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Marktbericht 17:45 Uhr

Marktbericht neutral

Unter 11.600

Dax: Wohin geht die Reise?

Stand: 10.01.2017, 17:45 Uhr

Der deutsche Aktienmarkt findet bis zum Schluss keine klare Richtung. Nur kurz gelang es dem Dax am Vormittag, die Schwelle von 11.600 Punkten zu überwinden. Anleger warten auf Firmenbilanzen und die Pressekonferenz von Donald Trump.

Der will sich am Mittwoch auf seiner ersten Pressekonferenz seit seiner Wahl zum US-Präsidenten den Fragen der Journalisten stellen. "Der Markt hat hohe Erwartungen an Trumps Wirtschaftspolitik", sagte ein Händler. Viele warteten ab, was der 70-Jährige tatsächlich plant. Trump hat Steuersenkungen und Infrastrukturmaßnahmen versprochen, Details bisher aber nicht genannt. Das ist für viele Firmen wie für Marktteilnehmer zunehemend ein Problem, weiß doch niemand, wie genau die Politik des künftigen US-Präsidenten aussehen wird.

Entsprechend vorsichtig verhalten sich die Anleger. Der Dax schwankt zwischen 11.545 und 11.607 Punkten hin und her. Am Ende geht er bei 11.583 Punkten aus dem Handel, 0,17 Prozent oder 19,3 Punkte höher als am Vortag.

ARD-Börsenstudio: Jan Plate

Börse 17.00 Uhr

"Viel Hoffnung, aber bisher wenig Konkretes – das beschreibt die Situation an den Märkten derzeit recht genau", erklärt Jochen Stanzl von CMC Markets mit Blick auf die kommende Präsidentschaft von Donald Trump. Die verführerische Vorstellung, die immensen Liquiditätsmengen der US-Notenbank könnten durch eine höhere Kreditvergabe endlich ihren Weg in die Realwirtschaft finden, halte die Kurse oben. Man könne nur hoffen, dass diese Hoffnungen am Ende nicht enttäuscht werden.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Klaus Kaldemorgen, Deutschlands bekanntester Fondsmanager von der DWS, hält einen Absturz der Aktienmärkte noch im ersten Quartal für wahrscheinlich: "Noch im ersten Quartal dürfte die positive Aktientendenz kippen. Die Aktienmärkte werden fallen", prophezeit Kaldemorgen im "Handelsblatt".

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete 0,2 Prozent im Minus bei 19.846 Punkten, dreht im weiteren Verlauf aner ins Plus. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow 0,2 Prozent höher bei 19.932 Punkte. An die historische Marke von 20.000 Punkten dürfte sich der Dow wohl auch heute nicht heranwagen.

Euro weiter unter 1,06 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro hat am Nachmittag wieder leicht zugelegt. Zum Handelsende am Aktienmarkt kostete die Gemeinschaftswährung 1,0587 Dollar. Der Kurs lag damit etwas höher als in der Nacht zum Dienstag. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0567 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9463 (0,9509) Euro. Es gab nur wenige Impulse für den Devisenmarkt. In der Eurozone wurden lediglich Daten zur französischen Industrieproduktion veröffentlicht. Sie hatte im November mit 2,2 Prozent deutlich stärker zugelegt als erwartet.

Banken belasten Dax

Im Dax sind die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank nach einer negativen Analystenstudie und einem Zeitungsbericht deutlich ins Minus gerutscht. Im Leitindex belegt am Schluss die Deutsche Bank mit einem Minus von 2,4 Prozent den letzten Platz, während die Commerzbank einen Teil ihrer Verluste aufholen kann. Die Schweizer UBS hat die Anteile der Commerzbank von "Neutral" auf "Sell" abgestuft. Nach der zuletzt deutlichen Kursaufwertung sei das Chance/Risiko-Profil nun unattraktiv, schrieb Analyst Daniele Brupbacher. Bei der Deutschen Bank belastete Händlern zufolge ein Bericht im "Handelsblatt", wonach das Institut strategische Entscheidungen offenbar zunächst verschieben will, bis neue Kapitalregeln für Banken klarer formuliert sind.

