord von neun Milliarden Franken steigern, der Reingewinn ging allerdings um 26 Prozent auf 1,42 Milliarden Franken zurück. Swatch-Aktien sind unter Druck und büßen bis zu sechs Prozent ein. Immerhin: Das Unternehmen will die Dividende unverändert bei 7,50 Franken je Aktie belassen.

Vodafone funkt Erholung

Der britische Mobilfunk-Konzern, der weltweit engagiert ist, hat nach vorläufigen Zahlen seine Schrumpfungskur im Mobilfunk-Geschäft fast beendet. Die Erlöse in der Kernsparte fielen im dritten Geschäftsquartal nur noch um 0,4 Prozent auf 9,8 Milliarden Pfund, der geringte Rückgang seit zweieinhalb Jahren. Konzernwelt legte das Unternehmen, das auch den deutschen Kabelanbieter Kabel Deutschland übernommen hat, sogar um 13,5 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro zu.

lg

Stand: 05.02.2015, 20:02 Uhr

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Unternehmen:
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Jungheinrich: Q4-Zahlen, 7 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Produktion verabeitendes Gewerbe Februar, 8 Uhr
USA: Arbeitsmarktdaten Februar, 14:30 Uhr
USA: Handelsbilanz, Januar, 14:30 Uhr;
Konsumentenkredite Januar, 21:00 Uhr

Sonstiges:
>b> Genf: Fortsetzung des Autosalons, Öffnung für das breite Publikum (noch bis 15.3.)
Berlin: Internationale Tourismusbörse ITB

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