Goldman stuft T-Aktie herab

Auch die Telekom-Aktie seht wegen einer Herabstufung unter Druck. Goldman Sachs hat den Wert von "Buy" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel von 18,30 auf 17,40 Euro gesenkt. Die Deutsche Telekom biete allerdings trotz der überdurchschnittlichen Entwicklung bei der US-Mobilfunktochter T-Mobile US keine attraktive Bewertung. Es sei nicht damit zu rechnen, dass sich der Bonner Konzern besser als die Rivalen entwickeln werde.

Siemens obenauf

Dagegen gehört die Siemens-Aktie bis zum Handelsende zu einem der besten Werte im Dax. Grund ist auch hier eine Analystenbewertung, ebenfalls von der UBS. Die hat Siemens von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel auf 131 Euro angehoben. Die Aktie des Elektro- und Industriekonzerns dürfte weiter aufwerten, denn die Anstrengungen des Managements, das Konglomerat aufzuspalten, würden weiterhin unterschätzt, schrieb Analyst Markus Mittermaier.

VW überholt Toyota

Volkswagen-Aktien legen ebenfalls etwas zu - und das hat einen guten Grund: Trotz des Dieselskandals haben die Wolfsburger im vergangenen Jahr einen Absatzrekord aufgestellt und seinen Dauerrivalen Toyota wohl als weltgrößten Autohersteller verdrängt. Der Dax-Konzern steigerte seine Auslieferungen 2016 um 3,8 Prozent auf 10,3 Millionen Fahrzeuge, wie Volkswagen am Nachmittag mitteilte. Toyota selbst hat noch keine Zahlen veröffentlicht, im Dezember aber einen Absatz von 10,1 Millionen Fahrzeugen für 2016 vorhergesagt.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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133,65
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Ryanair überholt Lufthansa

Enttäuschung dagegen bei den Anlegern der Lufthansa. Der irische Billigflieger Ryanair hat im vergangenen Jahr erstmals mehr Fluggäste befördert als die deutsche Airline. Während Lufthansa mit ihren Töchtern Eurowings, Swiss und Austrian Airlines 109,67 Millionen Fluggäste beförderte (1,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor), brachte es Ryanair auf 117 Millionen Passagiere (plus 15 Prozent). Die Lufthansa-Anleger reagieren enttäuscht.

Metro tritt auf der Stelle

Der Handelskonzern Metro hat im Weihnachtsquartal nach ersten Berechnungen einen leichten Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent auf 17 Milliarden Euro verbucht. Verkäufe wie der des Großhandelsgeschäfts in Vietnam aber auch eine schwächere Entwicklung bei der Lebensmittelkette Real bremsten die Umsatzentwicklung. Um Flächenveränderungen bereinigt legte der Metro-Umsatz allerdings um 0,1 Prozent zu.

Siltronic erklimmen neue Höhen

Im TecDax sind die Titel des Halbleiterunternehmens Siltronic auf ein neues Rekordhoch von 48,05 Euro gestiegen. Analyst Lars Hettche vom Bankhaus Metzler begründete die Kurs-Euphorie mit dem aus fundamentaler Sicht zunehmend freundlichen Branchenumfeld. So sei die Nachfrage nach Wafern sehr hoch und die Preise stiegen. Auch in Übernahmefantasien sieht Hettche weiterhin Kurstreiber. Diese gerieten aktuell aber etwas in den Hintergrund. Die Siltronic-Anteile waren im Jahr 2016 mit einem Kurszuwachs von fast 95 Prozent der stärkste Wert im TecDax.

Bosnier kontrollieren Alno

Beim hoch verschuldeten Küchenhersteller Alno hat die bosnische Unternehmerfamilie Hastor nun das Zepter übernommen. Die Familie kontrolliert nach dem Ende eines Übernahmeangebots an Kleinaktionäre inzwischen 43,13 Prozent des Grundkapitals und damit auch der Stimmrechte, wie aus einer Bekanntmachung der familieneigenen Investment-Gesellschaft Tahoe vom Dienstag hervorgeht.

Aus Yahoo wird Altaba

Yahoo will nach dem geplanten Verkauf des Webgeschäfts das verbliebene Unternehmen in Altaba umbenennen. Chefin Marissa Mayer wird zu diesem Zeitpunkt den Verwaltungsrat verlassen. Altaba wird vor allem aus der Beteiligung an dem chinesischen Internet-Konzern Alibaba und Yahoo Japan bestehen.

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 26. Juni

Unternehmen:
Keine Termine absehbar
Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland, Juni, 10 Uhr
USA: Auftragseingang Langlebige Güter, Mai, 14:30 Uhr

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